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29. Juni 2009

Shaq hat drauf gezahlt

Shaqs Riesenanwesen in Miami war lange auf dem Markt. Jetzt hat es endlich einen Besitzer gefunden. Dies sind die Zahlen, und sie signalisieren, dass dies in manchen Teilen der USA schlechte Zeiten für Immobiliengeschäfte sind – wenn man verkaufen will: Mehr als 18 Millionen Dollar hatte O'Neal bezahlt, als er 2004 von den Lakers an die Heat abgegeben wurde und eine neue Bleibe brauchte. Als er sich von der Villa trennen wollte, hoffte er auf ein Abschluss für zwischen 32 und 35 Millionen Dollar. Niemand war bereit, so viel Geld zu bezahlen und musste er ständig seine Forderungen reduzieren. Erhalten hat er jetzt 16 Millionen Dollar – von einem russischen Geschäftsmann, der sicher auch nur Reibach machen wird, wenn der Markt nicht weiter absackt. Miami ist neben Las Vegas und Teilen des südlichen Kaliforniens am stärksten vom Abschwung der Preise für Häuser und Grundstücke betroffen. Übrigens hat der neue Besitzer so etwas wie B-List-Prominentenstatus. Er ist der Lebensgefährte des ehemaligen Supermodels Naomi Campbell (via The Big Lead).

Shaquille O'Neal dürfte derweil bereits etwas Passendes in Cleveland suchen. Das sollte nicht schwer fallen. Da stehen ganze Straßenzeilen leer. Ob die sich allerdings so einfach auf so schmuck trimmen lassen, ist schwer zu sagen. LeBron James hatte sich einst etwas ganz Neues bauen lassen. Der Komplex hat ein zweistöckiges Aquarium und eine Bowlingbahn.

Blick zurück: Villa im Angebot

16. Oktober 2008

Barcelona will sich im US-Fußball engagieren

In Barcelona hat man fußballmäßig längst verstanden: Man muss sich größeren Zielgruppen-Märkten außerhalb des eigenen Aktionsradius zuwenden, wenn man neue Einnahmequellen aufreißen will. Die Premiere League mit ihren superreichen Vorzeigeclubs macht es allen anderen schließlich deutlich vor. Aber auf diese Idee muss man erstmal kommen: Der FC will in den USA ein Fußball-Team auf die Beine stellen, um von dort aus den potenziellen Fans in Lateinamerika näher zu kommen. Zugegeben: Ihr Antrag konzentriert sich auf den Standort Miami, wo ein enormer spanischsprechender Ethnik-Mix zuhause ist (mit Einwanderern nicht nur aus Kuba und Mexico, sondern auch aus Nicaragua, Honduras und Kolumbien). Miami sei das "Tor zu Amerika" für die Menschen aus dem Süden des Kontinents, sagte Barcelonas Präsident Joan Laporta der New York Times.

Der Grund für diese eigenartige Erklärung: Barcelona ist bereit, zusammen mit einem bolivianischen Geschäftsmann 50 Millionen Dollar auszugeben, um sich in Major League Soccer einzukaufen. Die MLS hat momentan kein Team in Florida (nachdem vorherige Versuche wirtschaftlich gescheitert sind). Ob es dazu kommt, entscheiden die Granden der Liga in der nahen Zukunft. Bislang haben sie erstmal wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass man ihnen in Spanien Komplimente macht. "Wir glauben, dass Fußball in den Staaten erwachsen wird", sagte Laporta. “Wir wollen Teil davon sein."

Nicht so erwachsen übrigens, dass es Borussia Mönchengladbach gereizt hätte, zur Vorbereitung auf die laufende Saison nach Denver zu reisen und dort – wie verabredet – das Traingslager in der Höhe durchzuführen, was vielleicht jene müden roten Blutkörperchen in Schwung gebracht hätte, die jetzt Christian Ziege in der niederrheinischen Tiefebene auf Trab bringen will.

23. Januar 2008

Ein teures Leben unter der Lupe

Zurücklehnen, genießen und schweigen: Mehr muss man gar nicht tun, wenn man liest, wie ein reicher Sportler lebt und sein vieles Geld ausgibt. Zumal solche Informationen immer nur bei Scheidungsprozessen heraussickern. Und auch nur dann, wenn die Paare keinen Weg finden, die Ehe so gütlich zu beenden, dass eine Seite nicht anfängt, mit Hilfe der Öffentlichkeit über Bande zu spielen. Aber das scheint Shaquille O'Neal entweder egal zu sein, oder er war zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt - mit dem Trainieren von Freiwürfen zum Beispiel. Nachdem wir die Geschichte mit seinem Haus schon vor einer Weile herausposaunt haben (es wird übrigens doch nicht von Yankees-Baseballprofi Alex Rodriguez gekauft, wie wir zwischendurch annehmen durften), folgt nun der schnöde Rest. Die Sache mit den 22.000 Dollar im Monat für Hauspersonal (plus Gärtner und Handwerker). Dass er 17.000 Dollar im Monat für Kleidung und über 100.000 Dollar im Monat für Reisen auszugeben pflegt, in denen die 25.000 Dollar für Sprit noch nicht enthalten sind. Die Zahlen dürften auch deshalb so hoch wirken, weil O'Neal belegen will, dass sein Leben so teuer ist, so dass er seine Ex-Frau nicht halb so viel zahlen kann, wie sie haben möchte. Schließlich bekommt schon eine andere Frau 10.000 Dollar Alimente im Monat (man kann die Liste als pdf-Datei herunterladen. Der Link dazu findet sich bei Fanhouse)

7. November 2007

Schöner Wohnen

Wir berichten selten genug über die Immobiliengeschäfte der Stars, obwohl das sicher viele Leute interessiert. Wegen Geld und Glamour und so. Aber da wir vor einer Weile den Versuch von Shaquille O'Neal erwähnt haben, seine Riesen-Villa in Miami loszuschlagen (wie sich später herausstellte, hatte das mit der Scheidung zu tun), soll dann auch diese Meldung zur Komplettierung nachgereicht werden: Alex Rodriguez, der Golden Boy des amerikanischen Sportgeschäfts, der soeben seinen Vertrag mit den New York Yankees sausen ließ (weil er sich ausmalt, dass er woanders noch mehr bekommt als 25 Millionen Dollar im Jahr) wird Shaq wohl den Palast von der Hand nehmen. Der Preis ist auf rund 25 Millionen Dollar gefallen. A-Rod hat bislang ein pied-à-terre in Miami, das nur halb so groß ist. Welche Gründe Kobe Bryant haben könnte, sich für das riesige Anwesen von Michael Jordan zu interessieren (Foto: siehe hier), das sich außerhalb von Chicago befindet, ist nicht klar. Es sei denn, er weiß etwas, was sonst noch niemand weiß: daß er demnächst für die Bulls spielt, die momentan so aussehen, als ob sie einen Weckruf gebrauchen könnten. Auch Jordan hat eine Scheidungssache laufen und braucht die Anlage nicht mehr.

Die Nachricht des Tages rund um Alex Rodriguez allerdings hat nichts mit schöner Wohnen zu tun, sondern mit Vertragsrecht. Die Yankees überlegen gerade, ob sie nicht einfach die Rechte an ihrem Third Baseman im Rahmen eines Schiedsgerichtsverfahrens (arbitration) beanspruchen sollen, was aufgrund des Tarifvertrags theoretisch möglich ist. Der Spieler wiederum kann das ablehnen. In einem solchen Fall aber bekämen die Yankees zwei Draftplätze von dem Team, das mit Rodriguez handelseinig wird. Es kann sogar theoretisch noch zu einer anderen Lösung kommen. Aber weil das alles wirklich viel zu hypothetisch und zu kompliziert ist, empfehlen wir unentwegten Baseballkundigen die Lektüre dieses Artikels in der New York Post.

29. Januar 2007

Super-Bowl-Weisheiten, Folge 12: Ausrichterstadt macht Kasse

Die Chicago Bears sind bereits in Miami eingetroffen, wo sich die Vertreter der Wirtschaft die Hände reiben. Super Bowls bringen Umsatz. Großen Umsatz. Die offizielle Behauptung lautet, dass sich der Effekt auf die örtliche Wirtschaft auf stolze 400 Millionen Dollar beläuft. Doch das wird von Leuten, die rechnen können, massiv bestritten. Professor Robert Baade vom Lake Forst College in Chicago glaubt, dass der tatsächliche Wert eher bei 40 Millionen Dollar liegt und erklärte dies der Nachrichtenagentur AP. Woher kommt die Diskrepanz?

1. Miami und Umgebung sind Touristenziele. Wenn Besucher wegen einer Großveranstaltung wie dem Super Bowl anreisen, verdrängen sie all die anderen, die sonst gekommen wären.

2. Die ortsansässige Bevölkerung gibt an solchen Wochenenden eher weniger Geld aus als sonst, weil viele Gegenden überlaufen sind.

3. Ein beachtlicher Teil der Profite wandert in Kassen außerhalb der Region und wird nicht weiter in den Wirtschaftskreislauf von Südflorida gesteckt. Professor Baade hat im Jahr 2005 den letzten Super Bowl in Miami (1999) analysiert, über den behauptet wurde, dass er einen Anstieg bei den umsatzsteuerbelegten Umsätzen um 670 Millionen Dollar gebracht hatte. Der Volkswirtschaftler kam auf 36,9 Millionen Dollar.

Was der Super Bowl einer Stadt wie Miami und der vorgelagerten Insel und selbständigen Gemeinde Miami Beach hauptsächlich bringt, ist kostenlose Werbung.

9. Januar 2007

Miami weiß: Shaquille O'Neal will seine Villa loswerden

Wir machen immer wieder gerne Hausbesuche. Manchmal in offizieller Mission (meistens für Magazine). Manchmal durch die Hintertür (dank YouTube). Manchmal bleiben wir verdattert (oder heisst das vergattert?) draußen stehen wie am Sonntag vor der Klinik in Pennsylvania, in der der genesende vierbeinige Invalide Barbaro seiner Entlassung entgegenfiebert (bei einer hoffentlich nicht zu ungesund hohen Temperatur). Manchmal blicken wir voller Verwunderung auf Fotos, die den Wohngeschmack von reichen Sportlern und ihren unterbeschäftigten Frauen dokumentieren. Heute ist mal wieder so ein Tag. Denn der Blog Real Estalker hat die Annonce entdeckt, mit der die Villa von Shaquille O'Neal in Miami auf den Markt gebracht wurde. Muss man gesehen haben? Nein, nicht unbedingt. Es sei denn, man hat 35 Millionen Dollar locker und sucht gerade nach einer Bleibe auf einer Reicheninsel vor den Toren von Floridas Wirtschaftsdrehscheibe.

In jenem Teil der Welt kategorisiert man die Immobilie gerne als "Mediterranian Style". Schwer zu sagen, auf welches Land rings ums Mittelmeer dabei angespielt wird. Albanien vielleicht? Da sind wir noch nie gewesen. Und Karl May's Buch Durch das Land der Skipetaren war nicht halb so informativ wie Architectural Digest oder House & Garden, um solche Dinge herauzuschnuppern. Auf den ersten Blick gehört der Protzbau wohl einfach in das Segment McMansion. Bei zahlreichen Besuchen in Miami habe ich Attraktiveres gesehen. Von innen und von außen. Für weniger Geld zu haben.

A propos Geld. O'Neal hat für die Kaschemme im Jahr 2004 wohl nur 18,8 Millionen Dollar ausgegeben, versuchte ein Jahr später, 32 Millionen Dollar dafür herauszuschlagen. Dann nahm er den Bau wieder vom Markt. Wahrscheinlich betrachtet er die Rendite als ganz normalen Promi-Bonus. Kein Wunder, dass der Mann keine Freiwürfe verwandeln kann. Er denkt, man bekommt nie etwas im Leben geschenkt. Man muss für alles teuer bezahlen.

P.S. Die aktuelle Barbaro-Geschichte liegt bei der FAZ vor. Die Online-Ausgabe hat sie vor kurzem hochgeladen.

3. Januar 2007

Gegenwert für einen Kicker: ein halbes Schwein

Puristische Verfechter der kapitalistischen Wirtschaftsweise haben einen Spruch parat, der alles schlägt und doch so dumm ist, dass es kracht: "Geld regiert die Welt." Geld regiert die College-Football-Welt. Das ist wohl wahr. Wie man an dem neuen Vertrag für den Trainer der Miami Dolphins sehen kann, der die NFL nach einer kurzen Stipvisite verlässt und in die heimelige, mit mehr Arbeitsplatzsicherheit ausgestattete untere Leistungsetage zurückkehrt. Nick Saban heißt er. Und dies waren die Konditionen, die ihn überzeugten: 4 Millionen Dollar im Jahr, lange Laufzeit, geringere Erwartungen (die Universität Alabama und deren Umfeld ist zwar footballverrückt, hat aber jede Saison nur einen Gegner im Visier: die Konkurrenz von Auburn). Dies sind die Verhältnisse, die er zurückließ: eine Profimannschaft, die unter seiner Führung Richtung Playoffs marschieren sollte, statt dessen aber Richtung Kohlengrube schlitterte und zu diesem seltsamen Gefühl in Miami beitrug, das man neulich vor Ort deutlich spüren konnte.

Geld regiert aber manchmal auch nicht die Welt. Siehe folgende Meldung aus dem aufstrebenden Rumänien, wo eine Zweitliga-Mannschaft im Tausch für ihren besten Spieler, Torwart Cristian Belgradean, von einem Erstliga-Club eine Gas-Pipeline haben will. Schwerter zu Pflugscharen? Fußball zu Erdgas? Warum nicht? Der westrumänische Ort Lupeni sucht Anschluß an die Energieversorgung. Die Verhandlungspartner des Teams aus Jiul wiederum besitzen mehr als nur eine Fußballmannschaft, nämlich einen Eigentümer mit besten Verbindungen. Der Courier-Journal in Louisville/Kentucky spottete nicht schlecht, als er die Meldung in Druck gab: "Es wäre nicht das erste Mal, dass Spieler in Rumänien für Sachwerte eingetauscht worden sind. Bei vorausgegangenen Transaktionen betrug der Gegenwert für Spieler ein halbes Schwein, zwei Fußballtore und eine Kiste Wein."
Blick zurück: Was die College-Football-Trainer verdienen

7. Dezember 2006

Miami im Dezember: Regennass und sportlich trüb

Eine andere amerikanische Stadt. Eine andere Perspektive? Ja und nein. Es ist schwül warm in Miami heute abend. Und ab und an fallen ein paar Regentropfen, was sich ganz angenehm auf der Haut anfühlt. DAS ist der Hauptunterschied zu Buffalo, wo ich vor knapp zwei Wochen auf den Spuren des neuen österreichischen Eishockey-Stars Thomas Vanek war (das Resultat der Reise erscheint demnächst ausführlichst im Sport-Magazin in Wien, wo man sich sehr viel Mühe gegeben hat, das Riesentalent zum ersten Mal im großen Stil seinen Lesern vorzustellen).

Das heißt: Es gibt noch einen anderen Unterschied zwischen Miami und Vaneks Team - die Buffalo Sabres, bei denen auch der Deutsche Jochen Hecht spielt - gewinnen. Miamis Mannschaften hingegen verlieren meistens: Ob im Eishockey (Panthers), Football (Dolphins) oder selbst bei den Titelverteidigern im Basketball (Heat), überall sieht man nur, dass es klemmt. So musste der Miami Herald, die große Tageszeitung, heute seinen Sportteil mit lauter negativ angehauchten Geschichte füllen. Niemand ist happy, außer Dwayne Wade, der von Sports Illustrated zum Sportler des Jahres ausgerufen wurde, was in der Ausgabe dieser Woche groß zelebriert wird.

Das einflussreiche Magazin gibt sich immer relativ viel Mühe, eine Figur mit Strahlkraft auszusuchen und anschließend in einer Auflage von mehr als 2 Millionen Exemplaren die Ehrung unters Volk zu bringen. Angesichts der jüngsten Entscheidung GEGEN einen wirklich überragenden Sportler wie den Tennisspieler Roger Federer und FÜR einen leichtfüßigen Zirkusartisten, darf man getrost anzweifeln, ob die Leute bei SI eine Ahnung von Sport haben. Ist der Verkauf von Heften das einzige Kritierium? Selbst Tiger Woods wäre eine triftigere Wahl gewesen. Man muss sich nur mal vorstellen: Gewinnt Dallas Spiel drei der letzten NBA-Finalserie, kann Miami einpacken. Und Wade gleich mit.

Kein Wunder, dass der Miami Herald die Nachricht nicht als Aufmacher gebracht hat, sondern relativ klein unten rechts auf der ersten Sportseite. Wahrscheinlich schämen sie sich hier in Süd-Florida angesichts solcher Entscheidungen. Oder sie finden sie nicht weiter bemerkenswert - angesichts soviel sportlichem Elend.