7. Februar 2010
Wenn Buddy das noch erlebt hätte
• sein Wikipedia-Eintrag
• die Seite von Buddy's Broads, die sein Gedenken hochhalten
Go Saints:
Die Idee, ein derart altes Videospiel mit den Informationen von Anfang der Saison zu füttern, wurde von pwncastpodcast.com umgesetzt.Wer den Ausgang der Begegnung wissen will, sollte sie sich bis zum Schluß anschauen.
Nachtrag: Eine weitere Einstimmung auf das Match zwischen den Colts und den Saints: eine Geschichte über Peyton Manning, der nach einem Sieg heute in Miami voraussichtlich von den den meisten Football-Experten in den USA zum besten Quarterback aller Zeiten ernannt wird. (Der Text aus der FAS wurde vor kurzem online gestellt). Seine Qualitäten sind unbestritten. Was ihm an Charisma auf dem Platz fehlt, macht er in seinen Auftritten in den Werbespots wett. Hier ist eine Seite mit einer wirklich guten Auswahl. Darunter solchen, die beweisen, dass der Mann nicht nur Humor hat, sondern bereit ist, auf die sanfte Tour die gesamte Fankultur rund um die NFL zu karikieren. In der Kollektion fehlt übrigens der ESPN-Sportscenter-Spot, in dem die beiden Manning-Söhne so tun, als seien sie sieben Jahre alt und mit ihren Eltern auf einer Besichtigung des Senders unterwegs. Das Video darüber, was bei dem Projekt hinter den Kulissen ablief:
6. Februar 2010
Äpfel und Birnen
Natürlich ist das übertrieben. Aber diese Übertreibung liegt in einer Preisklasse wie die Bezeichnung von NBA-Champions oder Baseball-World-Series-Siegern als "World Champion". Das kleine Karo wird ja nicht größer nur weil jemand behauptet, es sei groß. Aber den Leuten von der NFL vorzurechnen, dass sie fernsehmäßig mit dem Super Bowl hinter Fußballendspielen bei der WM, der EM und nun auch in der Champions League hinterherhinkt, ist dann doch etwas schräg. Schließlich konkurrieren die Football- und die Fußball-Profis nie direkt miteinander. Des einen Gewinn ist keineswegs des anderen Verlust. Auch dann nicht, wenn man der NFL vorrechnet, dass sie mit ihrem Football-Produkt in neuen Märkten wie China nicht mit Fußball und Basketball mithalten kann. Das mag als Hinweis an die Verantwortlichen der National Football League taugen, mit ihren kleinen Brötchen nicht so anzugeben. Aber genug Butter ist auf diesen Brötchen allemal. Das erkennt man nicht zuletzt an den Werbeeinnahmen, die der übertragende Sender hereinverdient. Trotzdem: Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich mit diesem Artikel auf cnn.com beschäftigen.
Hier ein paar Infos aus dem Text:
• Seit dem Jahr 2003 hat der Super Bowl einen Zuschauerzuwachs in absoluten Zahlen von 7 Prozent zu verzeichnen.
• Forbes hat den Markenwert ausgerechnet und mit anderen Sportereignissen verglichen (auch das Äpfel- und Birnenmus, aber sei's drum): 1. Super Bowl 420 Mio. Dollar. 2. Olympische Sommerspiele 230 Mio. Dollar, Fußball-WM 120 Mio. Dollar, Fußball-EM 110 Mio. Dollar, Baseball World Series 106 Millionen Dollar.
• American Football hat angeblich 83 unterschiedliche Strafen im Regelwerk verankert. Fußball kennt angeblich 17 unterschiedliche Fouls (So steht das in dem Artikel, gemeint sind wohl die 17 Regeln, mit denen das Spiel auskommt).
5. Februar 2010
Zeit für ein paar Häppchen zum Super Bowl
• Tony Dungy prophezeit überlegenen Sieg seines Ex-Clubs.
• Die beiden Videospiele EA Team und Madden sehen es anders: Beide tippen auf einen knappen Erfolg für die Saints. Die Madden-Vorhersagen sind besonders aufschlussreich. Ihre Super-Bowl-Simulationen liegen in fünf von sechs Fällen richtig.
• Wir dürfen aus gegebenem Anlass auf einen Beitrag von Ende Dezember verweisen. Eine Anlayse der Treffgenauigkeit von Quarterback Drew Brees (mit Video). Mal abgesehen von dem schrägen Vergleich mit den Bogenschützen. Unterm Strich bleibt zumindest eines: Der Mann ist extrem präzise.
• Da Super-Bowl-Ringe so prestigeträchtig sind, lotet diese Geschichte von Mike Wise in der Washington Post eine gewisse emotionale Tiefe aus. Die Hauptperson: ein ehemaliger Redskins-Spieler, der auf die schiefe Bahn kam. Die Nebenperson, der Mann, der dafür sorgte, dass der Ring dabei nicht in den Gully kullerte und weggespült wurde.
• Übrigens: Samstag in der gedruckten Ausgabe der FAZ: ein Porträt der New Orleans Saints, die fast 40 Jahre lang in der NFL nichts zu bestellen hatten, aber sich trotzdem nicht unterkriegen ließen. Big Easy nahm es locker. Jetzt allerdings wird's ernst.
• Jason Whitlock denkt schon eine Ecke weiter: an den anstehenden Tarifstreit zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft und dass es vermutlich keine Aussperrung geben wird. Warum auch? Die NFL-Profis sind die härtesten Typen, wenn es darum geht, auf dem Spielfeld ihre Knochen hinzuhalten. Aber die schwächsten, wenn es um Arbeitskämpfe geht. Die werden schon keinen Streik ausrufen – aus lauter Angst, dass er in sich zusammenbricht. Da können die Liga-Fürsten auf die sanfte Tour arbeiten. Was besser fürs Bild in der Öffentlichkeit ist. Allerdings hat der neue Gewerkschaftschef schon mal die Trommel in die Hand genommen und artikuliert lauthals seine Befürchtungen in Sachen Aussperrung. Interessantes Detail in diesem Beitrag: Die NFL hat Fernsehverträge, die ihr die üblichen Einnahmen garantieren, selbst wenn die Spiele einem Arbeitskampf zum Opfer fallen. Dieses Faktum zeigt, welche Macht die Liga gegenüber den TV-Sendern entwickelt hat. Keine andere Sportinstitution, abgesehen vielleicht vom IOC, könnte solche Vereinbarungen durchsetzen. Die Leute von den Sendern würden wohl eher nur leicht lachen, wenn sie mit derartigen Forderungen konfrontiert würden.
30. November 2008
Super-Bowl-Werbespots: Schwer zu verkaufen
11. August 2008
Bruce Springsteen für die Super-Bowl-Halbzeit gebucht?
Blick zurück: Das erste Gerücht über einen Super-Bowl-Auftritt liegt schon lange zurück
Blick zurück: Springsteen sing Because The Night plus eine künstlerische Einschätzung
(via With Leather)
11. Februar 2008
Nichts für angegriffene Herzen, wenn Deutschland spielt
Es klingt plausibel und alarmierend zugleich: Wissenschaftler, die sich das Datenmaterial aus den vier Wochen der Fußball-WM 2006 angeschaut haben, haben einen Zusammenhang zwischen den Spielen und der Anzahl der Herzinfarkte festgestellt. Die Untersuchung wurde inzwischen vom New England Journal of Medicine publiziert und erhielt damit das Siegel akademischer Akzeptanz. Die Erhebung fand heraus, dass immer dann, wenn die deutsche Mannschaft im Einsatz war, die Notärzte im Schnitt zu dreimal so vielen Männern gerufen wurden wie sonst und zu zweimal so vielen Frauen.
Das Auf und ab der Zahlen während des Turniers spiegelt sogar die Anforderungen wieder, denen sich Klinsmanns wackere Jungs ausgesetzt sahen. Am Abend des Polen-Spiels war weit mehr los als gegen Equador, als das Team auf dem Papier bereits eine Runde weiter war. Der Argentinien-Tag war Stress pur für die Zuschauer mit kardiologischen Befunden. Das Spiel gegen Italien brachte erneut einen Anstieg der Notfälle.
Die Autoren der Studie glauben nicht, dass es für die medizinische Seite von Bedeutung war, wie gut oder schlecht die deutsche Mannschaft spielte, sondern einfach nur wie spannend die Begegnungen waren. Spekulativ und voreilig sind aber die Rückschlüsse von Dr. Gerhard Steinbeck von der Ludwig-Maximilian-Universität in München, der an der Auswertung beteiligt war: "Ich kenne den Super Bowl ein wenig", sagte er der Agentur Associated Press. "Es ist nachvollziehbar, dass dann etwas ähnliches passiert." Er kennt ihn wohl zu wenig. Und die lockeren amerikanischen wohl noch weniger. Wenn deren Pumpe am Super-Bowl-Sonntags ausfällt, dann wegen zu viel Alkohol oder fettiger Ernährung. Kaum eine Mannschaft hat Fans, die bei diesem Spiel vor Spannung ganz vorne auf der Stuhlkante hin- und herschrubbern. Die vielen Unterbrechungen und Pausen machen selbst ein spannendes Football-Spiel wie zuletzt in Phoenix noch zu einer zerebralen Veranstaltung.
Das ist übrigens einer der Gründe, weshalb die Fußball-WM die populärere Sportveranstaltung ist. Da schlagen die Herzen einfach höher...
6. Februar 2008
Kopfweh
5. Februar 2008
"Catch 2"
Rotwein im Glas
Zwei Tage nach dem Super Bowl: der Super Tuesday
Heute abend dürften wir und der Rest der Welt wissen, wer - mit aller größter Wahrscheinlichkeit - der nächste Präsident der USA wird. Klingt vermessen? Ja und nein. Wir werden ja im November sehen und können dann noch mal zurückblättern.Was wir jetzt schon wissen:
Teil eins: Heute finden in mehr als 20 Bundesstaaten Vorwahlen in den beiden großen Parteien statt. Das Feld der Kandidaten ist zusammengeschmolzen. Bei den Demokraten sind es noch zwei: Präsidentengattin Hillary Clinton und Barack Obama. Bei den Republikanern sind es vier, aber mit zweien, die es unter sich ausmachen: John McCain und Mitt Romney. Da sich unter den teilnehmenden Staaten auch ein paar große befinden wie Kalifornien und New York, werden heute sehr viele Delegierte für die Nominierungsparteitage gewählt.
Teil zwei: Es zeigen sich Trends bei den Umfragen. Bei den Demokraten ein Kopf-an-Kopf. Bei den Republikanern ein entscheidender Popularitätszuwachs für John McCain, der im Jahr 2000 parteiintern gegen George W. Bush verloren hatte und damit automatisch einen Bonus haben sollte. So zeichnen sich für die Wahlen im November zwei Modelle ab: McCain gegen Clinton oder McCain gegen Obama. Die Prognose von dieser Stelle aus: im ersten Fall gewinnt McCain. Im zweiten gewinnt Obama.
Teil drei: Dubios wie so vieles am amerikanischen Wahlsystem, das inzwischen jedes Mal mehr als eine Milliarde Dollar nur an Werbung verschlingt (das meiste verdienen die Fernsehsender, die inzwischen in einer großen Koalition Wahlkämpfe im Stil von Sportveranstaltungen übertragen). Der Charakter der Auseinandersetzungen produziert die simpelsten Slogans und Wahlaussagen, die man sich nur vorstellen kann. Wenn überhaupt, geht es um Persönlchkeitsmerkmale, die allerdings null mit der ideologischen Ausrichtung zu tun haben. Typisch sind Figuren wie Joe Lieberman, der vor anderthalb Jahren bei den Vorwahlen der Demokraten in Connecticut um den Posten des Senators in Washington verlor, aber das Resultat nicht akzeptierte, weil er sich erhaben fühlt. Er gewann das Mandat als unabhängiger Kandidat und unerstützt jetzt McCain. Die pikante Note: Er war vor acht Jahren der Mann neben Al Gore für das Amt des Vize-Präsidenten, wäre also, wenn alles richtig gelaufen wäre und nicht rechtens, derzeit in seiner zweiten Amtsperiode der zweite Mann im Staate. (Wer übrigens mal wissen will, wie ein Chamäleon grinst, sollte sich Videos von Lieberman anschauen.)
Teil drei: Wo ist Al Gore und warum kandidiert er nicht? Der Mann hat seine Ansprüche auf das Amt schon mehrfach verraten. Wenn es jemals so etwas hätte geben müssen wie einen Oppositionsführer (ein Posten, der aufgrund des präsidialen und parlamentarischen Systems in den USA formal nicht existiert), dann war es Al Gore, der ab 2001 vier Jahre lang nichts anderes hätte tun sollen, als den Millionen von Wählern, die für ihn gestimmt hatten (und das waren mehr als die für Bush), dass er noch da ist, dass er wieder antritt, dass er bessere politische Ideen hat und dass er sich nicht von der derzeit regierenden Junta des militärisch-industriellen Komplexes ins Bockshorn jagen lässt). Es gab keinen legitimeren Kandidaten, denn schließlich hatte er die Wahl 2000 gewonnen. Aber er ließ sich bereitwillig in eine Ecke drücken, wo ihn die Medien als schlechten Verlieren brandmarken konnten. Aus der kam er nie wirklich wieder heraus. (Ich habe mich mit Gore vor einem Jahr ausführlich in der Zeitschrift FELDhommes beschäftigt, als er zumindest theoretisch noch hätte einsteigen können ins Karussell. Den Artikel gibt es nicht online. Ich hatte den Eindruck, dass ihm auch etwas fehlt, ähnlich wie Lieberman, nur nicht ganz so schlimm).
Teil vier: Super Bowl und Super Tuesday. Nicht nur im Kalender ganz nah beieinander. Auch im geistigen Spektrum der Medien und dadurch automatisch eine Dimension für die gesellschaftliche Wahrnehmung. In diesem Zusammenhang lohnt die Lektüre dieses Beitrags auf Internet und Politik: "Super Bowl vs. Super Tuesday". Dazu eine passende Kuriosität: Ausgerechnet heute werden die New York Giants ihre Konfetti-Parade am Broadway in Manhattan abhalten. Politik-Experten rechnen damit, dass so viele Zuschauer kommen, die dann wiederum keine Lust mehr haben, wählen zu gehen. Das hätte theoretisch in erster Linie einen Einfluss auf die Chancen von Hillary Clinton. Sie müsste als Senatorin von New York nämlich von den Sympathien her vorne liegen.
Blick zurück: Obama spielt Basketball
4. Februar 2008
17 Punkte
Tom Brady wurde in der Woche vor dem Super Bowl zu der Prognose von Giants-Wide-Receiver Plaxico Burress gefragt, der einen Sieg seiner Mannschaft mit 23:17 angekündigt hatte. Der Patriots-Quarterback war mit einer Zuteilung von 17 Punkten nicht ganz einverstanden. Warum auch? Seine Mannschaft hatte in diesem Jahr im Schnitt doppelt so viel zusammengeballert. Am Ende waren es nicht mal 17. Wenn es Brady tröstet: Auch die Giants blieben hinter den Erwartungen von Burress zurück. Die Vince Lombardi Trophy dürfen sie aber trotzdem behalten.
Szenen aus Perfectville
Aber was die Firma Reebok heute enthüllte, ist noch eine Nummer schärfer und sportspezifischer. Eine Einlage mit den alten Herren von den Miami Dolphins, die 1972 nach einer ungeschlagenen Saison den Super Bowl gewannen.
3. Februar 2008
Super Bowl: Reaktionen aus der Blogger-Welt
"Ich würde zu gerne jetzt ins Hirn von Belichick gucken, wie seine Erkenntnisse aussehen. Hat den Patriots etwas gefehlt oder waren die Giants am heutigen Tage unschlagbar?" (allesaussersport, der zum ersten Mal von den ARD-Reportern, die live aus Phoenix berichteten, erwähnt wurde und eine ganz besondere Blog-Party feierte - mit mehr als 600 Kommentaren)
"Die Giants. Ich fasse es nicht." (Die Straßen von Berlin)
"10 Dollar kostet ein Bier, 5 Dollar ein Wasser. Überhaupt kostet alles 10 oder 5 Dollar außer den Fanartikeln - die kosten mehr." (Indiskretion Ehrensache)
"Jesus, we need to sit down." (Deadspin)
"Let me be the first to say, 'Tom Petty, you look great for a thousand years old.'" (The Big Lead)
"How the hell does Tyree catch the ball with his freaking helmet? Holy shit, what a game." (Kissing Suzy Kolber)
"With 75 seconds on the clock and the Giants facing a third-and-5 from their own 44, Manning, suddenly channeling Michael Vick without the urge to kill dogs, escaped what looked to be a certain sack, heaved what looked to be a certain interception some 30 yards down the field, only to have Tyree make quite possibly the greatest catch in Super Bowl history." (AOL Fanhouse)
"I love the hurt in Joe Buck's voice as he says this one is caught. Imagine Gus Johnson on that call for a second." (Awful Announcing)
"Last year when Indianapolis won, there was a lot of talk on the victory podium about God, not that there’s anything wrong about that, from Tony Dungy and the Colts owner. But tonight the Giants owner and coach talk about the Giants fans and the city of New York and how good it feels to win. Fantastic stuff." (The Fifth Down)
Eli Manning...wie zu erwarten
Hier noch eine Kleinigkeit: Die Giants können froh sein, dass sich Jeremy Shockey im Laufe der Saison das Wadenbein gebrochen hat und ausfiel. Manchmal erzielt man im Sport Addition durch Subtraktion. Zwei Rookies Kevin Boss und Ahmad Bradshaw konnten sich dadurch rechtzeitig ins Gefüge hineinspielen.
Super Bowl: Giants schlagen die Patriots
Einstimmung auf die Halbzeitshow: Tom Petty
Zur Einstimmung auf heute abend: ein Abstecher in den Keller, wo die Hinterlassenschaften des Rockgitarristen Tom Petty lagern. Beginnen wir mit Into the Great Wide Open, einem Song, der ziemlich viele Petty-Qualitäten in sich vereinigt. Neben dem karamelartigen Klang der Rickenbacker-Gitarrenakkorde und der näselnden Stimme, die ähnlich wie bei Bob Dylan einen unangestrengten Sprechgesang produziert, sind es vor allem das entspannte Tempo und die Texte. Petty ist ein Mann mit kurzen, leichten Pinselstrichen und weggeworfenen Zeilen voller Ironie. Im Video wird das noch deutlicher. Mit Johnny Depp und Faye Dunaway. Kleines Bonbon: wie Depp synchron zum Playback die Gitarren-Licks mimt.
Es gibt zahlreiche Live-Mitschnitte von Petty und seiner Band, den Heartbreakers. Aber dieser hat die beste Audio-Qualität. Er ist vom Live-Aid-Konzert 1985. Der Text zu Refugee lässt sich zwar leicht auch als politischer Kommentar interpretieren. Aber er ist vor allem deshalb interessant, weil er auf seherische Weise eine Episode in seiner Karriere wenig später andeutet. Damals legte er sich mit seiner Plattenfirma an und meldete lieber Konkurs an, um sich aus dem alten Vertrag herauszumanövrieren. Die Episode illustrierte den seltenen Fall eines Musikers, der nicht bereit ist, sich dem Diktat der Industrie zu unterwerfen, weil er seinen Anspruch auf künstlerische Freiheit nicht aufgeben will. Und das ganz kurz, nachdem er 1979 mit dem Album Damn' the Torpedoes zum ersten Mal ein größere Publikum erreicht hatte.
Klicks:
Petty und Alan Bangs - das Interview nach seinem Rockpalast-Auftritt 1999 (kann man lesen und auch hören)
Petty live im Rockpalast 1977 (in der Studio-Version)
Dass Petty 2002 in die Rock'n' Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, kann man nicht nachvollziehen. Er ist zwar populär und unermüdlich, aber bestenfalls so etwas wie ein Genre-Stilist, nicht jemand, der mit seiner Musik irgendeinen bemerkenswerten Beitrag zur Entwicklung des kreativen Panoramas geleistet hätte (siehe auch die Einzelbewertungen seiner Platten aus Sicht des New Yorker Kritikers Robert Christgau).
2. Februar 2008
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 16: Cleveland schaut immer zu
Blick zurück: Weisheiten Nummer 14 und 15 und der ganze Rest verlinkt in einem Beitrag
Wer gewinnt morgen den Super Bowl?
"Amerikaner lieben Zahlen"
Ich weiß auch nicht, weshalb mir vor einem Sonntag wie dem morgigen dieser Wunsch dauernd durch den Kopf geht: Tell Me Something I Don't Know. Sicher auch, weil da eine ganze Brigade deutschsprachiger Sportjournalisten ausgeschwärmt ist, um über den Super Bowl zu schreiben, Nach der ausgiebigen Lektüre der vielen Beiträge drängt er sich wohl einfach auf. Denn man bekommt da in so vielen leicht variierten Versionen den immer gleichen Super-Bowl-Artikel serviert. Immer wieder geht es um irgendwelche Stereotype und fehlgeleitete Schlussfolgerungen. Dass 90 Millionen Amerikaner bestenfalls ein Drittel der Bevölkerung sind, wird gar nicht beachtet. 90 Millionen - das reicht noch allemal für Schlagzeilen wie "Und ein Land sitzt vor dem Fernseher". Denn nach den myopischen Massstäben des Schreibers wären 90 Millionen in seiner Welt schließlich bereits ungefähr zwölf Länder. Einleitungen beginnen mit Sätzen wie: "Amerikaner lieben Zahlen". Oder: "Amerika gilt nicht umsonst als Land der Superlative"
Offensichtlich sind sie alle mit der Vorstellung angetreten, dass noch niemand vom Super Bowl gehört oder gelesen hat, noch nie ein Footballspiel gesehen hat und deshalb vor allem über das Drumherum informiert werden muss. Niemanden nervt, dass diese Geschichten seit den neunziger Jahren immer wieder aufgewärmt werden. Das freut die NFL, die ihre ziemlich schlappe Football-Kernveranstaltung, zu der sie in den Anfängen nicht mal das Stadion vollbekam, vor Jahr und Tag von einem Sport- zu einem Medienereignis umgetopft hat.
Der Liga ist es egal, worüber die Leute schreiben - der Super Bowl, die Super Bowl, der Superbowl oder sogar einen angeblichen Streit um den Super Bowl. Solange diese von der Presseabteilung schön ordentlich vorbereiteten Informationen dabei durchsickern, ist man zufrieden. Die alten Klischees stören nicht. Und sicher auch nicht, dass sich die Texte plump um beknackte Sprachbilder bemühen ("...reibt sich die Liga gewaltig die Hände..." "....klopfen sich Wirtschafts-Bosse, TV-Chefs, Hotelbesitzer oder Merchandising-Händler auf die Schulter..."). Wichtig ist dies: Die Behauptung, die Veranstaltung sei "...nicht mehr bloß ein entscheidendes Fußballspiel [sic!], sie ist ein nationales Heiligtum, ein Wirtschaftsfaktor, eine Geldmaschinerie, und jedenfalls ist sie nicht mit anderen Sportevents vergleichbar."
Sicher nicht mit der Fußball-Weltmeisterschaft, der Fußball-Europameisterschaft oder den Olympischen Spielen. Denn die sind bekanntlich viel größer und bedeutender. Aber wen interessiert das schon? Super Bowl ist öfter. Und so gehen wir davon aus, dass die Bartwickelmaschine im nächsten Jahr gleich wieder eingesetzt wird.
Man kann auch ein paar Beiträge finden, die sich etwas genauer mit den handelnden Personen beschäftigen. Aber die geben am Ende auch nicht immer ein klares Bild ab. Besonders reizvoll die Beschäftigung mit jener Szene vor knapp zwei Wochen, als Paparazzi Tom Brady und Gisele Bündchen vor der Wohnung in Greenwich Village in Manhattan abfingen und am Knöchel von Brady eine Manschette entdeckten. Die Situation provozierte die Financial Times gleich zu zwei unterschiedlichen Versionen. Was mysteriös anmutet. Denn weder die eine noch die andere gibt genau das wieder, was man doch eigentlich ganz gut im Video auf der Seite TMZ.com erkennen kann.
Variante Nummer eins: "Den Kapuzenpullover tief ins Gesicht gezogen und einen Blumenstrauß in der Hand, wurde er dort von Paparazzi erspäht, als er in der Nacht bei seiner Freundin, dem brasilianischen Supermodel Gisele Bündchen, klingelte."
Variante Nummer zwei: "Denn Brady wurde humpelnd an der Seite seiner Freundin, Starmodell Gisele Bündchen, fotografiert - mitten in Manhattan."
Aber es sind nicht nur die lästigen Details, die nicht harmonieren wollen. Manchmal klemmt es schon beim großen Pinselstrich. So hat man auch bei Der Westen gedacht, doppelt genäht hält besser, und gleich zwei Artikel zum Thema bereit gestellt. Man muss sich als Leser jedoch entscheiden, welche Kernaussage einem besser gefällt:
"New York würde in diesen Tagen viel dafür geben, um Eli Manning gegen Tom Brady eintauschen zu können..."
"Tom Brady, wer ist Tom Brady?, das sagten sie plötzlich in New York,..."
Tell Me Something I Don't Know: Welche Version stimmt? Ich wohne in New York. Ich würde es wirklich gerne wissen.
1. Februar 2008
Super-Bowl-Weisheiten, Folge 15: "What Game?"
Blick zurück: Weisheit Nummer 14 und der Link zu den ersten 13
Blick zurück: Weisheit Nummer 16