15. August 2009
Ziemlich verfahren
9. August 2009
Vom vielen Geld bleibt oft nichts übrig
Es gibt da an einer amerikanischen Universität ein ungewöhnliches Institut mit einem mysteriösen Namen. Es nennt sich Professional Athletes Transition Institute. Dessen Webseite gibt zu, dass es sich bei der Arbeit um eine Nischenthematik handelt: Man will zusammen mit seinen Studenten Dienstleistungen entwickeln, die Profisportlern in den unterschiedlichen Phasen ihrer Karriere zugute kommen können. Man scheint sich vor allem auf die populären Mannschaftssportarten eingeschossen zu haben, in denen viel Geld bezahlt wird. Ein elitärer Kreis von etwas mehr als 2000 Athleten. Zunächst mag man gar nicht annehmen, dass angesichts einer solch kleinen Zahl besonders viele Absolventen der Universität eine berufliche Perspektive haben. Aber wenn man liest, wie schlecht es um den Übergang der meisten Top-Sportler ins Privatleben bestellt ist und wieviele kurz nach dem Ende ihrer Laufbahn pleite sind und vor den Trümmern ihrer Ehe stehen, kann man sich zumindest ausmalen, dass rechtzeitige Hilfe und guter Rat not täte.
Mehr zu dem Thema hat die New York Times in ihrer neuesten Ausgabe zu berichten. Zu den interessanten und bislang nicht weiter untersuchten Phänomenen, die der Artikel bietet, gehört übrigens dieses: Spieler, die sich geistig schon früh auf die Zeit nach ihrer Karriere einstellen, entwickeln im Schnitt eine andere Haltung zu Geschäft: Sie zeigen mehr Einsatz in ihren Clubs, haben mehr Erfolg und kommen auf eine längere aktive Zeit als die Sportler ohne Zukunftspläne. Angeblich ergab sich bei Eishockeyspielern folgende Konstellation: Die mit Lebensperspektive stehen mehr auf dem Eis und erleben den Sport weniger als Stressveranstaltung.
Blick zurück: Fünf Jahre nach der aktiven Zeit ist die Mehrheit der NBA-Spieler pleite
6. Juli 2009
Federer ganz oben
1. Roger Federer (Tennis)
2. Jack Nicklaus (Golf)
3. Muhammad Ali (Boxen)
4. Michael Jordan (Basketball)
5. Michael Phelps (Schwimmen)
6. Martina Navratilova (Tennis)
7. Pelé (Fußball)
8. Usain Bolt (Leichtathletik)
9. Valentino Rossi (Motorradrennen)
10. Babe Ruth (Baseball)
11. Michael Schumacher (Automobilrennen)
12. Lance Armstrong (Radrennen)
13. Sir Steve Redgrave (Rudern)
14. Jackie Joyner-Kersee (Leichtathletik)
15. Wayne Gretzky (Eishockey)
16. Carl Lewis (Leichtathletik)
17. Don Bradman (Cricket)
18. Gareth Edwards (Rugby)
19. Joe Montana (American Football)
20. Shane Warne (Cricket)
Wer fehlt? Tiger Woods. Ella ("Babe") Didrikson Zaharias (dominant in der Leichtathletik UND im Golf, der Bergsteiger Reinhold Messner (wenn Schumacher ein Sportler ist, dann ist er das tausendfach), mindestens ein herausragender Zehnkämpfer, die logischerweise nicht über Jahrzehnte ihre Form halten können, weil deren Programm wirklich auf die Knochen geht. Obendrein ist es ist Unsinn, den besten Reiter beziehungsweise den besten Jockey aller Zeiten als Beispiel für Langzeiterfolge auszulassen. Wer Gretzky für ausreichend qualifiziert hält, macht einen Fehler, wenn er nicht zumindest einen Russen ebenfalls nominiert und so weiter und so fort...
Aber zum Glück gibt es Alternativen. Hier eine Liste der besten fiktionalen Sportheroen. Der Sieger? Al Bundy von Eine schrecklich nette Familie.
14. April 2009
Steuer aus dem Streuer
Aber wie man gerade lesen kann, ist das gar nichts gegen das Leid der Profisportler in den großen amerikanischen Ligen. Die reisen nicht nur viel, sondern müssen jenen Teil ihres Einkommens, das sie in anderen Städten (und damit auch in anderen Bundesstaaten beziehungsweise in einem anderen Land wie Kanada, wo man wiederum im Rahmen der Provinzstruktur zusätzliche Steuererhebungen betreibt) verdienen, getrennt deklarieren. Ja, die zwei bis drei Millionen Dollar brutto pro Jahr, die der typische Mannschaftssportler in den USA kassiert, unterliegen anteilig den Steuerbestimmungen jener Rechtsterritorien, in denen er bei Auswärtsspielen antritt. Der Witz daran geht so: Die dabei anfallenden Summen sind trotz der inzwischen beachtlichen Gehälter eher klein. Die Arbeit für die Steuerberater und die damit verbundenen Kosten für die Spieler sind hingegen eher groß. So nahm der Staat Kalifornien, in dem fünf Baseball-Clubs residieren, von den im Laufe der Saison angetretenen Spielern der anderen Teams, im letzten erfassten Jahr 102 Millionen Dollar reines Geld ein.
Natürlich ist das nur ein Bruchteil, denn Kalifornien hat drei NFL-Teams, drei NBA-Mannschaften und drei Eishockey-Clubs und für alle gelten die gleichen Bestimmungen (was dieser durchaus verdienstvolle Artikel in der Los Angeles Times leider ignoriert).
Man braucht ganz bestimmt kein Mitleid mit reichen Sportlern zu haben. Schon gar nicht an einem Tag, an dem man selbst in der Schlange steht, um seine eigenen Steuersachen abzuschicken (per Einschreiben und mit Rückantwortschein, alles andere wäre wie Lotto spielen). Aber die Absurdität des Ganzen geht einem ziemlich schnell auf. Dabei ist das Prinzip gar nicht so schlecht. Warum sollte man nicht dort Steuern bezahlen, wo man einen Teil seines Einkommens generiert? Aber daraus ist Bürokratie vom Feinsten geworden. Und von der mangelhaften Rechtslogik ganz zu schweigen. Die Gehälter beziehen die Spieler schließlich nicht von den gastgebenden Clubs, sondern von denen, bei denen sie unter Vertrag sind. Und die sitzen jeweils an einem einzigen Ort und nicht an 30.
20. März 2009
Eine Ode an die hässlichen Sportler
"Here's the thing about Americans. You can send their kids off by the thousands to get their balls blown off in foreign lands for no reason at all, saddle them with billions in debt year after congressional year while they spend their winters cheerfully watching game shows and football, pull the rug out from under their mortgages, and leave them living off their credit cards and their Wal-Mart salaries while you move their jobs to China and Bangalore.
And none of it matters, so long as you remember a few months before Election Day to offer them a two-bit caricature culled from some cutting-room-floor episode of Roseanne as part of your presidential ticket. And if she's a good enough likeness of a loudmouthed Middle American archetype, as Sarah Palin is, John Q. Public will drop his giant-size bag of Doritos in gratitude, wipe the Sizzlin' Picante dust from his lips and rush to the booth to vote for her. Not because it makes sense, or because it has a chance of improving his life or anyone else's, but simply because it appeals to the low-humming narcissism that substitutes for his personality, because the image on TV reminds him of the mean, brainless slob he sees in the mirror every morning."
Neulich hat er einen Ausflug in den Sport gewagt, beim Schwestermagazin im gleichen Verlag, das den Titel Men's Journal trägt. Das Wort "gewagt" darf man durchaus mehrdeutig nehmen. Denn sein Thema sind die hässlichen Sportler. Also jene Typen mit verbogenen Visagen und anderen schrägen Körpermerkmalen, die in anderen Teilen der Gesellschaft wirklich keine Schnitte kriegen würden. Taibbi will den fraglichen Jungs wirklich nicht noch mehr in die Fresse geben. Im Gegenteil: Er bürstet gegen den Strich und sieht hauptsächlich "The Upside of Ugly" – die Vorteile von hässlich (via With Leather).
Mehr über Taibbi und seine Arbeitsweise findet man in diesem Interview.
29. November 2008
Ein Nachschlagewerk für besondere Fälle: Dickipedia
10. September 2008
Sportler und Wahlkampf: Die meisten halten sich zurück
19. August 2008
Fische gewinnen beim Schwimmen, Skorpione beim Fechten
12. August 2008
Nummer sicher
6. Juli 2008
Auch ein Blogger findet mal ein Rice-Korn
26. Mai 2008
Tipps fürs Verbrennen von Geld
Daran muss man unweigerlich an einem Tag denken, an dem einem die Nachricht vom Selbstmord eines Mannes in die Hände fällt, der allein mehrere NFL-Profis um 20 Millionen Dollar gebracht hat. Das Geld anderer Leute verbrennen ist nicht automatisch strafbar. Aber dieser Bursche, ein Harvard-Absolvent, scheint dabei ein paar Gesetze gebrochen zu haben und wurde verurteilt. Ehe er erfuhr, wie hoch die Strafe ausfallen würde, knüpfte er sich in seiner Zelle einen Strang aus Bettlaken. Trotz des Suizids noch nicht aus dem Schneider: die Spielergewerkschaft der NFL, die angeblich den schlechten Finanzberater noch weiter empfahl, als längst klar war, dass er nicht vertrauenswürdig ist.