31. Januar 2008

NBA-Spieler: Fünf Jahre nach dem Ende der Karriere sind die meisten pleite

Die Nachricht des Tages aus dem amerikanischen Sport, dessen Medienvertreter zur Zeit damit beschäftigt sind, lieber Nachrichten vom Super Bowl aus Phoenix zu produzieren, die keine sind: 60 Prozent aller NBA-Profis sind fünf Jahre nach dem Ende ihrer Karriere pleite. Das hat die Spielergewerkschaft neulich in einem Treffen mit Spielern auf den Tisch gebracht und betont, es handle sich dabei um eine Schätzung, nicht das Resultat einer Studie. Vielleicht ist die Zahl leicht aufgepeppt. Aber selbst wenn. Das wären immer noch eine Menge Leute, die mittlerweile im Schnitt 5 Millionen Dollar im Jahr brutto verdienen und im Regelfall mit mehrjährigen Verträgen ausgestattet werden, aber weder vorher noch hinterher den Peil haben, wie man mit dem Geld so komfortabel wirtschaftet, dass man nicht in die Bredouille kommt.

Die Ursache für das selbst verschuldete Elend liegt in einer seltsamen Verhaltenskultur. "Viele Spieler wollen, dass die Leute Menschen in ihrer Umgebung so teuer leben wie sie. Damit fällst du in ein Loch:, sagte Jason Kapono dem Toronto Star. "Du kaufst das große Haus für diese Leute. Sie wollen nicht länger in dem billigen Auto fahren. Das große Haus führt zum großen Auto, zu besserer Kleidung, besseren Restaurants und solchen Sachen. Es ist ein Lawine. Deshalb schockiert mich die Statistik auch nicht. Ich habe das alles gesehen." (via The Big Lead)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wobei ich einfach mal in den Raum werfen möchte, dass die Spieler aus Europa, die Andrea Bargnanis, Dirk Nowitzkis, Jose Calderons besser mit ihrem Geld umgehen und ihnen keine Pleite droht. Vom Australier Andrew Bogut und Kanadier Steve Nash, die die NBA für ihren propagierten Lifestyle wiederholt kritisiert haben, mal abgesehen. Ach so, die Chinesen: Yi Jianlian im Jahr 2030 pleite? Nö.
Sind natürlich nur Vermutungen, angestellt 6 Uhr morgens...

Jürgen Kalwa hat gesagt…

Wenn diese Einschätzung mit den Europäern stimmt (und das glaube ich durchaus), dann ist das Problem im Grunde noch krasser. Denn es zeigt, dass diese amerikanische Sportmaschine mit ihrer Ausrichtung auf den Mammon zwar hochtalentierte Athleten findet und herausbringt, aber sie währenddessen als Menschen quasi entleert.

Anonym hat gesagt…

Hmm, ich denke, da spielt allgemein eine andere Einstellung zum Geld eine Rolle. Die "Bling, Bling"-Kultur des Hip-Hop hat ja massiven Einfluss auf die NBA. Daraus folgt, dass man seinen Status auch zu zeigen hat: Häuser, Autos, Schmuck, etc. Und gerade Spieler, die aus ärmeren Verhältnissen stammen, müssen dann auch noch einen ganzen Clan mitfinanzieren. Und ich denke, viele schaffen es nicht, nach dem Ende ihrer aktiven Karriere umzustellen und leben so, als würden sie immer noch mehrere Millionen im Jahr verdienen. Wäre mal interessant, wie das bei deutschen Fußball-Profis z.B. ist.