12. März 2008
Eiskapaden auf der Bühne: Die Rock-Oper "Tonya & Nancy"
Die Klasse von Tommy hat sie wohl nicht - die Rock-Oper Tonya & Nancy, die vor ein paar Tagen in Portland welturaufgeführt wurde. Aber so gut, dass die Veranstalter verlängerten, ist sie wohl dann doch. Und auf jeden Fall so interessant, dass Tonya Harding, die verfemte ehemalige Eiskunstläuferin, bei der Premiere sogar selbst vorbeischaute. Bevor wir hier die ganze Seifenkiste jener merkwürdigen Rivalität aus dem Winter 1993/1994 noch einmal auspacken - wofür gibt es eigentlich das American-Arena-Archiv? - hier lieber ein paar Infos über die Autoren: Geschrieben wurde das Werk von Elizabeth Searle, die Rock ’n’ Roll-Version hat Michael Teoli komponiert. Beide leben an der Ostküste in Massachusetts (wo Kerrigan zuhause ist), waren aber froh, dass man in der Heimatregion von Harding in Oregon Gefallen an dem Projekt fand. Hier die ausführliche Besprechung eines Bloggers.
Labels:
Eiskunstlaufen,
Nancy Kerrigan,
Oper,
Portland,
Tonya Harding
Wenn die NBA in die Stadt kommt: Angst vor Egomanen und Schießereien
View Larger Map
Die Identifikation der Fans vor Ort mit Mannschaften aus den großen US-Ligen wird ganz offensichtlich stark überschätzt. Sicher. Die Club-Eigentümer tun immer so, als sei eine Stadt ohne Teams in den Oberhäusern des amerikanischen Sports nur ein Kaff zweiter oder dritter Kategorie. Und viele Bewohner sehen das ebenso. Deshalb kommen immer wieder diese Förderungsmaßnahmen zustande, bei denen die Politiker Steuergelder ausgeben, um riesige Hallen oder Stadien zu bauen und im Prinzip in die gleiche Falle tappen. Denn es handelt sich um irre Subventionen, die sie anderen Wirtschaftszweigen nie zukommen lassen würden. Gut geht es bei so etwas immer nur den Sportlern, deren Gehälter inzwischen ins Unermessliche steigen. Und den Club-Eigentümern.
Seattle wird also ohne die SuperSonics kein bisschen leiden. Jedenfalls nicht an angeknackstem Selbstwertgefühl. Und nicht an Langeweile. Vielleicht werden sich die Bewohner der Stadt demnächst sogar amüsieren, wenn der offensichtlich unabwendbare Umzug vollzogen ist. Und zwar über die Bewohner von Oklahoma City, die zwar gefragt wurden, ob sie mit ihren Steuern die existierende Halle ausbauen wollen und mehrheitlich zustimmten. Aber einige sagten neulich zum ersten Mal den örtlichen Medien öffentlich, was sie denken und dass im Bible Belt die Uhren anders ticken: "We don't want the NBA, with its image problems, fatherless children, egomaniacs and shootings. No thanks", hieß es.
Die Liga von David Stern hat offensichtlich nicht das saubere Image, was man in Oklahoma gerne mit Sport verbindet. Einige glauben, dass die Anwesenheit der Spieler irgendwie die Kriminalität in die Höhe treiben wird und das Image der Stadt nach unten ziehen. Hören wir da vielleicht eine gewaltige Portion unverhohlenen Rassismus durch? Der Schreiber dieses Artikels findet es überhaupt nicht angebracht dass seine Mitbewohner so schlecht über die NBA reden. Nach allem, wie gut sich die New Orleans Hornets bei ihrem zweijährigen hurricanebedingten Abstecher benommen haben.
David Stern spielt in all dem eine dubiose Rolle. Er hat nichts dagegen, dass der Club umzieht und in eine Stadt wechselt, in der er spätestens in sechs Jahren am Stock gehen wird (so wie die Eishockey Clubs in Nashville und Columbus). Er zeigt damit sein wahres Gesicht: das eines Menschen, der Stromlinie den Weg des geringsten Widerstandes geht (via Sports Media Watch).
Labels:
Basketball,
David Stern,
NBA,
Oklahoma City,
Seattle SuperSonics
11. März 2008
Medienarbeit in Dallas: Ein Blogger sperrt die Blogger aus
Mark Cuban hat ein Mantra, das er vermutlich ernst meint, wenn es aus ihm heraus oooooohhhmt. "Regel Nummer eins für mich beim Bloggen ist, ehrlich zu sein." Klingt gut. Aber immer mehr Leute bezweifeln, dass Dirk Nowitzkis Arbeitgeber wirklich weiß, was das ist: ehrlich. Cuban hat vor wenigen Tagen einen Blogger der Dallas Morning News per Dekret aus der Umkleidekabine der Mavericks geworfen. Das ist deshalb bemerkenswert, weil akkreditierte Journalisten in der NBA und in anderen Ligen Zugang zur Umkleidekabine haben, um dort mit den Spielern sprechen zu können - vor einem Match und hinterher. Und der Blogger ist nicht anderes als ein Journalist, der auf der Website seiner Zeitung einen anderen Berichterstattungsstil pflegt. Cuban behauptet, er müsse einen Strich ziehen und Bloggern diese Arbeitsmöglichkeit nehmen, die er ihnen bislang eingeräumt hatte, weil es an Platz fehlt. Alles nach dem Motto: Die vielen Blogger treten den normalen Journalisten auf die Füße und stören bei der Arbeit.
Das wäre vielleicht noch zu verstehen, wenn die Umkleidekabine wirklich eng wäre. Sie ähnelt aber mehr einer kleinen Halle. Es wäre vielleicht auch noch zu verstehen, wenn sich Journalisten über die Blogger beklagt hätten. Aber davon redet Cuban gar nicht. Er redet auch nicht davon, dass er neulich eine eigenartige Beschwerde gegenüber Deadspin-Blogger Will Leitch los lies, weil der nach der Veröffentlichung des Interviews mit Cuban für das Magazin GQ noch ein paar Sätze in einem Schwester-Blog absonderte. Er redet von einem Prinzip. Es geht ihm um Gleichbehandlung und Fairness und all der hochgestochene Unsinn, der einem Mann über die Zunge rollt, wenn er die Macht hat, die Regeln festzulegen und dem Publikum die Regeln nach Gusto zu erklären.
Cuban ist ein seltsamer Mann. Und diese Aktion bestätigt es nur aufs Neue. Bezeichnend dass die Maßnahme in eine Zeit fällt, in der die Fans anspruchsvoller werden und zum ersten Mal mit sehr klugen Argumenten die Qualitäten des Trainers Avery Johnson in Zweifel ziehen. Extreme Eitelkeit schimmerte durch, als Johnson vor ein par Tagen aus Anlass des neuen von Dirk Nowitzki aufgestellten Clubrekords folgendes erklärte: "Er hat mir gestattet, das Beste aus ihm herauszuholen. Er hatte einen Triple Double in diesem Jahr. Er ist MVP gewesen...." Der Hinweis auf seine eigene angebliche Rolle in der Entwicklung des Würzburgers nervt Anhänger. Denn sie haben nicht vergessen, dass es Holger Geschwindner war, der ihn entdeckte und förderte. Und dass es Don Nelson war, der ihn draftete und das erste schwierige Jahr durchhielt und ihm zur Entfaltung seiner Sprungwurf-Fähigkeiten verhalf. Sie wissen auch, dass Nowitzki niemand braucht, der ihn motiviert. Kaum jemand in der NBA trainiert mehr und härter. Und das seit Jahren.
Obendrein spricht sich allmählich herum, dass Johnson ein lausiger Playoff-Coach ist und weit mehr Verantwortung für die beiden Pleiten der letzten Jahre hat als sein bester Spieler, der auf dem Platz nicht genug Hilfe bekommt. Johnson hat bisher kurioserweise stets einen Freifahrtschein erhalten - von den Medien und auch von den Fans. Nach dem Jason-Kidd-Trade will ihm niemand mehr irgendwelche Fehlleistungen nachsehen. Der Lack ist ab. Jetzt muss er beweisen, dass er etwas hinbekommt. Dass Johnson der falsche Trainer für den Deutschen ist, sollte man spätestens seit dieser Nachricht wissen.
Etwas weniger deutlich habe ich das bereits vor dem Anfang der Saison in der FAZ geschrieben, als ich meine Verwunderung darüber formulierte, dass Nowitzki sich nicht endlich gegen die Bevormundung von Johnson zur Wehr setzt. Die Zeichen standen schon damals an der Wand. Nur wollte sie kaum jemand lesen.
Labels:
Avery Johnson,
Basketball,
Bloggerei,
Dallas Mavericks,
Dirk Nowitzki,
Mark Cuban,
NBA,
Regeln
Lohn für Gartenarbeit am Abend: Kappe in schwarz
Roger Federer, Teil 2: Der Bericht über die gestrige Abendveranstaltung im Madison Square Garden in der FAZ wurde online gestellt. Der Text erscheint gedruckt in der Mittwochausgabe. Tennis hat es im Garden schon viele Jahre nicht mehr gegeben. Nachdem die WTA-Tour abwanderte, weil das Jahresabschlussturnier der Besten beim anspruchsvollen New Yorker Publikum kaum noch Stimmung entfachte, wirkte die Showveranstaltung fast schon wie eine Wiedergeburt. Montags bei einem Spiel, in dem es um nichts geht. Und 19.000 Zuschauer pilgern in die Halle - das ist schon bemerkenswert. Die wurden dann auch noch in ihrer Lust auf Prommis bedient. Tiger Woods war da und sah meistens in die Tiefe des Raumes. Donald Trump wurde gesichtet, genauso wie Anna Wintour, die Chefredakteurin der Vogue. Ich sah den Medien-Tycoon Barry Diller und verwickelte dann noch den ehemaligen Bürgermeister David Dinkins beim Herausgehen in ein Gespräch. "Das ist der beste, den es je gab", sagte der ehemaliger Politiker, dem es die Stadt verdankt, dass nicht auch die US Open irgendwann abgewandert wäre, über Federer, den die New Yorker sicher irgendwann als einen der ihren adoptieren werden. Diese Eloquenz bei den Pressekonferenzen, ständig bereit zu einem Lächeln, ein gut aussehender Metrosexueller mit einer eigenen Parfümserie, der diesmal ganz in Schwarz spielte - das gab es noch nicht. Dagegen wirkt sogar ein Ur-New Yorker wie John McEnroe, der als Kommentator fürs Fernsehen dabei war, wie ein abgewetzter Stein. Später in der U-Bahn fand ich in der Tüte mit den Gastgeschenken eine schwarze Kappe mit dem Schriftzug, den ich am Morgen nicht auf Anhieb gedeutet hatte. Dessen Magie will ich demnächst mal antesten. In unserem Country Club gibt es sechs Tennisplätze und Mitglieder, die leidenschaftlich gerne dem gelben Ball hinterherlaufen. Die sollten zumindest neugierig werden.
Labels:
Madison Square Garden,
Roger Federer,
Tennis
10. März 2008
Logo raten
Roger Federer sah heute morgen bei der Pressekonferenz in einem Restaurant am Central Park ziemlich fit aus. Aber am fittesten wirkte die rote Kappe auf dem Kopf. Die sah aus, wie angeschmiedet. Man schaut die ganze Zeit drauf und denkt: Was soll dieses Logo, das aus einer Andeutung von zwei Buchstaben besteht bloß sagen? Ist das eine neue Sache von Nike? Und dann geht einem plötzlich ein Licht auf: Es sind die Anfangsbuchstaben von dem Mann unter der Kappe: RF. Und ja. Nike steckt dahinter. Federer sah nicht nur fit aus, sondern war auch locker drauf, was das Antworten von Fragen angeht. Pete Sampras, sein Gegner heute abend im Madison Square Garden, wirkte ebenfalls extrem gut gelaunt. Die Halle ist übrigens ausverkauft - 19.000 Leute wollen den Schaukampf sehen. Mehr darüber in umfangreichen Berichten in der Mittwochausgabe vom Tages-Anzeiger und von der FAZ.
March Madness für Fortgeschrittene: Wie wär's mit einem kleinen Eingriff?
Der Blog, auf dem es die Illustration gibt, hat übrigens noch eine ganz andere Idee, wie man die Zeit überbrücken kann: mit Musik, die irgendwie zum Thema passt: Dies ist die Liste der "zehn Songs für deine Vasektomie". Auf Platz eins steht Love Removal Machine von The Cult.
Labels:
College-Basketball,
March Madness,
Musik,
Vasektomie,
Video
9. März 2008
Gegen Mädchen auf die Matte
Nachtrag zum Internationalen Frauentag am Samstag: Groben Schätzungen zufolge gibt es inzwischen in den USA 7.000 Mädchen, die sich die Sportart Ringen als Freizeitbeschäftigung ausgesucht haben. In hunderten von Schulen wird die Disziplin als Wettbewerbssport betrieben. Das heißt für die ambitionierten weiblichen Teilnehmer: Sie müssen gegen Jungen auf die Matte. Manche schlagen sich hervorragend und verpassen den jungen männlichen Gegnern ein Trauma fürs Leben. Gegen ein Mädchen zu verlieren - was könnte schrecklicher sein? Hier ein aktueller Bericht über die Entwicklung und das Für und Wider, der bei ESPN lief (via AOLFanhouse).
Gehe direkt über Los
Das lernt man eigentlich schon ganz früh in den Marketing-Seminaren an den besseren Business-Colleges, dass man als Unternehmen mit seinem Markennamen nicht herumspielt. Nicht mit den Worten und nicht mit dem Schriftbild. Aber was wären Regeln ohne Ausnahmen? Und was wären Amerikaner ohne diese Pseudo-Attitüde des Schmelztiegels aller Rassen und Hautfarben, wenn sie nicht ab und zu zeigen würden, dass sie für den Extra-Dollar alle Regeln sausen lassen und auch Menschen ansprechen, die sie sonst lieber links liegen lassen? Das nennt man dann eine Imageförderungmaßnahme.Das jüngste Beispiel: Die San Antonio Spurs, die aus Anlass irgendeiner Latino-Woche in einem Trikot mit dem Schriftzug Los Spurs herumlaufen. Letztes Jahr boten die San Francisco
Labels:
Basketball,
Marketing,
NBA,
San Antonio Spurs
Warum Shaq und Cejka plötzlich wach werden
Wenn mehr auf dem Spiel steht, werden selbst Sportler noch mal wach, die bereits so wirkten, als wären sie auf dem Weg in die Frührente. Wir reden von ersten Spiel von Shaquille O'Neal im Trikot der Phoenix Suns, bei dem er seinen müden schweren Körper endlich auf die Betriebstemperatur gebracht hat, die man von ihm in Arizona von Anfang an erwartet hat. Wenn man sieht, wie reaktionsschnell Shaq auf einmal arbeitet und wie er in die dritte Sitzreihe fliegt, um noch einen Ball im Spiel zu halten (siehe Video), kommt man nur auf eine Erklärung für die Energieleistung: ein Gegner von der Klasse der San Antonio Spurs. Das ist gut. Denn um in den Playoffs gegen die Spurs und gegen Tim Duncan zu bestehen, wurde O'Neal geholt. Da macht es Sinn, dass er bereits kurz vorher mal aufblitzen lässt, was die Suns mit ihm gegen San Antonio auszurichten in der Lage sind.
Im Golf haben wir einen ähnlichen Fall. Obwohl die Anhaltspunkte dafür eher verschwommen sind. Aber wieso spielt Alex Cejka auf einmal so viel besser als in den letzten Jahren, in denen er immer froh sein durfte, wenn er die Tourkarte für ein weiteres Jahr behalten durfte? Falls er die Forumsbeiträge auf seiner eigenen Webseite liest, vermag man nur auf eine Erklärung für den Aufschwung zu kommen: Martin Kaymer. Der 23jährige macht dem einst als Nachfolger von Bernhard Langer apostrophierten Exil-Tschechen mit dem deutschen Pass und dem amerikanischen Lebensmittelpunkt gerade vor, wie man eine Karriere so exerziert, dass die richtigen Leute aufmerksam werden. Der Sieg in Abu Dhabi und der zweite Platz in Dubai war nicht die einzige Botschaft, die Kaymer an die Welt geschickt hat. Die viel deutlichere Nachricht stand in Dubai auf seiner Mütze zu lesen, auf der sich in Abu Dhabi noch kein Sponsorenname befand: Er hatte einen Vertrag mit Titleist abgeschlossen, der renommiertesten Firma im internationalen Ausrüstergeschäft. Das heißt unter anderem: dass er die besten (und populärsten) Bälle im Bag hat. Cejka muss, weil ihn niemand anderer haben wollte, Srixon spielen. Was keine Schande ist. Aber trotzdem ist das so etwas wie der Ausweis seines Zweit-Liga-Status. Ein Status, auf die Stirn gedruckt, mit dem man jede Woche, vertraglich bedingt, öffentlich herumlaufen muss. Natürlich gibt es da nur eins: Besser spielen, positiv auffallen, die Vertreter der anderen Firmen beeindrucken, um bei der nächsten Vertragsrunde ein bemerkenswertes Angebot auf den Tisch zu bekommen. Am besten von einer Firma mit einem guten Namen. Und mit hervorragendem Material (Disclaimer: Ich spiele Ping-Eisen, einen Cleveland-Driver, Callaway-Hölzer, einen Mizuno-Putter und gefundene Bälle der Marken Titleist, Callaway und Nike - ich bin keiner Marke verpflichtet).
Im Golf haben wir einen ähnlichen Fall. Obwohl die Anhaltspunkte dafür eher verschwommen sind. Aber wieso spielt Alex Cejka auf einmal so viel besser als in den letzten Jahren, in denen er immer froh sein durfte, wenn er die Tourkarte für ein weiteres Jahr behalten durfte? Falls er die Forumsbeiträge auf seiner eigenen Webseite liest, vermag man nur auf eine Erklärung für den Aufschwung zu kommen: Martin Kaymer. Der 23jährige macht dem einst als Nachfolger von Bernhard Langer apostrophierten Exil-Tschechen mit dem deutschen Pass und dem amerikanischen Lebensmittelpunkt gerade vor, wie man eine Karriere so exerziert, dass die richtigen Leute aufmerksam werden. Der Sieg in Abu Dhabi und der zweite Platz in Dubai war nicht die einzige Botschaft, die Kaymer an die Welt geschickt hat. Die viel deutlichere Nachricht stand in Dubai auf seiner Mütze zu lesen, auf der sich in Abu Dhabi noch kein Sponsorenname befand: Er hatte einen Vertrag mit Titleist abgeschlossen, der renommiertesten Firma im internationalen Ausrüstergeschäft. Das heißt unter anderem: dass er die besten (und populärsten) Bälle im Bag hat. Cejka muss, weil ihn niemand anderer haben wollte, Srixon spielen. Was keine Schande ist. Aber trotzdem ist das so etwas wie der Ausweis seines Zweit-Liga-Status. Ein Status, auf die Stirn gedruckt, mit dem man jede Woche, vertraglich bedingt, öffentlich herumlaufen muss. Natürlich gibt es da nur eins: Besser spielen, positiv auffallen, die Vertreter der anderen Firmen beeindrucken, um bei der nächsten Vertragsrunde ein bemerkenswertes Angebot auf den Tisch zu bekommen. Am besten von einer Firma mit einem guten Namen. Und mit hervorragendem Material (Disclaimer: Ich spiele Ping-Eisen, einen Cleveland-Driver, Callaway-Hölzer, einen Mizuno-Putter und gefundene Bälle der Marken Titleist, Callaway und Nike - ich bin keiner Marke verpflichtet).
Labels:
Alex Cejka,
Basketball,
Golf,
Martin Kaymer,
NBA,
Phoenix Suns,
San Antonio Spurs,
Shaquille O'Neal
8. März 2008
Apotheose einer kranken Sportart
Ein Maler, der sich für den Radsport interessiert und deshalb die Helden der Landstraße auf die Leinwand bannt, muss nicht unbedingt ein Auge für die Legitimität ihres Schaffens haben. Allerdings taucht die Frage womöglich dann später trotzdem auf. Sagen wir mal dann, wenn es ums Verkaufen der Bilder geht. Oder anders formuliert: Wer bezahlt wirklich 1600 Dollar für ein Gemälde wie dieses, das einen als Dopingsünder überführten und gesperrten Radprofi zeigt? Ein Maler namens Steve Dennis aus Brooklyn, der seine Bemühungen auf der Webseite www.velopaint.com präsentiert, scheint das zumindest zu hoffen. Erst recht, nachdem die Blogger-Firma Gawkermedia ihn im Rahmen einer Goodwill-Aktion als Hätschelfall eingestuft hat und nun dafür sorgt, dass einem 'Kessler' (die Anführungsstriche sind vom Künstler persönlich) im alten Magenta-Trikot immer wieder von den Seiten der Firma entgegenbrüllt. Lang soll er leben, der 'Kessler', genagelt an irgendeine Wand, hoffentlich unverkäuflich, die eingefrorene, kunstgewordene Apotheose einer kranken Sportart, in der offensichtlich alles ging, solange niemand genau hingeschaut hat. Steve Dennis betrachtet seine Arbeit als Versuch, "den Geist, die Emotion und die Essenz des Radsports einzufangen". Wir sehen das ziemlich anders. Solange jemand nicht auch die Werkzeuge und die Helfershelfer der Doper widerspiegelt, hat er die Essenz des Radsports nicht verstanden. Und die von 'Kessler' auch nicht.
Abonnieren
Posts (Atom)