Posts mit dem Label Musik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Musik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

1. Oktober 2009

Kurzer Soundcheck

In der rechten Spalte ganz oben sind seit ein paar Tagen ein paar Links zu mehreren Audiodateien eingebettet, die man einfach anklicken und anklingen lassen kann. Vorausgesetzt man interessiert sich für Musik. Verbunden mit dem Angebot an Podcaster, die nach einer Untermalung suchen, diese Auswahl auf ganz praktische Weise zu nutzen. Kostenfrei. Ein erster Blog – Textilvergehen in Berlin – hat die Offerte angenommen und bei seiner letzten Podcast-Produktion den Titel Sports Theme 2 eingesetzt. Die nächste Produktion ist für das Wochenende angesetzt. Da sind die beteiligten Blogger ganz eisern. Was wohl vor allem daran liegt, dass sie nicht nur auf Berlin stehen, sondern vor allem auf Union.

In den Kommentaren gab es überwiegend positive Resonanz, wenn auch eine überraschende Bewertung. Da schrieb mööp über "die Mucke" (ein Begriff aus dem Musiker-Jargon): Die sei ihm zu "bon-jovi-like". Ich wünschte, ich könnte das beurteilen. Ich habe zwar in meinem Leben schon viele Songs live in Konzerten und auf Konserven gehört. Aber von Bon Jovi waren vielleicht drei Lieder dabei, und keines fand ich inspirierend.

Solche Einschätzungen der eigenen Darbietungen erfährt man natürlich nur dann, wenn man überhaupt ein Publikum erreicht. Was noch nie wirklich leicht war (wie ich vor einer ganzen Weile im Rahmen der Arbeit mit einer Münchner Rock-Band feststellen durfte). Aber heutzutage noch viel schwieriger ist. Das liegt an dem allgemeinen Konsumverhalten, das sich herausgeschält hat, und an dem völligen Versagen der Musikindustrie – CD-Hersteller und Verlage gleichermaßen. Diese oligopolistischen Betriebe haben längst aufgehört, den kreativen Output auch nur oberflächlich auf vielversprechende Klänge und Ideen hin abzuhören und gezielt zu vermarkten.

Es gibt mittlerweile eine Reihe von Mikropayment-Plattformen für Komponisten und Musiker. Aber man liest nirgendwo, dass die Zulieferer auf diese Weise den Lebensunterhalt bestreiten könnten. Weshalb man als Musiker vermutlich zunächst nur von ganz, ganz kleinen Brötchen träumen sollte. So wie sich Schreiber, die bloggen, auch keine riesigen Klickzahlen ausmalen.

Aber weg vom Blick über den Horizont und zurück zum Alltag. Auch beim Ballpod-Podcast, der zur Zeit noch unter dem Pro-Forma-Namen Nullnummer läuft, kommt ein Teil der Musik aus dieser Werkstatt hier in New York (den anderen Teil steuert Riks aus Freising bei). Und auch dort gab es eine Resonanz in den Kommentaren, die anspornt. Deshalb die Offerte an alle Blogger mit Podcast-Ambitionen. Wer Musik sucht und ein Ohr für solche Klänge wie diese hat:
Bread and Butter

der sollte sich melden.

Ansonsten geht die musikalische Produktion weiter. Das Stück aus dem ersten American-Arena-Podcast (Radio Days) bekommt in der nächsten Ausgabe eine Pause. Probieren geht über Studieren. Das Gesprächsthema steht übrigens fest. Auch der Interviewpartner. Mehr aber wird noch nicht verraten. Außer so viel: Am Sonntag wird aufgenommen. Anfang der nächsten Woche gibt's die fertige Version.

9. Juli 2009

Musikvideos: Raus dem gemachten Bett

Gestern kursierte in den USA die Meldung, wonach sich eine der beiden Urheberrechtsgesellschaften der Musikbranche nicht nur an YouTube schadlos halten (der Streit wird zur Zeit vor Gericht ausgetragen), sondern sich auch mit Webseiten-Betreibern anlegen will, solche YouTube-Videos einbetten. Damit kommt die fragliche Firma zwar möglicherweise nicht durch. Aber wer das ausfechten und sich dagegen wehren will, braucht gute Anwälte und viel Geld. Wer das nicht hat, lässt wohl erst einmal besser die Finger von den Videos und koppelt die alten wieder aus. Exakt das ist hier passiert.

Wie sich beim Hausputz herausstellte, gab es manche der Song-Darbietungen (meistens von Live-Aufnahmen und keine MTV-artigen Kunstproduktionen) auch bei YouTube nicht mehr, weil irgendjemand interveniert hatte. Weshalb ich in solchen Fällen einfach gar nichts gemacht habe. In den anderen habe ich ein Link zur entsprechenden YouTube-URL gesetzt. Man kann die Aufnahmen also immer noch finden. Es ist damit alles nur ein Hauch umständlicher geworden. Die Linksammlung in der rechten Spalte weiter unten musste natürlich umgetauft werden. Sie heißt jetzt: Beiträge über Musiker und Musik. Denn die Texte selbst blieben unverändert.

25. November 2008

Klinsmann singt

Diesen Klinsmann sollte man sich vielleicht zur Abwechslung mal reinziehen. Nicht wegen der Musik oder der Frisur, aber wegen des Namens. Klinsmann Coleiro aus Malta. Nichts für die Champions League, aber dafür umso mehr darum bemüht, sich für den Songwettbewerb der Eurovision 2009 in Moskau zu qualifizieren.

Wenn sich Dieter Bohlen um den Jungen kümmern würde, müsste er eigentlich auch in Deutschland eine Chance haben. Musikalisch haben sie ungefähr den gleichen Geschmack.

8. November 2008

Nirvana und Nowitzki

In einer Geschichte für die FAZ über den Saisonauftakt von Dirk Nowitzki und den Dallas Mavericks habe ich in der letzte Woche auf die Episode hingewiesen, bei der der Sidekick-Schrammel-Mann von Steve Nash neulich solo auftrat. Da griff er "...wie schon beim offiziellen Fototermin der Mannschaft im September zu einem Instrument, das nur wie eine Gitarre aussieht: dem Spielbrett von Guitar Hero, einem der populärsten Computerspiele der letzten Jahre. Im Duett mit dem Rechner servierte er auch nicht etwa ein eigenes Werk, sondern einen langsamen Oldie, bei dem man sich nicht gleich auf den Tastenfeldern der Apparatur die Finger abbricht." Der "sowohl textlich als musikalisch sehr verpuzzelte Pop-Song About a Girl der amerikanischen Grunge-Band Nirvana" war wohl das einzige, was er bei diesem Auftritt halbwegs solide hinzubekommen vermochte. Heute fanden wir hier alle Details zu der Einlage des 30jährigen vor geschätzten 2000 Zuschauern. Fazit: Der Mann hat wirklich Mut.

23. August 2008

Selbstbedienung nach Art des Hauses

Immer mal wieder landen wir an dieser eigenartigen Kreuzung aus Musik und Sport und reiben uns die Augen und natürlich auch die Ohren. Wenn die alten Rocker beim Super Bowl auf die Bühne steigen. Oder wenn es Pannen gibt beim Abspielen von Nationalhymnen. Nicht zu reden von den zahlreichen Besuchen von amerikanischen Sportveranstaltungen, an deren Anfang immer Star Spangled Banner gesungen wird (plus beim Eishockey das Opus der Kanadier, O, Canada). Nicht zu vergessen die Abstecher zum Baseball mit dieser Leierkasten-Weise Take Me Out To The Ball Game während des Seventh Inning Stretch.

Aber so kurios die Beziehung der beiden Kulturbereiche auch wirken mag, sie findet in diesem Teil der Welt nach bestimmten Regeln statt. Dazu gehört, dass man nicht einfach in einer Halle oder einem Stadion, ohne die sogenannten Leistungsrechte zu erwerben und für die zu bezahlen, ein paar alte Aufnahmen abspielt. Im Land der Copyright-Piraten kennt man solche Umschweife natürlich nicht. Man greift einfach hinein ins Archiv und – bingo – spart ein paar Taler, die andernfalls ein paar Musiker verdienen würden.

Peter Breiner, der über 200 Nationalhymnen für die Spiele von Athen arrangiert und orchestriert hat, ist sich jedenfalls "100 Prozent sicher", dass die Chinesen in den letzten beiden Wochen nichts anderes getan haben und seine Arbeit ausgeschlachtet. Ein Kulturkritiker der Washington Post machte den Hörtest und bestätigte den Sachverhalt. Die Noten der Hymnen selbst sind zwar rechtefrei, aber nicht die Bearbeitungen. Natürlich lautet der erste Kommentar von offizieller chinesischer Seite nicht: "Das überprüfen wir, wäre schade, wenn uns da ein Fehler passiert sein sollte. Und wenn ja, bringen wir das in Ordnung." Nein. Man streitet mit Pauken und Trompeten einfach ab. Das hätten alles Chinesen orchestriert, lautet die Stellungnahme. Zum Glück sind die Medaillenüberreichungen und die Eröffnungszeremonie im Rahmen der Fernsehübertragungen aufgezeichnet worden. Jetzt braucht Breiner nur noch einen guten Anwalt.

10. August 2008

Hymne aus dem Schrank


Nicht genug, dass der Präsident überall in Peking herumeiert und die amerikanische Fahne schwenkt. Jetzt hat auch noch Nike ausgepackt, um das Nationalbewusstsein zu kitzeln. Marvin Gaye singt die Nationalhymne (Aufnahme aus dem Archiv vom NBA-All-Star-Spiel anno 1983), um die US-Basketballer ins patriotische Licht zu setzen. Wenn sie wenigstens ein bisschen mehr von dem Geld für den Entwurf der Trikots verwendet hätten. Irgendjemand muss da wie einst Jackson Pollock Farbe ausgekippt und gedacht haben: Das isses. Nein, Nike, das isses nicht.

Marvin Gaye, der 1984 von seinem Vater erschossen wurde, hat übrigens bessere Aufnahmen hinterlassen. Verwaltet wird sein künstlerisches Erbe von der Pullman Group, die im Auftrag der Erben arbeiten und Künstlern und Angehörigen Millionen zuschaufeln. Marvin Gaye war ein Musiker mit einem politischen Kopf, der mit einer unglaublichen Stimme und einem Gefühl für gedämpften Soul zum Motown-Musiker mit der größten Nachhaltigkeit wurde. Sein Vater starb 1998.

10. März 2008

March Madness für Fortgeschrittene: Wie wär's mit einem kleinen Eingriff?

Frage: Wann ist eigentlich die beste Zeit für eine Vasektomie? Antwort: Das kommt darauf an. Auf die Zahl der Kinder, die man bereits in die Welt gesetzt hat, zum Beispiel. Und auf die Umstände. Männer, die sich bereits intensiv mit dem Gedanken beschäftigt haben, sollten sich vielleicht mal diese Geschichte durchlesen. Da wird der Eingriff für die ersten Tage von March Madness empfohlen - also jene Periode, die jetzt wieder vor der Tür steht und in der von morgens bis abends überall in den USA in einem KO-Turnier irgendwelche Collegemannschaften im Basketball gegeneinander antreten. Eine Zeit, in der viele Kerle sowieso nichts anderes tun wollen, als auf der Couch herumzulungern und in die Glotze zu starren.

Der Blog, auf dem es die Illustration gibt, hat übrigens noch eine ganz andere Idee, wie man die Zeit überbrücken kann: mit Musik, die irgendwie zum Thema passt: Dies ist die Liste der "zehn Songs für deine Vasektomie". Auf Platz eins steht Love Removal Machine von The Cult.

3. Februar 2008

Einstimmung auf die Halbzeitshow: Tom Petty


Zur Einstimmung auf heute abend: ein Abstecher in den Keller, wo die Hinterlassenschaften des Rockgitarristen Tom Petty lagern. Beginnen wir mit Into the Great Wide Open, einem Song, der ziemlich viele Petty-Qualitäten in sich vereinigt. Neben dem karamelartigen Klang der Rickenbacker-Gitarrenakkorde und der näselnden Stimme, die ähnlich wie bei Bob Dylan einen unangestrengten Sprechgesang produziert, sind es vor allem das entspannte Tempo und die Texte. Petty ist ein Mann mit kurzen, leichten Pinselstrichen und weggeworfenen Zeilen voller Ironie. Im Video wird das noch deutlicher. Mit Johnny Depp und Faye Dunaway. Kleines Bonbon: wie Depp synchron zum Playback die Gitarren-Licks mimt.

Es gibt zahlreiche Live-Mitschnitte von Petty und seiner Band, den Heartbreakers. Aber dieser hat die beste Audio-Qualität. Er ist vom Live-Aid-Konzert 1985. Der Text zu Refugee lässt sich zwar leicht auch als politischer Kommentar interpretieren. Aber er ist vor allem deshalb interessant, weil er auf seherische Weise eine Episode in seiner Karriere wenig später andeutet. Damals legte er sich mit seiner Plattenfirma an und meldete lieber Konkurs an, um sich aus dem alten Vertrag herauszumanövrieren. Die Episode illustrierte den seltenen Fall eines Musikers, der nicht bereit ist, sich dem Diktat der Industrie zu unterwerfen, weil er seinen Anspruch auf künstlerische Freiheit nicht aufgeben will. Und das ganz kurz, nachdem er 1979 mit dem Album Damn' the Torpedoes zum ersten Mal ein größere Publikum erreicht hatte.

Klicks:
Petty und Alan Bangs - das Interview nach seinem Rockpalast-Auftritt 1999 (kann man lesen und auch hören)

Petty live im Rockpalast 1977 (in der Studio-Version)

Dass Petty 2002 in die Rock'n' Roll Hall of Fame aufgenommen wurde, kann man nicht nachvollziehen. Er ist zwar populär und unermüdlich, aber bestenfalls so etwas wie ein Genre-Stilist, nicht jemand, der mit seiner Musik irgendeinen bemerkenswerten Beitrag zur Entwicklung des kreativen Panoramas geleistet hätte (siehe auch die Einzelbewertungen seiner Platten aus Sicht des New Yorker Kritikers Robert Christgau).

14. Januar 2008

Gedopte Rapper

Früher kannte man dieses stattliche Anwesen in Connecticut als Bleibe von Mike Tyson, der sie verkaufen musste, als ihm das Geld ausging. Heute residiert in dieser crib der Rapper 50 Cent. Aber mit dem feng shui muss irgendetwas nicht stimmen. Sonst wäre der Palast nicht im Rahmen der weitgefächerten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Albany aufgetaucht, die den Kundenstamm mehrerer Doping-Apotheken durchleuchtet. Wir erinnern uns: Zuerst dachte man, die Razzien in Florida im vergangenen Jahr würden nur Sportler aufscheuchen, die wie Evander Holyfield pillen-, creme- oder spritzenmäßig Kraft tanken. Aber im Laufe der Monate stießen die Fahnder auf über 10.000 Verbraucher, darunter wohl auch auf den besagten Rapper und andere Figuren aus der Musik-Welt: Mary J. Blige, Timbaland und Wyclef Jean. Mit anderen Worten: der Missbrauch von Anabolika, Wachstumshormone und anderen Substanzen zeigt die Ausmaße einer Epidemie. Kein Wunder, dass sich die Schätzungen in diesem Bereich auf einen Umsatz von 10 Milliarden Dollar weltweit hochgeschaukelt haben, was vermutlich noch konservativ interpoliert ist. Immerhin konnten die Staatsanwälte mittlerweile Geständnisse von Drahtziehern und Hintermännern einsammeln, wozu auch Ärzte gehören, die fleißig Rezepte ausstellten, ohne auch nur hinzusehen.

24. Dezember 2007

Frohes Fest (mit Karol)

Und es begab sich zu jener Zeit, dass ein Gerücht ausging: dass der jeweilige Papst die große Shopping-Orgie gegen Ende des Jahres mit ein paar Grußworten heiligen muss. Ein jeglicher in seiner Vatikan-Stadt. Niemand konnte das besser als Karol Józef Wojtyła. Deshalb habe ich ihn vor einer Weile in diesem Musikstück verewigt: Christmas Forever. In diesem Jahr wird es mal wieder aus dem Keller geholt, abgestaubt und aufgelegt. Frohes Fest.

powered by ODEO

7. Dezember 2007

Der König und seine Band


Man findet nicht alle Tage eine Superband auf Video wie diese: Elvis Presley und Marvin Gaye und Jimmy Page und Keith Moon und und und.

8. November 2007

Das Bewegungstalent Kevin Costner

Auf eine gewisse Weise muss man dem Schauspieler Kevin Costner dankbar sein. Er hat Sportarten wie Golf und Baseball mit seinen Rollen in Tin Cup (1996) und vor allem in Bull Durham (1988) - dem besten Sportfilm aller Zeiten - eine Dimension gegeben, die der tägliche Medienrummel trotz aller Bemühungen (siehe die letzte Folge bei ESPN mit E:60), einfach nicht hinbekommt. Dass Costner das nicht alleine geschafft hat, sondern dabei von zwei Drehbüchern von Ron Shelton profitierte, sei am Rande erwähnt, nicht jedoch, um etwa seine Fertigkeiten zu schmälern. Denn Costner wurde in beiden Fällen nicht gedoubelt und erwies sich als ausgesprochenes Bewegungstalent.

So soll denn aufgrund solcher Leistungen hier nur rasch vermerkt werden, dass der Hollywood-Millionär heute in Tampa ist, um offiziell die neuen Trikots der ziemlich gräuslichen Tampa Bay Devil Rays vorzustellen. Gestern nutzte der 52jährige die Gelegenheit für ein bisschen Batting Practice. Der Mann kann nicht nur Sport. Er spielt auch Gitarre mit einer Band namens Modern West und will mit der bei der Gelegenheit in Tampa ein bisschen herumklampfen.

2. Oktober 2007

Der Klingelbeutel: Wer sieht schon gerne seine Ex im Kino?

Nachdem die acht Kandidaten ausgesiebt sind, wird Baseball in den nächsten Wochen in den USA Partygesprächsstoff sein. Das verursacht vor allem jenen Leuten Probleme, die die monatelange dahinplätschernde Saison nicht verfolgt haben und sich jetzt überhaupt keine Ahnung haben, worin der Kitzel der Neuauflage 2007 dieses Herbstklassikers besteht. Zum Glück gibt es Autoren, die so etwas kommen sehen. Und die setzen sich dann hin und schreiben kleine Spickzettel wie diesen: "How to fake your way through the 2007 postseason". Man sollte die Links benutzen. Dahinter verbergen sich reizvolle kleine Dinge wie in einem Adventskalender. Übrigens: Major League Baseball hat erneut einen Zuschauerrekord für die reguläre Saison aufgestellt. Fast 80 Millionen Besucher haben die Spiele gesehen. Wenn man bedenkt, wie schwach der Zuspruch in Washington und Florida ist, wirkt der Zuwachs noch verblüffender. Genauso beachtlich wie der Schnitt der New York Yankees von 52.729 pro Heimspiel - eine neue Bestmarke in der American League.

Quarterback Tom Brady hat Macht mit dem Exponenten n. Zumindest im Mannschaftsflugzeug. Dort ließ er auf dem Trip zum Spiel gegen die Cinicinnati Bengals einen Film vom Fernsehschirm verbannen (The Recruit, 2003), weil seine Ex-Freundin Bridget Moynahan in dem Streifen eine Rolle neben Al Pacino spielt. Die Dame kam soeben mit dem Sohn der beiden nieder (Foto). Brady mag es wohl nicht, wenn ihn seine Vergangenheit einholt. Es reicht ja schon, dass ihm ständig irgendwelche Fotografen auf den Socken stehen, wenn er mit Giselle Bündchen spazieren geht.

Der nächste Open-Wheeler sucht sein Heil in der NASCAR-Serie um den Nextel-Cup (ab nächstem Jahr heißt er Sprint-Cup). Nach Juan Pablo Montoya nun Jacques Villeneuve. Der erste Auftritt vor großem Publikum des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters findet am kommenden Sonntag in Talladega statt. Ein paar Leute sind nölig. Villeneuve eher vorsichtig. Der übliche Tanz um die entscheidenden Fragen - warum vollzieht einer den Wechsel und hat er's drauf? - kann man hier nachlesen. Villeneuves Wagen? Ein Toyota. Die Musik aus dessen Auspuff wird anders klingen als die, der Kanadier in diesem Jahr auf einer CD veröffentlicht hat.

18. August 2007

Der Glamour von Gangstern


Ich kann nicht behaupten, dass mir als weißem Europäer in New York im Laufe der Zeit ganz klar geworden ist, was in den Köpfen von jungen schwarzen Amerikanern abgeht, die Waffen haben, sie benutzen, Leute abknallen, im Knast landen und das ganze im Lichte eines bizarren Glamours betrachtet wissen wollen. Louis Theroux muss das ähnlich gehen (was dieses Thema angeht und so viele andere bizarre Entwicklungen in den USA). Weshalb er diese eigenwilligen Beiträge dreht, die unter der Überschrift Weird Weekends ausgestrahlt wurden. Die Arbeiten sind deutlich besser und griffiger, aber auch nuancierter als die von Ali G. Obendrein ist er in der Lage - weil er in den USA nicht halb so berühmt ist - auch weiterhin mit der Kamera bei Leuten aufzutauchen, ohne dass die gleich befürchten, vergackeiert zu werden oder sich sogar selbst zu inkriminieren. Jetzt taucht via Can't Stop the Bleeding ein neuer Clip auf, der im Zusammenhang mit den wachsenden Schwierigkeiten von schwarzen Sportlern mit dem Gesetz ein grelles Licht auf jene Industrie wirft, die an der Fabrikation einer ganz bestimmten Rapper-Identität verdient: Die stilisiert den Verbrecher ("Gangsta") zu einem modernen Helden, damit wie der Grafik-Designer in dem Video sagt, die 14jährigen Mädchen, die am Wochenende 40 Dollar Taschengeld zur Verfügung haben, die CDs aus dieser Pipeline kaufen. Leider sind der Gangsta und sein Image viel zu oft keine Fiktion. Viele Rapper sind gewaltbereit und haben überhaupt keine Angst vor den Konsequenzen. Die Macher im Hintergrund leben bestens. Einen, der sicher ebenfalls bald hinter Gittern landen wird, hat Theroux bei dessen Fototermin interviewt. "Im Gefängnis bin ich schon ein paar Mal gewesen. Das macht mir keine Angst", sagt der. Furcht davor, erchossen zu werden, scheint er auch nicht zu haben. "Wenn man auf mich schießt, heißt das wohl, dass es passieren sollte."

5. Juli 2007

Athleten mit Ambitionen: Immer wieder Sing-Sang

Neulich kam aus Miami das Gerücht auf, dass der Basketballspieler LeBron James (Lebensziel: Milliardär) im Herbst seine erste CD herausbringen wird. Das muss einer dieser Kinderträume von erfolgreichen Sportlern sein, dass sie am liebsten erfolgreiche Musiker wären. Das kann man verstehen: Selbstdarsteller haben wohl im Rahmen einer Mannschaftssportart immer wieder das Gefühl, dass sie nicht hinreichend im Vordergrund stehen. Immer wieder kommen Nebenfiguren zur Geltung (zum Beispiel die Trainer, die so tun, als seien sie mit entscheidend für den Erfolg). Auf der anderen Seite sollte man denken, dass halbwegs intelligente Leute wissen, dass Musiker auf der Glamour-Skala der Entertainment-Industrie schon vor einer Weile von Sportlern überholt worden sind. Ein Indikator der Entwicklung: So verdient ein durchschnittlicher Athlet in den drei relevanten Disziplinen Baseball, Football und Basketball mehr als 2 Millionen Dollar im Jahr und ist auf diesem Niveau mehrere Jahre aktiv. Die Summen reichen - vernünftige Planung und Sparsamkeit vorausgesetzt - für den Rest des Lebens. Was der durchschnittliche Musiker verdient, dürfte unter dem Jahresdurchschnitt der allgemeinen Bevölkerung liegen.

Die Millionen, die die wenigen Spitzenstars der Plattenbranche erzielen, sind hingegen Ausnahmewerte, die angesichts eines auf breiter Front sinkenden Plattenumsatzes nur noch als Luftnummern angesehen werden können. Ohne die Einnahmen aus riesigen Tourneen in riesigen Stadien und Arenen sähen die meisten prominenten Musiker wirtschaftlich ziemlich alt aus. Wie dem auch sei: Dankenswerter Weise hat der Blog 100% Injury Rate die musikalischen Ambitionen von US-Sportlern (und Leuten wie dem Kanadier Jacques Villeneuve und dem Franzosen Tony Parker) aus den letzten Jahren zusammengetragen und kommentiert.

2. Juni 2007

Hinweis für Feed-Leser

Kleiner Spezialhinweis für Arena-Leser, die einen Feed beziehen: Heute war mal wieder Musikvideo-Inspektion, um herauszufinden, was die Putzfrauen auf YouTube und Dailymotion weggefegt haben. Zum Glück betraf es nur zwei Videos, die im Laufe der Monate eingespurt worden waren. Weil sie neu eingebettet werden mussten, registriert der Feed die Veränderung und missdeutet die Posts als neu. Dagegen kann man leider nichts tun. Es ist sicher auf jeden Fall besser, als die Links nicht zu reparieren.

5. Mai 2007

Musik Marke Dirk: Wir haben das Demo gefunden

Die musikalischen Ambitionen von Dirk Nowitzki gehen schon seit einer ganzen Weile viel weiter als das in diesem Video mit Steve Nash hervorschimmerte. Aber um der Sache auf die Spur zu kommen, war eine Menge an investigativer Energie notwendig, wie man in dieser Geschichte aus dem Dallas Observer im letzten Jahr nachlesen kann. Hut ab vor den Kollegen, die Nowitzki nicht nur die Kopie einer CD mit einem Teil seiner Demos abquatschen konnten, sondern auch noch dieses Vier-Spur-Musikstück mit dem Titel Courtside ins Netz stellten. Der 28jährige spielt alle Instrumente selbst und leiht dem Kunstwerk seine Stimme (via cantstopthebleeding, wo man die Aufnahme als den blamabelsten Augenblick seiner Karriere charakterisiert, schlimmer als den Auftritt am Donnerstagabend in Oakland, mit dem die Saison für die Dallas Mavericks zu Ende ging. Wir wagen - als ambitionierte Musiker mit ein bisschen Erfahrung zu widersprechen. Mit einem vernünftigen Sänger klänge der Song schon ziemlich gut. Dirks Gitarrenlicks und sein Sound sind sehr akzeptabel).
Nachtrag (siehe Kommentare): Wir sind auf einen alten April-Scherz von anno 2006 reingefallen. Wir waren nicht die ersten, sind vermutlich auch nicht die letzten. Ja, ja, investigative Energie...

3. Mai 2007

Quicksilver Messenger Service: Dino's Song


Aus besonderem Anlass ein Lied (Titel: Dino's Song) von einer ziemlich unterschätzten Band aus der Zeit, als die Bay Area von San Francisco und Oakland neben London das Zentrum der Musikwelt war. Die hübschteste Zeile aus dem Text von Quicksilver Messenger Service lautet - recht passend zu der verkorksten Beziehung zwischen den Golden State Warriors und ihren Fans: "All I ever wanted to do was love you. And maybe hope you could love me too." Aber wir wollen die Symbolik nicht zu hoch schrauben. Dieser Live-Auftritt wurde beim Monterey-Festival 1967 mitgeschnitten, ein Konzert, das zum ersten Mal in den sechziger Jahren eine Art Bestandsaufnahme einer Reihe von wirklich wegweisenden Bands bot. Bandleader John Cipollina wurde in Berkeley geboren, ging später in Mill Valley in die Schule und war ein kreativer Soundbastler. Wem es hilft: Das Musikmagazin Rolling Stone hat vor ein paar Jahren in einer Liste der 500 großartigsten Alben die Quicksilver-Messenger-Platte Happy Trails auf Platz 189 gesetzt.

6. April 2007

Bruce Springsteen - "Because the Night"

Bruce Springsteen ist einer der produktivsten, intelligentesten und verbindlichsten Rockmusiker Amerikas. Seine Live-Auftritte sind vitale Veranstaltungen von oft drei Stunden Musik quer durch sein Repertoire, das durch eine Reihe von kreativen Phasen gegangen ist. Der Ur-Springsteen war eher leise und liedermacherig. Der Springsteen der E Street Band war ein athletischer Macho-Meister mit Dampf und roher, fast zu ungehobelter Energie. In den Arrangements auf den Alben jener Zeit schwebte immer ein Hauch von "ist noch nicht fertig" mit. Andere haben einen Teil seiner Songs aufgenommen und gezeigt, dass in denen noch andere Facetten stecken. Operettenhafte Züge wie bei den Versionen von Manfred Mann. Frigide Lebensangst wie bei Patti Smith. Der Springsteen von Nebraska und danach ist nicht mehr kopierbar, allenfalls parodierbar. Irgendwie zu rund und zu fertig und zu gesetzt in den vier Wänden seiner künstlerischen Ideen. Because the Night hat Springsteen laut Wikipedia nie auf einem Studioalbum veröffentlicht. Aber er hat den Song im Laufe der Jahre immer wieder bei Live-Auftritten gespielt und dabei das Arrangement von Patti Smith genommen. Es war einfach die attraktivere Fassung.

28. März 2007

"Ey, ihr seid nich hiphop"


Link: sevenload.com
Von New York aus geht ein Hat-Tip an den Menschen, der die zwei Zeilen geschrieben und in diese kleine Melodie eingefasst hat: "Der Bruder meiner Tante hat 'en Kumpel mit 'em Kind. Dessen Schulfreund hat behauptet, dass wir nich hiphop sind. Ey ihr seid nich hiphop." Ein weiterer Hat-Tip geht an Thomas Knüwer von Indiskretion Ehrensache, weil er das Video ausgegraben hat. Wenn das der Standard der norddeutschen (nicht Hamburger, wie hier vorher mal zu lesen war, siehe Kommentare) Musikszene ist, dann kann die Industrie noch einmal durchatmen und Hoffnung und Kraft schöpfen. Den aufgepumpten Freestyle-Kiddies was Lässiges um die Ohren, jawoll. Das gefällt.