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11. Mai 2009

In Cleveland ist nicht nur der Komplex minderwertig

In Cleveland mögen es die Apologeten nicht, wenn sie von Besuchern darauf aufmerksam gemacht werden, dass diese Stadt eine morbide Krankheit beschlichen hat. Diese Abneigung, die vermutlich einem Minderwertigkeitskomplex entspringt, kann bisweilen kindische Züge annehmen. Was sicher nicht an Cleveland liegt, sondern (in diesem konkreten Fall) an den Medienleuten, die dort arbeiten. So kam es in der letzten Woche im Lokalfernsehen aus Anlass der Playoff-Serie zwischen den Cleveland Cavaliers und Atlanta Hawks zu einer Konfrontation zwischen dem Mann von der Fernsehstation Fox 8 und einem Basketballjournalisten aus Atlanta, dessen Zeitung in diesem Zusammenhang infantil zu Urinal-Constipation verballhornt wurde (es handelt sich um die Journal Constitution). Wenn sich Sportler aus den jeweiligen Städten zu solchen Trash Talk-Wettbewerben hinreißen ließen, würde man vielleicht noch grinsen. Aber Leute, die ihr Geld mit Denken, Schreiben und Reden verdienen, sollten vielleicht erst noch die höhere Humorschule absolvieren, ehe sie sich zu solchen Anpissereien versteigen.

6. Februar 2008

Reden ist Silber

Das Wort Trash Talk kann man nur lose übersetzen - denn es ist ein Mischung aus allem möglichen: Flachsen, Sprüchekopfen, Provozieren. Genialische Trash Talker wie Larry Bird oder Michael Jordan hatten noch nie das Problem, dann nachzulegen, wenn es darauf ankommt: im Spiel. Neulich hat LeBron James sich zu dem Thema geäußert. Was nicht wirklich eine Offenbarung war. Denn den meisten Respekt hat er wohl vor Teams wie den Detroit Pistons und Boston Celtics, weil die Burschen nicht nur ein loses Maul haben, sondern jedes Mal mit dem Ball in der Hand nachweisen, dass sie es können. Es gibt am anderen Ende des Spektrums aber auch solche Mannschaft wie die Utah Jazz. Die reden überhaupt nicht. "Die treten dich einfach in den Arsch."