Zwei Mitangeklagte von Michael Vick im Tierquäler-Prozess wissen jetzt, was gefängnistechnisch auf sie zukommt. Der eine bekam 18 Monate, der andere 21. Und das obwohl sie als erste im Verfahren gestanden hatten und der Staatsanwaltschaft helfen wollten, den Quarterback als Hauptübeltäter zu fingern. Vick kann deshalb damit rechnen, dass seine Strafe noch höher ausfällt. Er marschierte bereits vor ein paar Tagen freiwillig in eine Strafanstalt und erhält als Belohnung noch ein getrenntes Verfahren des Staates Virginia an den Hals. Dass der einstige NFL-Star so etwas nicht hat kommen sehen und eine andere Freizeitbeschäftigung finden konnte, bleibt das große Mysterium.
Ein US-Blogger hatte den Mut, die dänische Version der gestrigen Übertragung vom NFL-Top-Spiel Dallas gegen Green Bay anzuschauen und sie zu beschreiben. So verwegen und so bedürftig waren manche, um das Spiel anzuschauen, das in den Vereinigten Staaten unter Ausschluss eines großen Teils der Öffentlichkeit stattfand.
Wenn NASCAR-Manager nach einer Erklärung dafür suchen sollten, wieso der enorme Publikumszuwachs der letzten Jahre abrupt zum Stoppen gekommen ist, sollten sie mal die Motorhaube öffnen und diesen Umstand reparieren: Seit fünf Jahren gewinnt ein Mann die Wahl zum populärsten Fahrer, der nicht die Spur einer Chance auf den Nextel Cup (demnächst Sprint Cup) hat. Was da passiert, nennen wir auf gut Englisch: disconnect. Wie funktioniert das? Dale Earnhardt jr. ist zwar in der Lage, einen Tross von Fans für sich einzunehmen - charmant und gut mit Werbeverträgen ausgestattet, wie er nun mal ist - aber die schalten nicht ein, solange er nicht vorne mitfährt. Die New York Times, die nur selten die Rennserie ausführlich unter die Lupe nimmt, vermerkte vor ein paar Tagen dieses überraschende Resultat: Das letzte Rennen aus Homestead außerhalb von hatte einen jämmerlichen 79. Platz in der Wochentabelle der Einschaltquoten produziert. Für die gesamte Saison meldete Bloomberg News dieses Resultat: Alle außer sieben Rennen von insgesamt 36 haben in der abgelaufenen Saison Zuschauereinbußen hinnehmen müssen. Natürlich könnte sich das ändern, falls Earnhardt in der nächsten Saison mal wirklich vorne mitjagt, und die Basis dafür ist mit seinem Teamwechsel auch gelegt. Aber die Konkurrenz pennt nicht und fährt vermutlich einfach besser Windschatten.
Blick zurück: Welche Themen die NASCAR-Welt in Fahrt bringen
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30. November 2007
27. September 2007
Wenn Dale jr. etwas enthüllt
Braucht jemand ein Synonym-Wörterbuch für den Begriff "devot"? Nicht im amerikanischen Sport. Da ist er - so geradlinig wie die Starrachse eines in Detroit gebauten Autos die Hinterräder verbindet - mit einem Begriff direkt verschweißt: NASCAR-Fans. Wie das kommt? Die lange Geschichte ist wirklich lang. Jahrelang. Die kurze geht so: Als Getränkehersteller Pepsi neulich eine Pressekonferenz veranstaltete, um zu verkünden, dass sie ab der kommenden Saison das Logo ihrer Marke AMP Energy Drink dick und breit auf das Auto von Dale Earnhardt jr. kleben, saßen 277.000 Zuschauer an ihren Fernsehgeräten und verfolgten die Übertragung live auf dem Speed Channel. Weitere 200.000 saßen am Computer und sahen die Veranstaltung über Streaming Video auf nascar.com. Major League Soccer wäre froh, wenn so viele Leute einschalten, um David Beckham spielen zu sehen. Von der National Hockey League, die an diesem Wochenende in London die neue Saison einläutet, gar nicht zu reden. "Das waren fast 500.000 Leute am Morgen irgendeines Wochentages, die bereits wussten, was er sagen wird und trotzdem einschalteten", fasst der FanHouse-Blog von AOL zusammen, wo wir diese Info gefunden haben. Wie langweilig war die Veranstaltung, bei der das Auto mit der Nummer 88 enthüllt wurde (das noch mit einem Co-Sponsor fährt - der Militäreinheit namens National Guard)? Wer zwei Minuten Zeit hat, sollte mal hier klicken.
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11. Mai 2007
NASCAR: Was die Leute alles stiefmütterlich behandeln
Man fragt sich oft im Rahmen der Überlegung, welche Themen einen besonderen Stellenwert haben und welche nicht, weshalb die Medienarbeiter-Herde überwiegend in eine Richtung rennt. Es gibt so viele Futtertröge. An jeder Ecke der Weide. Aber einer scheint die schmackhafteste Mischung zu versprechen: der, auf dem "Klatsch und Tratsch" steht. Die Ausscheidungen dieser Fütterungen langen zwar in den Tageszeitungen klassisch in einem engen Getto namens "Vermischtes". Aber die Ausdünstungen schrecken nicht ab. Ganz so wie in dem alten Spruch "Fresst Scheiße, Milliarden von Fliegen können nicht irren." Dieser Blog ist bestimmt nicht fleckenrein. Also, bitte, keine Retourkutschen und Ätsch-bätsch-Kommentare, nur weil ich an dieser Stelle auf eine seltsame Konstellation aufmerksam machen möchte, die zeigt, wohin die Vergelblichung des sportjournalistischen Impetus auf die Dauer führt.
Nehmen wir NASCAR, diese aufstrebende publikumswirksame Automobilrennserie mit Fahrzeugen, die keiner aus 20 Metern unterscheiden könnte, wenn sie nicht bunt beklebt wären. Da hat doch tatsächlich vor kurzem einer der besten Fahrer gesagt, dass die Rennen so manipuliert werden wie Wrestling. Und zwar weil irgendjemand ganz oben Regie führt. Der Vorwurf von Tony Stewart zielte auf den Kern der Glaubwürdigkeit der Veranstaltungen, an denen Leute wie der Kolumbianer Juan Pablo Montoya teilnehmen, die schon mal gerne ihren eigenen Teamgefährten ruppig aus der Bahn drücken. Der Vorwurf gehört untersucht. Und zwar von seriösen Medien wie der New York Times oder Sports Illustrated mit dem Geld und der Zeit für die Recherchen. Aber dann machte Stewart einen Rückzieher, und schon verschwand das Thema vom Radarschirm.
Statt dessen greifen alle den Familienstreit im Hause Earnhardt auf, bei dem es abgesehen von ein paar Eitelkeiten um gar nichts geht. Erstens hat Dale jr. noch nie den Cup gewonnen, der früher Winston hieß und jetzt Nextel genannt wird. Will sagen: Ein klangvoller Name aus der Erbmasse allein sorgt nicht für Prestige und Statur. Zweitens braucht er in seiner Lage nicht zwingend den Mehrheitsbesitz an einem Team (in diesem Fall das seines toten Vaters, auf dem dessen Witwe - seine Stiefmutter - sitzt wie eine Glucke, die nicht begreift, dass all ihr Brüten keine Küken produzieren wird). Denn das Geld verdient man als Fahrer ohnehin ganz anders: mit Werbeverträgen, mit Merchandise-Verkäufen. Die Piloten müssen sogar traditionell ihre Gewinnprämien in den Team-Topf werfen, weil es sonst nicht reicht.
So ist es nur konsequent, dass er geht und die Nummer 8 an seinem Auto zurücklässt. Denn sein wichtigster Partner, die Biermarke Budweiser mit der Brauerei Anheuser-Busch hält ihm die Treue. Aber in den Zeitungen unter beim World Wide Leader of Sports, der Sportnachrichtenmaschine ESPN, ist man schier aus dem Häuschen. Sein Weggang werde quer durch den ganzen NASCAR-See Wellen schlagen, behauptete etwa die New York Times, werde eventuell das Gehaltsgefüge der Fahrer, die Verkäufe von Merchandise-Artikeln und sogar die Einschaltquoten beeinflussen, "ganz zu schweigen vom Kräfteverhältnis zwischen den Teams". So mächtig soll einer sein, der nicht zum Clan der Familie France gehört, die NASCAR von oben nach unten beherrscht? Der nicht dauernd gewinnt, sondern auf Platz 12 der aktuellen Punktewertung steht, während ein Mann wie Jeff Gordon - zugegeben nicht halb so populär - zur gleichen Zeit die Karriereleistung des Vaters relativiert.
Frage: Was trinken Leute bei einem Pressetermin bei Dale jr.? Zuviel Budweiser? Oder atmen sie die Auspuffgase seines Chevrolets ein?

Dale Earnhardt BLVD
Originally uploaded by Jym Ferrier
Foto: flickr.com/creative commons/jymferrier
Nehmen wir NASCAR, diese aufstrebende publikumswirksame Automobilrennserie mit Fahrzeugen, die keiner aus 20 Metern unterscheiden könnte, wenn sie nicht bunt beklebt wären. Da hat doch tatsächlich vor kurzem einer der besten Fahrer gesagt, dass die Rennen so manipuliert werden wie Wrestling. Und zwar weil irgendjemand ganz oben Regie führt. Der Vorwurf von Tony Stewart zielte auf den Kern der Glaubwürdigkeit der Veranstaltungen, an denen Leute wie der Kolumbianer Juan Pablo Montoya teilnehmen, die schon mal gerne ihren eigenen Teamgefährten ruppig aus der Bahn drücken. Der Vorwurf gehört untersucht. Und zwar von seriösen Medien wie der New York Times oder Sports Illustrated mit dem Geld und der Zeit für die Recherchen. Aber dann machte Stewart einen Rückzieher, und schon verschwand das Thema vom Radarschirm.
Statt dessen greifen alle den Familienstreit im Hause Earnhardt auf, bei dem es abgesehen von ein paar Eitelkeiten um gar nichts geht. Erstens hat Dale jr. noch nie den Cup gewonnen, der früher Winston hieß und jetzt Nextel genannt wird. Will sagen: Ein klangvoller Name aus der Erbmasse allein sorgt nicht für Prestige und Statur. Zweitens braucht er in seiner Lage nicht zwingend den Mehrheitsbesitz an einem Team (in diesem Fall das seines toten Vaters, auf dem dessen Witwe - seine Stiefmutter - sitzt wie eine Glucke, die nicht begreift, dass all ihr Brüten keine Küken produzieren wird). Denn das Geld verdient man als Fahrer ohnehin ganz anders: mit Werbeverträgen, mit Merchandise-Verkäufen. Die Piloten müssen sogar traditionell ihre Gewinnprämien in den Team-Topf werfen, weil es sonst nicht reicht.
So ist es nur konsequent, dass er geht und die Nummer 8 an seinem Auto zurücklässt. Denn sein wichtigster Partner, die Biermarke Budweiser mit der Brauerei Anheuser-Busch hält ihm die Treue. Aber in den Zeitungen unter beim World Wide Leader of Sports, der Sportnachrichtenmaschine ESPN, ist man schier aus dem Häuschen. Sein Weggang werde quer durch den ganzen NASCAR-See Wellen schlagen, behauptete etwa die New York Times, werde eventuell das Gehaltsgefüge der Fahrer, die Verkäufe von Merchandise-Artikeln und sogar die Einschaltquoten beeinflussen, "ganz zu schweigen vom Kräfteverhältnis zwischen den Teams". So mächtig soll einer sein, der nicht zum Clan der Familie France gehört, die NASCAR von oben nach unten beherrscht? Der nicht dauernd gewinnt, sondern auf Platz 12 der aktuellen Punktewertung steht, während ein Mann wie Jeff Gordon - zugegeben nicht halb so populär - zur gleichen Zeit die Karriereleistung des Vaters relativiert.
Frage: Was trinken Leute bei einem Pressetermin bei Dale jr.? Zuviel Budweiser? Oder atmen sie die Auspuffgase seines Chevrolets ein?
Dale Earnhardt BLVD
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17. Oktober 2006
Mr. Big Pimpin' in Monaco
Der New Yorker Rapper Jay-Z hat gleich zwei Rennfahrer aus Amerika nach Moncao mitgenommen, um sein neuestes Video zu drehen: Danica Patrick (Indy Racing League) und Dale Earnhardt jr. (NASCAR Nextel-Cup). Der Song Show Me What You Got ist der Anreißer für sein Album Kingdom Come, das im November herauskommen wird. Das erste seit drei Jahren. Die Autos: ein schwarzer Ferrari F430 und ein silberner Pagani Zonda (in dem ein 12-Zylinder-Mercedes-Motor sitzt) zeugen von Geschmack. Und davon, dass Mr. Big Pimpin' kein bisschen Aufwand scheut, um seinen Fans etwas zu bieten, wovon sie nur träumen können.
Jay-Z lässt überall den Rubel rollen. Zusammen mit der Sportfirma Reebok hat er eine Schuhkollektion mit dem Namen S. Carter bzw Sean Carter herausgegeben. Außerdem ist er Mitbesitzer der NBA-Basketballmannschaft New Jersey Nets. Der Club versucht seitdem in Brooklyn ein Wohngebiet zu kaufen und abzureißen, um dort eine neue Halle mitsamt Shopping-Zentrum hinzupflanzen. Die Anwohner sind entsetzt. Das Leben von Jay-Z können sie sich nämlich nicht leisten. Brooklyn ist in vielen Teilen die Zuflucht für die Mittelklasse, der Manhattan zu teuer geworden ist.
Blick zurück: Danica Patrick bei ihrem ersten Auftritt in der Arena
Jay-Z lässt überall den Rubel rollen. Zusammen mit der Sportfirma Reebok hat er eine Schuhkollektion mit dem Namen S. Carter bzw Sean Carter herausgegeben. Außerdem ist er Mitbesitzer der NBA-Basketballmannschaft New Jersey Nets. Der Club versucht seitdem in Brooklyn ein Wohngebiet zu kaufen und abzureißen, um dort eine neue Halle mitsamt Shopping-Zentrum hinzupflanzen. Die Anwohner sind entsetzt. Das Leben von Jay-Z können sie sich nämlich nicht leisten. Brooklyn ist in vielen Teilen die Zuflucht für die Mittelklasse, der Manhattan zu teuer geworden ist.
Blick zurück: Danica Patrick bei ihrem ersten Auftritt in der Arena
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