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8. Februar 2008

Nervös in Buffalo

In Buffalo ist man vor ein paar Tagen ziemlich nervös geworden. Die NFL will Spiele in Kanada ausrichten, um die Liga dort stärker ins öffentliche Gedächtnis zu hämmern (und die Einnahmen über Fernsehgelder und Fanartikel anzukurbeln). Weil die Bills ausgesucht wurden, in Toronto zu spielen - nur ein paar Stunden mit dem Auto von Buffalo entfernt - und weil der Eigentümer der Bills schon ziemlich alt ist befürchten nun eine Menge Leute, dass der Club abwandern könnte. Es gibt viele Gründe, weshalb es nicht dazu kommen kann. Unter anderem den, dass man sich in die unmittelbare Konkurrenz zum Canadian Football begibt. Die CFL hatte mal kurzfrsitig ihre Tentakeln in die USA ausgestreckt und einen Club in Sacramento aufgemacht. Das Experiment wurde jedoch wieder eingestellt. Auf der anderen Seite gibt es in Toronto und in Hamilton (auf der halben Strecke zwischen Buffalo und Toronto) zwei CFL-Teams. Und die spielen Minimum bis in den November.

Immerhin: Jetzt hat ein Politiker vorgeschlagen, die Sachein Buffalo anders zu regeln. Durch eine Konstruktion wie in Green Bay, wo ganz normale Bürger Anteile halten und nicht ein einzelner Milliardär den Club besitzt. Das entspricht allerdings nicht den Intentionen der NFL, die schon häufiger bei Eingriffen in die Besitzverhältnisse auf die Nase gefallen ist. So hatte man vor ein paar Jahren versucht, den Umzug der Oakland Raiders nach Los Angeles zu verhindern und den Streit vor Gericht verloren. Inzwischen sind die Raiders wieder an ihrem Ausgangspunkt zurück, nachdem Eigentümer Al Davis sich dort mit den Kommunalpolitikern überworfen hatte, die ihm kein modernes Stadion bauen wollten. Tatsächlich ist nicht Toronto der erste Zielmarkt für die Liga, sondern Los Angeles, wo es seit dem Abschied der Rams (nach St. Louis) keinen NFL-Club mehr gibt.

9. Oktober 2007

Yankees und Cowboys: Am Ende nicht vom gleichen Kaliber

Da kam am Montagabend wirklich ein bisschen viel zusammen: Die New York Yankees, die im eigenen Stadion gegen die Cleveland Indians die Playoff-Serie verlieren und nun Manager Joe Torre in den Wind schießen werden und damit rechnen müssen, dass sich Alex Rodriguez ("A-Rod") vom Acker macht. Die Dallas Cowboys, die in Buffalo in letzter Sekunde einen Kicker aufbieten, der nicht nur einmal ein sensationelles 53-Yard-Field-Goald erzielt, sondern zweimal (das erste wurde anulliert, weil die Bills kurz vorher eine Auszeit beantragt hatten). Und die damit ein Spiel mit 25:24 gewinnen, dass sie nie und nimmer hätten gewinnen dürfen (weil Quarterback Tony Romo viele, viele Pässe beim Gegner ablieferte). Da musste man ständig hin- und herschalten, um alles richtig auszukosten. Die Cowboys-Zwischenbilanz ist beachtlich: fünf Siege aus fünf Spielen.

Der Yankees-Abgang ist vor allem aus einer Sicht bemerkenswert. Die Mannschaft war der Quotenbringer fürs Fernsehen. Die restlichen vier - Arizona Diamondbacks und Colorado Rockies in der National League und die Boston Red Sox und Cleveland Indians in der American League - haben nicht annähernd die gleiche Zugkraft.

Nachtrag: Awful Announcing hat ein wunderbares Radio-Dokument gefunden: eine Heulsuse, die normalerweise als Fachkommentator/in für die Yankees im Einsatz ist. Die Frau heißt Suzyn Waldman und sollte dringend mit jemandem ersetzt werden, der seinen Kopf benutzt, solange er in den Medien arbeitet. Ich hatte mich schon an anderer Stelle darüber beklagt: "Die Besetzung von Sportfernsehjobs mit Frauen nimmt überhand." Das gilt wohl inzwischen auch fürs Radio.