Terrell Owens und die Dallas Cowboys gehen getrennte Wege. Owens geht nicht über Los und zieht keine 4000 Mark mehr ein. Clubbesitzer Jerry Jones hat offensichtlich die Nase voll von den stimmungskillenden Eigenheiten des Wide Receivers, der noch an jedem Arbeitsplatz seinen Nebenleuten unter die Haut gekrochen ist. Offiziell fehlt die Bestätigung für das, was ESPN meldet. Aber der Tag ist noch jung. Die letzte Auseinandersetzung, die Wellen schlug, führte Owens mit dem langjährigen Cowboys-Reporter von ESPN, Ed Werder. Damals prophezeiten schon einige, dass sich der Spieler bei dieser Angelegenheit deutlich überhoben habe.
Mehr zu den bizarren Aktivitäten von Owens im American-Arena-Archiv.
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5. März 2009
14. Januar 2008
Heruntergekommen, zugemüllt und ziemlich schlecht gelaunt
Nach ein paar Tagen Aufenthalt in Charleston, einem Abstecher nach Columbia und einer Fahrt durchs Hinterland vor ein paar Jahren kann ich Jeff Pearlman gut verstehen: Es ist gar keine Kunst, in South Carolina ein Blatt Papier in die Schreibmaschine zu spannen (oder seinen Laptop anzuschalten) und solche Sätze zu schreiben wie den über ein Kaff namens Florence: "ein heruntergekommener Teil einer heruntergekommenden Stadt, zugemüllt mit doppelt breiten Wohnwagen, launischen Drogenhändlern und zerbrochenen Budweiser-Flaschen, gebrauchten Kondomen, McDonald's Einwickelpapier und zerknüllten Zeitungen, die auf jedem Feldweg und jedem Bürgersteig herumliegen..." "....eine Stadt, aus der die Hoffnung schon vor langer Zeit abgehauen ist".Pearlman ist ein guter Schreiber, der nach mehreren Stationen unter anderem bei Sports Illustrated zur Zeit für ESPN's Online-Rubrik Page 2 Texte liefert und demnächst ein Buch über die Dallas Cowboys veröffentlichen wird, aus dem offensichtlich der fragliche Text als Vorabdruck genommen wurde. Aber das zählt nicht, wenn die empörten Horden aus Florence mit einer Beschwerde E-Mail-Kampagne reagieren. Selbst der Bürgermeister sah sich genötigt, sich zu echauffieren. Pearlman entschuldigte sich bei allen, die ihm persönlich geschrieben hatten: Er habe nicht die ganze Stadt gemeint, sondern nur einen bestimmten Teil.
Ach, übrigens: Florence steht auf der Liste der gefährlichsten städtischen Regionen der USA ganz weit oben. Man kennt 344 sogenannte Metropolitan Areas. Florence rangiert auf Platz 5.
(via The Big Lead)
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Es liegt am Kollen
Manchmal möchte man einfach ein neues Wort erfinden, weil man mit den existierenden Begriffen nicht ausdrücken kann, was man sagen will. Der Playoff-Sonntag gestern in der NFL zum Beispiel - der schreit danach. Wie soll man schließlich erklären, dass mit den Indianapolis Colts und den Dallas Cowboys gleich zwei Favoriten vor eigenem Publikum ausgeschieden sind? Und wie, dass sie das beide auf ähnliche Weise hinbekommen haben - durch das Versieben von zahlreichen Chancen im letzten Spielabschnitt? Denn sie waren beide wirklich nicht die schlechteren Mannschaften.
Ich sage: es liegt am Kollen. Komisches Wort, sicher. Aber man wird sich daran gewöhnen. Kollen ist so etwas wie die Schnittmenge aus Wollen und Können. Ist die Essenz aus der antrainierten athletischen Fähigkeit und der mentalen Kraft, im entscheidenden Moment das richtige zu tun. Dass die Colts nicht immer kollen, war ja eigentlich bekannt. Man hatte es nur nach dem Super-Bowl-Erfolg im letzten Jahr schlichtweg vergessen. Aber jetzt fällt einem das wieder ein: dass Tony Dungy immer so an der Seitenlinie steht, als wisse er nicht weiter, und dass Peyton Manning die Bälle streut, als spiele er in einer Fata Morgana - das gab's früher dauernd. Und nun war es wieder da. Gegen die San Diego Chargers, deren bester Mann, Running Back LaDainian Tomlinson, über weite Strecken genauso ausfiel wie Stamm-Quarterback Philip Rivers. Und gegen einen Coach wie Norv Turner, der noch nie gekollt hat und dies auch nächste Woche gegen die New England Patriots dokumentieren wird.
Zu Dallas fällt einem auch eine Menge ein, sobald man mal das richtige Wort gefunden hat. Kollen hieße, die Finger von einer Trutsche wie Jessica Simpson zu lassen und sich damit den ganzen Gossip-Trubel zu ersparen. Kollen hieße eine Angriffsgestaltung zu betreiben, bei der man nicht ausgerechnet dann mit dem Ball Richtung eigene Endzone rennt, wenn man plant, den Ball festzuhalten (Sack mit Verlust von ganz vielen Yards), ihn aber dann ins Aus zu werfen, wenn man sich noch in der Pocket befindet (Intentional Grounding, also Strafe). Wade Phillips, der Trainer hat das Kollen auch nicht gelernt, sonst würde er im entscheidenden Moment andere Spielzüge bestellen (siehe auch Kommentar von freddy7 bei allesaussersport, wo dogfood beide Spiele mitgebloggt hat).
Nun fliegen also die Chargers nach Boston und die Giants nach Green Bay und ermitteln in den Conference Finals die zwei Teilnehmer für den Super Bowl. Alles andere als Pats gegen Packers wäre eine Sensation. Denn die zwei Mannschaften sind jene, die die ganze Saison über gezeigt haben, dass sie kollen.
P.S.: Terrell Owens, der einst mit Tatütata ins Krankenhaus gebracht wurde, weil seine Assistentin glaubte, er wolle sich mit einer Überdosis Tabletten das Leben nehmen, hat die Niederlage und den Simpson-Faktor sehr persönlich genommen. Ihm sind nach dem Spiel die Tränen gekommen. Extrem sehenswert.
Ich sage: es liegt am Kollen. Komisches Wort, sicher. Aber man wird sich daran gewöhnen. Kollen ist so etwas wie die Schnittmenge aus Wollen und Können. Ist die Essenz aus der antrainierten athletischen Fähigkeit und der mentalen Kraft, im entscheidenden Moment das richtige zu tun. Dass die Colts nicht immer kollen, war ja eigentlich bekannt. Man hatte es nur nach dem Super-Bowl-Erfolg im letzten Jahr schlichtweg vergessen. Aber jetzt fällt einem das wieder ein: dass Tony Dungy immer so an der Seitenlinie steht, als wisse er nicht weiter, und dass Peyton Manning die Bälle streut, als spiele er in einer Fata Morgana - das gab's früher dauernd. Und nun war es wieder da. Gegen die San Diego Chargers, deren bester Mann, Running Back LaDainian Tomlinson, über weite Strecken genauso ausfiel wie Stamm-Quarterback Philip Rivers. Und gegen einen Coach wie Norv Turner, der noch nie gekollt hat und dies auch nächste Woche gegen die New England Patriots dokumentieren wird.
Zu Dallas fällt einem auch eine Menge ein, sobald man mal das richtige Wort gefunden hat. Kollen hieße, die Finger von einer Trutsche wie Jessica Simpson zu lassen und sich damit den ganzen Gossip-Trubel zu ersparen. Kollen hieße eine Angriffsgestaltung zu betreiben, bei der man nicht ausgerechnet dann mit dem Ball Richtung eigene Endzone rennt, wenn man plant, den Ball festzuhalten (Sack mit Verlust von ganz vielen Yards), ihn aber dann ins Aus zu werfen, wenn man sich noch in der Pocket befindet (Intentional Grounding, also Strafe). Wade Phillips, der Trainer hat das Kollen auch nicht gelernt, sonst würde er im entscheidenden Moment andere Spielzüge bestellen (siehe auch Kommentar von freddy7 bei allesaussersport, wo dogfood beide Spiele mitgebloggt hat).
Nun fliegen also die Chargers nach Boston und die Giants nach Green Bay und ermitteln in den Conference Finals die zwei Teilnehmer für den Super Bowl. Alles andere als Pats gegen Packers wäre eine Sensation. Denn die zwei Mannschaften sind jene, die die ganze Saison über gezeigt haben, dass sie kollen.
P.S.: Terrell Owens, der einst mit Tatütata ins Krankenhaus gebracht wurde, weil seine Assistentin glaubte, er wolle sich mit einer Überdosis Tabletten das Leben nehmen, hat die Niederlage und den Simpson-Faktor sehr persönlich genommen. Ihm sind nach dem Spiel die Tränen gekommen. Extrem sehenswert.
21. Dezember 2007
WAG-Mätzchen auf amerikanisch
Erst waren da nur ein paar Paparazzi-Fotos von Tony Romo und Jessica Simpson, auf denen beide so merkwürdig missgelaunt aussahen. Dann tauchte die brunstdoofe, aber sehr populäre Sängerin im Stadion bei Spielen der Dallas Cowboys auf. Dann äußerte sich Terrell Owens, was überall die Runde machte (woraufhin er einen Rückzieher machte). Und nun reagiert die Blogger-Welt - gespalten in ihrer merkwürdigen Verehrung der brunstdoofen Jessica Simpson als brunstdoofem Sex-Objekt und gleichzeitig hochnäsig im Wissen um ihre Brunstdoofheit, kombiniert mit Antipathien gegenüber "America's Team", das in diesem Jahr wirklich gut spielt. WAG-Mätzchen nach Art der NFL? Der bisher beste Beitrag kommt von Ruin Romo, wo man festgestellt hat, dass die Anwesenheit der brunstdoofen Blondierten im Stadion das Spielniveau des Quarterbacks senkt. (via Deadspin) Mit der Aktion , die die Ruin-Romo-Leute vorschlagen lassen sich bequemerweise gleich zwei Empfindungen auf einmal abarbeiten lassen. Die Abneigung für Simpson und die für die Cowboys. Die doof ist JS? Hier ein Beispiel:
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29. November 2007
Winter Lager im Time Out
Zwei Blocks weiter Uptown ist Time Out, eine sogenannte Sports Bar, die früher mal Quarterback Boomer Esiason gehörte, der den zweiten Teil seiner Football-Karriere bei den New York Jets verbracht hat und aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund seitdem zum Fernseh- und Radio-Establishment gehört. Der Mann hat nichts zu sagen. Aber das sagt er ziemlich eloquent. Seine ehemalige Kneipe war irgendwann ab dem zweiten Viertel der Begegnung zwischen den Dallas Cowboys und den Green Bay Packers knallvoll. Was an der verrtrackten Übertragungssituation liegt. Time Out hat NFL Network. Auf den zahllosen Falchbildschirmen lief nicht nur Football. Es gab Eishockey und die NBA (mit dem erstaunlichen Schlachtfest der Boston Celtics, die die New York Knicks komplett auseinander nahmen).
Die Biertrinker im Time Out (5 Dollar für ein Pint Samuel Adams Winter Lager) schienen sich aber nur auf die Üubertragung aus Texas zu interessieren. Wobei sich irgendwann herausstellte, dass die Leute in der Mehrzahl waren, die für die Green Bay Packers brüllten und klatschten. Dass überhaupt Fans der Cowboys anwesend waren, ist schwer zu erklären. Die Cowboys spielen seit Generationen in einer Division gegen die New York Giants und sollten in der Stadt eigentlich keinen Widerhall finden. Aber amerikanische Sportfans sind einigermaßen tolerant (und kommen, wenn sie in Manhattan wohnen, aus allen Ecken des Landes). Trotzdem war die Stimmung eher verhalten. Vielleicht lag es an dem Spiel selbst, in dem vor allem die Cowboys mit der Schärfe eines guten Bowie-Messers in der Offensive und der Defensive attackierten. Die Punktezahl ging mit einer Geschwindigkeit nach oben, die man sonst nur aus der American Conference kennt. Besonders bemerkenswert sind die Würfe von Cowboys0-Quarterback Tony Romo, der nach dem vergölsten Field Goal im Frühjahr in den Playoffs wie ein Fall für den Sportpsychologen aussah und den Rücktritt von Coach Bill Parcells mit auf dem Gewissen hat. Die sehen zwar aus, als habe er sie sich in jahrelangem Solotraining selbst beigebracht, aber sie kommen an.
Auf jeden Fall war das Footballmatch reizvoller als die Extremblamage der Knicks in Boston, die unter anderem unterstrich, wie gut die Celtics sind, die zwischendurch mit 52 Punkten in Führung lagen und auch mit der zweiten Garnitur im vierten Viertel nicht nachließen. Falls die Eigentümer des Madison Square Garden diese Versammlung von Schwachköpfen nicht auseinanderkegeln, werden sich das Publikum und die Medien der Stadt noch deutlich zu Wort melden. 104:59. Was soll man da noch sagen? Bloß gut, dass Knicks-Coach Isiah Thomas nicht die Parole ausgab, eine Schlägerei zu provozieren, wie er das vor einem Jahr gegen die Denver Nuggets getan hatte. Das hätte der Bankrotterklärung auf dem Platz die Krone aufgesetzt.
Die Packers wirkten in der ersten Hälfte nur zeitweilig so gut wie das Team, das bisher zusammen mit Cowboys die NFC dominiert hat. Dann musste Quarterback Brett Favre im zweiten Viertel nach einem harten Tackle mit Problemen am Wurfarm aussetzen, und Ersatz-QB Aaron Ridgers kam ins Spiel. Vielleicht war das keine schlechte Lösung. Der immer risikofreudige Favre hatte an diesem Abend eine Reihe von Fehlwürfen produziert und auf diese Weise seiner Mannschaft Probleme bereitet. Auffallend: die Qualitat der Cowboys-Verteidigung, die mehr als einmal bei langen Pässen zwei Leute eng auf einen Packers-Wide Receiver angesetzt hatte, der den Ball in Empfang nehmen sollte, aber nie auch nur eine Chance hatte, ihn zu fangen. So etwas schaffen die blitzenden Defensivreihen de AFC nicht, weil ihnen dann hedes Mal notgedrungen im Rückraum die Leute fehlen. Die einzige Frage, die bleibt? Spielt Dallas so gut, weil Parcells weg ist? Oder war die Mannschaft schon im letzten Jahr so gut und der neue Trainer Wade Phillips lässt sie einfach gewähren?
Die Biertrinker im Time Out (5 Dollar für ein Pint Samuel Adams Winter Lager) schienen sich aber nur auf die Üubertragung aus Texas zu interessieren. Wobei sich irgendwann herausstellte, dass die Leute in der Mehrzahl waren, die für die Green Bay Packers brüllten und klatschten. Dass überhaupt Fans der Cowboys anwesend waren, ist schwer zu erklären. Die Cowboys spielen seit Generationen in einer Division gegen die New York Giants und sollten in der Stadt eigentlich keinen Widerhall finden. Aber amerikanische Sportfans sind einigermaßen tolerant (und kommen, wenn sie in Manhattan wohnen, aus allen Ecken des Landes). Trotzdem war die Stimmung eher verhalten. Vielleicht lag es an dem Spiel selbst, in dem vor allem die Cowboys mit der Schärfe eines guten Bowie-Messers in der Offensive und der Defensive attackierten. Die Punktezahl ging mit einer Geschwindigkeit nach oben, die man sonst nur aus der American Conference kennt. Besonders bemerkenswert sind die Würfe von Cowboys0-Quarterback Tony Romo, der nach dem vergölsten Field Goal im Frühjahr in den Playoffs wie ein Fall für den Sportpsychologen aussah und den Rücktritt von Coach Bill Parcells mit auf dem Gewissen hat. Die sehen zwar aus, als habe er sie sich in jahrelangem Solotraining selbst beigebracht, aber sie kommen an.
Auf jeden Fall war das Footballmatch reizvoller als die Extremblamage der Knicks in Boston, die unter anderem unterstrich, wie gut die Celtics sind, die zwischendurch mit 52 Punkten in Führung lagen und auch mit der zweiten Garnitur im vierten Viertel nicht nachließen. Falls die Eigentümer des Madison Square Garden diese Versammlung von Schwachköpfen nicht auseinanderkegeln, werden sich das Publikum und die Medien der Stadt noch deutlich zu Wort melden. 104:59. Was soll man da noch sagen? Bloß gut, dass Knicks-Coach Isiah Thomas nicht die Parole ausgab, eine Schlägerei zu provozieren, wie er das vor einem Jahr gegen die Denver Nuggets getan hatte. Das hätte der Bankrotterklärung auf dem Platz die Krone aufgesetzt.
Die Packers wirkten in der ersten Hälfte nur zeitweilig so gut wie das Team, das bisher zusammen mit Cowboys die NFC dominiert hat. Dann musste Quarterback Brett Favre im zweiten Viertel nach einem harten Tackle mit Problemen am Wurfarm aussetzen, und Ersatz-QB Aaron Ridgers kam ins Spiel. Vielleicht war das keine schlechte Lösung. Der immer risikofreudige Favre hatte an diesem Abend eine Reihe von Fehlwürfen produziert und auf diese Weise seiner Mannschaft Probleme bereitet. Auffallend: die Qualitat der Cowboys-Verteidigung, die mehr als einmal bei langen Pässen zwei Leute eng auf einen Packers-Wide Receiver angesetzt hatte, der den Ball in Empfang nehmen sollte, aber nie auch nur eine Chance hatte, ihn zu fangen. So etwas schaffen die blitzenden Defensivreihen de AFC nicht, weil ihnen dann hedes Mal notgedrungen im Rückraum die Leute fehlen. Die einzige Frage, die bleibt? Spielt Dallas so gut, weil Parcells weg ist? Oder war die Mannschaft schon im letzten Jahr so gut und der neue Trainer Wade Phillips lässt sie einfach gewähren?
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Blackout der seltsamen Art: Dallas gegen Green Bay fast nirgendwo im TV zu sehen
Die NFL macht es manchmal richtig spannend: Heute abend findet ein nicht uninterssantes Spiel zwischen den Dallas Cowboys und den Green Bay Packers statt, den beiden besten Mannschaften in der National Conference. Der Donnerstagstermin ist eine Anomalie, um das Match über NFL Network in die Welt hinauszupusten. Denn nicht nur erwirtschaftet die Liga die stärksten Fernsehlizenzen der Welt, in dem sie mit drei unterschiedlichen Network-Sendern paktiert. Sie hat auch noch einen eigenen Kabalkanal. Und der braucht auch Programm, damit ihn die Kabelnetzbetreiber ins Basisangebot packen - also dorthin, wo sich CNN und ESPN und Konsorten vorgearbeitet haben und enorm absahnen. Bislang kann man den Kanal natürlich auch schon beziehen, man muss ihn dann aber extra bestellen und natürlich mehr bezahlen. Echten Fans wird das nichts ausmachen. Geld verdienen kann man aber mit einer derartigen Geschäftslage nicht. Also nutzt die NFL den heutigen Donnerstag zu einer Kampagne der perfiden Art. Das Echo wird den Bossen gefallen. So sind die Leute in Wisconsin ziemlich sauer, dass man ihnen das Spiel nicht auf dem üblichen Weg serviert. In Dallas ist die Stimmung auch nicht gut. Die Kabelanbieter - Comcast, Time Warner und ein paar andere - sind keine Schwächlinge in diesem Streit. Und blöd sind sie auch nicht. Man darf davon ausgehen, dass sie keinen Sinn darin sehen, ihre Ressourcen mit etwas zu verplempern, das bestenfalls sieben Monate im Jahr wirklich Publikum hat.
Die Cowboys sind Favorit bei den Buchmachern, was uns zu einer weiteren Kuriosität der Woche bringt (und wir reden nicht über das sagenhafte Schlammspiel in Pittsburgh, das mit 3:0 ausging): Die bislang sieglosen Miami Dolphins sind leichter Favorit in der Begegnung am Sonntag gegen die New York Jets. Wollen wir das wiederholen, damit es auch alle glauben? Es gibt noch ein schlechteres Team in der NFL? Offensichtlich.
Die Cowboys sind Favorit bei den Buchmachern, was uns zu einer weiteren Kuriosität der Woche bringt (und wir reden nicht über das sagenhafte Schlammspiel in Pittsburgh, das mit 3:0 ausging): Die bislang sieglosen Miami Dolphins sind leichter Favorit in der Begegnung am Sonntag gegen die New York Jets. Wollen wir das wiederholen, damit es auch alle glauben? Es gibt noch ein schlechteres Team in der NFL? Offensichtlich.
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26. Oktober 2007
Der Klingelbeutel: Bode Miller fährt mit Amerika Schlitten
Auf eine solche Weise gelingt es dem leidlich renitenten Skifahrer Bode Miller, mal wieder mit den USA Schlitten zu fahren. Nachdem er sich vor ein paar Monaten offiziell aus der Mannschaft des amerikanischen Skiverbandes absetzte, ließ er jetzt durchblicken, wie sein Ein-Mann-Laden heißen wird: Team America. Miller kann beim World Cup als Solist starten, nicht jedoch bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Das kommt davon, wenn man ohnehin schon unter Verdacht steht, Spiele wegzuschenken, die bei den Sportwettbüros mit dubiosen Quoten gehandelt werden: Nikolai Dawidenko wurde von der ATP mit einer Busse von 2000 Dollar belegt, nachdem er in einem Match bei den St. Petersburg Open eine etwas andere Methode praktizierte, das Ding noch zu verlieren. Er hatte den ersten Satz mit 6:1 in 27 Minuten gewonnen, aber sich danach aufs Produzieren von Doppelfehlern verlegt. Vier Doppelfehler im zweiten Satz, folgten sechs im dritten. Davidenkos Gegner Marian Cilic nahm das gelassen. Der Stuhlschiedsrichter jedoch nicht. Er ermahnte den an Nummer eins gesetzten Russen wegen seiner unsportlichen Haltung. Die ATP sah es nicht anders.
Die Miami Dolphins und New York Giants spielen am Sonntag in London, was ein Vorgeschmack auf kommende Saison werden könnte: Dass die NFL dann zwei Begegnungen in Europa auf die Beine stellen wird. Eine erneut in London, die andere in Deutschland. Die Dallas Cowboys werden nicht zu den Teams gehören, die den Flug nach Europa antreten. Eigentümer Jerry Jones ist das zu mühsam. Also wird man sie und ihre Trikots auch weiterhin aus der Ferne studieren müssen.
Der gute Jason Whitlock hat sich das Video-Wunderwerk der E:60-Redaktionskonferenz angeschaut und war begeistert: Die Sendung habe das Zeug "zur ehrlichsten, unabsichtlich lustigen Show im Kabelfernsehen" - vorausgesetzt sie zeige einfach nur die Themenkonferenzen und verzichtet auf den Rest. Auf diese Weise erhalte man "einen echten Einblick darin, wie die Medien arbeiten und warum so viele Märchen senden und publizieren". Whitlock kann das nur ironisch meinen. Denn tatsächlich muss man in den USA mindenstens derart gekonnt an die Sache herangehen wie die Daily Show auf Comedy Central, wenn man den Medien-Märchenwald täglich aufmischen will. Wir hatten das Gusterl-Stückerl schon gestern im Visier.
Das kommt davon, wenn man ohnehin schon unter Verdacht steht, Spiele wegzuschenken, die bei den Sportwettbüros mit dubiosen Quoten gehandelt werden: Nikolai Dawidenko wurde von der ATP mit einer Busse von 2000 Dollar belegt, nachdem er in einem Match bei den St. Petersburg Open eine etwas andere Methode praktizierte, das Ding noch zu verlieren. Er hatte den ersten Satz mit 6:1 in 27 Minuten gewonnen, aber sich danach aufs Produzieren von Doppelfehlern verlegt. Vier Doppelfehler im zweiten Satz, folgten sechs im dritten. Davidenkos Gegner Marian Cilic nahm das gelassen. Der Stuhlschiedsrichter jedoch nicht. Er ermahnte den an Nummer eins gesetzten Russen wegen seiner unsportlichen Haltung. Die ATP sah es nicht anders.
Die Miami Dolphins und New York Giants spielen am Sonntag in London, was ein Vorgeschmack auf kommende Saison werden könnte: Dass die NFL dann zwei Begegnungen in Europa auf die Beine stellen wird. Eine erneut in London, die andere in Deutschland. Die Dallas Cowboys werden nicht zu den Teams gehören, die den Flug nach Europa antreten. Eigentümer Jerry Jones ist das zu mühsam. Also wird man sie und ihre Trikots auch weiterhin aus der Ferne studieren müssen.
Der gute Jason Whitlock hat sich das Video-Wunderwerk der E:60-Redaktionskonferenz angeschaut und war begeistert: Die Sendung habe das Zeug "zur ehrlichsten, unabsichtlich lustigen Show im Kabelfernsehen" - vorausgesetzt sie zeige einfach nur die Themenkonferenzen und verzichtet auf den Rest. Auf diese Weise erhalte man "einen echten Einblick darin, wie die Medien arbeiten und warum so viele Märchen senden und publizieren". Whitlock kann das nur ironisch meinen. Denn tatsächlich muss man in den USA mindenstens derart gekonnt an die Sache herangehen wie die Daily Show auf Comedy Central, wenn man den Medien-Märchenwald täglich aufmischen will. Wir hatten das Gusterl-Stückerl schon gestern im Visier.
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9. Oktober 2007
Yankees und Cowboys: Am Ende nicht vom gleichen Kaliber
Da kam am Montagabend wirklich ein bisschen viel zusammen: Die New York Yankees, die im eigenen Stadion gegen die Cleveland Indians die Playoff-Serie verlieren und nun Manager Joe Torre in den Wind schießen werden und damit rechnen müssen, dass sich Alex Rodriguez ("A-Rod") vom Acker macht. Die Dallas Cowboys, die in Buffalo in letzter Sekunde einen Kicker aufbieten, der nicht nur einmal ein sensationelles 53-Yard-Field-Goald erzielt, sondern zweimal (das erste wurde anulliert, weil die Bills kurz vorher eine Auszeit beantragt hatten). Und die damit ein Spiel mit 25:24 gewinnen, dass sie nie und nimmer hätten gewinnen dürfen (weil Quarterback Tony Romo viele, viele Pässe beim Gegner ablieferte). Da musste man ständig hin- und herschalten, um alles richtig auszukosten. Die Cowboys-Zwischenbilanz ist beachtlich: fünf Siege aus fünf Spielen.
Der Yankees-Abgang ist vor allem aus einer Sicht bemerkenswert. Die Mannschaft war der Quotenbringer fürs Fernsehen. Die restlichen vier - Arizona Diamondbacks und Colorado Rockies in der National League und die Boston Red Sox und Cleveland Indians in der American League - haben nicht annähernd die gleiche Zugkraft.
Nachtrag: Awful Announcing hat ein wunderbares Radio-Dokument gefunden: eine Heulsuse, die normalerweise als Fachkommentator/in für die Yankees im Einsatz ist. Die Frau heißt Suzyn Waldman und sollte dringend mit jemandem ersetzt werden, der seinen Kopf benutzt, solange er in den Medien arbeitet. Ich hatte mich schon an anderer Stelle darüber beklagt: "Die Besetzung von Sportfernsehjobs mit Frauen nimmt überhand." Das gilt wohl inzwischen auch fürs Radio.
Der Yankees-Abgang ist vor allem aus einer Sicht bemerkenswert. Die Mannschaft war der Quotenbringer fürs Fernsehen. Die restlichen vier - Arizona Diamondbacks und Colorado Rockies in der National League und die Boston Red Sox und Cleveland Indians in der American League - haben nicht annähernd die gleiche Zugkraft.
Nachtrag: Awful Announcing hat ein wunderbares Radio-Dokument gefunden: eine Heulsuse, die normalerweise als Fachkommentator/in für die Yankees im Einsatz ist. Die Frau heißt Suzyn Waldman und sollte dringend mit jemandem ersetzt werden, der seinen Kopf benutzt, solange er in den Medien arbeitet. Ich hatte mich schon an anderer Stelle darüber beklagt: "Die Besetzung von Sportfernsehjobs mit Frauen nimmt überhand." Das gilt wohl inzwischen auch fürs Radio.
2. Oktober 2007
Romo wie auf Rädern
Eine kleine Delikatesse vom NFL-Sonntag gefällig? Es lohnt sich: Tony Romo, noch vor wenigen Monaten der geprügelte Hund der Dallas Cowboys, weil er einen Snap zum Field Goal nicht fängt und bei dem Versuch scheitert, den Ball selbst in die Endzone zu bringen, zeigt seine Qualitäten als großer Ausbügler vor dem Herrn. Die Burschen von Fox in der Tonspur klingen ein bisschen überkandidelt. Aber das muss man in Kauf nehmen. Wenn Romo so weiter macht, wird er ohnehin noch das eine oder andere Highlight produzieren (via With Leather).
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30. September 2007
Dallas ohne Parcells: Total unter Dampf
War Bill Parcells eine derartige Nervensäge und derartig detailbesessen, dass er eine von ihm zusammengebaute, gute Mannschaft nicht bis zum Super Bowl führen konnte? Der Verdacht kommt auf. Denn weshalb trat der Mann, der vorher den New England Patriots den Weg nach oben gewiesen hatte, nach der letzten Saison ab? Hatte er das Gefühl, dass ihm in dieser Spielzeit eine Rebellion drohen und der ganze Mythos einer Trainer-Legende in Scherben gehen würde? Quarterback Tony Romo wurde vor dem heutigen 35:7-Sieg gegen die St. Louis Rams vom Kansas City Star interviewt und war nicht willens, viel Licht in die Angelegenheit zu bringen.
Frage: Wie ist es in Dallas ohne Bill Parcells?
Antwort: Ich habe meine Zeit mit ihm genossen. Und ich habe viel gelernt. Ich wünschte mir, jeder könnte hin und wieder diese Seite von ihm sehen...den witzigen, lustigen Typen.
Frage: Wie unterscheidet sich Wade Phillips von Parcells?
Antwort: Der größte Unterschied ist sicher die Ausdrucksweise. Die von Bill war ein bisschen mehr...darauf aus, dich mit einem Schimpfwort zu attackieren. Bill wollte viele der unterschiedlichen Bereiche in der Mannschaft persönlich managen. Wade delegiert mehr an seine Coaches. Und die besorgen das Reden.
Die Cowboys haben ihre ersten vier Spiele klar gewonnen und gelten bereits als beste Mannschaft der NFC. Einen Saisoneinstieg mit vier Erfolgen in Serie hatten sie zuletzt 1995, als sie - damals unter Barry Switzer - zum letzten Mal die Vince Lombardy Trophy einsacken konnten. Am Sonntag in zwei Wochen geht es gegen die bislang noch unbesiegten Patriots (am Montag in Cincinnati). Das wird das bislang packendste Match der Saison.
Blick zurück: Parcells dankt ab
Blick zurück: Das vorzeitige Saisonende der Cowboys und ein verpatzter Field-Goal-Versuch, der Dallas das Erreichen der letzten acht gebracht hätte
Frage: Wie ist es in Dallas ohne Bill Parcells?
Antwort: Ich habe meine Zeit mit ihm genossen. Und ich habe viel gelernt. Ich wünschte mir, jeder könnte hin und wieder diese Seite von ihm sehen...den witzigen, lustigen Typen.
Frage: Wie unterscheidet sich Wade Phillips von Parcells?
Antwort: Der größte Unterschied ist sicher die Ausdrucksweise. Die von Bill war ein bisschen mehr...darauf aus, dich mit einem Schimpfwort zu attackieren. Bill wollte viele der unterschiedlichen Bereiche in der Mannschaft persönlich managen. Wade delegiert mehr an seine Coaches. Und die besorgen das Reden.
Die Cowboys haben ihre ersten vier Spiele klar gewonnen und gelten bereits als beste Mannschaft der NFC. Einen Saisoneinstieg mit vier Erfolgen in Serie hatten sie zuletzt 1995, als sie - damals unter Barry Switzer - zum letzten Mal die Vince Lombardy Trophy einsacken konnten. Am Sonntag in zwei Wochen geht es gegen die bislang noch unbesiegten Patriots (am Montag in Cincinnati). Das wird das bislang packendste Match der Saison.
Blick zurück: Parcells dankt ab
Blick zurück: Das vorzeitige Saisonende der Cowboys und ein verpatzter Field-Goal-Versuch, der Dallas das Erreichen der letzten acht gebracht hätte
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19. September 2007
Der Klingelbeutel: Boxer, Bierbrauer, Baseball und ein Spiel im Freien
Es war schon länger mal an der Zeit, eine Rubrik einzuführen, die den Kleinkram einfängt, der sonst unter den Tisch fällt. Die Kollekte derselben nennen wir in American Arena den Klingelbeutel. Heute ging er zum ersten Mal herum und fing folgende Themen ein:
EIGENTLICH ist es nur fair, dass in der Coors Arena in Boulder Colorado kein Bier der Brauerei Coors verkauft werden darf (und auch kein anderes Bier). In der Allianz Arena in München werden ja auch keine Versicherungen verkauft.
MAN FRAGT SICH, wieviel Karten hätten die Buffalo Sabres eigentlich losgeschlagen, wenn das Football-Stadion der Buffalo Bills größer wäre? Die Eishockey-Mannschaft spielt am 1. Januar nicht in der eigenen Halle, sondern zieht unter freiem Himmel ihr Spiel gegen die Pittsburgh Penguins auf. Alle 40.000 frei verkäuflichen Eintrittskarten gingen innerhalb weniger als einer Stunde über den Internet-Makler Ticketmaster weg. Die 30.000 Jahreskarten-Besitzer der beiden Teams bekommen den Rest. Alle wollen (durch ihr Fernrohr) Thomas Vanek sehen. Und Sydney Crosby. Und sich dabei das Gesäß abfrieren. Buffalo im Winter ist schweinekalt.
BISLANG LIEF DIE SAISON bei den Dallas Cowboys ganz gut. Terrell Owens hat noch keinen Weg gefunden, den Laden aufzumischen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Der frisch verpflichtete Ex-Sträfling Tank Johnson, der von den Chicago Bears heraus geworfen wurde, wird schon einen Weg finden, die innere Balance des Teams zu kippen. Wenn nicht in diesem Monat, dann im nächsten.

DIE VOR-PLAYOFF-PHASE in Major Leage Baseball ist so spannend wie schon lange nicht mehr. Das liegt auch daran, dass die Chicago Cubs ihrer Tradition zufolge kurz vor Schluss einen Durchhänger haben. Die New York Mets am laufenden Band verlieren und die Boston Red Sox sehr wenig tun, um sich die verhassten New York Yankees vom Hals zu halten. Vor allem die Cubs würden uns mit ihrem Formabtief einen Gefallen tun. Wir wollen sehen, ob die Fans der Milwaukee Brewers ihrem Gelübde folgen und sich in die Hose machen, wenn ihr Team die Division gewinnt.
WER WEISS, auf welche Ideen Leute kommen, der Beruf darin besteht, sich für viel Geld die Birne weich kopfen zu lassen? Im Fall von Oscar de la Hoya war es Cross-Dressing in Netz-Outfit. Und nun - dank x17 online - weiß es auch der Rest der Welt (via SportbyBrooks und Deadspin). Nachtrag: De la Hoyas Manager hat sich gemeldet und gesagt, die Bilder seien eine Fälschung und zusammengedoktert. Dann sind als nächstes wohl die Beschaffer der Fotos am Zug. Denn denen droht eine Klage.
EIGENTLICH ist es nur fair, dass in der Coors Arena in Boulder Colorado kein Bier der Brauerei Coors verkauft werden darf (und auch kein anderes Bier). In der Allianz Arena in München werden ja auch keine Versicherungen verkauft.
MAN FRAGT SICH, wieviel Karten hätten die Buffalo Sabres eigentlich losgeschlagen, wenn das Football-Stadion der Buffalo Bills größer wäre? Die Eishockey-Mannschaft spielt am 1. Januar nicht in der eigenen Halle, sondern zieht unter freiem Himmel ihr Spiel gegen die Pittsburgh Penguins auf. Alle 40.000 frei verkäuflichen Eintrittskarten gingen innerhalb weniger als einer Stunde über den Internet-Makler Ticketmaster weg. Die 30.000 Jahreskarten-Besitzer der beiden Teams bekommen den Rest. Alle wollen (durch ihr Fernrohr) Thomas Vanek sehen. Und Sydney Crosby. Und sich dabei das Gesäß abfrieren. Buffalo im Winter ist schweinekalt.
BISLANG LIEF DIE SAISON bei den Dallas Cowboys ganz gut. Terrell Owens hat noch keinen Weg gefunden, den Laden aufzumischen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Der frisch verpflichtete Ex-Sträfling Tank Johnson, der von den Chicago Bears heraus geworfen wurde, wird schon einen Weg finden, die innere Balance des Teams zu kippen. Wenn nicht in diesem Monat, dann im nächsten.

DIE VOR-PLAYOFF-PHASE in Major Leage Baseball ist so spannend wie schon lange nicht mehr. Das liegt auch daran, dass die Chicago Cubs ihrer Tradition zufolge kurz vor Schluss einen Durchhänger haben. Die New York Mets am laufenden Band verlieren und die Boston Red Sox sehr wenig tun, um sich die verhassten New York Yankees vom Hals zu halten. Vor allem die Cubs würden uns mit ihrem Formabtief einen Gefallen tun. Wir wollen sehen, ob die Fans der Milwaukee Brewers ihrem Gelübde folgen und sich in die Hose machen, wenn ihr Team die Division gewinnt.
WER WEISS, auf welche Ideen Leute kommen, der Beruf darin besteht, sich für viel Geld die Birne weich kopfen zu lassen? Im Fall von Oscar de la Hoya war es Cross-Dressing in Netz-Outfit. Und nun - dank x17 online - weiß es auch der Rest der Welt (via SportbyBrooks und Deadspin). Nachtrag: De la Hoyas Manager hat sich gemeldet und gesagt, die Bilder seien eine Fälschung und zusammengedoktert. Dann sind als nächstes wohl die Beschaffer der Fotos am Zug. Denn denen droht eine Klage.
8. Februar 2007
Die Suche nach einem Trainer für Dallas: Ohren am Gleis
Die wachsende Popularität der amerikanischen Bloggerwelt hat im Themenbereich Sport zu einer hübschen Dauerstichelei geführt. Hintergrund: Es gehörte schon immer zu den Tugenden der Journalisten, die Quelle einer Information zu deklarieren und darauf aufmerksam zu machen, wer eine Nachricht als erster hatte (es sei denn sie kommt von einer der Agenturen, die dafür abonniert und bezahlt werden, dass sie ständig etwas Neues anbaggern. Die werden oft sträflich bei der Quellenangabe ignoriert). Die Blogger machen das mit dem Zitieren und dem Linken meistens schon deshalb, weil sie Glaubwürdigkeitsdefizite überwinden müssen. Es sieht professioneller und durchdachter aus, wenn man Gestaltungstiefe schafft. Es sorgt außerdem hin und wieder für Zulauf über Trackbacks.
Die Newsseite von ESPN scheint solche Manieren überhaupt nicht nötig zu haben. Dort tut man so, als habe das Heer der eigenen Reporter ständig das Ohr an den Gleisen und höre denn auch mehr und früher als die anderen. Das Verhalten entspringt der Position im Gesamtmarkt. Als Fernsehanbieter ist ESPN schlichtweg ein Elefant, unübersehbar, nicht zu umgehen, und verdammt dickhäutig. Im Internetbereich tritt man man nicht minder fett und breit auf. Platz 36 bei alexa, 3 Millionen Clicks am Tag. Das fördert Überheblichkeit.
Warum wir darüber reden? Weil sich mal wieder die Streitfrage erhebt: Wer hat als erster gemeldet, dass der neue Trainer der Dallas Cowboys Wade Phillips heißen wird? ESPN oder die Dallas Morning News, wie man dank der fleißigen Blog-Kommentare weiß. O-Ton ESPN, wo man behauptet, man habe den Scoop gelandet:
Das Problem von Eigentümer Jerry Jones wurde in den letzten Wochen immer deutlicher: Der Markt ist leer, wenn es um namhafte Übungsleiter mit Super-Bowl-Erfahrung geht. Und so viel Mumm wie die Pittsburgh Steelers mit ihrer Verpflichtung zeigten (siehe hier), hat er nicht. Nicht mehr. Denn das war früher mal anders. Als er den Laden aufkaufte und die Trainerikone Tom Landry mitsamt dessen Seilschaft nach Hause schickte, nahm er Jimmy Johnson ins Boot und sie klügelten die raffiniertesten Trades der NFL-Geschichte aus. Ungefähr wie wenn man Stroh zu Gold macht. Troy Aikman, Emmitt Smith, Michael Irwin und Daryl Johnston, um nur die zu nennen, die einem aus dem Stand einfallen, kamen als unbeschriebene Blätter nach Dallas. Sie wurden die Rythmusgruppe und Dirigent eines Unterhaltungsorchesters, dass attraktiven, risikofreudigen Football spielte. Das gelang - noch vor der Salary Cap - auch ohne Geldverschwendung. Es war schlichtweg eine hochintelligente Vorgehensweise, die mit drei Super-Bowl-Siegen honoriert wurde. Der Club ist heute sicher mehr eine Milliarde Dollar wert. Jones hatte das Team mitsamt dem Stadion 1989 für 180 Millionen Dollar gekauft.
ESPN.com tat übrigens so, als wäre nichts gewesen: "Überraschung!", lautete die Headline auf der Aufmacherseite. "Cowboys verpflichten Phillips". Ja, wie überraschend war es denn nach all den Meldungen von davor?
Die Newsseite von ESPN scheint solche Manieren überhaupt nicht nötig zu haben. Dort tut man so, als habe das Heer der eigenen Reporter ständig das Ohr an den Gleisen und höre denn auch mehr und früher als die anderen. Das Verhalten entspringt der Position im Gesamtmarkt. Als Fernsehanbieter ist ESPN schlichtweg ein Elefant, unübersehbar, nicht zu umgehen, und verdammt dickhäutig. Im Internetbereich tritt man man nicht minder fett und breit auf. Platz 36 bei alexa, 3 Millionen Clicks am Tag. Das fördert Überheblichkeit.
Warum wir darüber reden? Weil sich mal wieder die Streitfrage erhebt: Wer hat als erster gemeldet, dass der neue Trainer der Dallas Cowboys Wade Phillips heißen wird? ESPN oder die Dallas Morning News, wie man dank der fleißigen Blog-Kommentare weiß. O-Ton ESPN, wo man behauptet, man habe den Scoop gelandet:
"ESPN's Chris Mortensen first reported that Phillips will become Dallas' head coach Wednesday, citing league and team sources. Phillips traveled from San Diego to Dallas on Wednesday night after being told that he was their choice to replace the now-retired Parcells."Schön, wenn's stimmt. Doof, wenn nicht: Dies lief vor einer Stunde bei RotoWorld:
"Cowboys director of public relations Rich Dalrymple told the AP that "the (team's head-coaching) job hasn't been offered to anyone."
Das muss wohl alles noch einmal neu aussortiert werden. Denn selbst nach dieser Meldung schicken andere Seiten noch immer munter die alte, eindeutig dementierte Information ins All. Ihr Vertrauen in ESPN scheint unerschütterlich. Ohren wieder ans Gleis, meine Herren...
Nachtrag: Ein paar Stunden später steht offiziell fest, dass Mr. Dalrymple Pinocchio genannt werden darf, weil er so schlecht lügt. Und dass die Cowboys nämlich doch Wade Phillips verpflichtet haben. 59 Jahre alt. Nicht besonders erfolgreich als Cheftrainer in solchen Städten wie Denver, Buffalo und New Orleans, wenn man die Playoffs zum Maßstab macht (und das sollte man wohl). Drei Spiele, drei Niederlagen. Also ungefähr die Quote seines Vorgängers Bill Parcells an Ort und Stelle. Phillips war zuletzt Defensive Coordinator bei den San Diego Chargers und hat dabei sehr gut ausgesehen.Das Problem von Eigentümer Jerry Jones wurde in den letzten Wochen immer deutlicher: Der Markt ist leer, wenn es um namhafte Übungsleiter mit Super-Bowl-Erfahrung geht. Und so viel Mumm wie die Pittsburgh Steelers mit ihrer Verpflichtung zeigten (siehe hier), hat er nicht. Nicht mehr. Denn das war früher mal anders. Als er den Laden aufkaufte und die Trainerikone Tom Landry mitsamt dessen Seilschaft nach Hause schickte, nahm er Jimmy Johnson ins Boot und sie klügelten die raffiniertesten Trades der NFL-Geschichte aus. Ungefähr wie wenn man Stroh zu Gold macht. Troy Aikman, Emmitt Smith, Michael Irwin und Daryl Johnston, um nur die zu nennen, die einem aus dem Stand einfallen, kamen als unbeschriebene Blätter nach Dallas. Sie wurden die Rythmusgruppe und Dirigent eines Unterhaltungsorchesters, dass attraktiven, risikofreudigen Football spielte. Das gelang - noch vor der Salary Cap - auch ohne Geldverschwendung. Es war schlichtweg eine hochintelligente Vorgehensweise, die mit drei Super-Bowl-Siegen honoriert wurde. Der Club ist heute sicher mehr eine Milliarde Dollar wert. Jones hatte das Team mitsamt dem Stadion 1989 für 180 Millionen Dollar gekauft.
ESPN.com tat übrigens so, als wäre nichts gewesen: "Überraschung!", lautete die Headline auf der Aufmacherseite. "Cowboys verpflichten Phillips". Ja, wie überraschend war es denn nach all den Meldungen von davor?
22. Januar 2007
Bill Parcells geht in Pension
Das hat aber lange gedauert: 15 Tage hat Bill Parcells gebraucht, um jenen Schritt zu vollziehen, der ihm nach der unglücklichen Niederlage gegen die Seattle Seahawks ins Gesicht geschrieben stand. 15mal morgens beim Rasieren in den Spiegel schauen und 15mal denken: Das sieht nicht optimistisch aus, nicht energetisch, nicht vielversprechend. Mit 65 die NFL endlich aufzugeben - nach einer erfolgreichen Karriere mit zwei Super-Bowl-Erfolgen mit den New York Giants, von denen einer (1990 gegen die Buffallo Bills) ein regelrechter Geniestreich war, und einer Hinterlassenschaft namens Bill Belichick, der seinem Mentor in den letzten Jahren aus der Ferne gezeigt hat, wie man heute coachen muss, wenn man gewinnen will - das muss Kraft gekostet haben. Vier Jahre war er in Dallas, wo man hohe Erwartungen pflegt. Er konnte sie nicht einlösen.
Blick zurück: Die Arena-Prognose nach der Niederlage gegen die Seahawks
Blick zurück: Der verhauene Field-Goal-Versuch, der Dallas die Playoffs vermasselte und Parcells mit leeren Händen nach Hause schickte - ein schönes Stück Fernsehen bei YouTube
Blick zurück: Die Arena-Prognose nach der Niederlage gegen die Seahawks
Blick zurück: Der verhauene Field-Goal-Versuch, der Dallas die Playoffs vermasselte und Parcells mit leeren Händen nach Hause schickte - ein schönes Stück Fernsehen bei YouTube
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7. Januar 2007
Singh-Sang und Seattles Sieg: Wild ist etwas anderes
Während Vijay Singh in Kapalua langsam, aber sicher einem Sieg zuschreitet und dabei vor allem durch seine Putting-Qualitäten überzeugt, lässt sich mit einem Blick auf den Fernsehschirm ganz entspannt das NFL-Playoff-Wochenende abhaken. Der wichtigste Punkt in der Bilanz: Die Mannschaften, die stärker eingeschätzt wurden, fanden alle am Ende Mittel und Wege zu gewinnen. Bleiben acht Teams übrig, die sich am kommenden Wochenende beharken.
In der NFC sind das
Chicago Bears - Seattle Seahawks
New Orleans Saints - Philadelphia Eagles
In der AFC spielen:
San Diego Chargers - New England Patriots
Baltimore Ravens - Indianapolis Colts
Wild war an dem Wild-Card-Wochenende nur ein Spiel: die Niederlage der Dallas Cowboys in Seattle, bei der den Zuschauern ein höchst unterhaltsamer vierter Spielabschnitt geboten wurde, der hauptsächlich aus einer Kette von Fehlleistungen bestand (für ein detailliertes Studium der kritischen Phase empfehlen wir diesen Post von dogfood bei alles aussersport). Hier statt dessen ein paar Gedanken, die die Themen streifen, die wir hier vor einer Weile angetextet haben. Zu erst einmal betreffend die Entscheidung von Mike Holmgren, bei Rückstand von 13:20 und einem Fourth Down zwei Yards vor der Endzone kein Field Goal zu probieren, sondern ein Laufspiel, das dann nicht funktioniert (siehe "Super-Bowl-Weisheiten, Folge 3" als Inspiration und Hintergrund-Info). Die Entscheidung war zwingend: Mit einem Field Goal kommt man nur auf 16:20 heran, braucht also immer noch einen Touchdown, um etwas zu erreichen. Da kann man den Touchdown auch gleich in diesem Moment probieren. Wenn man nicht scort, ändert sich nichts: Man braucht auch dann noch einen Touchdown, um zumindest gleichzuziehen. Ein weniger etablierter und weniger gut bezahlter Coach als Holmgren hätte womöglich trotzdem lieber die Field-Goal-Lösung gewählt. Wegen des besseren Eindrucks. Die Ironie der Entscheidung konnte der Seahawks-Trainer natürlich nicht ahnen. Dallas mit einer schlechter Ausgangsposition an der eigenen Zwei-Yard-Linie fängt sich einen Safety und muss danach den Ball schnurstracks wieder bei Seattle abliefern. Nicht schlecht für Holmgren und seinen Quarterback Hasselbeck, der postwendend den Touchdown produziert, der Seattle mit 21:20 in Führung bringt. Wiederum entscheidet Holmgren in diesem Moment richtig. Er lässt eine Zwei-Punkt-Conversion versuchen, um auf 23:20 zu kommen. Das bedeutet im Falle eines ja durchaus möglichen Dallas-Field-Goals, dass man sich zumindest in die Verlängerung retten würde. Wenn es nicht funktioniert, ist auch nichts passiert. Ein Point-After-Kick brächte nur einen Punkt. Damit wären die Seahawks bei 22 und ständen keinen Deut besser. Der Plan funktioniert nicht, aber unterstreicht erneut, wie Holmgren als Game Coach tickt: Er will immer eher mehr als weniger. Natürlich ist es nicht sein Verdienst, dass Tony Romo im Gegenzug den Field-Goal-Versuch von Dallas vergölst, aber es ist die Basis für eine aggressivere Haltung der Mannschaft im vierten Viertel. Holmgren hätte man hinterher keinen Vorwurf machen können, falls seine Mannschaft verliert.
Nun zu Dr. Z. und seiner Detail-Prognose (siehe vorhergehender Post hier). Falls Dallas das eigentlich sichere Field Goal kurz vor Schluss produziert, trifft sein Vorhersage von 23:20 für die Cowboys fast ein. Hut ab. Aber knapp daneben ist auch vorbei. Eine Wette gegen die Linie der Buchmacher in Las Vegas (Seattle gewinnt mit drei Punkten Vorsprung oder mehr) brachte dennoch Geld ein. Geld, um sich als Anhänger der Cowboys einen fetten Rausch an- und sich das Hundegesicht von Bill Parcells schön zu trinken, der in der Pressekonferenz ganz anders drauf war, als man ihn kennt. Keine cholerischen Attacken gegen die fragenden Reporter. Keine sarkastischen Bemerkungen auf Kosten der Spieler. Das sah aus, als ob der "Thunfisch" wusste, dass er am Ende seiner Fahnenstange angekommen war. Wir brauchen nicht zu wetten. Denn eines ist klar: Parcells geht in die Rente. Der Mann hat nichts mehr im Tank.
In der NFC sind das
Chicago Bears - Seattle Seahawks
New Orleans Saints - Philadelphia Eagles
In der AFC spielen:
San Diego Chargers - New England Patriots
Baltimore Ravens - Indianapolis Colts
Wild war an dem Wild-Card-Wochenende nur ein Spiel: die Niederlage der Dallas Cowboys in Seattle, bei der den Zuschauern ein höchst unterhaltsamer vierter Spielabschnitt geboten wurde, der hauptsächlich aus einer Kette von Fehlleistungen bestand (für ein detailliertes Studium der kritischen Phase empfehlen wir diesen Post von dogfood bei alles aussersport). Hier statt dessen ein paar Gedanken, die die Themen streifen, die wir hier vor einer Weile angetextet haben. Zu erst einmal betreffend die Entscheidung von Mike Holmgren, bei Rückstand von 13:20 und einem Fourth Down zwei Yards vor der Endzone kein Field Goal zu probieren, sondern ein Laufspiel, das dann nicht funktioniert (siehe "Super-Bowl-Weisheiten, Folge 3" als Inspiration und Hintergrund-Info). Die Entscheidung war zwingend: Mit einem Field Goal kommt man nur auf 16:20 heran, braucht also immer noch einen Touchdown, um etwas zu erreichen. Da kann man den Touchdown auch gleich in diesem Moment probieren. Wenn man nicht scort, ändert sich nichts: Man braucht auch dann noch einen Touchdown, um zumindest gleichzuziehen. Ein weniger etablierter und weniger gut bezahlter Coach als Holmgren hätte womöglich trotzdem lieber die Field-Goal-Lösung gewählt. Wegen des besseren Eindrucks. Die Ironie der Entscheidung konnte der Seahawks-Trainer natürlich nicht ahnen. Dallas mit einer schlechter Ausgangsposition an der eigenen Zwei-Yard-Linie fängt sich einen Safety und muss danach den Ball schnurstracks wieder bei Seattle abliefern. Nicht schlecht für Holmgren und seinen Quarterback Hasselbeck, der postwendend den Touchdown produziert, der Seattle mit 21:20 in Führung bringt. Wiederum entscheidet Holmgren in diesem Moment richtig. Er lässt eine Zwei-Punkt-Conversion versuchen, um auf 23:20 zu kommen. Das bedeutet im Falle eines ja durchaus möglichen Dallas-Field-Goals, dass man sich zumindest in die Verlängerung retten würde. Wenn es nicht funktioniert, ist auch nichts passiert. Ein Point-After-Kick brächte nur einen Punkt. Damit wären die Seahawks bei 22 und ständen keinen Deut besser. Der Plan funktioniert nicht, aber unterstreicht erneut, wie Holmgren als Game Coach tickt: Er will immer eher mehr als weniger. Natürlich ist es nicht sein Verdienst, dass Tony Romo im Gegenzug den Field-Goal-Versuch von Dallas vergölst, aber es ist die Basis für eine aggressivere Haltung der Mannschaft im vierten Viertel. Holmgren hätte man hinterher keinen Vorwurf machen können, falls seine Mannschaft verliert.
Nun zu Dr. Z. und seiner Detail-Prognose (siehe vorhergehender Post hier). Falls Dallas das eigentlich sichere Field Goal kurz vor Schluss produziert, trifft sein Vorhersage von 23:20 für die Cowboys fast ein. Hut ab. Aber knapp daneben ist auch vorbei. Eine Wette gegen die Linie der Buchmacher in Las Vegas (Seattle gewinnt mit drei Punkten Vorsprung oder mehr) brachte dennoch Geld ein. Geld, um sich als Anhänger der Cowboys einen fetten Rausch an- und sich das Hundegesicht von Bill Parcells schön zu trinken, der in der Pressekonferenz ganz anders drauf war, als man ihn kennt. Keine cholerischen Attacken gegen die fragenden Reporter. Keine sarkastischen Bemerkungen auf Kosten der Spieler. Das sah aus, als ob der "Thunfisch" wusste, dass er am Ende seiner Fahnenstange angekommen war. Wir brauchen nicht zu wetten. Denn eines ist klar: Parcells geht in die Rente. Der Mann hat nichts mehr im Tank.
5. Januar 2007
Wie Dr. Z rechnet: Eine Wild-Card-Betrachtung
Das kuriose an den Vorhersagen sogenannter Experten vor einem Football-Wochenende sind nicht die Begründungen. Die klingen immer plausibel oder gegen den Strich oder beides. Das verrückte sind die ganz konkreten Ergebnisprognosen. Angesichts so vieler Punktsammel-Möglichkeiten wie Touchdown (6), Point after (1), Field Goal (3), Safety (2), Two-Point-Conversion (2) scheint es absurd, ein Resultat wie dieses an die Tafel zu schreiben: 23:20. Damit hat sich der seit Jahrzehnten hoch angesehene Dr. Z. (bürgerlich: Paul Zimmerman) von Sports Illustrated in der Expertenrunde der offiziellen SI-Webseite verewigt. Seine Gedanken zum Match zwischen den Dallas Cowboys und Seattle Seahawks sind eher spärlich und enthüllen nur, dass er den Gästen aus Texas den Sieg zubilligt, weil er denkt, dass deren Quarterback Tony Romo das Ding in feindlicher Umgebung schon schaukeln wird. Aber wie würde Dallas diese 23 Punkte zusammenharken? Vielleicht so: Zwei Touchdowns plus Points After (14) und drei Field Goals (9) - das spräche eher für eine schwache Offensivleistung. Und ganz nebenbei: Die Cowboys haben keinen herausragenden Kicker: Den richtig guten haben sie rausgeworfen, weil er dann doch nicht so gut war wie erhofft. Und sein Ersatzmann Martin Grammatica ist bei allem von jenseits der 40 Yards ein Wackelkandidat. Um aber ein Field Goal von weniger als 40 Yards treten zu können, muss die Offensivformation den Ball noch ein gutes Stück näher an die Endzone herangeschleppt haben, weil die Torstangen hinter der Endzone stehen. Und zwar dreimal. Das trauen wir Tony Romo zu? Das Bild in Sachen Special Teams bei den Cowboys ist übrigens verheerend (wenn man die Auswertung der Spielstatistiken zu Grunde legt, wie dies von der Webseite Football Outsiders betrieben wird.
Wiederum: Weshalb sollten die Cowboys NICHT gewinnen? Zum Beispiel durch Interceptions, die zum Touchdown führen. Und warum sollten sie nicht mit einem Vorsprung von drei Punkten gewinnen? Nicht ausgeschlossen. Aber es wäre besser, das auch so bei der Prognose auszudrücken: Ganz genauso wie das die Wetter in Las Vegas tun, die die Punktdifferenz um Maß der Dinge machen und nicht ihre seherischen Fähigkeiten in Sachen Score. Bei den meisten Buchmachern würde man mit Dr. Z.'s Prognose ganz gut Geld machen. Die haben die Cowboys als Außenseiter vorgemerkt. Mit einem Punkterückstand von dreien.
Wiederum: Weshalb sollten die Cowboys NICHT gewinnen? Zum Beispiel durch Interceptions, die zum Touchdown führen. Und warum sollten sie nicht mit einem Vorsprung von drei Punkten gewinnen? Nicht ausgeschlossen. Aber es wäre besser, das auch so bei der Prognose auszudrücken: Ganz genauso wie das die Wetter in Las Vegas tun, die die Punktdifferenz um Maß der Dinge machen und nicht ihre seherischen Fähigkeiten in Sachen Score. Bei den meisten Buchmachern würde man mit Dr. Z.'s Prognose ganz gut Geld machen. Die haben die Cowboys als Außenseiter vorgemerkt. Mit einem Punkterückstand von dreien.
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27. September 2006
Owens dementiert Selbstmordabsichten
Die Ente des Tages, der Woche, des Monats etc: Terrell Owens hat soeben in einer Pressekonferenz erklärt, dass er nie die Absicht hatte, sich das Leben zu nehmen. Und dass er nicht unter Depressionen leidet. Das Dementi marschierte schnell durch die amerikanische Fernsehnachrichtenwelt. Ich habe sie auf dem Wall-Street-Kanal CNBC aufgeschnappt. Wall Street! "Definitiv eine unglückliche Situation", sagte Owens, den ich später in einer Wiederholung seines Auftritts bei seiner Pressekonferenz auf ESPN gesehen habe. Er gab zu, dass seine PR-Agentin den Notarzt angerufen hat, weil er nicht ganz bei sich war. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei wurde eingeschaltet. Aber das war's. Demnächst mehr in diesem Theater.
Blick zurück: Die vorsichtig getextete American-Arena-Meldung zum angeblichen Selbstmordversuch
Blick zurück: Die vorsichtig getextete American-Arena-Meldung zum angeblichen Selbstmordversuch
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NFL-Profi Owens: Polizei tippt auf Selbstmordversuch
Einer der besten Football-Profis der letzten Jahre soll am Dienstag versucht haben, sich mit einer Überdosis Schmerzmitteln das Leben zu nehmen. Terrell Owens von den Dallas Cowboys wurde ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er einem Freund erklärt hatte, er habe Depressionen. Owens wurde vor einigen Tagen eine Metallplatte in die rechte Hand eingesetzt, die er sich am Sonntag vor einer Woche im Spiel gebrochen hatte. Die Schmerzmittel hatte ihm sein Arzt verordnet. Einem Bericht von Associated Press zufolge war Owens noch am Dienstagnachmittag beim Training gewesen, wo er kurz mit Reportern geplaudert hatte, denen nichts an seinem Zustand aufgefallen war.
Owens ist wegen seiner egozentrischen Verhaltensweise in der Liga sehr umstritten. Er begann seine Karriere bei den San Francisco 49ers, erreichte mit den Phildelphia Eagles vor anderthalb Jahren den Super Bowl und bekam dort auf spektakuläre Weise die Kündigung, weil er sich permanent mit Quarterback Donovan McNabb behakte. Die Dallas Cowboys hatten ihm im März einen Drei-Jahres-Vertrag über 25 Millionen Dollar gegeben.
Ergänzung: Das gibt's nur in Amerika - Link zur Website Smoking Gun mit dem Polizeibericht von der Geschichte
Owens ist wegen seiner egozentrischen Verhaltensweise in der Liga sehr umstritten. Er begann seine Karriere bei den San Francisco 49ers, erreichte mit den Phildelphia Eagles vor anderthalb Jahren den Super Bowl und bekam dort auf spektakuläre Weise die Kündigung, weil er sich permanent mit Quarterback Donovan McNabb behakte. Die Dallas Cowboys hatten ihm im März einen Drei-Jahres-Vertrag über 25 Millionen Dollar gegeben.
Ergänzung: Das gibt's nur in Amerika - Link zur Website Smoking Gun mit dem Polizeibericht von der Geschichte
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