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23. Mai 2009
Ein Vollstrecker zu wenig
Während die beiden Mannschaften im Westen der NHL – die Detroit Red Wings und die Chicago Blackhawks – einander noch mächtig zusetzen und wir auf jeden Fall fünf Spiele erleben werden, kommt im Osten das Gefühl hoch: Pittsburgh ist einfach diesen elementaren Hauch besser als die Carolina Hurricanes. Heute abend gab es ein 2:5 2:6 im dritten Match der Serie. Die Niederlage war breits die dritte und rückt den Pott für die Cardiac Canes so gut wie außerhalb der Reichweite. Es sieht so aus, als habe Dennis Seidenbergs Mannschaft einfach einen Vollstrecker zu wenig. Besonders in den Überzahl-Situationen fehlt dem Team die zündende, schnelle Hand. Theoretisch kann man in Raleigh das Blatt natürlich noch wenden....wenn man die nächste vier Spiele allesamt gewinnt.
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Carolina Hurricanes,
NHL,
Pittsburgh Penguins
22. Mai 2009
Die Reise der Pinguine
Es ist etwas früh, eine Einschätzung der Playoff-Serie zwischen den Carolina Hurricanes und den Pittsburgh Penguins zu geben. In den ersten beiden Begegnungen waren die Mannschaften gleichwertig und die Penguins gewannen nur knapp (das 7:4 im zweiten Spiel spiegelt diesen Umstand leider nicht wieder). Das ist anders, als in den ersten Serien der Hurricanes gegen die New Jersey Devils und die Boston Bruins, wo die Mannschaft mehrfach regelrechte Aussetzer hatte und dann klar und deutlich abgefertigt wurde. Die zweimal 60 Minuten Hochspannung in den letzten beiden Begegnungen lassen den Schluss zu – zumindest auf den ersten Blick – dass das Team in Spielen, die unter etwas anderen Umständen ablaufen, durchaus gewinnen kann. Torwart Cam Ward hat keine sogenannten soft goals auf dem Gewissen. Die Energie und das Tempo im Angriff überzeugen. Und man sollte nicht von der kufen- und stocktechnische Genialität von Sydney Crosby und Jewgeni Malkin aufs Ganze schließen. Die Tore, die Malkin gestern bei seinem Hat-Trick produziert hat, macht er nicht jeden Abend.
Auf der anderen Seite gibt es Anzeichen dafür, dass die Hurricanes das nur hinbekommen, wenn die Penguins überheblich oder müde oder beides werden. Das gestrige Spiel war ein interessantes Beispiel dafür, das manche Mannschaften und einzelne Spieler in bestimmten Kombinationen manchmal noch einen Reservetank an mentaler und körperlicher Kraft haben und den noch anzapfen können, selbst wenn alles danach aussieht, als gehe ihnen gleich der Strom aus. Ich habe den Eindruck, dass hier der Pluspunkt bei den Penguins liegt und dass sie in einer Best-of-Seven-Serie das hinreichend in die Waagschale werfen können.
Solche Spiele, in denen mit enormem Tempo gearbeitet wird und der Puck ständig unterwegs ist, verdanken wir der Einsicht der Ligaführung, den Zerstörern und Kaputtmachern Grenzen zu setzen. Andere mögen das bedauern, dass die versteckten Ringkämpfe, das ständige Klammern und Halten vorbei ist und dass es nur selten zu Schlägereien kommt. Aber dabei kann es sich nicht um Liebhaber und Connaisseure des Spiels handeln. Das Schöne an dieser Art von aufgeheiztem Playoff-Eishockey ist, dass die Spieler die Grenze zwischen fair und foul ganz gut kapiert haben. Es gibt nur sehr wenige Strafen.
Im ersten Match gab es aber eine Szene, die zeigt, dass der neue Geist bisweilen klare Fehlentscheidungen produziert. Da wurde ein – in diesem Fall sehr wichtiges – Tor der Hurricanes abgepfiffen, weil Erik Cole vor dem Tor den Verteidiger mit einem harmlosen und regelgerechten Check zu Fall gebracht hatte. Ihm wurde angerechnet, dass der Verteidiger seinen Torwart umriss (der halb außerhalb seines Torraums geparkt war). Die Frage lautet: Wieso ist das strafbar, wenn der unmittelbare Gegenüber beim Körperkontakt das Gleichgewicht verliert? Hat der nicht gefälligst ebenfalls darauf zu achten, nicht seinen eigenen Torwart umzurempeln? Zu dem konkrete Fall gibt es eine Videoaufzeichnung (ab 4:37).
Noch eine Bemerkung zu Dennis Seidenberg. Der Mann zeigt in jedem Spiel seine Qualitäten (gestern schoss er ansatzlos ein hübsches Tor von der Blauen Linie), und immer weniger von jenen Sekundenbruchteilen, in denen er in der Defensive kleine Fehl- oder Spätreaktion produziert. Es wäre deshalb völlig unfair, darauf herumzuhacken. Niemand ist perfekt. Aber leider wird er auf ewig in den Videoaufzeichnungen des wirklich wahnsinnigen Malkin-Tores auftauchen. Er ist der Mann, der engagiert hinter dem Russen herfährt und ihn zu stören versucht. Niemand wird ihm ankreiden, was dann passiert: diese überraschende Drehung des Stürmers und seine Fähigkeit, dabei den Puck hochzuhebeln und aus extremem Winkel durch die Ritze zwischen Pfosten und Torwart Cam Wards linker Schulter zu ballern. Aber das wird den Deutschen nicht trösten. Es fehlte schließlich nicht viel, und er hätte Malkin diese Chance vermasselt.
Nachtrag: Das Video mit dem Malkin-Tor. Ein Backhander, mit dem er den Hat Trick vollendete
Auf der anderen Seite gibt es Anzeichen dafür, dass die Hurricanes das nur hinbekommen, wenn die Penguins überheblich oder müde oder beides werden. Das gestrige Spiel war ein interessantes Beispiel dafür, das manche Mannschaften und einzelne Spieler in bestimmten Kombinationen manchmal noch einen Reservetank an mentaler und körperlicher Kraft haben und den noch anzapfen können, selbst wenn alles danach aussieht, als gehe ihnen gleich der Strom aus. Ich habe den Eindruck, dass hier der Pluspunkt bei den Penguins liegt und dass sie in einer Best-of-Seven-Serie das hinreichend in die Waagschale werfen können.
Solche Spiele, in denen mit enormem Tempo gearbeitet wird und der Puck ständig unterwegs ist, verdanken wir der Einsicht der Ligaführung, den Zerstörern und Kaputtmachern Grenzen zu setzen. Andere mögen das bedauern, dass die versteckten Ringkämpfe, das ständige Klammern und Halten vorbei ist und dass es nur selten zu Schlägereien kommt. Aber dabei kann es sich nicht um Liebhaber und Connaisseure des Spiels handeln. Das Schöne an dieser Art von aufgeheiztem Playoff-Eishockey ist, dass die Spieler die Grenze zwischen fair und foul ganz gut kapiert haben. Es gibt nur sehr wenige Strafen.
Im ersten Match gab es aber eine Szene, die zeigt, dass der neue Geist bisweilen klare Fehlentscheidungen produziert. Da wurde ein – in diesem Fall sehr wichtiges – Tor der Hurricanes abgepfiffen, weil Erik Cole vor dem Tor den Verteidiger mit einem harmlosen und regelgerechten Check zu Fall gebracht hatte. Ihm wurde angerechnet, dass der Verteidiger seinen Torwart umriss (der halb außerhalb seines Torraums geparkt war). Die Frage lautet: Wieso ist das strafbar, wenn der unmittelbare Gegenüber beim Körperkontakt das Gleichgewicht verliert? Hat der nicht gefälligst ebenfalls darauf zu achten, nicht seinen eigenen Torwart umzurempeln? Zu dem konkrete Fall gibt es eine Videoaufzeichnung (ab 4:37).
Noch eine Bemerkung zu Dennis Seidenberg. Der Mann zeigt in jedem Spiel seine Qualitäten (gestern schoss er ansatzlos ein hübsches Tor von der Blauen Linie), und immer weniger von jenen Sekundenbruchteilen, in denen er in der Defensive kleine Fehl- oder Spätreaktion produziert. Es wäre deshalb völlig unfair, darauf herumzuhacken. Niemand ist perfekt. Aber leider wird er auf ewig in den Videoaufzeichnungen des wirklich wahnsinnigen Malkin-Tores auftauchen. Er ist der Mann, der engagiert hinter dem Russen herfährt und ihn zu stören versucht. Niemand wird ihm ankreiden, was dann passiert: diese überraschende Drehung des Stürmers und seine Fähigkeit, dabei den Puck hochzuhebeln und aus extremem Winkel durch die Ritze zwischen Pfosten und Torwart Cam Wards linker Schulter zu ballern. Aber das wird den Deutschen nicht trösten. Es fehlte schließlich nicht viel, und er hätte Malkin diese Chance vermasselt.
Nachtrag: Das Video mit dem Malkin-Tor. Ein Backhander, mit dem er den Hat Trick vollendete
15. Mai 2009
Zwei Seidenbergs
Dennis Seidenberg hat gestern zwei völlig unterschiedliche Spiele abgeliefert. In der Verteidigung verlor er oft den Puck oder wirkte beim Kampf um die Scheibe so, als ob seine Reflexe nicht ganz auf Touren sind. Im Angriff war er an zwei von drei Toren beteiligt. Für das erste sollte man ihm mehr geben als den einen Punkt für den Assist. Denn es war sein Schlagschuss, den Kapitän Rob Brind'Amour abfälschte. Beim zweiten, dem entscheidenden in der Verlängerung (Endstand: 3:2), fädelte er mit einem langen Pass aus dem eigenen Drittel nach vorne den Treffer ein. Ein halber Punkt für diese Tat täte es auch. Denn mit dem Zustandekommen selbst hatte er wenig zu tun. Aber so sind die Gebräuche in der NHL. Und Dennis Seidenberg wird damit schon ganz gut leben können. Zumal sein Platz im Team seit der Strafaktion des Trainers nach der ersten Niederlage in der ersten Runde gegen die New Jersey Devils, als er für eine Partie auf die Pressetribüne verbannt wurde, nicht mehr in Frage gestellt wurde. Die Carolina Hurricanes sind vermutlich froh, dass sie jemanden wie ihn haben – ein Spieler, der weniger als eine Million Dollar kostet, aber mehr leistet als so mancher in der Liga, der das Dreifache verdient. Allerdings darf man prognostizieren, dass ihm gegen die extrem schnellen Pittsburgh Penguins noch der eine oder andere Aussetzer passieren wird. Und wenn dann sein Torwart hinter ihm einen schwachen Abend hat, wird man in Raleigh vermutlich nicht dem Goalie die Schuld geben, sondern ihm. So sind die Gebräuche in der NHL.
Nach dem Erfolg gegen die Boston Bruins geht es ab Montag um den Einzug ins Stanley-Cup-Finale. Im Kampf um den Pott haben deutsche NHL-Pott einen schweren Stand. Außer Uwe Krupp mit Colorado Avalanche hat noch keiner von ihnen seine Finger an dem Silberding gehabt. Christoph Schubert war zuletzt mit Ottawa am nächsten dran (bei der Finalniederlage gegen die Anaheim Ducks). Jochen Hecht schaffte es mit Buffalo bis ins Halbfinale.
Nach dem Erfolg gegen die Boston Bruins geht es ab Montag um den Einzug ins Stanley-Cup-Finale. Im Kampf um den Pott haben deutsche NHL-Pott einen schweren Stand. Außer Uwe Krupp mit Colorado Avalanche hat noch keiner von ihnen seine Finger an dem Silberding gehabt. Christoph Schubert war zuletzt mit Ottawa am nächsten dran (bei der Finalniederlage gegen die Anaheim Ducks). Jochen Hecht schaffte es mit Buffalo bis ins Halbfinale.
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26. Mai 2007
Stanley-Cup-Hoffnungen: Der Gerber-Effekt
Man kann den Stanley-Cup nicht auf so viele unterschiedliche Arten und Weise gewinnen. Hier eine kurze Liste: Man muss in den Playoffs 16 Spiele (in vier Runden) für sich entscheiden. Man darf sich von Niederlagen nicht beeindrucken lassen. Man muss endlos Energie mitbringen. Man darf sich nicht sehr viele herbere Verletzungen einhandeln. Man darf nicht so viele dumme Fouls begehen. Man muss Nerven für die Sudden-Death-Verlängerungen besitzen. Man braucht einen Torwart, der genau in dieser Phase unbezwingbar scheint. Und - so sagen ein paar Spötter- man braucht Martin Gerber auf der Ersatzbank. Das hat den Carolina
Hurricanes im letzten Jahr sehr geholfen, die nach einem spannenden Halbfinale die verletzungsgeplagten Buffalo Sabres aus dem Weg räumten und dann wenig Federlesen mit den Edmonton Oilers machten. Martin Gerber sitzt in diesem Jahr bei den Ottawa Senators auf der Ersatzbank. Wieder ist der Mann aus dem Emmental der bestbezahlte Torwart im Team. Wieder hat er seine Position als Nummer eins an einen Jüngeren verloren. Diese Rolle scheint Gerbers Schicksal zu sein. Schon auf seiner ersten NHL-Station in Anaheim kam er an Stamm-Goalie Jean-Sebastian Giguere nicht vorbei (die schafften mit Gerber auf der Bank immerhin ins Finale). Übrigens: Mit zwei verschiedenen Clubs in zwei Jahren nacheinander den Pott zu gewinnen ist eine Kunst. Ab Montag geht es gegen die Anaheim Mighty Ducks. Ganz Kanada hofft...
Foto: flickr/creativecommons/robgrau
Hurricanes im letzten Jahr sehr geholfen, die nach einem spannenden Halbfinale die verletzungsgeplagten Buffalo Sabres aus dem Weg räumten und dann wenig Federlesen mit den Edmonton Oilers machten. Martin Gerber sitzt in diesem Jahr bei den Ottawa Senators auf der Ersatzbank. Wieder ist der Mann aus dem Emmental der bestbezahlte Torwart im Team. Wieder hat er seine Position als Nummer eins an einen Jüngeren verloren. Diese Rolle scheint Gerbers Schicksal zu sein. Schon auf seiner ersten NHL-Station in Anaheim kam er an Stamm-Goalie Jean-Sebastian Giguere nicht vorbei (die schafften mit Gerber auf der Bank immerhin ins Finale). Übrigens: Mit zwei verschiedenen Clubs in zwei Jahren nacheinander den Pott zu gewinnen ist eine Kunst. Ab Montag geht es gegen die Anaheim Mighty Ducks. Ganz Kanada hofft...Foto: flickr/creativecommons/robgrau
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