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26. März 2009

Beschwerden werden nicht entgegengenommen

Der Schweizer Nationaltorhüter Martin Gerber, der vor einer Weile von den Ottawa Senators an die Toronto Maple Leafs abgegeben wurde, kommt mit seiner NHL-Karriere nicht so richtig weiter. Bei seinem ersten Club in Anaheim saß er meistens auf der Bank. Bei seinem zweiten nahm ihm ein jüngerer Kollege den Stammplatz weg – ausgerechnet in dem Jahr, in dem die Carolina Hurricanes den Stanley Cup gewannen. Der Wechsel nach Ottawa lohnte sich zumindest finanziell. Aber sportlich ging es immer wieder rauf und runter. Die Senators entließen ihn in diesem Frühjahr aus dem Anstellungsverhältnis (über einen sogenannten Waiver). Und so landete er in Toronto. Jetzt hat er dort einen Schiedsrichter angemacht. Und auch das wirkt nicht wie heilende Medizin. Im Gegenteil. Die ehrpusseligen Kanadier betrachten so etwas eher als schlechtes Benehmen. Man beschwert sich nicht über Fehlentscheidungen. Man nimmt sie hin.

Die Maple Leafs haben übrigens kaum noch eine Chance auf die Playoffs und können sich allenfalls über eines freuen: Sie stehen derzeit einen Punkt besser als Ottawa, wo es rund um die Trade-Deadline neulich einige Geräusche um den Münchner Christoph Schubert gab. Er wurde jedoch nicht abgegeben. Sein Gehalt ist so niedrig, dass man ihn lieber behalten wollte. Der Verzicht auf Gerber war hingegen eine erhebliche Sparmaßnahme.

6. November 2007

Wann geht der Junge endlich heim?

Es gibt Eishockeykarrieren in Nordamerika, die sind von Anfang nicht weiter bemerkenswert. Sicher, Hoffnungen machen sich alle. Aber irgendwann nimmt bei jedem die realistische Einschätzung des eigenen Könnens und der Umstände zu, und dann heißt es: geschickt pokern, planen und Leistung zeigen. Ich bin in der Vergangenheit schon häufiger Schweizer Spielern nachgereist - erst zu Michael Riesen nach Edmonton, dann zu David Aebischer nach Denver und schließlich - im Stanley-Cup-Jahr zu Martin Gerber nach Raleigh und den Carolina Hurricanes. Aber nirgendwo gab es die ganz große Erfolgsgeschichte. Riesen stand nur kurz in der ersten Mannschaft und wurde abgehalftert, obwohl er klug spielte. Seine Torquote war nicht gut genug. Aebischer wurde nach dem Rücktritt von Patrick Roy bei den Colorado Avalanche zuerst - nicht ohne Vorbehalte - zur Nummer eins ausgerufen. Es dauerte nicht lange, und er gehörte zu den Opfern einer knallharten Wirtschaftspolitik. Erst machte ihm die saisonlange Aussperrung einen Strich durch die Verhandlungskalkulationen. Und dann wurde er über Montreal nach Phoenix durchgereicht, wo er neulich einen 600.000-Dollar-Vertrag unterzeichnen konnte und kurz danach in die Farm-Team-Welt von San Antonio abgegeben wurde. Martin Gerbers Situation ist hier schon mal angeklungen. Er kämpft noch immer um seine Reputation, nachdem man ihm finanziell bei den Carolina Hurricanes und den Ottawa Senators ganz gut versorgt hat. Wie lange wird sich zeigen. Je mehr er (gut) spielt, desto wahrscheinlicher wird ein Tausch mit einem Westküsten-Club.

Aebischers Geschichte ist besonders traurig. Denn der 29-jährige hat fast seine gesamte Profikarriere vom Erfolg geträumt, musste viel Geduld üben und muss nun erleben, wie man ihn auf die kalte Art entsorgt. Kein Wunder, dass er sich Gedanken macht, in die Schweiz zurückzukehren. Obwohl: Mangel an guten Torleuten gibt es dort nicht. Meinen alten Bericht über ihn aus Facts findet man hier. Das Internet ist eine Fundgrube...

22. September 2007

Der Klingelbeutel: Trikottausch? Nicht möglich

Jemand, der die Philadelphia Eagles so sehr verehrt, dass er sich das Trikot auf die Haut pinseln lässt und nicht im Fanartikel-Laden kauft, wird es akzeptieren, dass die Mannschaft so schlecht ist wie schon lange nicht mehr. Am Sonntag geht es nach zwei Auftaktniederlagen gegen die Detroit Lions, die ein ganzes Jahrzehnt total Banane waren, aber derzeit mit zwei Siegen aus zwei Begegnungen ziemlich gut aussehen. Dieses Trikot kann man nicht gegen das der Lions tauschen, höchstens abwaschen (via The 700 Level).

Christoph Schubert ist zu gut für die Ottawa Senators. Nein, wirklich. Erst geben sie ihm einen Vertrag über drei Jahre und 2,65 Millionen Dollar, was lächerlich anmutet, wenn man sieht, was andere bekommen (und wofür). Jetzt schieben sie ihn einfach nur herum. Am liebsten würde er in der Verteidigung spielen. Aber er muss meistens erneut im Sturm ran. Im ersten Spiel der Vorsaison gegen die Montreal Canadiens hatte er zwei Vorlagen.

Dafür scheinen sie in Ottawa endlich einen Club gefunden zu haben, bei dem sie den Emmentaler Torwart Martin Gerber los werden können. Der Schweizer sitzt seit Monaten auf einem finanziell gut gepolsterten Stuhl und wartet darauf, wohin die Reise geht. Er hatte die ihm zugedachte Position des Torhüters Nummer eins verloren und ist mit 4,75 Millionen Dollar Gehalt pro Jahr als Ersatzmann zu teuer für die Senators, die an allen Ecken und Enden sparen müssen, um die Salary Cap nicht zu überschreiten. Das neue Team? Unbestätigt, aber wahrscheinlich die Los Angeles Kings. Damit wäre Gerber wieder ziemlich genau dort, wo er mal angefangen hat - als Nummer zwei bei den Anaheim Mighty Ducks (inzwischen nur noch Ducks genannt).

Krisenfall Notre Dame stürzt im College-Football weiter ins Nichts. Nach drei erbärmlichen Niederlagen in Folge zu Beginn der Saison (ohne einen von der Offensive produzierten Touchdown), folgte heute gegen Michigan State Lektion Nummer vier (14:34). Was kommt als nächstes? Purdue, UCLA, Boston College und USC, ehe die Marineoffiziersanwärter der Navy aus Annapolis anreisen. Was wird passieren? Notre Dame wäscht Trainer Charlie Weis, weißer geht' nicht.

Foto: flickr/creativecommons/bearklektor

24. Juli 2007

Gerber sitzt und wartet. Sparprogramm für Schubert

Die NHL kämpft wirklich um jeden Zuschauer. Ab der kommenden Saison auch im Internet, wo man für eine nicht bekannt gegebene Gebühr die Spiele verfolgen kann und anderen Video-Content anschauen. Nicht jeder kämpft um jeden. Der Schweizer Nationaltorhüter Martin Gerber zum Beispiel, der zur Zeit bei den Ottawa Senators unter Vertrag ist, aber auf der Bank versauert, würde gerne zu einem Team wechseln, das ihn als Nummer eins zwischen die Stangen stellt. Clubs in Kalifornien, wo Gerber bereits als Ersatzmann im Einsatz war, und Arizona wurde er bereits angeboten. Aber man lehnte dankend ab. Das Problem scheint vor allem das Gehalt zu sein. Dem Mann aus dem Emmental stehen für die nächsten zwei Jahre noch insgesamt 7,4 Millionen Dollar zu. So gut und teuer hatte man ihn eingeschätzt, nachdem er vor einem Jahr mit den Carolina Hurricanes (als Ersatzmann) den Stanley-Cup gewonnen hatte. Die unangenehme Situation für die Senators: Sie einigten sich soeben - unter dem Druck eines anberaumten Schiedsgerichtsverfahrens - mit ihrem ihren ersten Mann Ray Emery und garantierten ihm für die nächsten drei Jahre 9,5 Millionen Dollar. Zwei derart teure Goalies kann sich kein Team im Zeitalter der Salary Cap leisten. Weshalb Christoph Schubert auf ein Sparprogramm gesetzt wurde. Sein neuer Drei-Jahres-Vertrag sichert ihm insgesamt nur vergleichsweise läppische 2,65 Millionen Dollar zu. Wie hart Schubert für sein Geld arbeiten muss, zeigt dieses Video:

26. Mai 2007

Stanley-Cup-Hoffnungen: Der Gerber-Effekt

Man kann den Stanley-Cup nicht auf so viele unterschiedliche Arten und Weise gewinnen. Hier eine kurze Liste: Man muss in den Playoffs 16 Spiele (in vier Runden) für sich entscheiden. Man darf sich von Niederlagen nicht beeindrucken lassen. Man muss endlos Energie mitbringen. Man darf sich nicht sehr viele herbere Verletzungen einhandeln. Man darf nicht so viele dumme Fouls begehen. Man muss Nerven für die Sudden-Death-Verlängerungen besitzen. Man braucht einen Torwart, der genau in dieser Phase unbezwingbar scheint. Und - so sagen ein paar Spötter- man braucht Martin Gerber auf der Ersatzbank. Das hat den Carolina Hurricanes im letzten Jahr sehr geholfen, die nach einem spannenden Halbfinale die verletzungsgeplagten Buffalo Sabres aus dem Weg räumten und dann wenig Federlesen mit den Edmonton Oilers machten. Martin Gerber sitzt in diesem Jahr bei den Ottawa Senators auf der Ersatzbank. Wieder ist der Mann aus dem Emmental der bestbezahlte Torwart im Team. Wieder hat er seine Position als Nummer eins an einen Jüngeren verloren. Diese Rolle scheint Gerbers Schicksal zu sein. Schon auf seiner ersten NHL-Station in Anaheim kam er an Stamm-Goalie Jean-Sebastian Giguere nicht vorbei (die schafften mit Gerber auf der Bank immerhin ins Finale). Übrigens: Mit zwei verschiedenen Clubs in zwei Jahren nacheinander den Pott zu gewinnen ist eine Kunst. Ab Montag geht es gegen die Anaheim Mighty Ducks. Ganz Kanada hofft...
Foto: flickr/creativecommons/robgrau