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8. November 2006

Wahlen in den USA: Totale Absage an die Republikaner

Wir hatten Wahlen gestern, bei denen usa-weit über eine ganze Reihe von Gouverneursposten, das gesamte Repräsentantenhaus in Washington und ein Drittel der zweiten Kammer, genannt Senat, abgestimmt wurde. Es sieht im Augenblick nach dem lange erhofften Umschwung aus. Klar ist: die Demokraten haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus geholt. Sie können die Republikaner im Senat ebenfalls aus den Angeln heben, wenn folgende Dinge passieren: Sie gewinnen die noch nicht entschiedenen extrem knappen Entscheidungen in Montana und Virginia, wo die Kandidaten jeweils einen hauchdünnen Vorsprung haben. Aber das ist noch nicht alles: Zwei unabhängige, überwiegend demokratisch gesonnene Senatoren müssen sich auch noch auf ihre Seite schlagen. Dann sitzen sie dort ebenfalls am Hebel.

Die beiden Ex-Football-Profis, über die hier vor einer Weile zu lesen war, haben sich folgendermaßen aus der Affäre gezogen: Der Republikaner Lynn Swann verlor in Pennsylvania klar gegen den amtierenden Gouverneur. Demokrat Heath Shuler, gewann seinen Wahlkreis in North Carolina und kehrt nach Washington zurück, wo er einst bei den Washington Redskins in der NFL nur wenig Ehre einlegen konnter. Everybody gets a second chance.

15. Oktober 2006

Politwerbung auf NASCAR-Auto

Viele Fotos sagen mehr als tausend Worte. Dieses Foto sagt eigentlich sehr wenig. Vor allem, wenn man nicht weiß, wer Heath Shuler ist (ein ehemaliger NFL-Quarterback). Was congress ist (in diesem Fall jene Kammer des amerikanischen Parlaments, das gemeinhin auch Abgeordnetenhaus genannt wird, die andere ist der Senat). Und um was für ein Fahrzeug es sich hier handelt: ein Rennwagen aus der NASCAR Busch Series, also aus der zweiten Liga der populären amerikanischen Stock Car Welt, deren Termine freitags beziehungsweise samstags live im Fernsehen übertragen werden. Jetzt kommt der eigentliche Clou. Die meisten Fans sind Rednecks, Republikaner oder noch schlimmer. Besonders beliebtes Symbol: die Fahne, mit der die Südstaaten sich im 19. Jahrhundert abspalteten und den Bürgerkrieg provozierten, in dem es unter anderem darum ging, die Sklaverei beizubehalten.

Shuler ist Demokrat. Das heißt, er verfügt über eine aufgeklärtere Sicht der Welt. Er tritt in einem Distrikt im westlichen North Carolina an, der Urheimat der NASCAR-Welt. Die Erfolgsaussichten waren bis vor kurzem gering. Aber die vom Irak-Krieg und permanenten Betrugs- und Vertuschungsskandalen gebeutelten Republikaner könnten in diesem Jahr (die Wahlen sind Anfang November) sogar Sitze verlieren, die sie seit 40 Jahren in Erbpacht verwaltet hatten. So stark ist der Gegenwind. Shuler ist zwar als Football-Profi wohlhabend geworden, aber war nie besonders erfolgreich. Die meiste Zeit verbrachte er bei den Washington Redskins.

In Pennsylvania bewirbt sich übrigens noch ein ehemaliger Football-Profi, Lynn Swann, der in den siebziger Jahren zu den überragenden Pipttsburgh Steelers gehörte, als Kandidat der Republikaner um ein wichtiges Amt. Er will Gouverneur werden und den demokratischen Amtsinhaber verdrängen. Umfrageergebnisse besagen, dass daraus nichts werden wird.