Auch der Pool der von der Nachrichtenagentur AP befragten Kunden kann sich einfach nicht vorstellen, dass man Roger Federer zum "Sportler des Jahres" ausrufen sollte, wenn man diese Auszeichung ernst nehmen will. Die Abstimmung ergab, dass man lieber den amerikanischen NASCAR-Fahrer Jimmie Johnson auf den ersten Platz setzt. Das Besondere: ein Automobilrennfahrer wurde im Rahmen dieser Wahl noch nie ausgezeichnet.
Man darf wohl annehmen, dass man früher nicht im Traum darauf gekommen wäre, die Leistung eines Menschen zu würdigen, der stundenlang links herum im Oval herumdüst. Sicher, die Ausdauerleistung eines NASCAR-Piloten über den Verlauf eines stundenlangen Rennens verlangt gewisse körperliche Fitness. Aber sie verlangt beim besten Willen nicht annähernd so viel Geschick und Talent wie die eines Weltklassetennisspielers. Von den besonderen Qualitäten eines Roger Federer gar nicht zu reden. Man darf davon ausgehen, dass hier genauso wie bei Sports Illustrated schlichtweg die nationalistischen Interessen den Ausschlag geben und nicht sportanalytische Intelligenz. Natürlich kann man auch über Johnson eine Menge Gutes sagen, nicht zuletzt, dass er in den letzten vier Jahren den Sprint Cup gewonnen hat, also eindeutig der beste Pilot der Serie ist. Aber bis zu der Chase-Phase hatte er in diesem Jahr ganze drei Rennen gewonnen (von 24). Das sah nun wirklich nicht überragend aus. Wenn Federer so schlecht abschneiden würde, wäre allenfalls Zehnter der Weltrangliste. So streng sind im Tennis die Bräuche.
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21. Dezember 2009
9. Dezember 2009
Jetzt offiziell: Danica zieht um
Danica Patrick will das Ganze.... hüstel, hüstel... langsam angehen lassen. Den Wechsel in die NASCAR-Rennwelt. Die laufenden IndyCar-Verpflichtungen lassen nichts anderes zu als einen Einstieg in die Nationwide-Serie. Einen Termin für einen ersten Start gibt es noch nicht. Wieviele Rennen sie bestreiten wird, steht auch noch nicht fest. Dafür aber gibt es ein Auto und – noch viel wichtiger – eine Nummer. Einen Chevrolet mit der Ziffer 7 und dem Sponsoren-Logo von GoDaddy.com, einem Domain-Händler, der seit einiger Zeit ihr Werbepartner ist. Demnächst mehr in diesem Theater.Blick zurück: Publikumsschwund bei NASCAR
Blick zurück: Danicas erster und bisher einziger Rennsieg
27. November 2009
NASCAR laufen die Zuschauer davon
Es sieht weiterhin eher trübe aus in der NASCAR-Welt. Vor allem bei den Fernsehübertragungen, wo der Abschwung in den Einschaltquoten querbeet durch alle Sender, die Rennen live übertragen (Fox, TNT, ABC) anhält. Es sind keine dramatischen Zuschauerverluste, aber sie sind deutlich genug, um den Verdacht zu nähren, dass diese uramerikanische Automobilserie den Zenit überschritten hat. Jahrzehntelang standen alle Zeichen auf Wachstum. Das galt für die Zahl der Schauplätze, das Fassungsvermögen der Rennstrecken, die geographische Ausdehnung aus dem Süden in alle Himmelsrichtungen und für die Einnahmen aus den Sponsorentöpfen. Es schien so, als hätten sie in Daytona im Hauptquartier des Familienunternehmens das von einem Otto-Motor betriebene Perpetuum mobile gefunden. Tatsächlich hatten sie nichts anderes gefunden als das Patentrezept, um einem vorwiegend weißen Publikum eine Sportart zu offerieren, in dem die Protagonisten anders als im Basketball und Football nicht schwarz sind.
Aber solches Wachstum sorgt für Sättigung. Besonders wenn der populärste Fahrer – Dale Earnhardt jr. – nicht gewinnt und wenn die Autos einen technologischen und stilistischen Standard repräsentieren, der irgendwo zwischen den siebziger und den achtziger Jahren stehen geblieben ist. Alle auflackierte Farbenpracht der Fahrzeuge mit ihren Firmenlogos und alle noch so große Bereitschaft der Fahrer und ihrer Teams, sich Fans und Medien gegenüber stets freundlich und zuvorkommend zu verhalten, reicht irgendwann nichts mehr aus, zusätzliches Interesse anzustacheln. Und natürlich hilft es NASCAR nicht, wenn die amerikanische Autoindustrie so aussieht, als ob sie die Fabriken zumachen muss, weil sie keine ansprechenden Fahrzeuge entwickelt. Gute Metakommunikation ist das nicht.
Die ersten Anzeichen für die Baisse kamen mit den exorbitanten Benzinpreisen des Jahres 2008, als es viele Zuschauer zuhause hielt, weil sie sich die Trips zu den Rennstrecken nicht mehr leisten konnten. Was die eigentliche Ironie der Geschichte ist, dass ausgerechnet die Mineralölfirmen und die Spekulanten hinter ihnen als Steigbügelhalter eines Trends arbeiteten, die ihren eigenen Interessen zuwider läuft. Aber das sehen wir in diesem Wirtschaftssystem häufiger, dass die Profiteure nie wissen, wann sie auf die Bremse treten müssten, um nicht selbst zu Schaden zu kommen (Stichwort: die an Wall Street hochgekochte jüngste Finanzkrise). Das Minus beim Live-Publikum hätte den Abfall der Einschaltquoten der Fernsehsender aufhalten können. Fans, die zuhause bleiben, würden ja normalerweise die Glotze einschalten, um auf dem Laufenden zu bleiben. Das mag so sein. Wenn ja, dann haben sich andere Publikumsgruppen abgewendet. Vermutlich also jene Peripherie- und Schönwetter-Zuschauer, die sich nicht wirklich für eine Sportart interessieren, sondern nur für den Unterhaltungswert, den sie abwirft.
Die werden vielleicht für kurze Zeit wiederkommen, wenn Danica Patrick am Steuer eines NASCAR-Autos sitzt. Denn sie wird jene vordergründig interessante Medienaufmerksamkeit auslösen, die sich kurzfristig in eye balls auswirken wird. Aber wenn die Frau genausowenig an Erfolg auf die Beine stellt wie in der Vergangenheit, normalisiert sich das schon bald wieder.
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28. Juni 2009
NASCAR wartet schon auf Danica Patrick
Die Geräusche werden unüberhörbar. Demnach wird Danica Patricks nächstes Auto wohl ein NASCAR-Schlitten sein. Jahrelang gab es zwischen den Open-Wheeler und den Stock-Car-Leuten nur wenig Durchlauf. Was erstaunlich ist, denn die Rennstrecken für beide sind ähnlich. Einer der Hauptgründe: Die amerikanischen Talente, die sich Chancen ausrechneten, zog es meistens gleich zu NASCAR und den dort existierenden regionalen Rennserien. Dort gab es Möglichkeiten, sich einzugewöhnen und nach oben zu arbeiten. Während dessen kam der Nachwuchs für die CART und Indycar-Autos zunehmend aus allen Teilen der Welt – aus Kanada, Brasilien, Frankreich, sogar aus Deutschland. Nachteil: Fahrer aus fremden Ländern hätten es lange Zeit extrem schwer gehabt, im Redneck-Milieu einer sternenbannerfixierten Mischpoke auch nur akzeptiert zu werden. Die Verhältnisse haben sich inzwischen ein bisschen geändert. NASCAR braucht mehr denn je Gesichter, die man verkaufen kann. Die Identitätsfindung über die Logos und die Produkte der Sponsoren reicht nicht mehr.
Der erfolgreichste Wechsler überhaupt ist Tony Stewart. Inzwischen hat sich offensichtlich nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch der ehemalige IndyCar- und Formel-1-Mann Juan Pablo Montoya aus Kolumbien etabliert. Ebenso deutlich ist das Interesse an anderen Autoherstellern gestiegen. Kein Wunder. General Motors (hatte einst mit Chevrolet und Pontiac zwei Marken im Rennen) und Chrysler (mit der Marke Dodge) werden sich auf die Dauer sehr beschränken müssen. Das Geld ist einfach nicht mehr vorhanden. Warum nicht Danica Patrick? Die Frau hat sich längst zu einer Werbefigur ersten Ranges hochgetunt. Die muss man niemanden mehr erklären. Ob sie in dem Gedröhne mithalten kann, ist eine andere Frage.
Der erfolgreichste Wechsler überhaupt ist Tony Stewart. Inzwischen hat sich offensichtlich nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch der ehemalige IndyCar- und Formel-1-Mann Juan Pablo Montoya aus Kolumbien etabliert. Ebenso deutlich ist das Interesse an anderen Autoherstellern gestiegen. Kein Wunder. General Motors (hatte einst mit Chevrolet und Pontiac zwei Marken im Rennen) und Chrysler (mit der Marke Dodge) werden sich auf die Dauer sehr beschränken müssen. Das Geld ist einfach nicht mehr vorhanden. Warum nicht Danica Patrick? Die Frau hat sich längst zu einer Werbefigur ersten Ranges hochgetunt. Die muss man niemanden mehr erklären. Ob sie in dem Gedröhne mithalten kann, ist eine andere Frage.
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15. Juni 2009
Der Klingelbeutel: Tote fahren länger
Vielleicht könnte das überall passieren, aber geschehen ist es in Mexiko, wo es eine separate NASCAR-Serie gibt. Da wurde der im Rennen führende Carlos Pardo auf der letzten Runde von hinten gerammt, der Wagen bei 190 km/h in eine Begrenzung geschleudert und so schwer zertrümmert, dass der Mann am Steuer 45 Minuten später an den Verletzungen starb. Er wurde trotzdem zum Sieger erklärt.
...ein Blogger, der sich vom Imperium NBC inhalieren lässt, verspricht auch weiterhin Unabhängigkeit und rattenscharfe Infos. Man wird sehen, ob ProFootballTalk das auch wirklich hinbekommt. Denn bekanntlich ist NBC einer der Finanziers der NFL und zeichnet sich hauptsächlich durch eine interessenidentische Cheerleader-Haltung aus (via The Big Lead).
...die Zeitung mit der Nase für das Thema war die New York Times. Unsereins hängt sich da nur dran. Allerdings freut man sich, wenn man mit Nachklappern immer noch vor den anderen Krach schlägt. So früh, dass ich heute morgen auf der Straße in New York dem aus Kalabrien stammende Hausbesitzer von schräg gegenüber von Guiseppe Rossi aus New Jersey erzählen konnte. Rechtzeitig vor dem Spiel Italien gegen USA und rechtzeitig vor dem ersten großen Auftritt dieses jungen Signore Rossi, der nach einem Bericht der FAZ "Weltmeister Italien gegen zehn Amerikaner vor einem Fehlstart beim Confederations Cup bewahrt" hat. Die Mannschaft gewann mit 3:1. Ob die Amerikaner gewonnen hätten, wenn der geborene Amerikaner Rossi für sie gespielt hätte, werden wir nie erfahren. Aber vielleicht gibt es mal irgendwann Computerspiele, mit denen man solche Unwägbarkeiten abwägen kann.
...ein Hinweis in eigener Sache. Der abschließende Bericht zum Meisterschaftserfolg der Los Angeles Lakers ist hier erschienen und steht morgen in der gedruckten Ausgabe der FAZ. Was die Printausgabe nicht bieten kann, sind Kommentare unter den Artikeln. Ich möchte aus gegebenem Anlass aber mal auch auf den Kommentar unter diesem Artikel hinweisen. Sehr lesenswert, weil voller guter Informationen. Davon wünscht man sich als Autor noch sehr viel mehr.
...ein Blogger, der sich vom Imperium NBC inhalieren lässt, verspricht auch weiterhin Unabhängigkeit und rattenscharfe Infos. Man wird sehen, ob ProFootballTalk das auch wirklich hinbekommt. Denn bekanntlich ist NBC einer der Finanziers der NFL und zeichnet sich hauptsächlich durch eine interessenidentische Cheerleader-Haltung aus (via The Big Lead).
...die Zeitung mit der Nase für das Thema war die New York Times. Unsereins hängt sich da nur dran. Allerdings freut man sich, wenn man mit Nachklappern immer noch vor den anderen Krach schlägt. So früh, dass ich heute morgen auf der Straße in New York dem aus Kalabrien stammende Hausbesitzer von schräg gegenüber von Guiseppe Rossi aus New Jersey erzählen konnte. Rechtzeitig vor dem Spiel Italien gegen USA und rechtzeitig vor dem ersten großen Auftritt dieses jungen Signore Rossi, der nach einem Bericht der FAZ "Weltmeister Italien gegen zehn Amerikaner vor einem Fehlstart beim Confederations Cup bewahrt" hat. Die Mannschaft gewann mit 3:1. Ob die Amerikaner gewonnen hätten, wenn der geborene Amerikaner Rossi für sie gespielt hätte, werden wir nie erfahren. Aber vielleicht gibt es mal irgendwann Computerspiele, mit denen man solche Unwägbarkeiten abwägen kann.
...ein Hinweis in eigener Sache. Der abschließende Bericht zum Meisterschaftserfolg der Los Angeles Lakers ist hier erschienen und steht morgen in der gedruckten Ausgabe der FAZ. Was die Printausgabe nicht bieten kann, sind Kommentare unter den Artikeln. Ich möchte aus gegebenem Anlass aber mal auch auf den Kommentar unter diesem Artikel hinweisen. Sehr lesenswert, weil voller guter Informationen. Davon wünscht man sich als Autor noch sehr viel mehr.
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13. Juni 2009
Der Klingelbeutel: Von Manchester über Paris nach Madrid
Christiano Ronaldo hatte offensichtlich noch nicht genug von diesem Video gesehen. Also machte er sich auf nach Los Angeles, zwecks wegen des eigenen Augenscheins. One Night in Paris...
Nachtrag: Guter Spruch zum Thema vom twitternden Oliver Fritsch: "Warum knutscht Ronaldo eigentlich mit der Hilton rum? Kann der sich keinen richtigen Mann nehmen?"
... Michael Vicks Zukunft in Atlanta ist offiziell zu Ende. Die Falcons haben versucht, den Quarterback an ein anderes NFL-Team abzugeben. Die Tauschambitionen führten ins Nichts. Jetzt wurde er aus seinen Vertragsverpflichtungen entlassen. Theoretisch könnte er bereits in der nächsten Saison als Free Agent irgendwo unterkommen.
...Nicht alle Leute, die man extra anheuert, um sich zuhause etwas sicherer zu fühlen, sind wirklich koscher. Basketballprofi Tony Parker (San Antonio Spurs) weiß von einem solchen Fall zu berichten. Ein Teil seines Privateigentums wurde von einem Angestellten auf Craigslist angeboten. Die Geschichte hat eine hübsche Pointe, die zeigt, dass Verbrecher auch im Zeitalter des Internet noch nicht viel schlauer geworden sind. Der mutmaßliche Täter bot ein Trikot von Tony Parker für 500 Dollar an, dass nach Schätzungen der Polizei um die 20.000 Dollar wert sein dürfte.
...Die Aktion von NASCAR-Fahrer Kyle Busch, der vor einer Woche nach dem Sieg in Nashville im Stil von Pete Townshend anno 1966 auf spektakuläre Weise die Gitarre zertrümmerte, die ihm als Ehrenpreis überreicht wurde, klingt noch nach. Busch sieht keinen Grund, sich für die radikale Tat zu entschuldigen (das spricht für ihn). Und sein Spruch über die Qualität der Arbeit des Gitarrenherstellers Gibson ist geradezu grandios: "Das Auseinanderbrechen verlief nicht ganz nach Plan. Gibson macht verdammt solide Gitarren." Das kann ich übrigens bestätigen. Von einem Besuch in der Fabrik vor ein paar Jahren in Memphis, wo wir zwar keine Zerstörungswut an den Objekten auslassen durften, aber sehen konnten, in welchem Zustand sich reparaturbedürftige Instrumente befinden: meistens in einem noch ziemlich brauchbaren. Noch mehr off topic: Im gleichen Haus sitzt Rock N Soul Museum. Das ist anders als die Manufaktur wirklich einen Besuch wert.
Nachtrag: Guter Spruch zum Thema vom twitternden Oliver Fritsch: "Warum knutscht Ronaldo eigentlich mit der Hilton rum? Kann der sich keinen richtigen Mann nehmen?"
... Michael Vicks Zukunft in Atlanta ist offiziell zu Ende. Die Falcons haben versucht, den Quarterback an ein anderes NFL-Team abzugeben. Die Tauschambitionen führten ins Nichts. Jetzt wurde er aus seinen Vertragsverpflichtungen entlassen. Theoretisch könnte er bereits in der nächsten Saison als Free Agent irgendwo unterkommen.
...Nicht alle Leute, die man extra anheuert, um sich zuhause etwas sicherer zu fühlen, sind wirklich koscher. Basketballprofi Tony Parker (San Antonio Spurs) weiß von einem solchen Fall zu berichten. Ein Teil seines Privateigentums wurde von einem Angestellten auf Craigslist angeboten. Die Geschichte hat eine hübsche Pointe, die zeigt, dass Verbrecher auch im Zeitalter des Internet noch nicht viel schlauer geworden sind. Der mutmaßliche Täter bot ein Trikot von Tony Parker für 500 Dollar an, dass nach Schätzungen der Polizei um die 20.000 Dollar wert sein dürfte.
...Die Aktion von NASCAR-Fahrer Kyle Busch, der vor einer Woche nach dem Sieg in Nashville im Stil von Pete Townshend anno 1966 auf spektakuläre Weise die Gitarre zertrümmerte, die ihm als Ehrenpreis überreicht wurde, klingt noch nach. Busch sieht keinen Grund, sich für die radikale Tat zu entschuldigen (das spricht für ihn). Und sein Spruch über die Qualität der Arbeit des Gitarrenherstellers Gibson ist geradezu grandios: "Das Auseinanderbrechen verlief nicht ganz nach Plan. Gibson macht verdammt solide Gitarren." Das kann ich übrigens bestätigen. Von einem Besuch in der Fabrik vor ein paar Jahren in Memphis, wo wir zwar keine Zerstörungswut an den Objekten auslassen durften, aber sehen konnten, in welchem Zustand sich reparaturbedürftige Instrumente befinden: meistens in einem noch ziemlich brauchbaren. Noch mehr off topic: Im gleichen Haus sitzt Rock N Soul Museum. Das ist anders als die Manufaktur wirklich einen Besuch wert.
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19. November 2008
Gehen die Stock-Car-Leute bald am Stock?
Ganz, ganz dunkle Wolken hängen über der einst so intakten und vielversprechenden Zirkus-Show namens NASCAR. Die amerikanische Autoindustrie kann sich nämlich im Prinzip die Ausgaben für die Rennserien nicht mehr leisten. Dazu kommen abnehmendes Zuschauerinteresse und ungünstige Prognosen aus der Sponsorenecke. Wenn man es mit den Meterologen sagen will: the perfect storm. Viel mehr zum Thema gibt es hier. Aber das wird noch nicht das letzte Wort gewesen sein.
14. Juli 2008
Der Klingelbeutel: Wir nennen sie eine Gal-ionsfigur
Der ehemalige Baunternehmer Dieter Esch, der in seiner weit zurückliegenden Vergangenheit mal wegen Betrugs in Tateinheit mit Konkursverschleppung im Gefängnis saß, probiert seit Jahren die New Yorker Model-Agentur Wilhemina in die erste Reihe zu bugsieren. Das ist mit den klassischen Gesichtern für das Mode- und Kosmetikgeschäft nie gelungen. Eine neue Initiative läuft nun über die Sportschiene. Nachdem man den berühmten und geschäftlich unerhört kregelen Golf-Trainer Deavid Leadbetter (Michelle Wie, Trevor Immelman und andere) von IMG loseisen konnte, angelte man sich ein paar weniger bekannte Gesichter auf der LPGA-Tour und nannte die Gruppe die Wilhelmina 7. "Wir haben diese Initiative entwickelt, um ein Loch im Markt für schöne und sportlich talentierte Golferinnen zu füllen", erklärte Esch in der offiziellen Presseerklärung. Zu den Auserwählten gehört auch die deutsche Spielerin Sandra Gal, die von Esch für die erste Kampagne in einen Bikini gesteckt wurde. Die anderen Bilder von ihr und restlichen sechsen gibt es hier.• Die Meldung, dass Präsidentschaftskandidat Barack Obama seine Wahlkampfkampagne auf den Sprint Cup ausdehnt, kam zu früh. Ein Sprecher dementierte die Geschichte in Sports Illustrated, die wir allzu eilig zitiert hatten.
• Es dauert immer eine Weile, bis die Persönlichkeitsmerkmale von erfolgreichen Sportlern durchschimmern. Die der 41jährigen Schwimmerin Dara Torres hat ihr Ex-Ehemann angedeutet und dabei eine hübsche Sottise verraten. Zwischen den beiden ist sozusagen viel Chlor im Wasser. Warum? Der Mann, dem die Scheidung zuzuschreiben ist und der Vater ihrer zweijährigen Tochter, war der Arzt, der Torres und ihrem Gatten vergeblich dabei geholfen hatte, schwanger zu werden. Nachtrag: Zu der Frage, was die Schwimmerin genommen haben könnte, um sich auf Olympianiveau zu trimmen, gibt es in diesem älteren Post einen hochinteressanten Kommentar von Laborant, der Argumente nennt, die für Wachstumshormone sprechen.
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11. Juli 2008
Packers oder Steelers oder was?
Nachdem wir demnächst bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen auf die Zielgerade einbiegen, ist es nur verständlich, dass die beiden Kandidaten die eine oder andere Anleihe beim Sport probieren. Sportbegriffe haben die Politikersprache schon vor langer Zeit infiltriert. Jetzt kommt die nächste Phase: Kandidaten, die ein intimes Verständnis für die jeweilige Sportart und sogar regelrechtes Interesse heucheln.
Das kann natürlich in die Hose gehen, besonders wenn mit jenseits der 70 schon Gedächtnislücken hat, die so groß wie Scheunentore sind. Wie John McCain. Der erzählte neulich in Pittsburgh eine Anekdote aus der schweren Zeit seiner Gefangenschaft im von den Amerikanern spöttisch genannten Hanoi Hilton während des Vietnam-Kriegs, wo er gefoltert wurde. Wenn sie auch ganz anders klang als die Version, die er einst in seinen Memoiren zu Papier gebracht hatte. In dem Buch hatte er erzählt, dass er, ein Marine-Pilot, den man in der Luft über Nord-Vietnam abgeschossen hatte, im Verhör Angriffsspieler der Green Bay Packers heruntergespult habe, als man ihn zwingen wollte, die Namen der Kollegen aus seiner Schwadron zu verraten. Anno 2008 wurde daraus plötzlich eine Liebeserklärung an die Pittsburgh Steelers und deren Verteidigungsreihe und erzwang eine peinliche Richtigstellung.
Der Republikaner McCain kann sich an vieles nicht erinnern, auch nicht an sein Votum im Senat, wonach er zwar dafür war, Medikamente wie Viagra für Männer als verschreibungspflichtig einzustufen, aber nicht Kontrazeptiva für Frauen, obwohl die sehr oft unter rein therapeutischen Vorzeichen verordnet werden. Die selektive Wahrnehmung der Welt ist für diesen Politikertypus nichts Neues und wird sich voraussichtlich noch bei weiblichen Wählern herumsprechen. Zumal McCain dafür ist, die Entscheidungsfreiheit von schwangeren Frauen in der Frage von Abtreibungen zu beenden. Bei diesem Thema hält es der Senator aus Arizona mit dem Papst.
Aber wir waren beim Sport und wollen deshalb noch ein Gerücht vermelden, wonach McCains formidabler Gegner Barack Obama einen Teil der Spendenmillionen, die er für seinen Wahlkampf ausgeben wird, einem Rennwagen-Team in der NASCAR-Serie um den Sprint Cup in den Rachen werfen will. Sports Illustrated vermeldet, dass er zunächst nur bei einem Rennen das Auto mit der Nummer 49 bepflastern will. Vorausgesetzt der Toyota mit Ken Schrader am Steuer qualifiziert sich. Vielleicht werden daraus auch mehrere Werbeauftritte. Die Idee ist nicht neu, aber sicher ihr Geld wert. Denn ein solcher Ausflug eines demokratischen Wahlkämpfers in eine feindliche Hochburg (sowohl die Betreiber als auch die Rednecks auf den Zuschauerrängen und den benachbarten Campingplätzen haben ein anderes Weltbild als Obama) wird sehr viel an Medienecho produzieren. Und es hilft auch noch dem Gegner: Die Eigentümer von Wagen Nummer 49 sind laut SI zwei "stramme Republikaner".
Das kann natürlich in die Hose gehen, besonders wenn mit jenseits der 70 schon Gedächtnislücken hat, die so groß wie Scheunentore sind. Wie John McCain. Der erzählte neulich in Pittsburgh eine Anekdote aus der schweren Zeit seiner Gefangenschaft im von den Amerikanern spöttisch genannten Hanoi Hilton während des Vietnam-Kriegs, wo er gefoltert wurde. Wenn sie auch ganz anders klang als die Version, die er einst in seinen Memoiren zu Papier gebracht hatte. In dem Buch hatte er erzählt, dass er, ein Marine-Pilot, den man in der Luft über Nord-Vietnam abgeschossen hatte, im Verhör Angriffsspieler der Green Bay Packers heruntergespult habe, als man ihn zwingen wollte, die Namen der Kollegen aus seiner Schwadron zu verraten. Anno 2008 wurde daraus plötzlich eine Liebeserklärung an die Pittsburgh Steelers und deren Verteidigungsreihe und erzwang eine peinliche Richtigstellung.
Der Republikaner McCain kann sich an vieles nicht erinnern, auch nicht an sein Votum im Senat, wonach er zwar dafür war, Medikamente wie Viagra für Männer als verschreibungspflichtig einzustufen, aber nicht Kontrazeptiva für Frauen, obwohl die sehr oft unter rein therapeutischen Vorzeichen verordnet werden. Die selektive Wahrnehmung der Welt ist für diesen Politikertypus nichts Neues und wird sich voraussichtlich noch bei weiblichen Wählern herumsprechen. Zumal McCain dafür ist, die Entscheidungsfreiheit von schwangeren Frauen in der Frage von Abtreibungen zu beenden. Bei diesem Thema hält es der Senator aus Arizona mit dem Papst.
Aber wir waren beim Sport und wollen deshalb noch ein Gerücht vermelden, wonach McCains formidabler Gegner Barack Obama einen Teil der Spendenmillionen, die er für seinen Wahlkampf ausgeben wird, einem Rennwagen-Team in der NASCAR-Serie um den Sprint Cup in den Rachen werfen will. Sports Illustrated vermeldet, dass er zunächst nur bei einem Rennen das Auto mit der Nummer 49 bepflastern will. Vorausgesetzt der Toyota mit Ken Schrader am Steuer qualifiziert sich. Vielleicht werden daraus auch mehrere Werbeauftritte. Die Idee ist nicht neu, aber sicher ihr Geld wert. Denn ein solcher Ausflug eines demokratischen Wahlkämpfers in eine feindliche Hochburg (sowohl die Betreiber als auch die Rednecks auf den Zuschauerrängen und den benachbarten Campingplätzen haben ein anderes Weltbild als Obama) wird sehr viel an Medienecho produzieren. Und es hilft auch noch dem Gegner: Die Eigentümer von Wagen Nummer 49 sind laut SI zwei "stramme Republikaner".
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6. April 2008
Rechtsrum gegen die Wand
Es ist keine gute Idee, auf einer NASCAR-Rennbahn in den USA nach rechts zu steuern. Die normale Fahrtrichtung auf den Ovalen ist linksherum. Hier hat ein Neuling beim Training offensichtlich wissen wollen, was passiert, wenn man den Grundsatz ignoriert. Das Verblüffende: Er stieg nach diesem Ritt gegen die Wand bei etwa 250 km/h und einer irren Saltoserie aus dem Auto aus und winkte den Zuschauern freundlich zu. Ob das beim nächsten Mal auch so gut ausgeht? Kaum anzunehmen.
8. Februar 2008
Zwei alte Feinde kurz vorm Zusammenschluss
Die alte Theorie aus der Volkswirtschaft, wonach Konkurrenz das Geschäft belebt, scheint nicht überall zu gelten. Nicht mal im Musterland des Kapitalismus, dem hiesigen. Zwölf Jahre haben sich die Indy Racing League (IRL) mit dem mächtigen Besitzer des Speedways in Indianapolis und die Urversion des Monocoque-Geschäfts in den USA - einst CART genannt, später in Champ Car umgetauft - wie zwei Boxer was auf die Augen gegeben. Jetzt wollen sie sich zusammenschließen. Das, nachdem beide extrem an Zuschauerinteresse eingebüßt haben. Die Reste zusammenfegen und zu einer Serie unter dem Dach der IRL zusammenkippen, ist wohl auch deshalb nicht mehr so schwierig, weil Speedway-Besitzer Tony George die Formel 1 verloren hat. Und weil die ChampCar-Herrschaften, finanziert von australischem Geld, kaum noch Teams haben. Unterschrieben ist noch nichts. Aber die Signale von den Verhandlungstischen klingen vielversprechend. Es wird höchste Zeit, wenn man sich anschaut, welche Typen ab der kommenden Woche in Daytona aus der Open-Wheel-Welt in die NASCAR-Kisten umsteigen. Montoya im letzten Jahr war nur der Anfang einer Karawane.
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30. November 2007
Der Klingelbeutel: NFL auf Dänisch
Zwei Mitangeklagte von Michael Vick im Tierquäler-Prozess wissen jetzt, was gefängnistechnisch auf sie zukommt. Der eine bekam 18 Monate, der andere 21. Und das obwohl sie als erste im Verfahren gestanden hatten und der Staatsanwaltschaft helfen wollten, den Quarterback als Hauptübeltäter zu fingern. Vick kann deshalb damit rechnen, dass seine Strafe noch höher ausfällt. Er marschierte bereits vor ein paar Tagen freiwillig in eine Strafanstalt und erhält als Belohnung noch ein getrenntes Verfahren des Staates Virginia an den Hals. Dass der einstige NFL-Star so etwas nicht hat kommen sehen und eine andere Freizeitbeschäftigung finden konnte, bleibt das große Mysterium.
Ein US-Blogger hatte den Mut, die dänische Version der gestrigen Übertragung vom NFL-Top-Spiel Dallas gegen Green Bay anzuschauen und sie zu beschreiben. So verwegen und so bedürftig waren manche, um das Spiel anzuschauen, das in den Vereinigten Staaten unter Ausschluss eines großen Teils der Öffentlichkeit stattfand.
Wenn NASCAR-Manager nach einer Erklärung dafür suchen sollten, wieso der enorme Publikumszuwachs der letzten Jahre abrupt zum Stoppen gekommen ist, sollten sie mal die Motorhaube öffnen und diesen Umstand reparieren: Seit fünf Jahren gewinnt ein Mann die Wahl zum populärsten Fahrer, der nicht die Spur einer Chance auf den Nextel Cup (demnächst Sprint Cup) hat. Was da passiert, nennen wir auf gut Englisch: disconnect. Wie funktioniert das? Dale Earnhardt jr. ist zwar in der Lage, einen Tross von Fans für sich einzunehmen - charmant und gut mit Werbeverträgen ausgestattet, wie er nun mal ist - aber die schalten nicht ein, solange er nicht vorne mitfährt. Die New York Times, die nur selten die Rennserie ausführlich unter die Lupe nimmt, vermerkte vor ein paar Tagen dieses überraschende Resultat: Das letzte Rennen aus Homestead außerhalb von hatte einen jämmerlichen 79. Platz in der Wochentabelle der Einschaltquoten produziert. Für die gesamte Saison meldete Bloomberg News dieses Resultat: Alle außer sieben Rennen von insgesamt 36 haben in der abgelaufenen Saison Zuschauereinbußen hinnehmen müssen. Natürlich könnte sich das ändern, falls Earnhardt in der nächsten Saison mal wirklich vorne mitjagt, und die Basis dafür ist mit seinem Teamwechsel auch gelegt. Aber die Konkurrenz pennt nicht und fährt vermutlich einfach besser Windschatten.
Blick zurück: Welche Themen die NASCAR-Welt in Fahrt bringen
Ein US-Blogger hatte den Mut, die dänische Version der gestrigen Übertragung vom NFL-Top-Spiel Dallas gegen Green Bay anzuschauen und sie zu beschreiben. So verwegen und so bedürftig waren manche, um das Spiel anzuschauen, das in den Vereinigten Staaten unter Ausschluss eines großen Teils der Öffentlichkeit stattfand.
Wenn NASCAR-Manager nach einer Erklärung dafür suchen sollten, wieso der enorme Publikumszuwachs der letzten Jahre abrupt zum Stoppen gekommen ist, sollten sie mal die Motorhaube öffnen und diesen Umstand reparieren: Seit fünf Jahren gewinnt ein Mann die Wahl zum populärsten Fahrer, der nicht die Spur einer Chance auf den Nextel Cup (demnächst Sprint Cup) hat. Was da passiert, nennen wir auf gut Englisch: disconnect. Wie funktioniert das? Dale Earnhardt jr. ist zwar in der Lage, einen Tross von Fans für sich einzunehmen - charmant und gut mit Werbeverträgen ausgestattet, wie er nun mal ist - aber die schalten nicht ein, solange er nicht vorne mitfährt. Die New York Times, die nur selten die Rennserie ausführlich unter die Lupe nimmt, vermerkte vor ein paar Tagen dieses überraschende Resultat: Das letzte Rennen aus Homestead außerhalb von hatte einen jämmerlichen 79. Platz in der Wochentabelle der Einschaltquoten produziert. Für die gesamte Saison meldete Bloomberg News dieses Resultat: Alle außer sieben Rennen von insgesamt 36 haben in der abgelaufenen Saison Zuschauereinbußen hinnehmen müssen. Natürlich könnte sich das ändern, falls Earnhardt in der nächsten Saison mal wirklich vorne mitjagt, und die Basis dafür ist mit seinem Teamwechsel auch gelegt. Aber die Konkurrenz pennt nicht und fährt vermutlich einfach besser Windschatten.
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6. November 2007
Auf der Piste
Auf die Idee muss man erst mal kommen: Dirk goes NASCAR. Natürlich sieht er dann nicht aus wie Michael Schumacher. Nowitzkis Abstecher auf die Rennbahn wurde ausführlich bei MavsMoneyball gewürdigt. Tatort: Texas Motor Speedway in Fort Worth, Tatzeit: 4 November 2007. Dirk wurde im Pressezentrum im Infield nach dem üblichen Kram gefragt. Welches Auto er fährt? "Ich habe einen Mercedes. Ich bin immer ein Mercedes-Fan gewesen. Und ich habe einen Pick-up-Truck. Wenn du in Texas lebst, musst du einen Pick-up-Truck haben." Welches die höchste Geschwindigkeit war, die er bisher gefahren ist? "Auf der Autobahn kannst du Gas geben. Ich sage mal 150 [entspricht 240km/h]. Für die Autobahn ist das ziemlich gut. Aber immer nur kurz. Es gibt nur zwei Spuren.")
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11. Oktober 2007
Angst vor ansteckenden NASCAR-Fans
Macht NASCAR krank? Auf eine bestimmte Art wahrscheinlich schon. Sonst hätte der Kongressausschuss, der für das Department for Homeland Security zuständig ist, nicht seinen Mitarbeitern vorgeschrieben, sie müssten sich impfen lassen, ehe sie zwei Renntermine besuchen. Homeland Security - das sind die Leute, die für Amerikas innere und äußere Sicherheit verantwortlich sind. Das sind die, die Millionen von illegalen Einwanderern finden und abschieben sollen, aber nicht wissen, wo sie damit anfangen sollen. Das sind die, die Besuchern aus dem Ausland an der Grenze die Fingerabdrücke nehmen und die unsereins bei der Rückkehr immer fragen, wie lange man abwesend war. Die haben jetzt anscheinend auch die Rednecks an der Piste im Visier. Wovor gilt es sich zu fürchten? Hepatitis A, Hepatitis B, Tetanus, Diphterie und Grippe. Sollten da nicht auch die Zuschauer geimpft werden? (via Deadspin)
27. September 2007
Wenn Dale jr. etwas enthüllt
Braucht jemand ein Synonym-Wörterbuch für den Begriff "devot"? Nicht im amerikanischen Sport. Da ist er - so geradlinig wie die Starrachse eines in Detroit gebauten Autos die Hinterräder verbindet - mit einem Begriff direkt verschweißt: NASCAR-Fans. Wie das kommt? Die lange Geschichte ist wirklich lang. Jahrelang. Die kurze geht so: Als Getränkehersteller Pepsi neulich eine Pressekonferenz veranstaltete, um zu verkünden, dass sie ab der kommenden Saison das Logo ihrer Marke AMP Energy Drink dick und breit auf das Auto von Dale Earnhardt jr. kleben, saßen 277.000 Zuschauer an ihren Fernsehgeräten und verfolgten die Übertragung live auf dem Speed Channel. Weitere 200.000 saßen am Computer und sahen die Veranstaltung über Streaming Video auf nascar.com. Major League Soccer wäre froh, wenn so viele Leute einschalten, um David Beckham spielen zu sehen. Von der National Hockey League, die an diesem Wochenende in London die neue Saison einläutet, gar nicht zu reden. "Das waren fast 500.000 Leute am Morgen irgendeines Wochentages, die bereits wussten, was er sagen wird und trotzdem einschalteten", fasst der FanHouse-Blog von AOL zusammen, wo wir diese Info gefunden haben. Wie langweilig war die Veranstaltung, bei der das Auto mit der Nummer 88 enthüllt wurde (das noch mit einem Co-Sponsor fährt - der Militäreinheit namens National Guard)? Wer zwei Minuten Zeit hat, sollte mal hier klicken.
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31. August 2007
NASCAR: Gibbs und Stewart demnächst mit Toyota?
Die NASCAR-Rennen waren jahrelang reines Insider-Getöse: Amerikanische Autofirmen und amerikanische Sponsorenkämpfen um die Aufmerksamkeit von amerikanischen Zuschauern. Allmählich verschieben sich die Gewichte. Nicht von den tradionellen Zentren in den Redneck-Provinzen im Süden in andere Längen- und Breitengrade, sondern auch im Innern der Blechkarossen. Das Engagement von Toyota in diesem Jahr war ein erstes Indiz, auch wenn es ziemlich unaufällig ablief, weil die Japaner offensichtlich bei der Auswahl der Teams und Fahrer keine gute Hand hatten. Ab dem nächsten Jahr schalten sie aber einen Gang hoch. In der kommenden Mittwoch wird voraussichtlich Joe Gibbs Racing bekannt geben, dass sie auf Toyota umsteigen. Gibbs, das ist jener Football-Coach, der in den achtziger Jahren mit den Washington Redskins dreimal den Super Bowl gewann, dann von Langeweile befallen wurde und 1992 einen Rennstall aufmachte. In den 15 Jahren haben seine Fahrer dreimal den Winston/Nextel-Cup gewonnen. Sein bestes Pferd ist Tony Stewart. Ab der nächsten Saison kommt Kyle Busch dazu.
Joe Gibbs hat inzwischen die Leitung des Teams an seinen Sohn abgegeben und arbeitet wieder als Trainer der Washington Redskins. Mit weniger Erfolg, als er das gewohnt ist. Die tragen ihr erstes Saisonmatch gegen die Miami Dolphins am 9. September aus.
Joe Gibbs hat inzwischen die Leitung des Teams an seinen Sohn abgegeben und arbeitet wieder als Trainer der Washington Redskins. Mit weniger Erfolg, als er das gewohnt ist. Die tragen ihr erstes Saisonmatch gegen die Miami Dolphins am 9. September aus.
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8. Juli 2007
NASCAR: Am 7.7. Siebter mit Wagen Nummer 07
Kein Witz: Am 7.7.07 wurde die Nummer 07 Siebter bei einem NASCAR-Rennen. Es war das Abendrennen in Daytona - genannt Pepsi 400. Erst recht kein Witz: NASCAR wird demnächst den Hauptsponsor für die Jahreswertung offiziell umtaufen - von Nextel zu Sprint. Der Schritt schien nur eine Frage der Zeit, nachdem Nextel schon eine Weile von Sprint aufgekauft worden war und als Brand vom Planeten verschwindet. Wahrscheinlich kam nun alles zuletzt alles ganz schnell ans Laufen, weil der Rechtsstreit mit Sprint-Konkurrent AT&T um die Werbepartnerschaft eines der Teams in die entscheidende Phase kommt. Da konnte sich das NASCAR-Management nicht leisten, solche konkurrenz- und brandrelevanten Fragen weiterhin so leger zu behandeln wie bisher. Sprint ist endlich mal ein guter Name für einen Pott aus dem Automobilrennbereich. Der Wechsel wird am 1. Januar 2008 vollzogen.
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25. Juni 2007
Montoya gewinnt sein erstes Rennen von Bedeutung
Wir haben zu vermelden: Juan Pablo Montoya, Kolumbiens Antwort auf Dale Earnhardt sr., hat am Sonntag sein erstes Rennen um den Nextel-Cup gewonnen. Es wurde in Sonoma/Kalifornien auf einer Strecke ausgetragen, die gewisse Ähnlichkeiten mit einer Formel-1-Piste besitzt. Das war jedoch nicht der entscheidende Faktor. NASCAR-Fahrer, die sonst meistens auf Ovals fahren, haben durchaus mehr drauf, als nur links herum brettern. Montoya gewann mit seinem Dodge, weil er die skeptischen Sprit-Kalkulationen seiner Crew nicht eintrafen. Er hatte am Ende mehr Sprit im Tank als gedacht und musst nicht mehr an die Boxen beziehungsweise kam im Ziel an, während einigen Rivalen um die Spitze der Saft ausging. Die Leistung von Montoya, war trotzdem bemerkenswert, weil er kein konservatives Rennen fuhr, sondern kontiniuerlich attackierte und sich dabei durchaus auch mal verbremste. NASCAR-Teams benutzen drei verschiedene Chassis im Laufe einer Saison - neben dem für die Mehr-Kurven-Strecke sind es eins für die kleinen Ovale und eins für die High-Speed-Pisten. Mit anderen Worten: Der Sieg bedeutet erstmal noch gar nichts in der Karriere der Nummer 42. Einmal ist keinmal.
18. Juni 2007
NASCAR: Mussolini lässt grüßen
Die NASCAR-Leute waren noch nie Kinder von Traurigkeit. Die herbe Note des Parfums, das sie verbreiten, riecht nicht umsonst nach Gummi und verbrannten Oktan. Und ihre geschäftlichen Methoden waren nicht von ungefähr immer diktatorisch einfach. Die Familie France in Daytona bestimmt (im Einklang mit ein paar Rennstreckenbesitzern). Und die anderen müssen folgen. Das brachte Geld und stabiles Wachstum und sicher auch diesen patriarchalischen Eifer, der sich bisweilen in heftigen Auseinandersetzungen Luft macht. Aber dies ist selbst für NASCAR eine dicke Nummer: Die Organisation hat die Telefonfirma AT&T auf 100 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt, weil sie durchgedrückt hat, dass sie ihr Logo groß und breit auf den Wagen von Jeff Burton kleben kann. Burton (Nummer 31) fuhr früher mit dem Markennamen Cingular durch die Gegend, was so lange gut und schön war, wie es dieses Unternehmen noch gab. Aber AT&T hat Cingular neulich aufgekauft, will den Markennamen beerdigen und möchte nun von dem existierenden Sponsorenvertrag profitieren.
NASCAR stellt sich auf den Standpunkt, dass so etwas gar nicht in Frage kommt, weil die Mobiltelefonfirma Nextel, die den Cup sponsert (für 700 Millionen Dollar über zehn Jahre), um den sich alles dreht, exklusive Werberechte genießt. Das wäre alles noch verständlich, wenn es nie diese Cingular-Spezialerlaubnis gegeben hätte, mit der man bei NASCAR möglich machte, was man eigentlich nicht will: dass zwei Konkurrenten im selben Werbeumfeld auftauchen dürfen. Tatsächlich sind es drei, denn es gibt noch einen weiteren Sponsor aus dem Milieu: die Firma Alltel (mit Ryan Newman in der Nummer 12).
Kompliziert? Eigentlich nicht (mehr). AT&T hatte erstinstanzlich vor Gericht gewonnen und kann deshalb seit Mitte Mai Burton mit der neuen Aufschrift auf die Pisten schicken. Oder vielleicht auch doch. NASCAR behauptet, dass AT&T mit dieser Klage gegen den existierenden Vertrag mit der Rennserie verstoßen hat. Wie das? Nach den Vorstellungen der Herrscher in der NASCAR-Zentrale hat kein Geschäftspartner auch nur das Recht, sich vor Gericht gegen Entscheidungen zur Wehr zu setzen. Solches Verhalten "untergräbt die Autorität von NASCAR als der sanktionierenden Institution" im Bereich Stock-Car-Rennen. Und das ist laut Vereinbarung geschäftsschädigend. Weshalb man 100 Millionen Dollar Schadensersatz fordert und ein Gericht in Atlanta angerufen hat, um diesen absurden mussolinihaften Anspruch durchzusetzen.
Wir bleiben dran.
NASCAR stellt sich auf den Standpunkt, dass so etwas gar nicht in Frage kommt, weil die Mobiltelefonfirma Nextel, die den Cup sponsert (für 700 Millionen Dollar über zehn Jahre), um den sich alles dreht, exklusive Werberechte genießt. Das wäre alles noch verständlich, wenn es nie diese Cingular-Spezialerlaubnis gegeben hätte, mit der man bei NASCAR möglich machte, was man eigentlich nicht will: dass zwei Konkurrenten im selben Werbeumfeld auftauchen dürfen. Tatsächlich sind es drei, denn es gibt noch einen weiteren Sponsor aus dem Milieu: die Firma Alltel (mit Ryan Newman in der Nummer 12).
Kompliziert? Eigentlich nicht (mehr). AT&T hatte erstinstanzlich vor Gericht gewonnen und kann deshalb seit Mitte Mai Burton mit der neuen Aufschrift auf die Pisten schicken. Oder vielleicht auch doch. NASCAR behauptet, dass AT&T mit dieser Klage gegen den existierenden Vertrag mit der Rennserie verstoßen hat. Wie das? Nach den Vorstellungen der Herrscher in der NASCAR-Zentrale hat kein Geschäftspartner auch nur das Recht, sich vor Gericht gegen Entscheidungen zur Wehr zu setzen. Solches Verhalten "untergräbt die Autorität von NASCAR als der sanktionierenden Institution" im Bereich Stock-Car-Rennen. Und das ist laut Vereinbarung geschäftsschädigend. Weshalb man 100 Millionen Dollar Schadensersatz fordert und ein Gericht in Atlanta angerufen hat, um diesen absurden mussolinihaften Anspruch durchzusetzen.
Wir bleiben dran.
16. Mai 2007
Mal reinhören: NASCAR im deutschsprachigen Radio
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