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6. Januar 2007

Larry Brown: Comeback in Philadelphia

Man kann Larry Brown eigentlich nur bewundern. Einerseits wegen seiner Reputation als Basketballtrainer, der an jedem Arbeitsplatz (und das waren viele) aus den Spielern mehr herauszuholen in der Lage war als sein Vorgänger. Andererseits wegen des Gehalts, das ihm seine zwei letzten Arbeitgeber aufs Konto überwiesen. Das war Spitze in der NBA (zuletzt 10 Millionen Dollar pro Jahr von den New York Knicks). Man knan ihn auch nur bewundern, wie er den Rauswurf in New York verarbeitete: wie ein standfester Puncher, der einen Schlag aufs Kinn als Provokation empfindet und zurückkeilt. Das hat Knicks-Besitzer Cablevision 18 Millionen Dollar als Nachschlag gekostet. Geld, für das Brown nicht arbeiten muss. Anders gesagt: Ein Mann in seinem Alter hat mit diesem Geld und den sicher gut angelegten Überschüssen aus den Jahren davor, sicher die Rente zusammen. Aber offensichtlich ist ihm das Leben mit seiner jungen Frau und einem jungen Kind zu langweilig. Also mischt er jetzt wieder mit. Bei den Philadelphia 76ers, die soeben Allen Iverson los geworden sind, mit dem er sich einst ständig in den Haaren lag. Als Trainer wollten sie ihn nicht haben. Sein Titel lautet Executice Vice President und das heisst, er hat eine beratende Rolle. So schlecht wie die 76ers derzeit sind, ist das gut genug für den Mythos. Auch diese Mannschaft kann eigentlich nur noch besser werden.

8. November 2006

Gefühlte 18 Millionen

Die New York Times berichtet in ihrer neuesten Ausgabe, wieviel Geld Larry Brown, der ehemalige Trainer der New York Knicks, bei der gütlichen Einigung mit dem Club erhalten hat: 18,5 Millionen Dollar. Ich werde an diesem Wochenende einen Lottoschein ausfüllen. Vielleicht habe ich bei den Zahlen genauso viel Dusel. Sind ja nur Millionen.
Blick zurück: Die erste Meldung über die Ausschüttung vor einer Woche - mit dem gefühlten Betrag

31. Oktober 2006

Knicks schütten aus. Brown sagt danke

Wir denken uns eine Zahl zwischen 10 und 20 Millionen aus und schreiben Sie an den Anfang dieser Meldung und fügen ein Dollarzeichen hinzu. Wie wär's mit 18 Millionen Dollar? Fein. Sagen wir also 18 Millionen Dollar. Ist vermutlich sowieso egal. Denn wie hoch die Summe auch immer sein wird, die Larry Brown nach seinem Streit mit den New York Knicks bekommt - niedrig ist etwas anderes. Und nahe dran an den 41 Millionen Dollar, die ihm der Club noch im Rahmen des Disputs zahlen sollte, kann sie nicht sein. Dann hätte man im Madison Square Garden sicher gesagt: Okay, dann soll David Stern die Angelegenheit entscheiden.

Den NBA-Commissioner hatten beide Parteien tatsächlich angerufen, weil sie sich nach dem Rauswurf des Erfolgstrainers nach nur einer Saison in New York nicht einigen konnten. Stern hörte sich beide Seiten lange an und empfahl, einen Kompromiss zu finden. Das haben sie geschafft. Aber nun will keiner über die Details reden. Deshalb darf über den Betrag spekuliert werden. Und darüber, wo der Wandersmann als nächstes anheuert. Brown hatte im Laufe seiner Karriere bei jedem Team für messbare Leistungssteigerungen gesorgt. Die Knicks waren seine erste sportliche Pleite (wenn man die Arbeit in Athen mit der Nationalmannschaft nicht mit einrechnet, weil das ein Sonderfall ist.)
Blick zurück: Die erste Geschichte in der Arena über den Streit. Dort war fälschlicherweise von 52 Millionen Dollar die Rede

4. Oktober 2006

Kampf um 52 Millionen Dollar

Larry Brown kämpft noch immer um die 52 Millionen Dollar Gehalt, die ihm seiner Meinung nach aufgrund des Rauswurfs bei den New York Knicks zusteht. Wir erinnern uns. Larry Brown ist der Trainer der Athener US-Olympiamannschaft, der bei seiner Wanderschaft quer durch die USA jede Mannschaft besser gemacht hat, die er in den Händen hatte, und dafür vor zwei Jahren in Detroit mit dem Titelgewinn endlich auch belohnt wurde. Besser gemacht hat der Mann, der als Spieler Gold 1960 in Rom gewann und als Coach auch eine US-Meisterschaft im Collegebasketball zu Buche stehen hat (mit Kansas) wirklich alle - außer eine Truppe aus lauter Unbelehrbaren: die New York Knicks.

Die hatten ihn nur wenige Monate zuvor aus Detroit weggelotst, wo es ebenfalls einen Streit um ausstehende Gehaltszahlungen gab. Die Knicks wollten Brown, der als exzellenter Pädagoge und Psychologe gilt, weil sie seit einer Weile mit einer der teuersten Mannschaften der Liga nichts anderes auf die Beine bekommen als eine unterirdische Saison nach der anderen. Der Retter wurde schon bald zum Blitzableiter - besonders für Stephon Marbury, der überschätzte und extrem teure Point Guard, und eine Gurkenleistung, die man schon nicht mehr begreifen kann. Nach dem Ender der Saison wurde Brown gefeuert, weil er angeblich gegen Regularien des Clubs verstoßen hatte. So hatte er mit Journalisten über Personaldinge geredet, obwohl er einen Maulkorb verpasst bekommen hatte, und er soll sich darum gekümmert haben, Kontakte zu anderen Clubs anzubahnen, um Spieler zu tauschen. Das wäre im Normalfall eine gute Tat. Die Knicks und ihr glückloser Manager Isiah Thomas betrachteten es jedoch als Amtsanmaßung.

Der Gehaltsstreit kreist um die Frage: Steht Brown angesichts solcher Verfehlungen noch Geld zu oder nicht? Die Frage wird von NBA-Commissioner David Stern entschieden, der als Schiedsrichter angerufen wurde und eine bindende Entscheidung treffen wird. Ein Kompromiss ist ausgeschlossen. Er wird entweder für Brown oder gegen ihn entscheiden. Browns Chancen stehen nicht schlecht. Denn die Vorwüfe an seine Adresse wurden erst nach der Kündigung erhoben nicht vorher. Mit anderen Worten: Sie können nicht die Basis für den Rauswurf gewesen sein, sondern nur nachgereichte, zusammengezimmerte Rechtfertigungen

Die erste Verfahrensphase mit zwei Tagen der Anhörung beider Seiten ging nach Informationen der New York Daily News gestern zu Ende. Mit einer Entscheidung ist so schnell nicht zu rechnen. Brown wird derweil nicht darben. Er gehört seit Jahren zu den bestbezahlten Coaches der NBA.

Noch ein Post Scriptum: Isiah Thomas, der vor einer Weile von einer Angestellten beschuldigt worden war, sie sexuell genötigt zu haben, hat das Problem noch nicht vom Hals. Es wird zwar kein Strafverfahren geben, aber die Frau kann mit einer ganz erheblichen Abfindung rechnen. Das hat eine Behörde, die sich um Diskriminierung am Arbeitsplatz kümmert, klar gemacht. Das Geld sollten die Knicks noch haben, vor allem, wenn sie von David Stern einen Freifahrtschein bekommen.