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3. August 2010

Die Welt zu Gast in Akron

Tiger Woods ist in der Stadt. Die Stadt heißt Akron. LeBron James ist auch irgendwie in der Stadt. Oder besser in der Zeitung von der Stadt. Die Zeitung heißt Akron Beacon-Journal. Woods spielt im Firestone Country Club im Rahmen der World Golf Championship. Ein Termin, bei dem die Besten aus den USA und aus Europa in einem exklusiven Feld um sehr viel Geld spielen. Dass Woods in Akron ist, wäre nicht weiter bemerkenswert. Denn er spielt schrottig und hat das Plateau seiner Leistungsfähigkeit überschritten (was auch eine Altersfrage ist, denn jenseits der 35 wird es schon rein körperlich immer schwieriger, vier Tage lang mit dem Können der Nachwachsenden mitzuhalten). Aber Woods ist noch immer das meal ticket der Sportschreiber in Amerika. Wenn sie einen Dreh finden können, sich über ihn auszulassen, dann tun sie es. Warum? Nicht wegen der Sex-Affäre und ihren Folgen. Sondern, weil er an Platz eins der Weltrangliste steht. Weil man ihm zutraut, zum ersten Mal seit seiner Rückkehr wieder ein Turnier zu gewinnen. Und, ja, wenn ihm das gelänge, das wäre doch bemerkenswert, oder nicht? Akron wurde so zum Testfall ausgerufen. Schließlich hat er hier in der Vergangenheit immer dominiert. Wenn er diesmal nicht gewinnt, muss man ihn wohl endgültig zum Has-Been herunterstufen, oder nicht? So geht das seit Tagen in den Sportteilen, die auf diese Weise kostbaren Platz verschwenden, den sie ganz anderen Golf-Themen widmen könnten.

Da macht es LeBron schon besser. Er verzichtet darauf – ganz der Narziss, der er nun mal ist – den Sportteil zu behelligen. Er kauft gleich eine ganzseitige Anzeige in der Zeitung, um den Lesern zu versichern, dass sein Wechsel aus dem nahen Cleveland in das ferne Miami, nichts an seinen heimatlichen Gefühlen zu Akron ändern wird. Oder in den gedrechselten Worten von King James:

"An meine Familie, Freunde und Fans in Akron:
Ich habe mein gesamtes Leben in Akron verbracht und bin deshalb ein wirklich glücklicher Mensch. Hier habe ich gelernt, Basketball zu spielen und die Leute getroffen, die zu für mein ganzes Leben zu meinen Freunden und Mentoren wurden. Ihre Art, ihre Aufmunterung und ihre Unterstützung werden immer mit mir sein. Akron ist meine Heimat und der zentrale Brennpunkt [sic!] meines Lebens. Hier habe ich begonnen, und hierher werde ich immer wieder zurückkehren. Ihr könnt versichert sein, dass ich für diese Stadt auch weiterhin alles tun werde, was ich kann, was für meine Familie und mich so wichtig ist. Vielen Dank für die Liebe und die Unterstützung. Ihr bedeutet mir alles."

Vielleicht sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass Akron zwar viel Gummi, aber keine guten Wortschmiede produziert hat (der beste war wohl dieser Mann, ein reputierlicher Redakteur der New York Times). Und auch die Sache mit dem Gummi hat nachgelassen. Die – heute japanische – Firma Bridgestone wäre vor ein paar Jahren fast aufgrund der mangelhaften Qualität ihrer Reifen pleite gegangen.

Das mit den Anzeigen scheint übrigens Schule zu machen (und ist eine nette Geste in Richtung eines darbenden Zweigs der Medienindustrie). Der Litauer Zydrunas Ilgauskas spendierte gestern dem Cleveland Plain-Dealer eine Seite ("Dear Cleveland...."). Darin bitter er die Fans der Cavaliers um Verständnis für seine Entscheidung, in Miami neben James um den Meisterschaftserfolg zu spielen, der ihm in Ohio nicht vergönnt war. Ilgauskas war im März von den Cavaliers an die Wizards abgegeben worden, und dann als Free Agent für ein paar Groschen wieder eingekauft worden. Er hat im Laufe seiner langen Karriere in Cleveland mehr als 100 Millionen Dollar brutto abgesahnt. In Miami spielt er für 2,8 Millionen.

19. Juli 2010

Der neue Coach von LeBron

Als der langjährige Assistent Erik Spoelstra von Pat Riley zu seinem Nachfolger als Trainer der Miami Heat ernannt wurde, kam die Beförderung aus deutscher Sicht mit einer kleinen, interessanten Marginalie daher. Spoelstra hatte nach seiner Zeit am College in Portland vergeblich versucht, einen NBA-Club von seinen Talenten als Aufbauspieler zu überzeugen und war durch ein paar Kontakte beim TuS Herten gelandet. Ich habe nach seiner Ernennung ein bisschen im Ruhrgebiet herumgefragt, ob sich überhaupt noch jemand an diese Zeit – die neunziger Jahre – und an diesen Spieler erinnern kann. Tatsächlich. Spoelstra hatte einen guten Eindruck hinterlassen, als er nach zwei Jahren wieder in sein Heimatland zurückkehrte und einen Job in Miami annahm, um dort als Videokoordinator der Heat ganz unten in der Hierarchie anzufangen. Nach der zweiten Liga in Deutschland – der Club konnte ihm inmmerhin eine mietfreie Wohnung stellen und ein kleines gebrauchtes Auto – und erstem Geld, war er dort angekommen, wo bereits sein Vater (in der Funktion eines Marketingspezialisten gearbeitet hatte): in der NBA.

Mich hat seitdem der Typ Spoelstra stark interessiert. Vor ein paar Monaten haben wir uns im Rahmen eines ausführlichen Telefon-Interviews miteinander unterhalten. Auffällig: Er sagt nicht gerne irgendetwas, was auch nur entfernt als eitel, selbstbewusst, entschieden, parteilich etc. ausgelegt werden könnte. Es war unmöglich aus diesem Mann das Bekenntnis herauszuholen, dass er auch einen Anteil daran hatte, dass Miami 2006 gegen Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks nach zwei Niederlagen und einem Rückstand von 13 Punkten im vierten Viertel des dritten Spiels die fast schon komplett versemmelte Finalserie drehte und gewann. Seiner Meinung nach handelte es sich hauptsächlich um eine Willensleitung von Dwayne Wade und das Know-how von Pat Riley. Schwer zu glauben, wenn man weiß, dass Spoelstra damals fürs Scouting und für die Taktik verantwortlich war. Aber, nun gut...

Eigentlich wollte ich über den Ex-Hertener etwas schreiben, als die Playoffs begannen, aber der wenige Platz in der FAZ ließ das nicht zu, zumal die Mannschaft früh ausschied. Der Wechsel von LeBron James und Chris Bosh nach Miami rückte Spoelstra allerdings erneut in den Vordergrund. Und so entstand dieser Text, der am Samstag in der Printausgabe erschien und heute online publiziert wurde. Jetzt macht es nichts mehr, ob Riley ihn angesichts der enormen Erwartungen früh feuert oder nicht. Der kleine Gedenkstein, den ich ihm setzen wollte, ist gepflanzt.

12. Juli 2010

Stadt zwingt Team zum Bleiben: Mit riesigen Subventionen

Es wäre alles halb so schlimm, wenn amerikanische Politiker nicht dauernd ganz ganz generell gegen Subventionen wettern würden. Wenn sie Kultur und Museen und Theater fördern würden und nicht alles einfach dem kleinsten gemeinsamen Trash-Geschmacks-Nenner überlassen würden. Stattdessen schmeißen sie immer wieder den Eigentümern von Sportclubs (und damit den überbezahlten Athleten) das Geld des Steuerzahlers in den Rachen. Angeblich ist das gut für die Förderung des Lokalstolzes und soll auch Arbeitsplätze schaffen (klar: für Hot-Dog-Verkäufer und Parkwächter). Die Liste ist ellenlang und riecht nach einem System, bei dem die Wohlhabenden und Gutvernetzten den politische weniger gut Vertretenen in die Tasche fassen. Jüngstes Beispiel: die Indiana Pacers zwangen die Stadt Indianapolis, 33,5 Millionen Dollar auszugeben, um auf diese Weise die Abwanderung des Teams zu verhindern. Das Geld geht in die Unterhaltung der Halle in der Innenstadt (Conseco Fieldhouse) und riecht nach einem hübschen Geschenk. Denn der Club ist der de-facto-Manager der Arena und verdient an allem mit, was sonst noch dort auf die Beine gestellt wird. Um diese Geschäfte abzuwickeln, verlangten die Pacers einen Zuschuss und erhielten zehn Millionen Dollar pro Jahr von der Stadt.

Schon klar, wer den Schaden hat... Die Mannschaft ist auch noch extrem grottig und wird bis auf weiteres keine Rolle in der NBA spielen. Der Interessante im Team: Tyler Hansbrough, der vor einem Jahr aus dem überragenden Pool der Jungs von North Carolina gedraftet wurde.

10. Juli 2010

LeBron & Co. – im Zirkus der Alpha-Tiere

Das größte Spektakel abseits vom Spielfeld, das die NBA je erlebt hat, hinterließ am Ende nur einen faden Eindruck. Es ging zwar um viel. Schließlich war (ist?) LeBron James der rundum beste Spieler in der Liga. Aber das ändert sich nicht durch seinen Wechsel zu einem anderen Club. Er wird, was seine Solo-Performances angeht, in Miami nicht mehr bieten als in den sieben Jahren bisher in Cleveland. Wenn man so will: das Beste von LeBron James haben wir bereits gesehen. Im neuen Trikot mit der Nummer sechs wirken die Kabinettstückchen nicht besser.

Wovon wir allerdings nur einen Vorgeschmack erhalten haben, ist die extreme ESPN-fizierung der Sportberichterstattung. Denn die Sondersendung am Donnerstagabend aus Greenwich/Connecticut sorgte für eine bemerkenswerte Einschaltquote. Der Rating-Wert belief sich auf 7,3, was ungefähr acht Millionen Haushalten entspricht. Das ist das Grundrauschen, um einen Begriff aus der WM-Berichterstattung von dogfood auf allesaussersport zu entlehnen. Eine Kennziffer für den Buzz, der dem Basisinteresse in den USA an einer Figur wie LeBron James, entspricht wenn ein paar Kriterien erfüllt werden:

• Die Ausstrahlung muss in der Prime Time stattfinden.
• Das Sportangebot auf anderen Kanälen muss dünn sein.
• Es muss vorher hinreichend Spannung aufgebaut worden sein, damit die Mitteilung der bereits gefassten Entscheidung als besonderes Ereignis verkauft werden kann.
• Es müssen sich hinreichend andere Medien-Outlets nicht zu schade sein, um den Vorgang selbst tagelang aus allen spekulativen Richtungen zu beackern.
• Die Hauptfigur muss ein Sympathieträger sein, vom dem sich viele wünschen, er käme womöglich auch zu ihrem Club.

Die Ironie der Geschichte ist: LeBron James selbst hat in der Abteilung "Sympathieträger" an diesem Abend sehr viel Kredit verspielt. Da half es auch nichts, dass er ESPN den Weg verbaute, aus dem Event mehr als 2 Millionen Dollar an Werbeeinnahmen zu vereinnahmen (die Werbespots wurden von einem eigens von James und seiner Marketingfirma gegründeten Unternehmen an langjährige Werbepartner verkauft und die Einnahmen angeblich für wohltätige Zwecke bereitgestellt). Die Einlassungen über die Gründe seines Wechsels wirkten schlichtweg nicht begründet, sondern fischig. Denn dass jemand wie er mit den Cleveland Cavaliers keine Titel gewinnen kann, ist schlichtweg nicht wahr. Die Mannschaft zeigte Jahr und Jahr in leicht unterschiedlichen Besetzungen, dass sie Chancen auf die Meisterschaft hat. Die einzige Frage, die sich über die Zeit stellte, war: Ist LeBron James als Star einer Mannschaft überhaupt in der Lage, solch eine Leistung zu produzieren? Es ist die gleiche Frage, die man sich bei Dirk Nowitzki vorlegt. Manche Basketballer sind einfach keine Meisterschafts-Typen, weil sie die innere Struktur eines Teams nicht auf eine Weise dominieren wie das etwa Michael Jordan bei den Chicago Bulls getan hat. In Chicago vergingen übrigens auch viele Jahre, ehe die Bulls eine Formation zusammen hatten, die mehr war als eine Jordan-Highlight-Show. Nicht zu unterschätzen: Der Trainerwechsel, der Phil Jackson, Tex Winter und die Triangle Offense zu den Bulls brachte.

Das heißt: Der Wechsel ist ein Eingeständnis von Schwäche. Das ist a priori kein Problem. Basketball ist eine Mannschaftsportart. Da braucht man eine Reihe von guten Leuten, um eine derartige Mammutsaison an der Spitze zu beenden. Und ebenso ein hervorragendes Trainerteam, das im entscheidenden Moment mit taktischen Geniestreichen aufwarten kann. Aber die Vermarktungsarena rund um den Sport von heute tickt nicht derart differenziert. Alles in der Außendarstellung – vor allem in der NBA – baut sich auf eine Reduktion der Auseinandersetzungen auf dem Platz auf eine Willensleistung der Stars im direkten Spiel gegeneinander auf. Die Medien sind auf diesen Alpha-Tiere-Zirkus hereingefallen und stricken an den entsprechenden Mythen. Sei es in der Vorberichterstattung, wenn die Begegungen von Teams mit namhaften Profis als Duell der stars charakterisiert wird, oder in der Nachbearbeitung, wenn am liebsten spektakuläre Einzelleistungen gefeiert werden. In diesem Schema sah das bisher so aus: In Cleveland war James der King. In Miami ist das Dwayne Wade. LeBron – ein König ohne Land.

Diese Denkfixierungen auf Individuen und deren Persönlichkeitsmerkmale macht nirgendwo halt. So hatten sowohl Dwayne Wade in einem Fernsehinterview bei ESPN als auch LeBron James bei seinem seltsamen Auftritt erklärt, dass sie mit dem seit zwei Jahren amtierenden Trainer Erik Spoelstra zusammen werden. Woher kam die Neugier nach Spoelstra? Nun Team-Präsident Pat Riley hatte schon einmal einen jüngeren Trainer, den er selbst installiert hatte, ohne erkennbaren Grund auf die Seite geschoben und sich selbst wieder zum Inszenator Rex ernannt. Das war die Saison, in der Miami am Ende zum ersten und bisher einzigen Mal die Meisterschaft gewann. Der geschasste Stan van Gundy (offiziell hatte er seinen Rücktritt eingereicht, um "mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen"), zeigte wenig später in Orlando, was er kann. Rileys Post-Titel-Phase hingegen entblößte ihn schließlich als Kaiser ohne neue Kleider. Der höchst unzufriedene Shaquille O'Neal wurde nach Phoenix weggetauscht (für Shawn Marion and Marcus Banks). So zog er sich 2008 wieder in die Chefetage zurück und übergab seinem langjährigen Assistenten Erik Spoelstra den Posten.

Spoelstra hat in der NBA nur in einem Club gearbeitet – bei den Miami Heat, wo er 1995 als Videospezialist anfing und sich allmählich nach oben arbeitete. Als die Mannschaft nach zwei Niederlagen in der Finalserie 2006 gegen die Dallas Mavericks im letzten Viertel des dritten Spiels einen Rückstand von 13 Punkten aufholte und das Match gewann und anschließend auch die Serie, war Spoelstra Chefscout und Taktikfuchs auf der Bank. Eine Rolle, die er heute gerne herunterspielt. Ich nehme mal an, weil man das in der Zunft so macht. Und weil er nicht den Eindruck erwecken möchte, als bräuchte eine Figur wie Pat Riley wirklich Hilfe.

Niemand sollte sich wundern, wenn die Spekulationen eintreffen, die seit gestern von der New York Daily News und von yahoo gestreut werden. Bis zum Beginn der Saison ist es noch weit. Ich tippe allerdings, dass Spoelstra, der mit einer nicht besonders guten Mannschaft in der ersten Runde der Playoffs gegen die Boston Celtics ausschied, eine ganze Weile lang fest im Sattel sitzen wird. Der Rest hängt, wie immer, von den Ergebnissen ab, die die Mannschaft einfährt.

Mehr zu dem LeBron-Tamtam gleich im Deutschlandfunk in der Sendung Sport am Samstag (Beginn: 19.10 Uhr).

Sehr zu empfehlen: Diese Betrachtung von Matt Taibbi im Rolling Stone zum Donnerstags-Ereignis und den Weiterungen dieses Inszenierungsstils aus der Reality-TV-Ecke auf das amerikanische Fernsehen und die von der Medienkultur beherrschte amerikanische Politik.

8. Juli 2010

Wade und Bosh und James gehen zusammen auf Kaperfahrt

LeBron geht zu LeHeat. Der Deal geht über fünf Jahre, aber nicht für die volle mögliche Summe. Die Details müssen noch ausgehandelt werden. Es ist das Modell, das man bei den Boston Celtics probiert hat, wo es geklappt hat. Garnett und Allen wurden geholt, um mit Pierce zusammen einen Dreier-Nukleus zu bilden. Drumherum wurde mit preiswerten Restbeständen ein funktionierendes Gerüst gebaut. Was einmal funktioniert, kann natürlich auch zweimal hinhauen. Aber bis auf weiteres hat man in Miami nicht mal genug Spieler. Und viel Geld können Sie den Stützpfeilern auch nicht bieten. In Cleveland gehen jetzt die Lichter aus (nachdem die LeBron-Trikots abgefackelt sind, die enttäuschte Anhänger seit einer Stunde in Brand stecken).

Blick zurück: Der Cleveland-Blues

7. Juli 2010

Die LeBron-Vertragsshow geht auf Sendung

LeBron James wird am Donnerstagabend bei ESPN live seine Entscheidung darüber bekanntgeben, bei welchem NBA-Club er einen Vertrag abschließen wird. Welches Schweinderl er gerne hätte? Die Gerüchte machen den Eindruck vom Inneren eines anderen Tieres – einer geschlachteten Gans (oder was die Auguren im alten Rom für ihre Vorhersagen genommen haben). Falls Dwayne Wade bleibt und Chris Bosh auf seine Seite zieht (danach sieht es zur Zeit aus), hat James zwar theoretisch auch die Möglichkeit, nach Florida umzuziehen. Aber das wäre ein Riesenschritt weg aus Ohio. Mit Stoudamire zu den New York Knicks und der Entscheidung von Dirk Nowitzki in Dallas zu bleiben, sind weitere Puzzlestücke vom Tisch. Wen holen die Mavericks, um endlich eine Grade A-Mannschaft zusammenzubauen? Die Ortszeitung spekuliert, dass Jermaine O'Neal in Frage kommt, sollte es Brendan Hawywood woanders hinziehen. Gleichzeitig wird der Dirkster mit seiner Einschätzung zitiert, wonach ein Center im heutigen Spiel nicht mehr besonders wichtig ist. Bewegliche Allrounder seien entscheidender. Konkrete Namen allerdings nennt er nicht. Was dafür spricht, dass die Besten von denen – also Wade, Bosh und LeBron – für die Mavericks unerreichbar sind. Nowitzki mag ja finden, dass Dallas eine attraktive Stadt ist. Aber das klingt aus dem Mund von jemandem, der außer Würzburg sonst noch nirgendwo anders gelebt hat, nicht besonders überzeugend. Immerhin darf man Chefmanager Donnie Nelson zutrauen, dass er im Hintergrund und leise zu antichambrieren versteht und ein paar Möglichkeiten entdeckt, die andere gar nicht sehen. Abwarten, also.

3. Juli 2010

Big D bleibt in Big D

ESPN meldet soeben, dass Dirk Nowitzki in Dallas bleiben wird. Der Unterschied zum alten Vertrag: Eine No-Trade-Klausel, die außer ihm nur ein Mann in der Liga hat – Kobe Bryant. Wenn man sonst nichts braucht im Leben.

2. Juli 2010

Dirks Taktik: Hinhalten

Dirk Nowitzki spielt seit Tagen ein Spiel, das er noch nie gespielt hat: showboating. Während ihm sein Club die Karten komplett auf den Tisch gelegt und das tarifvertragliche Maximalgehalt für ein Vier-Jahres-Vertrag über 96 Millionen Dollar geboten hat, entschied er sich erneut dafür, dem Club-Manager Donnie Nelson nicht in die Augen zu schauen. Ursprünglich hatte er die Rückkehr aus Würzburg nach Dallas zum Verhandlungsgespräch für Donnerstag angekündigt. Nach dem Zwischenstopp in New York gab er Freitag als neuen Termin durch. Auch der wurde inzwischen verschoben. Nun soll es am Samstag klappen. Hat Dirk Nowitzki womöglich Wind von einer Rochade, die ihn zu den Miami Heat bringen könnte, die heute in Cleveland offiziell um LeBrons Hand angehalten haben (während Dwayne Wade nach einem Abstecher in Chicago bei den New York Knicks vorbeigeschaut hat).

Die Entwicklung wird übrigens von amerikanischen Sportsendern auf intensivste Art gecovert. Geredet wird viel. Nichts Genaues weiß keiner.

1. Juli 2010

Dirk auf dem Weg nach Dallas

INDIANAPOLIS, UNITED STATES - SEPTEMBER 06:  WM 2002, Indianapolis; Dirk NOWITZKI/GER mit seinem Foerderer Holger GESCHWINDNER  (Photo by Andreas Rentz/Bongarts/Getty Images)
Während LeBron James in Cleveland Hof hält und am ersten Tag der mit dem 1. Juli angebrochenen Verhandlungsphase die Vertreter der New Jersey Nets und der New York Knicks empfing, wurde Dirk Nowitzki in New York gesichtet. Die NBA-Stars scheinen auf eine kuriose Weise mit uns und unseren Erwartungen Karussell zu fahren. Für James geht es morgen weiter. Die Delegationen der Los Angeles Clippers und Miami Heat sind als Nächstes an der Reihe.

Währenddessen sitzt Donnie Nelson in Dallas auf heißen Kohlen. Denn außer einem Sack Geld kann er seinem besten Spieler nicht viel bieten. Der scheint sich gut mit Jason Kidd zu verstehen und hat wohl seinen Point Guard zuhause aufgesucht. Worüber werden die beiden alt gewordenen Herren reden? Darüber, wie man aus den Mavericks eine richtig starke Mannschaft machen kann? Oder wie man mit einem Empfangskomitee von tausend Fans am Flughafen umgeht, das sich gar nicht vorstellen kann, dass Dirk Nowitzki bei einem anderen Club anheuert. Oder vielleicht doch, weshalb man dem Basketballspieler schon mal den größtmöglichen Respekt zollt.

Die amerikanischen Medien spekulieren bei Nowitzki immer auf eine schön-altmodische Weise. Sie glauben, dass er auf Kidd hört und dass er sich von Donnie Nelson das Ohr abquatschen lässt. Niemand käme auch nur auf die Idee, sich auf die Fersen von Holger Geschwindner zu machen und den zu fragen. Dabei wird der schon lange wissen, wo sein Schützling das Ende seiner Karriere ausklingen lassen soll. Er hat ihm schließlich jahrelang all das beigebracht, mit dem Nowitzki zu einem der besten fünf oder sechs aktuellen NBA-Profis wurde.

Und Geschwindner ist nie ganz weit weg. Am Mittwoch rief er aus Deutschland Donnie Nelson an, der auf dem Weg nach Deutschland und bereits am Ticketschalter am Flughafen war, um Nowitzki in Würzburg aufzusuchen. Er sagte dem Mavericks-Manager, dass die beiden bereits auf dem Weg nach Dallas seien. Er könne sich den Trip sparen. Man sehe sich am Donnerstag.

Donnerstag war heute. Die beiden landeten in New York und verschoben die Weiterreise um einen Tag. Nun also soll, wie man hört, das Meeting am Freitag stattfinden.

Am Donnerstag haben übrigens einige Leute Nägel mit Köpfen gemacht: Phil Jackson hängt noch ein Jahr als Trainer bei den Los Angeles Lakers dran. Und Byron Scott wird der neue Coach der Cleveland Cavaliers. Scott war der Hauptfaktor für die guten Jahre der New Jersey Nets und den Aufschwung der New Orleans Hornets. Er übernahm den Posten im Wissen, dass LeBron James womöglich woanders unterschreibt. Anders als Tom Izzo, der den Sprung vom lockeren Job als College-Trainer in Michigan State nicht ohne eine Zusicherung von James aufgeben wollte, griff der zuletzt arbeitslose Scott beherzt zu. Warum auch nicht? Er ist ein NBA-Lifer.

30. Juni 2010

Der Klingelbeutel: Alle reden über LeBron. Nur Jon Stewart redet über Fußball

Die Uhr tickt langsam auf Mitternacht zu. Was in dieser Nacht Millionen von Leuten in den Bann schlägt. So wie an Silvester. Die NBA öffnet nämlich mit dem 1. Juli offiziell die Schleusen, damit sich endlich alle Clubs um die bereit stehenden Free Agents prügeln können. Der Preis ist heiß. Die meisten wollen wissen, was LeBron James machen wird. Bleibt er in Cleveland? Geht er in eine andere Stadt? Aber auch aus deutscher Sicht produziert die Sache ein bisschen Spannung. Wenn er wirklich wollte, hätte Dirk Nowitzki hervorragende Chancen, endlich einen Schlussstrich unter die zwölf enttäuschenden Jahre in Dallas zu ziehen und sich einem besseren Team anzuschließen. Eines mit LeBron James zum Beispiel. Oder auch eins mit Dwayne Wade. Hinweis: Zu dieser Gemengelage gibt es in der Donnerstagausgabe der FAZ einen ausführlichen Bericht (Nachtrag: steht jetzt auch online zur Verfügung). Hier ein Foto der beiden zusammen nach einem Spiel gegeneinander. Hier eines im Zweikampf unterm Korb.

• Jon Stewart hat heute seine gesamte Daily Show dem Fußball und der WM gewidmet. Im Studio waren Landon Donovan und Bob Bradley, die beide ein gewisses Leuchten abstrahlen. Was irgendwie komisch ist für Leute, die im Achtelfinale ohne vernünftige spielerische Ideen aus dem Wettbewerb gekegelt wurden. Stewart war im Studium Mitglied der College-Mannschaft und versteht sich als Botschafter der Sportart in den USA, wo nach dem Aus der eigenen Mannschaft das Interesse abgeflacht ist. So jemand fragt nicht wirklich kritisch nach und gibt der aufkeimenden Begeisterung für Fußball keinen Dämpfer.

Immerhin fand die Mannschaft mit dem Ghana-Spiel am Samstag zuhause einen überraschend großen Zuschauerzuspruch. Das Match erzielte nach Recherchen der Los Angeles Times eine Rekordeinschaltquote. 4,5 Millionen der insgesamt 19,4 Millionen amerikanischen Fernsehzuschauer sahen die Begegnung auf dem spanischen Kanal Univision. Der hatte den Vorzug, dass dort nicht ein gewisser John Harkes als Co-Kommentator im Einsatz war. Der Ex-Nationalspieler ist die einzige US-Stimme unter den vielen kompetenten Engländern an den Mikrofonen für ESPN und ABC und ein Seifenblasen-Produzent ersten Ranges.

6. Februar 2010

NBA-Tarifvertrag: Clubbesitzer wollen Einschnitte

NBA Commissioner David Stern hat der Spielergewerkschaft zum Auftakt der Tarifverhandlungen einen Vorschlag unterbreitet, der ziemliche konsequente Einschnitte vorsieht. Alle Spieler sollen weniger verdienen. Am meisten verzichten sollen die Top-Stars. Die Salary Cap, die zur Zeit nicht wirklich die Gehälter deckelt, soll wie zuletzt in der NFL und inzwischen auch in der NHL eine absolute unverrückbare Oberkante sein. Die Luxussteuer, die sparsamen Teams zufließt, soll auf die Müllhalde. Richtig spannend wird es noch nicht sofort. Erst 2011 geht's richtig zur Sache zwischen beiden Seiten.

13. Januar 2010

Agent Zero hat nichts mehr zu lachen

Mit ein bisschen Verspätung. Dafür etwas gründlicher: Die Causa Gilbert Arenas, der nach einem ironisch gemeinten Auftritt neulich vor einem Spiel der Washington Wizards auf unbestimmte Zeit von NBA Commissioner David Stern gesperrt wurde. Der Artikel in der FAZ geht auch auf den Spannungszustand zwischen dem antiautoritären Aufbegehren junger Sportler ein, die sich über die Konsequenzen ihres Tuns nicht im Klaren sind, und einem paternalistischen Groß-Wesir, der nervös über alles wacht, was dem sauberen Image der Liga schaden könnte. Die Liste dessen, was in der NBA alles nicht erlaubt ist, ist ellenlang. Allerdings gehört auch das Waffentragen in einer Halle (oder im Mannschaftsbus) dazu. So steht es im Tarifvertrag, den sich die Spieler vermutlich nur selten genau genug anschauen. Sehr zu empfehlen zum selben Thema: Die ausführliche Kritik an Stern, die Tom Scocca in Slate formuliert. Untertitel: "Weshalb sich David Stern schlimmer benimmt als Gilbert Arenas". Kernaussage: "Waffengewalt ist ernst. Aber Gilbert Arenas ist nicht Waffengewalt. Wenn die letzten Berichte stimmen, war er unbewaffnet, der jemand anderem vorschlug, er könne ihn mit einer ungeladenen Waffe erschießen. Das war dumm und möglicherweise ein Verstoß gegen die Gesetze, aber nicht besonders gangsta. Wenn es um das Image der Liga geht, sollte sich der Commissioner weniger Sorgen über Ron Artest und mehr über Tim Donaghy Sorgen machen. Falls Arenas die Integrität der NBA bedroht, dann nicht durch seine Handfeuerwaffen, sondern weil er zu einer Gruppe von Stars gehört, deren Hang zum Wetten und zum Glücksspiel außer Kontrolle geraten ist."

Blick zurück: Arenas und seine Pistolen

5. Januar 2010

Nowitzki Statitzki

Mavericks vs. Blazers
Wenn man denn schon unbedingt muss und nicht anders kann und die Bedeutung eines Basketballspielers von den Leistungswerten aus der Statistik ableiten will, dann ist diese Betrachtung der NBA-Karriere von Dirk Nowitzki auf BallinEurope.com gar nicht so schlecht. Sie bemüht sich um Ausgewogenheit und zeigt, dass mit Pau Gasol bereits ein aussichtsreicher Kandidat für den Titel "bester Europäer aller Zeiten in der NBA" bereit steht. Noch allerdings geht dieses Premium-Siegel an den Deutschen.

Die vielen Referenzwerte, die da übrigens zu Rate gezogen werden - darunter der überbewertete Index von Herrn Hollinger, genannt Player Efficiency Rating (PER) – zeigen im Grunde nur eines: Genauso wie bei der klassischen Bewertung eines Spielers aus dem Bauch heraus sehr viele Kriterien zusammenkommen, die zusammen ein Bild ergeben, kann man auch mit Statistiken jeden Vorbehalt und jede Sympathie abstützen. Es kommt immer darauf an, was man wichtig findet. Interessanteste Beobachtung vom Geschehen in dieser Saison: Wenn Nowitzki für die Dallas Mavericks auf dem Platz steht, sorgt das Team für Vorsprung und Punktepuffer. Wenn er auf der Bank sitzt, laufen die Ersatzspieler dem Gegner jedes Mal nur hinterher. Die Mavericks brauchen offensichtlich stärkere Reserven, sonst fehlt ihnen in den Playoffs das gewisse Etwas.

26. Dezember 2009

Agent Zero weiß nicht, wie man mit Schusswaffen umgehen sollte

Die Haltung von Gilbert Arenas gegenüber Handfeuerwaffen war lange Zeit wohl ziemlich eindeutig: Haben ist besser als Nichthaben. Und registrieren derselben, wie das in einzelnen Bundesstaaten zum Teil verlangt wird, war nicht seine Sache. Siehe: die Episode aus jener Zeit in Kalifornien, wo die Gesetze etwas strenger sind und wo er sich 2003 eine Ordnungswidrigkeiten-Buße einhandelte. Dass man jetzt in der Umkleidekabine der Washington Wizards (die früher ironischerweise mal Bullets hießen) wieder Waffen fand, macht die Sache eher schlimmer. Nicht nur wegen der strikten Politik der NBA in solchen Dingen, sondern auch weil man in Washington D.C. mit dem Gesetz in Konflikt kommen kann, wenn man so etwas macht. Die Waffen waren angeblich nicht geladen. Und Munition hatte Arenas in seinem Spind wohl auch nicht aufbewahrt. Trotzdem klingt die Geschichte seltsam, die Agent Zero jetzt Reportern erzählte: Er habe die Knarren aus den Haus haben wollen und habe sie schlussendlich dem Sicherheitspersonal der Wizards-Halle gegeben, weil er sich von ihnen trennen wollte. Ein Konvertit sozusagen, der jetzt für seine Umsicht bestraft wird, weil er sich formaljuristisch falsch verhalten hat? Es gibt in den USA durchaus auch andere Möglichkeiten, seine Balerlmänner loszuwerden - auch ohne sie gleich in die Mülltonne zu werfen. Zwei fallen einem sofort ein: Man geht zur Polizei und gibt sie dort ab. Oder man geht zu einem Waffenhändler und verkauft sie ihm. Es ist allerdings in beiden Fällen besser, man hat sie legal erworben und kann das beweisen.

21. Dezember 2009

Zahnschmerzen

Es ist eigentlich ein merkwürdiges Testat für die Qualitäten des besten europäischen Basketballspielers, wenn seine Mannschaft an einem Tagen gegen die Cleveland Cavaliers gewinnt, an dem er pausieren muss. Aber das hatten wir schon. Einer der Gründe für solche kuriosen Resultate ist: Top-Teams wie die Cavaliers sind keine Roboter-Versammlungen. Sie haben in einer langen Saison wie der in der NBA einfach hin und wieder ihre schlechten Momente. Ein anderer allerdings ist, dass die Mannschaften gegen die Dallas Mavericks seit Jahr und Tag vor allem einen taktischen Ansatz pflegen: Dirk Nowitzki lahm legen. Wenn der nicht da kurzfristig nicht auf dem Platz steht, dann wissen die Gegner nicht gleich, wie sie sich auf eine solche Situation einstellen sollen.

Nowitzki fehlte aufgrund eines Zusammenpralls im Spiel gegen die Houston Rockets, bei demer auf dem Weg zum Korb seinem unmittelbaren Gegenspieler Carl Landry den Ellenbogen ins Gesicht gehämmert hatte. Mit dem Ergebnis: Landry brachen fünf Zähne ab. Zwei davon steckten anschließend in Nowitzkis Arm. Sie wurden noch in der Halle herausoperiert und die Wunde mit drei Stichen genäht. "Ich habe zu werfen versucht. aber es tut einfach zu weh", sagte die Nummer 42 41 nach dem Zwischenfall. Wie lange er aussetzen wird, steht noch nicht fest.

4. Dezember 2009

Iversons Comeback: Ganz emotional

Allen Iverson kehrt nach Philadelphia zurück und gibt eine denkwürdige Pressekonferenz, bei der er von seinen Gefühlen übermannt wird und ihm stellenweise den Tränen nahe die Stimme beinahe versagt. "Die Beziehung die ich zu diesen Fans habe, ist einmalig", meinte er über das Gefühl, das ihn mit den 76ers und dem dortigen Umfeld verbindet. Mit dem Team war er viermal der erfolgreichste Korbschütze der regulären Saison und erreichte in seinem besten Jahr die NBA-Finalserie.

"Die letzten Jahre waren Hölle. Alles , was ich wollte, war Basketball spielen und den Jungs helfen, mit denen ich spiele. Ich bin geboren worden, um Basketballspieler zu werden. Das einzige, was ich sonst noch kann, ist Vater und Ehemann zu sein. Ich bin nicht zurückkgekehrt, um mich zu blamieren. Ich werde das beweisen."
Blick zurück: Vor einem Jahr wurde Iverson von den Denver Nuggets an die Detroit Pistons abgegeben
Blick zurück: Gedanken zum Wechsel von Philadelphia nach Denver

25. November 2009

Mehr NBA-Schiedsrichter in Wettskandal verwickelt?

Im Schatten der umfangreichen Ermittlungen über den organisierten Betrug im Fußball wirken die Anschuldigungen eines der Gangster, die im NBA-Schiedsrichter-Skandal eine entscheidende Rolle spielten, fast schon harmlos. Aber der Vorwurf steht seit kurzem im Raum: Angeblich wurden damals 13 Referees in die Affäre hineingezogen. Die bestand nach dem bisherigen Wissensstand wohl nicht hauptsächlich daraus, den Ausgang von Spielen zu manipulieren, sondern Informationen von Unparteiischen zu erhalten, durch die sich das Resultat leichter voraussagen lassen kann. Die berühmteste Figur – Tim Donaghy – hat inzwischen die Gefängnisstrafe abgesessen und versucht ein Buch auf den Markt zu bringen. Der erste Verlag bekam allerdings kalte Füße, nachdem Auszüge aus dem Manuskript in der Öffentlichkeit auftauchten. Eine Reaktion seitens der Liga steht noch aus.
Blick zurück: Die erste Geschichte über die Anklage gegen Tim Donaghy in der FAZ
Blick zurück: Der jüngste Bericht über Donaghys Versuch, sein Enthüllungesbuch zu publizieren – ebenfalls in der FAZ
Blick zurück: Die American-Arena-Beiträge zu Stichwort Donaghy

17. November 2009

Nowitzki trifft

Dirk Nowitzki mit dem Ball in der Hand Sekunden vor dem Ende. Wenn er das noch häufiger hinbekommt, rechtzeitig zum Brummen der Schlusssirene, wird er auch die letzten Skeptiker davon überzeugen, die immer behaupten, er habe nicht den Willen und die Nerven zum Titel. Die Zwischenbilanz der Mavericks nach elf Spielen: acht Siege. Die Richtung stimmt. Auch ohne Josh Howard, der noch immer an den Folgen einer Knöcheloperation leidet (via TheBigLead).

16. November 2009

Les Jeux oder Le Jux?

25 Prozent Chardonnay, 75 Prozent Pinot Noir, gewachsen und gekeltert in der Champagne – daraus macht ein pfiffiger Kellermeister schon mal ein spritziges Kaltgetränk. Was die Qualität angeht, lässt sich aus der Ferne keine Beurteilung abgeben. Wir hoffen allerdings, dass jemand bei der NBA mal die Gläser klingen ließ, ehe man Les Jeux Brut Prestige ("a multi layered palate of considerable harmony and balance" – also ein vielschichtiges Etwas aus bemerkenswerter Harmonie und Balance) das hochwertige Siegel der schweißgetränkten Athletenliga verlieh. Aber vielleicht handelt es sich um einen gepflegten Le Jux. Denn neben der My-Space-Seite zum Ganzen gibt es nur die Webpräsenz einer Firma namens JTE Spirits. Und die klingt nicht sehr vertrauenserweckend (via SportsByBrooks).

14. November 2009

LeBron James: Nicht mehr Nummer 23

LeBron James fällt nach so vielen Jahren in der NBA zum ersten Mal auf, dass er eigentlich die falsche Rückennummer trägt: die 23, die Michael Jordan hatte. Zumindest sagte er jetzt so etwas in der Art und verkündete, dass er im kommenden Jahr die Nummer 6 tragen will ("my Olympic number"). Oder etwas weniger kapriziös formuliert: die Trikotziffer, mit der er in der amerikanischen Nationalmannschaft angetreten ist. Aus der Ankündigung lässt sich allerdings nicht heauslesen, in welchem Club er antreten wird. Außer wohl, dass sich Cleveland sehr anstrengen muss, wenn sie ihn behalten wollen. Die Anwort auf die Frage von TNT-Reporter Craig Sager, wo er spielen wird, war keine Loyalitätserklärung an die Adresse der Cavaliers, sondern sybillinisch: "Wir werden sehen."

Eine neue Spekulation sieht ihn zusammen mit Chris Bosh und Dwayne Wade in Miami. Es wäre sicher ein formidables Dreigestirn. Aber keiner weiß, wo das Geld dafür herkommen soll. Die Heat haben in diesem Jahr jedem Angestellten eine zehnprozentige Gehaltseinbuße abverlangt, um Entlassungen zu vermeiden.