Allen Iverson kehrt nach Philadelphia zurück und gibt eine denkwürdige Pressekonferenz, bei der er von seinen Gefühlen übermannt wird und ihm stellenweise den Tränen nahe die Stimme beinahe versagt. "Die Beziehung die ich zu diesen Fans habe, ist einmalig", meinte er über das Gefühl, das ihn mit den 76ers und dem dortigen Umfeld verbindet. Mit dem Team war er viermal der erfolgreichste Korbschütze der regulären Saison und erreichte in seinem besten Jahr die NBA-Finalserie.
"Die letzten Jahre waren Hölle. Alles , was ich wollte, war Basketball spielen und den Jungs helfen, mit denen ich spiele. Ich bin geboren worden, um Basketballspieler zu werden. Das einzige, was ich sonst noch kann, ist Vater und Ehemann zu sein. Ich bin nicht zurückkgekehrt, um mich zu blamieren. Ich werde das beweisen."
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4. Dezember 2009
24. Januar 2007
Es gibt ein Leben nach Iverson
Als die Philadelphia 76ers vor mehr als einem Monat Allen Iverson auf die Bank verbannten, hatten sie einen Zwischenstand von fünf Siegen in 17 Spielen und wirkten wie ein Team ohne Perspektive. Iverson war der Mann, der die Punkte machte, was ihn in der Scorerliste der NBA-Saison auf Platz zwei katapultierte. Aber das wirkte nur aus der Ferne attraktiv. Auf jeden Fall von so weit weg wie Denver (mehr als 2000 Kilometer Luftlinie). Die Sixers waren am Ende einer Reihe von Gesprächen in der Lage, sich von dem tätowierten Zeppelin zu trennen, dessen Kopf irgendwo in der Luft schwebt, dessen Spielweise jedoch nicht bodenständig genug ist, um seiner Mannschaft aus dem Gröbsten heraus zu helfen. Die Sixers ließen vor wenigen Tagen auch noch den Schlurfspieler Chris Webber ziehen. Was den Club teurer kommt, denn sie mussten ihn aus seinem Vertrag herauskaufen. Eine Aktion wie wenn man mehrere Millionen einfach im Klo herunterspült. Für Iverson gab es im Tausch mit den Denver Nuggets immerhin eine Gegenleistung: die Spieler Andre Miller und Joe Smith und zwei Erst-Runden-Plätze für die kommende Draft im Juni.
Als Carmelo Anthony in dieser Woche von seiner 15-Spiel-Sperre zurückkehrte, hat sich so gut wie jeder mit den Denver Nuggets und der Frage beschäftigt, ob er und Iverson einen Weg finden, einander zu ergänzen, anstatt sich gegenseitig den Ball streitig zu machen. Der Yellow-Press-Impuls der Sportjournaille - er ist nicht zu bremsen. Jedenfalls nicht auf Seiten wie SpOn, wo beim Themengebiet amerikanischen Sport hausintern eine heiße Vokabelschlacht abgeht (wie angenehm dazu im Vergleich Christoph Biermann und seine klugen Depeschen). Anders als im Printprodukt, wo es Schreibregeln gibt, nach denen die Prämisse für den Artikel spätestens im zweiten Absatz abgestützt werden muss, hebelt man hier schon mal im zweiten Absatz den Grundgedanken für den Beitrag aus. Zum Beispiel so:
Falls es jemanden interessiert: Die Philadelphia 76ers spielen ohne Iverson nicht besser. Sie spielen aber auch nicht schlechter. Nach der Hälfte der Saison stand die Zwischenbilanz bei 11 Siegen und 30 Niederlagen. Ergibt Platz 15 der Eastern Conference. Tiefer geht's nicht. Allerdings sind sie in einer wirklich schwachen Conference damit rein theoretisch noch gar nicht mal aus dem Playoff-Rennen. Rein theoretisch, wohlgemerkt. Denn tatsächlich hat das Clubmanagement nichts anderes im Auge als die Draft-Lotterie und die Chance, sich den am meisten beachteten Collegespieler zu holen. Das ist zur Zeit Greg Oden von Ohio State. Mit anderen Worten: Das wirklich waghalsige Experiment in Philadelphia, was durchaus noch Teammanager Billy King den Job kosten kann (Larry Brown steht Gewehr bei Fuß), wirkt wie eine Operation mit Heilungschancen.
Blick zurück: Der Iverson-Trade
Blick zurück: Was Iverson wirklich wert ist, wenn man sich die Zahlen mal genauer anschaut
Als Carmelo Anthony in dieser Woche von seiner 15-Spiel-Sperre zurückkehrte, hat sich so gut wie jeder mit den Denver Nuggets und der Frage beschäftigt, ob er und Iverson einen Weg finden, einander zu ergänzen, anstatt sich gegenseitig den Ball streitig zu machen. Der Yellow-Press-Impuls der Sportjournaille - er ist nicht zu bremsen. Jedenfalls nicht auf Seiten wie SpOn, wo beim Themengebiet amerikanischen Sport hausintern eine heiße Vokabelschlacht abgeht (wie angenehm dazu im Vergleich Christoph Biermann und seine klugen Depeschen). Anders als im Printprodukt, wo es Schreibregeln gibt, nach denen die Prämisse für den Artikel spätestens im zweiten Absatz abgestützt werden muss, hebelt man hier schon mal im zweiten Absatz den Grundgedanken für den Beitrag aus. Zum Beispiel so:
"Aussagekräftig ist dieser Sieg für das neue Super-Duo der Nuggets also nicht. Auch den Erfolg in Seattle (Anthony 34 Punkte, Iverson 21) darf man nicht überbewerten. Erst in den kommenden Wochen und besonders ab Ende April in den Playoffs wird sich zeigen, ob das Topscorer-Experiment mit den beiden schwierigen Charakteren in den Rocky Mountains wirklich funktioniert."Mal abgesehen davon, dass Denver nicht in den Rocky Mountains liegt, sondern platt und breit genau zu seinen Füßen, was man natürlich nicht wissen kann, wenn man alles immer nur mit dem Fernrohr, dem Internet und ein paar Scorer-Statistiken von anno dunnemals in der Hand inspiziert: Wie wäre es dann mit einem Beitrag über Philadelphias Entwicklungsstand? Also jener Mannschaft, der diese neue Konstellation zu verdanken ist? Nicht peppig genug? Nicht yellow genug? Vermutlich.
Falls es jemanden interessiert: Die Philadelphia 76ers spielen ohne Iverson nicht besser. Sie spielen aber auch nicht schlechter. Nach der Hälfte der Saison stand die Zwischenbilanz bei 11 Siegen und 30 Niederlagen. Ergibt Platz 15 der Eastern Conference. Tiefer geht's nicht. Allerdings sind sie in einer wirklich schwachen Conference damit rein theoretisch noch gar nicht mal aus dem Playoff-Rennen. Rein theoretisch, wohlgemerkt. Denn tatsächlich hat das Clubmanagement nichts anderes im Auge als die Draft-Lotterie und die Chance, sich den am meisten beachteten Collegespieler zu holen. Das ist zur Zeit Greg Oden von Ohio State. Mit anderen Worten: Das wirklich waghalsige Experiment in Philadelphia, was durchaus noch Teammanager Billy King den Job kosten kann (Larry Brown steht Gewehr bei Fuß), wirkt wie eine Operation mit Heilungschancen.
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6. Januar 2007
Larry Brown: Comeback in Philadelphia
Man kann Larry Brown eigentlich nur bewundern. Einerseits wegen seiner Reputation als Basketballtrainer, der an jedem Arbeitsplatz (und das waren viele) aus den Spielern mehr herauszuholen in der Lage war als sein Vorgänger. Andererseits wegen des Gehalts, das ihm seine zwei letzten Arbeitgeber aufs Konto überwiesen. Das war Spitze in der NBA (zuletzt 10 Millionen Dollar pro Jahr von den New York Knicks). Man knan ihn auch nur bewundern, wie er den Rauswurf in New York verarbeitete: wie ein standfester Puncher, der einen Schlag aufs Kinn als Provokation empfindet und zurückkeilt. Das hat Knicks-Besitzer Cablevision 18 Millionen Dollar als Nachschlag gekostet. Geld, für das Brown nicht arbeiten muss. Anders gesagt: Ein Mann in seinem Alter hat mit diesem Geld und den sicher gut angelegten Überschüssen aus den Jahren davor, sicher die Rente zusammen. Aber offensichtlich ist ihm das Leben mit seiner jungen Frau und einem jungen Kind zu langweilig. Also mischt er jetzt wieder mit. Bei den Philadelphia 76ers, die soeben Allen Iverson los geworden sind, mit dem er sich einst ständig in den Haaren lag. Als Trainer wollten sie ihn nicht haben. Sein Titel lautet Executice Vice President und das heisst, er hat eine beratende Rolle. So schlecht wie die 76ers derzeit sind, ist das gut genug für den Mythos. Auch diese Mannschaft kann eigentlich nur noch besser werden.
19. Dezember 2006
Iversons neuer Arbeitsplatz: Denver
Allen Iverson zu den Denver Nuggets - das meldet ESPN vor wenigen Minuten als verbindlich. Im Tausch für ihren langjährigen Spielmacher erhalten die Philadelphia 76ers die Spieler Andre Miller und Joe Smith und zwei Erst-Runden-Plätze für die kommende Draft im Juni, was der Mannschaft ein Paket von drei Zugriffsmöglichkeiten für Runde eins gibt. Den besten Platz, ihren eigenen, werden sie nun mit einer rasant schlechten Saisonleistung hoch jubeln, damit so viele Kugeln wie möglich für die Lotterie der drei ersten Plätze zur Verfügung stehen. Die Nuggets können Verstärkung wirklich gut gebrauchen. Nach der Massenkeilerei vom Samstag in New York wurde ihr bester Mann Carmelo Anthony für 15 Spiele gesperrt. Mehr zu der Angelegenheit von dieser Stelle aus morgen, Mittwoch, in der Printausgabe der FAZ. Die Online-Ausgabe hat bereits gestern die krude Nachrichtendienstgeschichte mitgenommen und nicht mehr ausgewechselt. So ist der Lauf der Dinge.
Ergänzung 17.43h (etwas mehr als eine Stunde später): AP bestätigt das Arrangement unter Hinweis auf nicht namentlich genannte Quellen und weist darauf hin, dass Philadelphia Iverson noch Ivan McFarlin als Wegbegleiter mitgibt. Und dass die Mannschaft heute abend Ortszeit eine Pressekonferenz geben wird. Und dann werden wir alles ganz genau erfahren.
Blick zurück: Die Rauferei im Bild
Blick zurück: Gedanken über den "synthetischen Jordan"
Blick zurück: Iverson will wechseln - die erste Meldung
Ergänzung 17.43h (etwas mehr als eine Stunde später): AP bestätigt das Arrangement unter Hinweis auf nicht namentlich genannte Quellen und weist darauf hin, dass Philadelphia Iverson noch Ivan McFarlin als Wegbegleiter mitgibt. Und dass die Mannschaft heute abend Ortszeit eine Pressekonferenz geben wird. Und dann werden wir alles ganz genau erfahren.
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10. Dezember 2006
Iverson und Kunst - ein Versuch
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23. Oktober 2006
400 Millionen für ein NBA-Team
Das Logo mit dem komischen Namen Seventy-Sixers und die schmutzige Unterwäsche von Allen Iverson mitsamt den Rechten an seinen sportlichen Diensten und denen seiner Nebenleute sollte eigentlich keine 400 Millionen Dollar wert sein. Aber in der NBA geht es zu wie im Rest vom kapitalistischen Alltag: Wenn die Nachfrage höher ist als das Angebot, steigen die Preise. Da es nur 30 NBA-Clubs gibt, beeinflusst dies denn auch die Verkaufsgespräche der Mannschaft aus Philadelphia. Umso mehr, da inzwischen prominente Interessenten aufgetaucht sind. Eine Gruppe kann solche Namen wie Dr. J. und Will Smith vorweisen. Dr. J. heißt eigentlich Julius Erving und war der sprungewaltigste Hoopster der Vor-Michael-Jordan-Ära und gilt als einer der besten zehn Spieler aller Zeiten. Er drückte sich jahrelang in der Managementetage der Orlando Magic herum. Will Smith ist niemand anderer als der populärste schwarze Hollywood-Schauspieler, der meistens frei erfundene Figuren spielt, aber manchmal auch solch historisch relevante Personen wie Muhammad Ali.
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