Wo es eine Statistik wie diese gibt, die einen – ungerne – daran erinnert, dass man im Eishockey in Nordamerika Torleuten die Siege ihrer Mannschaft persönlich zuschreibt, gibt es natürlich auch eine Statistik wie diese: In der werden die Niederlagen eines Teams dem Mann in die Schlittschuhe geschoben, der vor dem Stahlstangen-Halbkäfig steht. Es gibt auch da über eine neue Bestmarke zu schreiben. Der Name zu der Geschichte: Curtis Joseph, Spitzname Cujo (in Anspielung an einen Roman von Stephen King). Der hat es in seiner Karriere nur einmal bis in die zweite Runde der Playoffs geschafft. Sein Fehler? Sich von Mannschaften anheuern zu lassen, die schlecht waren. Joseph spielt zur Zeit in Toronto (zur Zeit ganz schlecht).
Wie nicht anders zu erwarten, kommt der klassische Sportjournalist angesichts einer solchen Faktenlage allerdings zu einer mitleidigen Feststellung: Solch eine Statistik sei dubious, wofür man im Deutschen das Wort "fragwürdig" benutzen würde. Ich bin sicher, man muss bei AP nicht lange suchen, um festzustellen, dass sie ein solches Wort im Zusammenhang mit der Sieges-Meldung nicht verwenden würden. Nein, in dieser Meldung geht man sogar noch einen Schritt weiter und extrapoliert aus dem Zahlenwerk jene absolut fragwürdige Bewertung: Martin Brodeur habe sein Tor "besser verteidigt als jeder andere in der Geschichte der NHL". Worauf wir noch warten, ist ein Neuschöpfung aus der Wortschmiede. Da Brodeur der "winningest" Torwart ist, wäre Joseph dann der "losingest"?
Posts mit dem Label Martin Brodeur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Martin Brodeur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
9. April 2009
26. März 2009
Schwägerinnen sind gefährlich
In diesem Land sagt man oft: You win some, you lose some. Den Spruch kennt auch Martin Brodeur, der Eishockeytorwart, über den wir vor ein paar Tagen berichtet haben. Er besagt nichts anderes als: Man kann nicht alles haben. In seinem Fall heißt das: Man kann nicht eine Frau haben und zur gleichen Zeit mit deren Schwester ein Verhältnis. Oder zumindest nicht, wenn die Frau etwas dagegegen hat und die Scheidung einreicht. Die Rechnung hat Brodeur jetzt bekommen. Sie lautet auf: 500.000 Dollar Unterhalt jedes Jahr bis 2020 für die Ex. Dazu 132.000 Dollar Unterhalt pro Jahr für das gemeinsame Kind, plus 9 Millionen Dollar an Werten aus dem Zugewinntopf. Der Goalie hätte gerne weniger geblutet. Nun muss er vielleicht doch noch etwas länger zwischen den Pfosten stehen als geplant. Was jene Statistik, in der er den ersten Platz übernommen hat, hinterher auf ewig sein machen wird.
Ansonsten: Nun muss aber bald mit den Beiträgen über NHL-Goalies Schluss sein. Sie sind zwar sicher die interessanteren Persönlichkeiten in diesem wilden Spiel. Aber es gibt ja auch noch andere. Die Playoffs fangen in ein paar Tagen an. Leider ohne Marco Sturm, der einst nach Boston getradet wurde und eine hundsmiserable Leistungsebene vorfand. Inzwischen ist das Team die Nummer eins im Osten. Aber er wurde neulich so schwer verletzt, dass er den Rest der Saison ausfällt. Allerdings: Sollten die Bruins den Pott holen, ist das auch sein Verdienst. Und so wäre es nur gerecht, wenn der Stanley Cup Bayern Station macht (getreu der Tradition, dass jeder Spieler ihn für kurze Zeit mit nach Hause nehmen darf).
Ansonsten: Nun muss aber bald mit den Beiträgen über NHL-Goalies Schluss sein. Sie sind zwar sicher die interessanteren Persönlichkeiten in diesem wilden Spiel. Aber es gibt ja auch noch andere. Die Playoffs fangen in ein paar Tagen an. Leider ohne Marco Sturm, der einst nach Boston getradet wurde und eine hundsmiserable Leistungsebene vorfand. Inzwischen ist das Team die Nummer eins im Osten. Aber er wurde neulich so schwer verletzt, dass er den Rest der Saison ausfällt. Allerdings: Sollten die Bruins den Pott holen, ist das auch sein Verdienst. Und so wäre es nur gerecht, wenn der Stanley Cup Bayern Station macht (getreu der Tradition, dass jeder Spieler ihn für kurze Zeit mit nach Hause nehmen darf).
Labels:
Eishockey,
Marco Sturm,
Martin Brodeur,
NHL,
Scheidung
14. März 2009
Diese Meldung hat einen Defekt
Wenn man etwas nicht mag, sollte man das sagen: Also, hier ist es: Ich mag nicht über Martin Brodeur schreiben. Ich mag nicht eine Abhandlung darüber produzieren, dass ein kanadischer Eishockeytorwart, dessen Namen in den USA keiner vernünftig aussprechen kann, in einer dieser überflüssigen Statistiken, die der amerikanische Sport bereit hält, Platz eins belegt. Ich mag nicht mal die Statistik erwähnen, weil sie einen Defekt hat: Sie schlägt dem Torwart einer Eishockey-Mannschaft den Sieg zu, den die ganze Mannschaft errungen hat. Das einzig Gute an der Nachricht ist, dass Brodeur in dieser unsäglichen Kategorie einen noch unsäglicheren Kollegen vom Spitzenplatz verdrängt: Patrick Roy. Der Frankokanadier hatte im Jahr 2000 in den Worten eines brüllenden Fernsehkommentators folgende Leistung vollbracht: Er war "the winningest netminder in National Hockey League history" geworden. Das ist jetzt Brodeur. Jetzt habe ich doch noch gesagt...
Labels:
Eishockey,
Martin Brodeur,
NHL,
Patrick Roy
Abonnieren
Posts (Atom)