22. Juni 2007
FIFA entschädigt Sponsor: Geben ist eben seliger als Nehmen
Blick zurück: Wie man hausintern reagierte
Blick zurück: Das Urteil in der ersten Instanz
12. Dezember 2006
FIFA spielt Pontius Pilatus
War Pontius Pilatus Fußballfunktionär? Die FIFA-Spitze wäscht mal wieder die eigenen Hände in Unschuld über das, was im eigenen Haus vor sich geht. Der Marketing-Chef und seine Abteilung sollen die Sünder gewesen sein und haben deshalb als Reaktion auf das New Yorker Sponsoren-Urteil ihre Arbeitsplätze verloren. Nichts gegen die Kündigung. Aber hier ist die eigentliche Frage? Weshalb brauchte die FIFA einen teuren Prozess, um das herauszufinden? Wieso wurde das Verhalten der Organisation, das jeder einäugige In-House-Pharisäer als Vertragsbruch erkennen konnte, überhaupt juristisch von der FIFA-Spitze verteidigt? Hat Sepp Blatter in seinem eigenen Laden nur manchmal etwas zu sagen (jetzt bei der Kündigung) und manchmal nicht (als er "gezwungen" wurde, den Vertrag mit VISA zu akzeptieren?).
Einmal mehr ein Anlass, auf das hervorragende Buch Korruption im Sport hinzuweisen. Es schildert natürlich nicht den aktuellen Fall. Aber es zeigt mit Hilfe von vielen Beiträgen die Umrisse des Sumpfs auf.Blick zurück: FIFA verliert Prozess gegen Mastercard
10. Dezember 2006
FIFA-Eigentor: Mastercard gewinnt Sponsorenrechte zurück

Da war in New York schon seit einer Weile ein heftiger Rechtsstreit anhängig. Es ging um die Frage, ob sich die FIFA korrekt verhalten hat, als sie die Kreditkartenfirma Mastercard aus dem Sponsorenboot herausschubste und einen Vertrag mit der Konkurrenz namens VISA abschloss. Das Gericht hat letzte Woche in erster Instanz geurteilt: die FIFA hat ein Eigentor geschossen und muss mit Mastercard weiterarbeiten. Sicher. Es kommt vermutlich zu einer Berufungsverhandlung in der nächst höheren Instanz (die aber nicht in der Sache urteilen wird, sondern nur die Frage beantworten wird, ob in der unteren Abteilung Verfahrens- und Denkfehler begangen wurden). Aber wenn die auch verloren geht, muss die FIFA obendrein mit einer Schadensersatzklage von VISA rechnen. Denn: die Repräsentanten des Weltverbandes haben nach Feststellungen der Richterin nicht nur Mastercard wiederholt belogen, um sich aus dem langjährigen Vertrag herauszumanövrieren. Sie werden wohl auch der Konkurrenz Dinge erzählt haben, die juristisch nicht einwandfrei waren. Merke: Lügen kann man auch weiterhin als Geschäftsstrategie in den USA vor Gericht nicht durchsetzen, wenn der Belogene sich an die Justiz wendet und nachweisen kann, dass es so war (via sportsbiz).Ergänzende Nachricht vom 12. Dezember: Die FIFA zieht erste Konsequenzen aus dem New Yorker Urteil und kündigt ihrem Marketing-Chef.