3. November 2009
Komödiant Colbert sponsert US-Eisschnellläufer
11. Juli 2009
LPGA: Kein Licht am Ende des Tunnels
In der nächsten Woche wird die Frau, die als Commissioner die Verantwortung inne hatte, auf Druck einer Reihe von Topspielerinnen den Hut nehmen. Der Abgang von Carolyn Bivens, die den Job übernahm, nachdem der langjährige Geschäftsführer Ty Votaw in einer weniger prominenten Rolle zur PGA Tour wechselte, löst keines der Probleme der LPGA. Sicher, an Ms. Bivens werden sich nur wenige nostalgische Gedanken anknüpfen lassen. Sie war die Frau, die den Turnierveranstaltern sagte, sie müssten sogenannte sanctioning fees von 100.000 Dollar aufbringen – ein Anstieg um ein Vielfaches, der kleinere Termine aus dem Kalender scheuchte, Sie war es, die den Asiatinnen abverlangte, dass sie vernünftig Englisch sprechen, damit sie bei ProAms und bei Medienterminen eine halbwegs ordebntliche Konversation in der Sprache des Landes betreiben können. Der Gegenwind blies schon lange. Was sicher in erster Linie daran lag, dass sie keinen Weg suchte und fand, um die potenziell größte Zugnummer in die LPGA einzubinden. Michelle Wie musste – den Regeln entsprechend – so lange warten, bis sie alt genug war und sich über die Qualifying School eine Tourkarte erspielen konnte. In der gleichen Zeit spielte sie für Antrittsgeld bei Männerturnieren.
Dabei zeigt gerade das Beispiel Wie, die als junge Spielerin exorbitante Werbeveträge abschließen konnte und von vielen etablierten Profigolferinnen mit sehr viel Skepsis betrachtet wurde, dass ein Commissioner eigentlich nie alles richtig machen kann. Hält er/sie sich an die Regeln, kann sich das zum Nachteil auswirken. Bevorteilt er eine bestimmte Person zum Nachteil von anderen, führt das vermutlich ebenfalls zum Aufstand. Ganz obendrein hat Wie in den vergangenen Jahren leistungsmäßig nichts von dem Potenzial eingelöst, das sie als 13-jährige gezeigt hat. Und mit der Etiquette auf dem Golfplatz nahm sie es auch nicht so genau. Besonders krass war ihr Verhalten 2007, als sie bei einem LPGA-Turnier, zu dem sie eine Ausnahmestartgenehmigung erhalten hatte, während der ersten Runde wegen einer angeblichen Verletzung vom Platz ging und wenige Tage später fleißig auf der Anlage der US Open trainierte. Warum hatte sie so getan, als hätte sie Probleme mit ihren Handgelenken? Weil ihr der Agent unterwegs rechtzeitig zugeflüstert hatte, dass die LPGA eine Regel hat, die einem die Einladungen für alle möglichen anderen Turniere des Jahres kosten kann. Sie lag zu dem Zeitpunkt bei 14 über Par und befand sich am 17. Loch. Mit einer 16 über Par hätte die 88er Regel gegriffen, die besagt: Wer als Sondergast eine 88er Runde (oder schlechter) abliefert, ist nicht gut genug und kann die Saison über nicht mehr mitmachen.
Zurück zu Bivens und den eigentlichen Problemen der LPGA. Die sind mit solchen Namen wie Stanford Financial und Bobby Ginn verbunden. Also mit Figuren, die auf allerlei schattige Art und Weise das Geld anderer Leute abgegriffen haben und denen in schlechten Zeiten die Puste ausgeht. Der angebliche Milliardär Allen Stanford sitzt zur Zeit in Untersuchungshaft. Ginn wurde von zahllosen Zivilklagen eingedeckt. In vermeintlich besseren Zeiten mussten sich die Profigolferinnen in den USA über solche Sponsoren nicht den Kopf zerbrechen. Da hätten sie vermutlich rasch neue gefunden. Aber in diesen Zeiten, in denen jeder Liga und jede Sportart die Grenzen des Wachstums erlebt, sind Frauensporten stärker betroffen. Sie sind schließlich leistungsmäßig nur zweite Wahl, müssen sich aber übers Fernsehen in den USA finanzieren, wo die Männer mit der regulären PGA Tour (und dem Amerikaner Tiger Woods) und der Champions Tour der Altstars bereits jede Menge Aufmerksamkeit und Geld absorbieren.
Da hilft es nicht, wenn Frauen, die fast alle Kim, Park oder Lee heißen und keinen amerikanischen Zuschauer hinter dem Ofen hervorlocken können, auch noch die Ranglisten dominieren.
Ach, ja. Sandra Gal ist in der dritten Runde der US Open mit einer 77 rapide ins Mittelfeld abgesackt. Ihre Chancen auf eine Top Twenty-Platzierung sind so gut wie dahin.
30. November 2008
Super-Bowl-Werbespots: Schwer zu verkaufen
24. November 2008
Tiger sucht neuen Tank
Buick-Werbespots mit Tiger Woods, wo nicht immer alles gleich mit dem erste Take geklappt hat:
30. September 2008
Bewusstseinsspaltung als Geschäftsmodell
29. September 2008
Wenn in Wall Steet der Hahn abgedreht wird
Der Virus, der Wall Street infiziert hat, kann sich durchaus noch zu einer Epidemie auswirken. Erstes unschuldiges Opfer in Sichtweite: kommerzieller Sport. Und dort als erstes die Sportart Golf, wo die Einschaltquoten ohne Tiger Woods geradezu unterirdisch sind. Das eigentliche Problem: Niemand ist derart von Firmen aus dem Finanzsektor abhängig wie die PGA-Tour, wo ein Drittel aller Hauptsponsoren Banken, Investmentfirmen, Kreditkartenunternehmen und Finanzberatungsfirmen sind. Der nächste in der Reihe, die mit einer kalten Dusche rechnen müssen, ist Fox, das die Baseballübertragungen in den anstehenden Playoffs mit teurer Werbezeit füllen muss, aber soeben erlebt, wie die Marketing-Budgets der Banken und Anlageberater zusammengestrichen werden. Vielleicht sähe das Ganze heute abend sehr viel wenig dramatisch aus, wenn am Mittag in Washington das von der Regierung ausbaldowerte Steuergeschenk von 700 Milliarden Dollar an Wall Street auf die Post gegeben worden wäre. Aber es gab wohl immer noch zuviele Clowns im Abgeordnetenhaus, denen nicht klar ist, was zur Zeit auf dem Spiel steht. Und so ließen sie das Rettungsboot sinken. Congratulations.
27. September 2007
Wenn Dale jr. etwas enthüllt
14. September 2007
Auf den Spuren eines Sponsors
19. August 2007
Amerikas größter Olympia-Sponsor zieht sich zurück
12. Februar 2007
Namensrechte zu verhökern: Beim Wettrennen auf der NASCAR-Piste
Die Topmanager beim Markführerl in St. Louis finden die Idee überhaupt nicht lustig, berichtet der Spotsbusiness-Blogger des Milwaukee Journal-Sentinal. Aber offiziell reagierten sie lieber gar nicht erst. Dale Earnhardt Jr., der das Budweiser-Auto fährt, wirkte irritiert: "Rennen zu fahren ist mein Beruf, nicht eine Wette."
12. Dezember 2006
FIFA spielt Pontius Pilatus
War Pontius Pilatus Fußballfunktionär? Die FIFA-Spitze wäscht mal wieder die eigenen Hände in Unschuld über das, was im eigenen Haus vor sich geht. Der Marketing-Chef und seine Abteilung sollen die Sünder gewesen sein und haben deshalb als Reaktion auf das New Yorker Sponsoren-Urteil ihre Arbeitsplätze verloren. Nichts gegen die Kündigung. Aber hier ist die eigentliche Frage? Weshalb brauchte die FIFA einen teuren Prozess, um das herauszufinden? Wieso wurde das Verhalten der Organisation, das jeder einäugige In-House-Pharisäer als Vertragsbruch erkennen konnte, überhaupt juristisch von der FIFA-Spitze verteidigt? Hat Sepp Blatter in seinem eigenen Laden nur manchmal etwas zu sagen (jetzt bei der Kündigung) und manchmal nicht (als er "gezwungen" wurde, den Vertrag mit VISA zu akzeptieren?).
Einmal mehr ein Anlass, auf das hervorragende Buch Korruption im Sport hinzuweisen. Es schildert natürlich nicht den aktuellen Fall. Aber es zeigt mit Hilfe von vielen Beiträgen die Umrisse des Sumpfs auf.Blick zurück: FIFA verliert Prozess gegen Mastercard