Das bislang beste Interview mit Andre Agassi seit der Veröffentlichung seiner Autobiographie (Titel: Open) hat David Letterman auf die Beine gestellt. Weil die Enthüllungen – Drogenmissbrauch und künstliche Haare – keine Nachrichtenwert mehr haben, schlägt der Showmensch eine andere Route ein, um den ehemaligen Tennisspieler zum Reden zu bringen. Das Resultat: kleine, aber kluge Bekenntnisse zur Psychologie des Sports und den Tennisspiels im besonderen: "Da musst du nicht gut sein, sondern nur besser als der Gegner. Das ist wie bei einem Wettbewerb, bei dem man sich gegenseitig anstarrt." Agassi wäre, so sagt er, lieber Mannschaftssportler geworden, um in etwas mitwirken zu können, dass größer ist als er selbst. Sein Vater, der ihn früh in die Misere trieb, aus der er sich erst nach der großen Selbstbefragung nach der Leistungskrise der neunziger Jahre herausarbeiten konnte, hat sich über die in dem Buch enthaltene familieninterne Abrechnung nicht weiter aufgeregt. Der allzu geldfixierte Erzeuger sagte seinem Sohn: "Ich würde alles genauso machen. Mit einer Ausnahme: Ich hätte dich Baseball oder Golf spielen lassen sollen. Da ist man länger im Geschäft."
Blick zurück: Die Ankündigung der Memoiren im Jahr 2007 mitsamt den Angaben zum Autorenhonorar und einer Fehleinschätzung: Agassi hatte tatsächlich noch ein paar interessante Details aus seinem Leben auf Lager
Posts mit dem Label Memoiren werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Memoiren werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
12. November 2009
29. März 2007
Agassis Memoiren: Mehr als 5 Millionen Dollar Honorar
Die Wechselwirkung zwischen dem Teufel und den größten Haufen ist vermutlich bereits in der Vor-Luther-Zeit von den fliegenden Ablaßhändlern hinreichend analysiert worden. Also können wir uns das hier sparen. Stattdessen wollen wir auf diesem Wege ganz honett Andre Agassi gratulieren. Der hat offensichtlich einen Verlag gefunden, der ihm für seine Lebenserinnerungen Minimum 5 Millionen Dollar Honorar bezahlen will. Plus das Geld für einen Schreiber von Format, was mindestens noch mal 300 000 Dollar kosten wird. Das wäre ein neuer Rekord in der Sportpublizistik. Wer das ewige lange Porträt in Sports Illustrated vor seinem Abtritt von Anfang bis Ende gelesen hat, wird sich nicht um ein Exemplar dieses Buches bemühen müssen. Agassi ist zwar das eloquenteste Licht unter der Sonne von Las Vegas und hat ein paar Dinge im Leben erlebt. Er ist auch ein humorvoller Typ, der pointiert formulieren kann. Aber in seiner gründelnden Art schafft er es trotzdem nicht, irgendetwas zum besseren Verständnis von Hochleistungssport, Kommerz, Tennisfabriken, Sportlerehen etc. zu sagen. Eine Reinkarnation von Buddha wäre konkreter und hilfreicher, um diesen Kontext klar und verständlich aufgezeichnet zu bekommen. Das viele Geld sei ihm und seiner Gefährtin gegönnt. Und den Kindern auch. Den Teufel gönnen wir ihm nicht. Den wünschen wir Nick Bolletieri.
Abonnieren
Posts (Atom)