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3. Juli 2007

NBA: Shirley und der Sinnquotient

Viele ehemalige amerikanische Profisportler landen nach ihrer Karriere beim Fernsehen oder im Radio, wo man ihren Sachverstand bei Live-Übertragungen anzapft und herausfindet, wie weit ihr Horizont reicht. Eine neuere Kategorie von pensionierten Athleten tummelt sich in den Studio-Sendungen vor, zwischen und nach wichtigen Spielen, in denen sie vor allem gebraucht werden, um irgendwelches Blech zu reden - Hauptsache es klingt nach Fachmann, wichtig ist Meinung, Attitüde, Selbstbewusstsein, fester Blick, einigermaßen telegenes Aussehen und, ja, noch mehr Selbstbewusstsein. Niemand fragt nach dem Sinnquotient.

Um so erfrischender ist die Arbeit von Paul Shirley, der bereits als Buchautor angenehm aufgefallen ist und inzwischen beim Online-Magazin Slate zu lesen ist. Sein jüngstes Stück hat all die Qualitäten, die man sich als Leser wünscht, wenn man etwas mehr über Basketballer wie Kobe Bryant oder Kevin Garnett wissen will. Die Prämisse ist zwar überspannt, aber nicht völlig aus der Luft gegriffen: Was wäre wenn Garnett bei den Lakers landet und mit Bryant in einem Team spelen würde? Der Beitrag ist sehr zu empfehlen.

18. Mai 2007

"Die Spurs sind wie Krebs"

Man versucht sein halbes Leben lang, seine Gedanken und Empfindungen auf eine Weise in Worte zu fassen, die Sinn ergibt - Sinn für einen selbst und - wenn man Publikum hat - auch für andere. Nicht immer will das gelingen. Weshalb man sich in solchen Momenten vor Leuten verneigt, die es einem vormachen. In diesem Fall beziehe ich mich auf den amerikanischen Basketballer Paul Shirley, der bislang noch nicht durch viel Erfolg aufgefallen ist. Der aber offensichtlich schreiben kann, sonst hätte ihm nicht ein Verlag einen Vertrag für ein Buch mit dem Titel gegeben: "Can I Keep My Jersey? 11 Teams, 5 Countries, and 4 Years in My Life as a Basketball Vagabond". Der Blog Cant' Stop the Bleeding hat gefunden, was Shirley für die Online-Zeitschrift Slate verfasst: die definitive Erklärung, weshalb man die San Antonio Spurs nicht gut finden kann, die gestern die Phoenix Suns aus dem Weg geräumt haben: "Ich kann mir nicht vorstellen, wie irgendjemand für die Spurs sein kann. Das ist so, als ob man Krebs anfeuert. Gewiss, sie sind wirklich effektiv (unglücklicherweise ist Krebs das auch), aber ich weiß nicht, ob ein solcher Kader von Basketballspielern, die man so leicht nicht mögen kann, zusammengestellt wurde." Für mehr von dem starken Tobak geht man hierhin. Shirleys Schreibarbeit bei Slate findet man hier. Das Buch kann man online kaufen.