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2. Juli 2009

Ron Artest sagt: Er geht zu den Lakers

Ron Artest sagt, er wechselt von den Houston Rockets zu den Los Angeles Lakers. Die offizielle Bestätigung steht noch aus. Wenn es sich bewahrheitet, ist das ein erstaunlicher Schachzug des amtierenden Meisters, der dem Team die Chance gibt, die eigene Position in der Liga zu konsolidieren. Die Rockets hätten beinahe die Lakers in den Playoffs aus dem Rennen geworfen. Die Auswirkungen der vielen Rochaden, die zur Zeit in der NBA ablaufen, sind nicht ganz leicht zu prophezeien. Nicht jede Mannschaft, die sich neue Leute holt, wird durch die Anschaffung besser. Hauptaugenmerk von dieser Stelle aus: Was machen die Portland TrailBlazers, das beste Nachwuchsteam der Liga? Basteln die auch? Oder setzen sie auf Kontinuität? Aktionismus prägt das Bild in Detroit und Milwaukee, wobei man den Pistons zutrauen kann, dass sie durch die Bewegungen besser werden. Die Bucks sind und bleiben ein Lottery-Team.

1. Juli 2009

Der Klingelbeutel: Wenn man nicht zählen kann

Die Boston Red Sox zeigen einen interessanten Fall von Regelkenntnis. Sie traben in einem Inning gegen die Baltimore Orioles bereits nach zwei Outs vom Feld. Der Fernsehkommentator sagt, so was habe er noch nicht gesehen. Musst du gucken.

• Im Automobilrennsport haben Familien und deren patriarchalischen Strukturen schon immer einen Einfluss auf die Geschäfte gehabt. Man denke an die Familie France und NASCAR auf der Organisatorenseite oder an die Pettys und Earnhardts und Andrettis auf der Fahrerseite. Auf diese Weise wurde dann auch Familienmitglied Tony George in Indianapolis zum Chef in Sachen Speedway. Er spaltete CART, holte NASCAR und die Formel 1 auf die langweilige Rennstrecke (in deren Innenraum sich immerhin Teile eines ganz ordentlichen Golfplatzes befinden) und strickte weiter an dem völlig überkandidelten Anspruch, dass die Stadt der Nabel der PS-Welt sei. Was selten vorkommt (und ein hübsches Echo auf die ganze Mosley-Geschichte in der Formel 1 darstellt): Jetzt wurde George, obwohl jahrelang erfolgreich und noch jung an Jahren aus dem Amt hinausbefördert. Quelle: die Ortszeitung.

• Der erfolgreichste Trainer in der Geschichte der NBA wird wohl ab der kommenden Saison einen Gang zurück schalten. Phil Jackson soll aus gesundheitlichen Gründen die Reisen der Lakers nicht mehr mitmachen. Das sind eine Menge Spiele, denn die NBA hat eine Tabellenrunde mit 82 Begegnungen. Die Andeutungen, die es dazu gibt, haben Spekulationen verursacht, dass man in Los Angeles einen Nachfolger installieren will – und zwar niemand anderen als Coach K, den Mann aus Duke und Trainer der US-Nationalmannschaft, die sich in Peking rehabilitieren konnte. Der Herr mit dem unaussprechlichen Namen verneint. Er gehört nicht mehr zu den Jüngeren und hat finanziell längst ausgesorgt. Allein die Uni zahlt ihm reichlich. Nicht zu reden von seinen anderen Einnahmequellen. In diesem Wikipedia-Eintrag gibt es übrigens eine Unterweisung, wie man seinen Namen auf Polnisch phonetisch korrekt ausspricht. Das hätte man sich für diesen deutschen Wikipedia-Beitrag auch gewünscht und nicht diesen Unfug, er habe einen "komplizierten" Nachnamen.

• Falls es Leser des Blogs noch nicht gemerkt haben sollten: Das Schicksal von Moneyball und dem Versuch, das Buch zu verfilmen, geht uns nach. Über die jüngste Entwicklung hatten wir bereits berichtet. Dieser Nachklapp soll die Sache denn auch nur abrunden. Die Chefproduzentin von Sony erläutert, weshalb sie Regisseur Steven Soderbergh in den Arm gefallen ist und das Projekt gestoppt hat. Der Mann hatte doch tatsächlich versucht, einen kunstvollen Film zu drehen und den Anspruch formuliert, dass der Inhalt mit der Realität übereinstimmt. Nein. Realität im Kino, das geht nun echt zu weit.

14. Juni 2009

Kobe hat's geschafft

Es ist vollbracht. Kobe Bryant gewinnt den Titel – zum vierten Mal in seiner Karriere und zum ersten Mal ohne Shaquille O'Neal. Wenn man bedenkt, dass der Mann erst 30 Jahre alt ist, kann man sich leicht ausmalen, dass wir uns inmitten der Kobe-Ära befinden und nicht etwa schon an ihrem Ende. Im fünften Spiel der Serie – 99:86 für die Los Angeles Lakers – wirkten die Orlando Magic wie Schlafwandler und nicht wie motivierte Herausforderer. Ihr Trainer klagte, dass die Spieler im entscheidenden Moment mit dem Ball in der Hand die falschen Entscheidungen getroffen hatten. Sein Gegenüber Phil Jackson klagte gar nicht, sondern hatte meistens ein wissendes zartes Grinsen auf dem Gesicht. Dies ist sein zehnter NBA-Titel (sechs mit den Chicago Bulls und vier mit den Los Angeles Lakers), womit ihm Platz eins in der ewigen Tabelle der Trainer gehört. Anders als damals in Chicago, als viele ihm den letzten Respekt verweigerten, weil er Michael Jordan zur Verfügung hatte, werden die Leute wohl diesmal anerkennen müssen, dass er für den Erfolg hart arbeiten musste. Trotz der beachtlichen Überlegenheit in der letzten Zeit (Finalteilnahme gegen Boston vor einem Jahr) sollte man nicht annehmen, dass die Lakers in der kommenden Saison wieder gewinnen. Der Trend der letzten Jahre spricht dagegen. Selbst in ihren Championzeiten so gute Teams wie die Detroit Pistons und die San Antonio Spurs schafften die Zugabe nicht. Im Westen ist Portland auf dem Sprung. Und im Osten wird sich Cleveland wieder zu Wort melden.

11. Juni 2009

Wie einst im Juni 2006

Dies ist die erste ziemlich gründliche Betrachtung über die laufende NBA-Finalserie, die mit einem Hinweis auf den Ausgang des Vorgängermodells anno 2006 zwischen den Dallas Mavericks und den Miami Heat arbeitet. Und was ist das Resultat der Betrachtung? Orlando Magic wird Meister. Wir erinnern uns: Damals sahen Dirk Nowitzki und seine Mannschaft nach zwei Begegnungen wie der sichere Sieger aus. Alles kippte im dritten Match in Miami, das Dallas knapp verlor. Die Mavericks fanden anschließend keine Mittel mehr, um die alte Überlegenheit zu rekonstituieren und gingen mit 2:4 unter. Paul Peszko vom Bleacher Report hat noch eine andere Beobachtung angestellt. Kobe Bryant setzt seine Nebenleute nicht gezielt genug ein. Was die wiederum verunsichert und verwirrt. Heute abend nach dem vierten Spiel werden wir alle ein wenig schlauer sein.

Nachtrag: Orlando verliert zum zweiten Mal in dieser Serie nach Verlängerung, nachdem die Mannschaft zum zweiten Mal hervorragende Chancen besaß, das Spiel im Rahmen der regulären Spielzeit zu gewinnen. Da kommt eine besondere Form von fehlendem Können zum Tragen. Ein Problem der Magic: Center Dwight Howard ist ein grottenschlechter Freiwurfschütze, steht aber ganz oft an der Linie, weil er oft gefoult wird. Der Zwischenstand von 1:3 wirkt wie ein Nagel im Sarg. Wie soll diese Mannschaft drei Begegnungen in Folge für sich entscheiden? Und das müsste sie nun hinbekommen. Ja, ganz knapp daneben ist auch vorbei.

Fazit: Die Serie läuft nicht so ab wie im Jahr 2006. Orlando ist nicht so stark besetzt wie es damals Miami war.

31. Mai 2009

Kobe vs. LeBron: Schön wär's gewesen

Beim Schuhhersteller Nike haben sie darauf gesetzt, dass LeBron James und die Cleveland Cavaliers und Kobe Bryant und die Los Angeles Lakers in den nächsten zehn Tagen den neuen NBA-Meister ausspielen. Während der gestrigen Übertragung aus Orlando, wo die Cavaliers im sechsten Spiel aus dem Rennen geworfen wurden, wurde ein Teil dieser Werbespots ausgestrahlt und wirkte ein wenig deplatziert. Cleveland hatte das ganze Match über keine Schnitte, und LeBron konnte nichts dran ändern. Aber weil die Umsetzung der Idee – LeBron und Kobe als Muppet-Puppen, die zusammen wohnen - sehr gelungen ist, wollen wir sie dem werten Publikum nicht vorenthalten. Wer weiß, ob die beiden noch mal in einer Finalserie aufeinandertreffen?





Wenn die andern um den Titel spielen

Dies ist der Basketballspieler, für den Mark Cuban nichts übrig hatte (oder zumindest nicht genug). Und so bemühte er sich nicht um ihn (oder zumindest nicht genug) und überließ ihn den Los Angeles Lakers, wo er zum entscheidenden Puzzle-Stück in einer Mannschaft wurde, die ohne ihn keine Chance auf die NBA-Meisterschaft gehabt hätte.

Dies ist die Würdigung für diesen Basketballspieler aus der Feder von Peter Vecsey von der New York Post, der normalerweise alles und jeden niedermacht.

Dies ist der Spieler, den Mark Cuban dann statt dessen für eine enorme Summe und im Rahmen eines Megatrades nach Dallas holte, weil er sich keinen anderen Rat wusste.

Dies ist die Villa außerhalb von Seattle von einem Free Agent, der sicher gerne nach Dallas gekommen wäre, wenn die Kohle gestimmt hätte. Und dies ist die Mannschaft gegen die der Basketballspieler, von Memphis zu den Lakers ging, in seiner zweiten Finalserie in Folge antreten wird.

Und dies ist die Lage von Mark Cuban: Er denkt darüber nach, ob er seinem teuersten Spieler, der inzwischen stolze 36 Jahre alt ist, einen lukrativen Vertrag anbieten soll. Warum eigentlich nicht? Wer so gerne im Trüben fischt, sollte nicht nur deshalb von seiner Politik abweichen, nur weil die anderen den größeren Fang an Land ziehen.

15. Juni 2008

Lakers und der grüne Klee

Man ist versucht, den seltsamen Kollaps der Los Angeles Lakers im vierten Spiel der Finalserie gegen die Boston Celtics als klares Anzeichen dafür zu bewerten, dass der Mannschaft das gewisse Etwas fehlt. Wer lässt sich schon in einem so wichtigen, vorentscheidenden Match derartig ratlos die Butter vom Brot nehmen? Doch wohl nur ein Team mit Mängeln, oder? Verzeihung, aber das ist alles relativ und wahrscheinlich nur eine Frage der Wahrnehmung. Das fängt schon damit an, dass die Lakers bis zuletzt auf eine Weise über den grünen Klee gelobt wurden, dass sie vermutlich angefangen haben, selbst daran zu glauben. Das geht weiter damit, dass viele Mannschaften auf Resultat spielen, wenn sie mit großem Vorsprung führen. Das kann aber auch ins Auge gehen. Gerade im Basketball, wo das Tempo so hoch ist und die rechnerische Kraft von Dreiern so massiv das Gefühl für die sich entwickelnde Dramatik beeinflussen kann. Auch die Celtics sahen in solchen Situationen schon ziemlich dumm aus - zum Beispiel in der Serie gegen die Detroit Pistons.

Die einzige eindeutige Information, die sich aus der Niederlage herauslesen lässt, hat mit dem Timing zu tun. Dieser Tage wird viel davon gesprochen, dass NBA-Schiedsrichter am Ausgang der Begegnungen herumbasteln. Entweder weil man den Verdacht hat, dass sie mit Wetten ihr Gehalt verbessern wollen oder dass die Liga Regieanweisungen gibt. Eine NBA, die manipuliert, hätte den Celtics in Spiel vier nicht den Sieg gegeben, sondern den Lakers, um die Sache offen zu halten und die Serie möglichst auf sieben Partien auszudehnen. So kann der Titel schon heute nach Boston gehen. Natürlich müssen sie erst mal gewinnen. Und deshalb bleibt es spannend.

30. Mai 2008

Top, die Wette gilt?

Des einen närrisches Vergnügen ist des anderen Konspirationstheorie. Oder: Wenigstens ein Spieler bei den Los Angeles Lakers hat am Donnerstagabend beim Spiel gegen die San Antonio Spurs nicht gewusst, wie in Las Vegas die Wetten auf den Ausgang des Spiels stehen. Sonst hätte er nicht mit der Schlusssirene einen Dreier versenkt, der nichts mit Sieg und Niederlage zu tun hatte, aber ganz viel mit dem Spread. Hätte Sasha Vujacic einfach nur den Ball in der Hand behalten und nicht geworfen, hätten die Lakers das Match mit 97:92 gewonnen und die Buchmacher wären sehr zufrieden gewesen. Denn zum Beispiel das MGM Grand hatte die Partie bei weniger als 7,5 Punkte Differenz zu Gunsten von LA. Der Slowene hebelte die Zahl auf 8. Mit anderen Worten: Er schob den Spread mit dem Schlussresultat über die magische Grenze des Abends.

Der Pfiff an der Sache: Es gilt in der NBA als ungehörig, dass am Ende einer bereits entschiedenen Partie der Sieger noch massiv Punkte draufbrät. Damit wird nach einer Grundregel aus dem Stammbuch der Sportlerehre der Verlierer unnötig vorgeführt und enteiert. Was also war das Motiv von Sasha? Showtime?

Von hier lässt sich übrigens fast nahtlos überleiten zu einem anderen Aspekt der Sportlerehre. Europas und Südamerikas Basketballer haben in der NBA eine Gepflogenheit populärer gemacht, die aus dem Fußball kommt und dort meistens als "Schwalbe" oder auch als dive tituliert wird. Die Basketballer kennen eine eigene Variante: den sogenannten Flop. Dabei tut der leicht touchierte Spieler so, als sei er massiv bedrängt oder gestoßen worden und stolpert und geht auf dramatische Weise zu Boden. Flops sind in den USA und Kanada (im Eishockey) extrem verpönt. Man steckt weg. Man schlägt vielleicht auch mal zurück. Aber man versucht nicht den Schiedsrichter und das Publikum theatralischen Einlagen zu beeinflussen. Und damit das so bleibt, will die NBA ab der nächsten Saison Flopper nach dem Spiel bestrafen. Das könnte dann das endgültige Aus der San Antonio Spurs bedeuten, die am Donnerstag als amtierende Meister aus dem Wettbewerb gedrängt wurden. Kein Team hat mehr Flopper: Tony Parker, Manu Ginobili, Bruce Bowen und Robert Horry dürften ohne solch dramatische Opfer-Szenen nur noch halb so viele Freiwürfe bekommen. Das reicht nicht. um in der NBA oben mitzuspielen.

16. April 2008

Mavericks gegen New Orleans

Die Dallas Mavericks haben sich in die Playoffs gehangelt und spielen dort gegen einen Gegner, gegen den sie am Mittwochabend im letzten Spiel der Tabellen-Saison sehr gut aussahen: Die New Orleans Hornets. Die Konstellation ist nur halb so reizvoll wie die gegen die Golden State Warriors im vergangenen Jahr. Aber trotzdem wird es einiges zu schreiben geben. Zuerst mal in der FAZ (Freitagausgabe). Und dann je nach dem Fortgang der Ereignisse auch hier. Schade um Don Nelson, der diesmal nur einen neunten Platz herausholte und nicht jene Begeisterung entfachen konnte, an die man sich so gerne gewöhnt hätte. Verlierer machen wehmütig. Weshalb wohl auch die Süddeutsche Pat Riley und den Miami Heat einen ausführlichen Bericht gewidmet hat. Riley gehört zu den Dinosauriern der Trainerzunft, der bald nur noch als Skelett (mit gegelten Haaren) im Museum zu bewundern sein wird. Phil Jackson, der alte Rivale von Riley, hingegen bastelt an einem Ausrufezeichen für eine außergewohnliche Karriere. Er könnte mit den Lakers einen neuen Rekord für Meisterschaftserfolge von NBA-Trainern aufstellen und dürfte alles andere als persönliche Niederlage empfinden. LA ist durch Pau Gasol effektiv zu einem Team geworden, dass jeden Gegner besiegen kann.

11. April 2008

MVP-Mauschelei um Kobe

Die Lobbyisten aus dem journalistischen Umfeld der NBA sind an der Arbeit. Jeder zweite scheint Kobe Bryant zum MVP hochschreiben zu wollen. Der Versuch ist nicht strafbar, aber extrem dämlich. Denn wenn man für die Wahl überhaupt irgendwelche Kriterien anwendet, zum Beispiel jene, die bei der Wahl von Dirk Nowitzki im letzten Jahr eine Rolle spielten (bester Mann im besten Team der regulären Saison), dann kommt Bryant nicht in Frage. Dann wäre Kevin Garnett an der Reihe, der in Boston für das Wunder mit verantwortlich ist, über das kam noch jemand schreibt, weil es inzwischen als Normalzustand empfunden wird (Nach dem Motto: Hey, Jesus, kannst du diesen Wein mal auf Flaschen ziehen, den du da immer aus diesem Wasser in Kana machst? Der schmeckt gut. Davon hätten wir gerne mehr. Denn an den haben wir uns ziemlich schnell gewöhnt). Oder Chris Paul bekommt den Zuschlag, weil man einen Spieler in der stärkeren Western Conference auszeichnen möchte. New Orleans ist nicht nicht nur besser als die Lakers. Es hat auch den längeren Weg aus dem Keller der Tabelle hinter sich. Oder denken die Leute, dass der ganze Erfolg der Hornets auf die Rechnung von Byron Scott geht? Das wäre dann aber Grund genug, ihn zum Coach des Jahres ernennen. Ehrlich gesagt: Dass das passiert, ist kaum zu erwarten. Auch Scott fehlen die Lobbyisten, die im Moment wohl eher Doc Rivers von den Celtics favorisieren, obwohl der nun wirklich nicht viel macht - außer die Mannschaft spielen zu lassen, ohne groß zu stören.

Nicht in diesem Zusammenhang, aber trotzdem eine Erwähnung wert: Die Dallas Mavericks haben sich für die Playoffs qualifiziert. Der Knöchel von Dirk Nowitzki scheint unverwüstlich. Und es sieht für die erste Runde nach einer Auseinandersetzung gegen die Lakers oder die San Antonio Spurs aus. Eine Niederlage wäre nicht so blamabel wie die Chose im letzten Jahr.

5. Februar 2008

Pau-Wow in La-La-Land

Der zweite massive Trade der Saison in der NBA zeigt ganz direkt und deutlich Wirkung. Pau Gasol war in seinem ersten Spiel nach dem Wechsel von den Memphis Grizzlies zu den Los Angeles Lakers ein wichtiger Faktor. 105:90 gegen die New Jersey Nets. Produktionsanteil: 24 Punkte.

Gasol sieht zwar in diesem Halbgalopp immer so aus, als ob er kurz davor ist, über sein eigenen Beine zu stolpern oder als ob er den eckigen Gehstil von seinem neuen, hüftlahmen Trainer Phil Jackson imitiert. Aber der Eindruck täuscht. Der Mann hat ein Auge für seine Nebenleute und einen guten Zug zum Korb. Man nennt so etwas einen hohen Basketball-IQ. Und der Spanier passt in die Mischung. Die Western Conference hat damit einen klaren neuen Favoriten erhalten. Die Lakers sind in dieser Kombi in den Best-of-Seven-Playoff-Serien nicht zu schlagen. Fernsehmann Marv Albert, der das Spiel gegen die New Jersey Nets übertrug, berichtete hinterher, dass Kobe happy ist. "Es gibt einen Gott", soll er gesagt haben. Das muss dann der gleiche Gott sein, der Shaq nach Miami transferierte und jetzt die Ungerechtigkeit seines Tuns einsieht. Oder gibt es am Ende doch mehrere?

Gasol ist 2,13 Meter groß und erst ganze 27 Jahre alt. In Memphis wäre er versauert. Jetzt kann er wirklich zeigen, was er kann.

31. Dezember 2007

Lange Männer in richtig kurzen Hosen

Wir bringen heute eine Wasserstandsmeldung. Nein, nicht vom Neckar bei Plochingen oder dem Rhein bei Karlsruhe-Maxau, sondern von den Hosen bei den Los Angeles Lakers. Ganz kurze Hosen. Weil wir uns nicht mit der Honorarabteilung von Getty Images anlegen wollen, bringen wir nur das Link zu dem Bild anstatt desselben. Und ein Link zu dieser Geschichte, die die ganze Lächerlichkeit der Aktion ins Perspektivische setzt. Niemand machte hinterher die Hosen für die klare Niederlage gegen die Boston Celtics verantwortlich. Das wäre auch ziemlich blöd. In solchen Shorts haben die Lakers mit Kareem und Magic eigentlich immer sehr gut ausgesehen. Es kommt darauf an, was drin steckt.

27. Oktober 2007

Verdirkte Welt

Nächste Woche beginnt die neue NBA-Saison, auf die man sich allmählich auch im deutschsprachigen Raum einstimmt. Am Sonntag gibt es in der FAZ einen Text, der sich mit dem merkwürdigen Verhältnis von Avery Johnson und Dirk Nowitzki in Dallas beschäftigt, das der Grundstein dafür ist, dass der Trainer ständig so tut, als habe er lernbedürftige Schüler zu betreuen, die nicht richtig Basketball spielen können. Der MVP wiederum denkt gar nicht daran, die Verantwortung zu übernehmen und drückt sich vor dem dringend notwendigen Aufstand gegen Johnson. Die beiden werden auf diese Weise noch viel Spaß aneinander haben. Zumal Nowitzki dem Spiegel (via NBA-Blog) deutlich gemacht hat, dass er ganz offensichtlich das Kernproblem gar nicht erkennt. Er habe zwar nach der Saison alles in Frage gestellt - "sogar die ganze Karriere". Aber alles, was am Ende dabei herauskam, war die Feststellung: "Wir haben auch so eine gute Mannschaft, die stark genug ist." Eine Mannschaft, die auf keiner Position verstärkt wurde, in der er keine Nebenleute hat, die ihn in der Rolle des Scorers zuverlässig unterstützen können. Und keinen vernünftigen Center, der unterm Korb die Arbeit macht. Das soll reichen? Wer macht hier eigentlich wem was vor?

Der andere Text wird in der SonntagsZeitung in der Schweiz erscheinen und die Chicago Bulls und Boston Celtics behandeln, die nach Expertenansicht die stärksten Rivalen um den Top-Platz in der Eastern Conference sein werden. Die Bulls liegen den Schweizern natürlich auch deshalb nahe, weil dort Nationalspieler Thabo Sefolosha spielt, dessen Option auf ein drittes Vertragsjahr soeben von Chicago wahr genommen wurde.

Sowohl Dallas als auch Chicago sind noch immer die vielversprechendsten Kandidaten für einen Deal mit den Los Angeles Lakers in Sachen Kobe Bryant. Die Signale sind aber eher schwach. Die Bulls müssten sich wohl von Luol Deng verabschieden, dem sie gerade ein maßvolles Angebot für einen langfristigen Vertrag gemacht haben. Die Offerte sollte man auf keinen Falls als Trade-Hinweis deuten, sondern eher als Teil einer konsequenten jahrelangen Gehaltspolitik, bei der man sich an der Salary Cap orientiert und nicht an dem Wettrennen von solchen Verschwendern wie den New York Knicks oder den Dallas Mavericks.

Dallas und Kobe Bryant bleibt ein Thema, das vor allem von den texanischen Zeitungen hochgepeitscht wird. Der Bewegungsspielraum für Dallas ist minmal. Es sei denn, sie geben Josh Howard und Devin Harris ab. Dagegen spricht - siehe Boston - erst mal gar nichts. Außer dass die Mannschaft bei einem solchen Trade dringend das Loch in der Mitte stopfen müßte. Erick Dampier und die anderen Center haben nicht das Format, um einer Mannschaft mit Bryant und Nowitzki als Dreh- und Angelpunkt die Arbeit zu erleichtern.

18. Oktober 2007

Wir denken das Undenkbare: Nowitzki im Tausch gegen Bryant

Es ist allmählich an der Zeit, das Undenkbare zu denken: Kobe Bryant zu den Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki zu den Los Angeles Lakers. Alles Gerede, was man bisher vernommen hat, ging immer nur in eine Richtung: Cuban hält an Nowitzki fest, alle anderen Spieler hingegen stehen für einen Tausch zur Disposition. Warum das so sein soll, sagt kein Mensch. Dirk ist keine Statue mit Betonsockel und einem riesigen Stahlstift, den man nicht an einen anderen Ort verpflanzen könnte. Und er hat mit diesem Umfeld und dieser Mannschaft gar keine Chance auf einen Titel in Dallas. Das hatte er nicht, als Steve Nash noch da war. Und auch nicht im Finale gegen die Heat (in das sie nur mit ein bisschen Schiedsrichterhilfe kamen, sonst hätten sie nicht die Siebener-Serie gegen San Antonio gewonnen). Was im letzten Frühjahr in der ersten Playoff-Runde abgegangen ist, haben wir noch frisch in Erinnerung: Mavericks-Coach Avery Johnson wird von seinem Ziehvater nach Strich und Faden vorgeführt.

Für Nowitzki wäre jeder Wechsel von Nutzen. Vor allem, wenn er bei einem Club landet, der seine Spieler nach Kriterien zusammensucht, die nowitzki-kompatibel sind. Wenn er auf einen Trainer trifft wie Phil Jackson, der ihm mehr beibringen kann als die üblichen Hinweise darauf, er möge doch bitte mehr den Korb attackieren und die Sprungwürfe vernachlässigen. Nowitzki hat in Dallas bereits alles geleistet, was man leisten kann, und dazu beigetragen, dass aus der schlechtesten Mannschaft der NBA eine Art von Titelaspirant wurde. Er sollte begreifen, dass es an der Zeit ist, so eigensinnig wie Wilt Chamberlain zu denken und sich selbst für einen Trade ins Gespräch bringen. Wie man das am Geschicktesten macht, können ihm seine Berater bei der Firma Nike bestimmt verraten. Normalerweise fängt man erst mal mit einem Dementi an. Und dann schaut man weiter.

17. Oktober 2007

Kobe und das Kaugummi

Man wünscht sich an solchen Tagen den Zauber eines Prinzen in einem Märchen der Gebrüder Grimm, der mit einem Streich, mit einem Kuss, mit einem Ritt über den Regenbogen ganze Königreiche umwandelt. Er möge kommen, von irgendwo her und endlich dieses alte durchgekaute Kaugummi durchschneiden, auf dem sie in Los Angeles herumkauen. Und poof: Kobe Bryant wäre bei seinem neuen Club. Und wir könnten uns auf die Frage konzentrieren: Wie wirkt sich das alles auf die kommende Saison aus?

Aber vielleicht gibt es diese Prinzen gar nicht. Wenn man liest, auf welche Weise die um das Trainingslager herumlungerende Meute in Los Angeles diesen Schnitt herbeischreibt, hat man eher das Gefühl, das noch ganze Bulldozer und Megamaschinen gebraucht werden, um den absurden Tanz zu beenden. Beim Training mit der Mannschaft tritt Kobe Bryant nicht auf. Er arbeitet mit Maschinen und Gewichten - allein. Ein Zeichen? Seinen Schrank in der Umkleidekabine hat er nur AUFgeräumt und nicht AUSgeräumt, aber alles war bereits in heller Aufregung. Ein Zeichen? Die Autoren, die die Tauschmöglichkeiten analysieren und sagen, dass die Chicago Bulls das beste Gegenangebot machen können - ein Zeichen?

Sagen wir mal so: Die Lakers tun sich schwer. So schwer wie selten zuvor, als sie irgendwie immer einen Weg gefunden haben, bei anderen Teams die Top-Leute zu kapern (Wilt Chamberlain und Kareem Abdul-Jabbar und später Shaquille O'Neal) oder hübsch an sich zu binden (Trainer Phil Jackson). Da war das Management immer der Aggressor und Jäger. Nun sitzen sie ohne Handlungsspielraum da und müssen sich an den Gedanken gewöhnen, dass man selbst als Manager der Lakers von einem überragenden Einzelspieler der Liga in die Ecke getrieben werden kann. Nach meiner Vermutung geht es im Moment nur noch um die Feinheiten eines mehrstufigen Tausches. Die Lakers wollen herausfinden, wie man den Tradeertrag aus Chicago (oder Phoenix) in einer zweiten Transaktion mit einem Club in sinnvolle Verstärkungen umwandeln kann. Denn egal was man aus Chicago (oder Phoenix) auch bekommt - nichts passt wirklich zusammen.

Die andere Seite der Medaille: Ich vermute übrigens, dass Andrej Kirilenko noch immer auf dem Markt ist und damit ein paar theoretisch eher geradlinige Gespräche verkompliziert wurden. Denn auch der passt wie Bryant mit seinem teuren Vertrag wirklich nicht überall hin.

Während wir auf den Schnitt waren, hier ein Moment mit dem Schweizer Nationalspieler, der mit Sicherheit von den Bulls abgegeben würde, wenn sie sich auf einen Trade einlassen: Thabo Sefolosha. Er hat einen hübschen Spielzug gelernt: den Dunk, den man sich selbst vorlegt.

3. Juli 2007

NBA: Shirley und der Sinnquotient

Viele ehemalige amerikanische Profisportler landen nach ihrer Karriere beim Fernsehen oder im Radio, wo man ihren Sachverstand bei Live-Übertragungen anzapft und herausfindet, wie weit ihr Horizont reicht. Eine neuere Kategorie von pensionierten Athleten tummelt sich in den Studio-Sendungen vor, zwischen und nach wichtigen Spielen, in denen sie vor allem gebraucht werden, um irgendwelches Blech zu reden - Hauptsache es klingt nach Fachmann, wichtig ist Meinung, Attitüde, Selbstbewusstsein, fester Blick, einigermaßen telegenes Aussehen und, ja, noch mehr Selbstbewusstsein. Niemand fragt nach dem Sinnquotient.

Um so erfrischender ist die Arbeit von Paul Shirley, der bereits als Buchautor angenehm aufgefallen ist und inzwischen beim Online-Magazin Slate zu lesen ist. Sein jüngstes Stück hat all die Qualitäten, die man sich als Leser wünscht, wenn man etwas mehr über Basketballer wie Kobe Bryant oder Kevin Garnett wissen will. Die Prämisse ist zwar überspannt, aber nicht völlig aus der Luft gegriffen: Was wäre wenn Garnett bei den Lakers landet und mit Bryant in einem Team spelen würde? Der Beitrag ist sehr zu empfehlen.

16. Juni 2007

Kobe will weg

Alles noch gerüchtemäßig auf dünnen Beinen, aber trotzdem auf der Nachrichtenschleuder und deshalb einfach hübsch so kurz vor der NBA-Draft, weil es die Tauschphantasien anregt: Kobe Bryant will immer noch von den Lakers weg und soll das Teambesitzer Jerry Buss bei einem Gespräch in Barcelona noch einmal verklickert haben.

Das sind natürlich kleine Fische gegen das, was Bryant's ehemaliger Leibwächter dieser Tage erzählt: Kobe wollte angeblich, dass die Frau in Colorado umgebracht wird, die ihn wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Das Buch, in dem diese Vorwürfe enthalten sind, kann man hier online bestellen. Es hat den Titel "Dead Women Tell no Tales".

30. Mai 2007

Der Kobe-Vulkan kommt langsam auf Temperatur

Die Kobe-Bryant-Show in Los Angeles verspricht, in den nächsten Wochen ein nettes Theaterstück abzuliefern. Bryant vermittel auf vielen Kanälen den Eindruck, als ob das Management der Lakers erstens inkompetent ist und zweiten ihn an der Nase herumführt. Der Mann hat keine Lust auf eine Mannschaft, in der er alles alleine machen muss. Es scheint ihm nur wenig an persönlichem Lustgewinn gebracht zu haben, dass er nach der letzten Saison als unbestrittener Punktekönig der Liga angesehen wird und sicher auch als bester Spieler seiner Generation. Es war seine Methode, der Clubführung zu signalisieren, dass er nicht auf den Händen sitzt, sondern ackert. Jetzt mischt er sich lautstark in die politischen Prozesse ein (davon könnte sich Dirk Nowitzki durchaus mal eine Scheibe abschneiden). SportsbyBrooks hat heute die aktuelle Übersicht - mit Hinweisen auf Radiointerviews und Zitaten. Es ist eine einzige Anklage, von der Trainer Phil Jackson kurioserweise ausgenommen wird, weil der trotz seiner Liaison mit der Tochter des Clubbesitzers Jerry Buss nicht im Verdacht steht, an irgendwelchen Strippen zu ziehen. Wer allerdings glaubt, Buss, der soeben von der Polizei mit Alkohol am Steuer erwischt wurde und sich gerne mit jungen Frauen knapp über 20 vergnügt, sei ein Vollidiot, der schätzt den Mann völlig falsch ein. Die Lakers gehören ihm seit 1979. Seitdem haben sie 13mal die Western Conference gewonnen und achtmal den Titel. Mehr hat in derselben Zeit niemand sonst in der NBA auf die Beine gestellt.
Blick zurück: Kobe Bryant bringt sich ins Gespräch - will er wirklich weg aus LA?

20. März 2007

March Madness: Der Mann, der USC zu einem Favoritenschreck gemacht hat

Unter den vielen gesichtslosen narzistischen Männern, die allesamt glauben, sie hätten das Zeug als Trainer einer Basketballmannschaft zu bestehen, ist Tim Floyd einer der angenehmsten. Das liegt nicht nur daran, dass er in der Zeit nach Michael Jordan, nach Scottie Pippen und nach Phil Jackson bei den Chicago Bulls gearbeitet hat und dort die Hucke voll gekriegt hat, was bescheiden macht. Es liegt an seiner Art der Selbstdarstellung. Er spielt nicht den lauten Clown, nicht den Zampano, nicht den Chefideologen und nicht den Schönredner. Er spielt sich sich selbst: den Typ aus Mississippi, der in seinen ersten zehn Jahren als Assistenztrainer bei einem genialen Lehrmeister namens Don Haskins in El Paso in die Schule ging, einem Mann, der in die Basketball Hall of Fame berufen wurde.

Normalerweise wäre der weitere Karriereverlauf kein gutes Omen, noch irgendwo eine verantwortliche Stellung zu erhalten. Die Episode in Chicago, in die er von seinem Mentor Jerry Krause förmlich hineingelotst wurde, und danach eine etwas kürzere mit den New Orleans Hornets waren unterm Strich. Aber bei den mehr als hundert Universitäten, die im Collegsport in der oberen Etage spielen, der sogenannten Division I, ist ständig Reise nach Jerusalem. Weshalb man mit etwas Glück auf einen Stuhl rutschen kann, der mehr bietet als einen Platz im Warmen und ein Dach überm Kopf. Floyd ist das in Los Angeles zugestoßen, wo er den Job als Basketballtrainer der University of South California bekam, die unter dem Logo USC antritt und in der Sportart der zu groß geratenen Männer, anders als im Football, noch nie etwas gerissen hat.

Irgendetwas muss er richtig machen, sonst hätte sein Team nicht am Wochenende die höher eingestuften Longhorns der Universität Texas aus dem Turnier geworfen und würden nicht auf einmal im Achtelfinale stehen, wo sie am Freitag gegen den haushohen Favoriten North Carolina vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe stehen. Floyd wird sich nicht grämen. Denn den eigentlichen Scoop hat er bereits gelandet. Er überzeugte den mutmaßlich besten High-School-Basketballer des Landes namens O. J. Mayo dazu, sich im kommenden Spätsommer bei USC zu immatrikulieren. Da das Team im wesentlichen zusammen bleiben wird, ist damit das Ziel bereits gesteckt: Im nächsten Frühjahr spielt Floyds Truppe um den Titel. Und um die innerstädtische Vormachtstellung, die bislang unbestritten von UCLA eingenommen wurde, wo man seit Jahren so spielt, als habe man Basketball, wenn schon nicht erfunden, dann zumindest geistig aufs Strahlendste veredelt.

Ein paar Kilometer weiter bei de Los Angeles Lakers arbeitet übrigens ein gewisser Phil Jackson. Es ist die zweite Schicht. Und niemand weiß genau, wie lang er noch Lust auf diesen Job hat. Auch das ein reizvoller Kontrast für Leute, die die Sportart mit Hingabe verfolgen. Denn Jackson ist zwar eine Überfigur. Aber er hat in Jahren gezeigt, in denen er ohne solche Kaliber wie Michael Jordan und Shaquille O'Neal auskommen musste, dass er bei aller Grütze und all dem Motivationstalk wirklich nur mit Wasser kocht. Neulich wurde Floyd von einem Kolumnisten der Los Angeles Times mit der Frage behelligt, ob er dann nicht irgendwann der Nachfolger von Jackson bei den Lakers werden könne. Die Antwort blieb er schuldig. Wer will schon einen Stuhl, auf dem man sportlich nichts erben kann?

Nachtrag einen Tag später: Heute reicht die New York Times die nahezu unglaubliche Geschichte nach, wie Mayo zu USC und Floyd kam. Der Trainer musste gar nichts machen, sondern einfach nur zustimmen. Wenn man das liest, bekommt man das Gefühl, dass ohne einen so starken Mann wie David Stern auch die NBA irgendwann zu einem Laden wird, bei dem die jungen Spieler über die Institution bestimmen und nicht umgekehrt. Aber abgesehen davon: Der Artikel von Lee Jenkins ist Erster-Klasse-Journalismus und hervoragend getimed.

12. März 2007

Dallas fertigt die Lakers ab: Ein Bericht und ein Interview




Der Spielbericht auf ESPN vom Debakel der Los Angeles Lakers in eigener Halle gegen die Dallas Mavericks (72:108). Am Ende gibt es ein Interview mit Dirk Nowitzki, in dem er auf seine verbindlich unverbindliche Art zu verstehen gibt, dass das Gerede von der Siegesserie (17 am Stück) die Spieler überhaupt nicht interessiert. Was zählt, sei, den Meisterschaftspokal in den Händen zu halten. Aber auch solche Stellungnahmen werden nichts nützen. Die amerikanische Krankheit, hinter jeder Serie einen meldenswerten Rekord auszumachen und jeden Rekord als historische Leistung hochzustilieren, hat inzwischen viele Medienvertreter in Deutschland erfasst. Wo bleibt die Kreativität? Die Neugier auf Einblicke hinter die Fassade aus puren Zahlen? Wo bleibt die kritische Distanz? Und wann beginnt endlich die Auseinandersetzung mit den wirklich reizvollen Aspekten der detaillierten Statistiken im amerikanischen Sport?

Nachtrag:
Nach acht Stunden hat ESPN das Video eingemottet. Merke: Man muss wohl immer ganz schnell sein.