Die Lobbyisten aus dem journalistischen Umfeld der NBA sind an der Arbeit. Jeder zweite scheint Kobe Bryant zum MVP hochschreiben zu wollen. Der Versuch ist nicht strafbar, aber extrem dämlich. Denn wenn man für die Wahl überhaupt irgendwelche Kriterien anwendet, zum Beispiel jene, die bei der Wahl von Dirk Nowitzki im letzten Jahr eine Rolle spielten (bester Mann im besten Team der regulären Saison), dann kommt Bryant nicht in Frage. Dann wäre Kevin Garnett an der Reihe, der in Boston für das Wunder mit verantwortlich ist, über das kam noch jemand schreibt, weil es inzwischen als Normalzustand empfunden wird (Nach dem Motto: Hey, Jesus, kannst du diesen Wein mal auf Flaschen ziehen, den du da immer aus diesem Wasser in Kana machst? Der schmeckt gut. Davon hätten wir gerne mehr. Denn an den haben wir uns ziemlich schnell gewöhnt). Oder Chris Paul bekommt den Zuschlag, weil man einen Spieler in der stärkeren Western Conference auszeichnen möchte. New Orleans ist nicht nicht nur besser als die Lakers. Es hat auch den längeren Weg aus dem Keller der Tabelle hinter sich. Oder denken die Leute, dass der ganze Erfolg der Hornets auf die Rechnung von Byron Scott geht? Das wäre dann aber Grund genug, ihn zum Coach des Jahres ernennen. Ehrlich gesagt: Dass das passiert, ist kaum zu erwarten. Auch Scott fehlen die Lobbyisten, die im Moment wohl eher Doc Rivers von den Celtics favorisieren, obwohl der nun wirklich nicht viel macht - außer die Mannschaft spielen zu lassen, ohne groß zu stören.
Nicht in diesem Zusammenhang, aber trotzdem eine Erwähnung wert: Die Dallas Mavericks haben sich für die Playoffs qualifiziert. Der Knöchel von Dirk Nowitzki scheint unverwüstlich. Und es sieht für die erste Runde nach einer Auseinandersetzung gegen die Lakers oder die San Antonio Spurs aus. Eine Niederlage wäre nicht so blamabel wie die Chose im letzten Jahr.
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11. April 2008
17. März 2008
Ziemlich klamottig
Irgendwann muss in der NBA die alte, devote Haltung gegenüber den Vertretern des Fernsehens im Mülleimer gelandet sein. Der Grad an Respektlosigkeit ist unterschiedlich. Besonders, wenn es um TNT-Reporter Craig Sager geht, der den Eindruck erweckt, als er seine Garderobe im Fundus von alten Theatern zusammensucht. Aber der jüngste Fall von Lakers-Trainer Phil Jackson, der mitten in eine Antwort auf die Frage nach seinen taktischen Plänen ein Kompliment in Sachen Bekleidung einbaut. ESPN-Reporterin Michele Tafoya nahm es ohne mit der Wimper zu zucken. Löst das Reden über Klamotten demnächst jedes ernsthafte Gespräch über Basketball ab? Oder geht es schon gar nicht mehr um Basketball, sondern nur noch um Stil und schönen Schein?
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28. November 2007
Marbury gegen Garnett: Das Prickeln vor dem Spiel
Stephon Marbury und Kevin Garnett haben schon oft gegeneinander gespielt, seitdem sich der eine aus Minneapolis verabschiedete und der andere bei den Timberwolves das Unmögliche probierte: die Mannschaft zu einem Meisterschaftsanwärter zu machen. Aber selten war eine Begegnung so interessant wie die heute abend. Marbury und die Knicks gegen Garnett und die Celtics. Der eine, der Beweis dafür, dass die Mannschaftssportart Basketball nicht floriert, wenn einer dabei ist, der ausschließlich seinen eigenen Stiefel spielt. Der andere endlich auf dem Weg Richtung Titel. Man muss über Marbury nicht mehr viele Worte verlieren. Der ist auf diesen Seiten schon mehrfach hinreichend präsentiert worden. Und auch über Garnett, den besten und effektivsten Spieler der NBA, braucht man nicht viel zu sagen. Nur soviel: Wo Marbury weg geht, werden die Mannschaften besser, wo er hingeht werden sie schlechter. Und er ist ein egozentrischer Neidhammel erster Güte. Die Boston Celtics (mit KG) sind das beste Team der Saison. Die New York Times hat die Beziehung (oder besser: Nicht-Beziehung) der beiden in einer ausführlichen Geschichte nachgezeichnet. Es lohnt sich die zu lesen.
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31. August 2007
Dumm gelaufen: Dallas wollte Garnett, aber bot zu wenig
Mark Cuban wollte Kevin Garnett nach Dallas holen und hat bis zum Drafttag auf eine Lösung gehofft. Aber die Timberwolves riefen nicht an. Und damit war das Thema erledigt. Wochen später landete der produktivste Einzelspieler der NBA bei den Boston Celtics. Dass die Mavericks und ihr Eigentümer dem Liga-MVP Dirk Nowitzki ernsthaft einen potenten Nebenmann an die Seite stellen wollten, hat Cuban jetzt erstmals gegenüber dem Dallas Blog durchblicken lassen. Die Offerte war wohl nicht attraktiv für Minnesota: "Unser Ziel war eine Vereinbarung, die nicht unseren Spielerkader ramponiert. Du willst nicht mit Dirk und KG und drei Typen namens Moe antreten."
Dass da zu jener Zeit etwas in der Luft lag, wurde hier und hier bereits angedeutet.
Dass da zu jener Zeit etwas in der Luft lag, wurde hier und hier bereits angedeutet.
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30. Juli 2007
Also doch: Garnett zu den Celtics
Kein Gerücht mehr, sondern von AP bestätigt: Garnett nach Boston. Falls sich jemand dafür interessiert, wie schwierig es ist, einen Mann mit einem Vertrag wie seinem abzugeben und weshalb manche Clubs aus kuriosen finanziellen Erwägungen nicht in Frage kommen, der sollte mal diesen Text von Marc Stein durcharbeiten. Aber Warnung: Nicht für NBA-Neulinge und Menschen geeignet, denen die komplizierte Arithmetik von Salary Cap und aktuellem Tarifvertrag nicht einleuchtet. Als Sahneschnitte obendrauf: Der Adidas-Werbespot, der zeigt, wie sich KG bei den Timberwolves gefühlt haben muss. Ab jetzt sollte alles leichter werden.
Blick zurück: Als alles noch ein Gerücht war
Blick zurück: Als alles noch ein Gerücht war
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Garnett doch noch nach Boston?
Es ist nur ein Gerücht. Aber weil die NBA Sommerpause hat und der wegen Wettbetrugs in Verdacht geratene Schiedsrichter Tim Donaghy noch nicht gesungen hat, weil also nichts los ist, nehmen wir die Gelegenheit war, das Gerücht in die Welt hinauszuposaunen: Kevin Garnett von den Minnesota Timberwolves zu den Boston Celtics im Rahmen einer Tauschaktion, die vor der Draft schon einmal im Gespräch war, aber nicht zustande kam. Dass sich Garnett wenige Monate später - er genießt ein gewisses Mitspracherecht - den Ortswechsel doch noch vorstellen kann, liegt an der Aktion, die die Celtics am Draft-Tag auf die Beine gestellt hatten, als sie mit Ray Allen einen der besten Werfer der Liga aus Seattle herauseisten. Zusammen mit Stammspieler Paul Pierce käme dabei schon eine ziemlich respektable Mannchaft heraus. Statistisch gesehen ist KG der wirkungsvollste Spieler in der NBA, Allens Leistungsniveau liegt noch über dem meistens leicht überschätzten Kobe Bryant.
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3. Juli 2007
NBA: Shirley und der Sinnquotient
Um so erfrischender ist die Arbeit von Paul Shirley, der bereits als Buchautor angenehm aufgefallen ist und inzwischen beim Online-Magazin Slate zu lesen ist. Sein jüngstes Stück hat all die Qualitäten, die man sich als Leser wünscht, wenn man etwas mehr über Basketballer wie Kobe Bryant oder Kevin Garnett wissen will. Die Prämisse ist zwar überspannt, aber nicht völlig aus der Luft gegriffen: Was wäre wenn Garnett bei den Lakers landet und mit Bryant in einem Team spelen würde? Der Beitrag ist sehr zu empfehlen.
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1. Juli 2007
Dallas und Golden State wieder gegeneinander: Diesmal geht's um Garnett
Der erste Bericht, der bestätigt, dass die Mavericks und Timberwolves seit Donnerstag ernsthaft darüber reden, wie man Kevin Garnett nach Dallas bringen kann. Reporter David Aldridge gehört zu den Autoren, die nur das schreiben, was sie wissen, und nicht nur im Nebel herumstochern. Aber offensichtlich ist das Wettrennen ziemlich stark besetzt. Mit dabei: die Golden State Warriors, die im Tausch jede Menge junge Leute zu bieten haben und sich finanziell durch den Verzicht auf Jason Richardson sehr verbessert haben.
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