Die Idee hatte etwas Verführerisches: Eine Firma bringt einen extrem preiswerten, tauglichen Basketballschuh für 15 Dollar auf den Markt, arbeitet mit einem bekannten NBA-Spieler als Werbefigur und eröffnet einen Laden nach dem anderen, um Sportbekleidung und Sportmode für Leute mit ganz, ganz niedrigem Einkommen zu verkaufen. Die Idee scheint auf falschen Voraussetzungen aufgebaut gewesen zu sein. Steve & Barry's, das Unternehmen hinter dem Starbury-Schuh, hat Konkurs angemeldet. Die Entwicklung betrifft auch andere Vertragspartner wie etwa Venus Williams. Die Chefs der Company schieben ihre Probleme auf den gegenwärtigen wirtschaftlichen Abschwung in den USA, der die Zielgruppe in den Niedrigeinkommen-Schichten stärker betrifft als die Prestige- und Luxusklientel. Vor allem die stark gestiegenen Benzin-Preise schneiden in vielen Familien ins Budget. Aber theoretisch sollte dies sogar ein Pluspunkt für die Kette sein, die mehr als 200 Läden betreibt. Denn für Schnäppchen-Produkte gibt es auch in schlechen Zeiten einen Markt. Nur kommen die Kunden dann aus etwas besser situierten Kreisen.
Sogenannte Analysten im Umfeld von Wall Street sind denn auch der Auffassung, dass es sich hierbei um eine Ausrede handelt. Vermutlich konnte das ganze Konzept nie funktionieren, weil die Margen nicht da waren. Wie Steve & Barry's trotzdem die Banken beschwatzt haben, um Geld für ihre Expansionspläne zu bekommen, ist noch nicht bekannt. Sie stehen mit 135 Millionen Dollar in der Kreide. Ein Konkursverfahren bedeutet nicht zwingend das Ende einer Firma. Wenn die Gläubiger auf ihre Forderungen verzichten oder (in der Hoffnung auf eine spätere Tilgung) umschulden, hat eine Firma eine Überlebenschance. Genauso wie Stephon Marbury, der ein Jahr vor dem Ablauf seines Vertrages mit den New York Knicks, vermutlich noch immer für den einen oder anderen NBA-Club interessant sein wird. Nicht aus sportlichen Gründen – jede Mannschaft, zu der Marbury stößt, spielt schlagartig schlechter – aber aus salary-cap-technischen Gründen. Die spannende Frage der nächsten Wochen wird deshalb lauten: Wieviel an Gegenwert werden die Knicks bei einem Trade erhalten? Und ab wann akzeptieren sie das Unvermeidliche? Dass sie für ihren Point Guard so gut wie nichts Brauchbares bekommen werden (via SportsByBrooks).
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13. Juli 2008
19. November 2007
Von einem anderen Planeten
Während der Stern von Herrn Starbury in den USA langsam, aber sicher sinkt und dabei auch noch die Karriere von Knicks-Manager und Trainer Isiah Thomas mit nach unten ziehen dürfte, hat die Bekleidungsfirma Steve & Barry's, die vor einem Jahr die Starbury-Schuhe auf den Markt brachte, einen neuen Aushängesportler gefunden. Es handelt sich um Venus Williams und die neue Serie EleVen. Wir nehmen mal an, dass dieses etwas bemühte Wortspiel um die Zahl 11 und den Vornamen der Tennisspielerin in Zukunft noch besser erklärt wird als so: "Das ist die Hausnummer von unserer ersten Adresse in Kalifornien. Und es ist, wie ich zu leben versuche. Als 11, besser als eine 10, besser als die Besten." (Anmerkung: Die Zehner-Skala ist eine alte amerikanische Sitte ähnlich der deutschen Zeugnisnoten. Wer den Film dazu sehen will, sollte sich den Namen Bo Derek merken. Und sollte sich nicht wundern, dass die Dame schon Perlen im Haar hatte, ehe Venus Williams einen Tennisschläger halten konnte.)Wie die Amerikanerin in den neuen Billigklamotten aussieht, kann sich jeder selber ausmalen oder die Webseite dazu anklicken. Wie sie allerdings zusammen mit ihrem Golfer-Freund Hank Kuehne aussieht, nur schwer. Es gibt Fotos von den beiden zusammen. Und ein paar Geschichten - wie etwa hier.
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28. Dezember 2006
Der DFB, die Fußballschuhe und die Mega-Ausbeutung
Natürlich darf man nicht alles glauben, was in der Bild-Zeitung steht. Oder besser gesagt: Eigentlich gar nichts. Deshalb braucht man die Meldung über das angebliche Mega-Angebot des Sportausrüsters Nike an den DFB auch nicht weiter ernst nehmen. Die Latte liegt nicht mehr bei den 16 Millionen Dollar, die der amerikanische Sportausrüster, der unter anderem bereits Michael Jordan, Tiger Woods, Lance Armstrong und Maria Scharapowa sowie Manschester United und den FC Barcelona unter Vertrag hat, dem brasilianischen Fußballverband jedes Jahr überweist. Sondern eher bei der jährlichen Tantieme für Barcelona: etwas mehr als 35 Millionen Dollar im Jahr. Aber was man durchaus glauben sollte, ist die Geschichte, die man auf der Webseite der Hilfsorganisation Oxfam finden kann. Da wird dokumentiert, wie wenig die Menschen verdienen, die in Asien die Produkte herstellen, die dann im Rest der Welt für viel Geld vermarktet und verkauft werden. Die einzelnen Sportausrüsterfirmen und ihr Verhalten werden genauer analysiert. Mehr über die Arbeit von Oxfam in der Dritten Welt gibt es hier.
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18. September 2006
15-Dollar-Schuh kommt mit 7-Meilen-Stiefeln voran
Die Kampagne fuer den billigen Basketballschuh funktioniert wie geplant. Stephon Marbury tingelt durchs Land und gibt Autogramme. Überall stehen die Interessenten Schlange und schreiben die grossen regionalen Tageszeitungen über die Neuheit. Der 15-Dollar-Sneaker, der unter dem Namen Starbury 1 von der Ladenkette Steve and Barry's exklusiv entwickelt wurde, macht offensichtlich die Markenkonkurrenz nervös. Sonst hätte sich die Zeitung The Oregonian in Portland, das Hausblatt der dort ansässigen Sportausrüsterriesen Nike und adidas, nicht vor ein paar Tagen ausgiebig mit dem Thema beschäftigt. Der Zuschnitt der Geschichte (Überschrift: Starbury 1 shoes sneak onto kids' feet) hatte jedoch einen leichten Torpedoanstrich. Die Zeitung gab Leuten aus der Industrie viel Platz, die herumlamentieren, dass die Schuhe nicht so gut gemacht seien wie die der Marktführer, die mindestens das Fünffache kosten und in den Prestigekategorien sogar das Zwölffache. "Wir haben eine ziemliche Vorstellung davon, was die Kostenbestandteile eines Nike-Schuhs sind", wurde Matt Powell zitiert, der als Fußbekleidungsexperte für den Branchendienst Sports Executive Weekly arbeitet. "Es gibt keine Möglichkeit, einen Qualitätsschuh für 15 Dollar produzieren."Stephon Marbury hat die Absicht, die Haltbarkeit und den Komfort bei den Spielen der kommenden NBA-Saison unter Beweis zu stellen. Wenn die Knicks mit ihm und unter dem neuen Trainer Isiah Thomas mehr Spiele gewinnen als in der letzten Saison, sollte man den alten Michael-Jordan-Werbespruch aus den achtziger Jahren ausgraben. Der lautete: "It must be the shoes..."
Blick zurück: Die erste Geschichte über den Starbury in Deutschland
Link: Der Schuhtester vom Blog Basketbawful hat recherchiert, dass die Schuhe auf eBay für ein Vielfaches angeboten werden. Weil man sie so schwer bekommen kann.
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