Auf eine gewisse Weise muss man dem Schauspieler Kevin Costner dankbar sein. Er hat Sportarten wie Golf und Baseball mit seinen Rollen in Tin Cup (1996) und vor allem in Bull Durham (1988) - dem besten Sportfilm aller Zeiten - eine Dimension gegeben, die der tägliche Medienrummel trotz aller Bemühungen (siehe die letzte Folge bei ESPN mit E:60), einfach nicht hinbekommt. Dass Costner das nicht alleine geschafft hat, sondern dabei von zwei Drehbüchern von Ron Shelton profitierte, sei am Rande erwähnt, nicht jedoch, um etwa seine Fertigkeiten zu schmälern. Denn Costner wurde in beiden Fällen nicht gedoubelt und erwies sich als ausgesprochenes Bewegungstalent.
So soll denn aufgrund solcher Leistungen hier nur rasch vermerkt werden, dass der Hollywood-Millionär heute in Tampa ist, um offiziell die neuen Trikots der ziemlich gräuslichen Tampa Bay Devil Rays vorzustellen. Gestern nutzte der 52jährige die Gelegenheit für ein bisschen Batting Practice. Der Mann kann nicht nur Sport. Er spielt auch Gitarre mit einer Band namens Modern West und will mit der bei der Gelegenheit in Tampa ein bisschen herumklampfen.
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8. November 2007
22. April 2007
Baseball-Clubs machen Plus
Vor ein paar Tagen ging die neue Aufstellung des Wirtschaftsmagazins Forbes über die Clubs von Major League Baseball ins Netz. In den meisten Meldungen dominierte die Information, dass die New York Yankees mit 1,2 Milliarden Dollar Marktwert jeden anderen Profi-Club in den USA überragen. Dabei ist die viel interessantere Aussage der Liste, dass alle Mannschaften (außer den Yankees, die wegen ihrer irren Gehaltsliste eine Menge Geld in den Luxussteuer-Topf abführen müssen) Plus machen. Selbst solche angeditschten Kartoffeln tief in der Kiste wie die Tampa Bay Devil Rays. An die musste ich angesichts der Liste unweigerlich als erstes denken. Denn über den einst maroden Club und die Bemühungen von jungen Managern in der Liga, mit Hilfe von Sabermetrics und anderen "Money Ball"-Techniken zu überleben, habe ich im letzten Juli in der FAZ geschrieben:"Es ist eine Sache, ein paar hundert Millionen Dollar zu verdienen - das passiert in New York häufiger. Besonders jenen Männern, die bei den besten Investmentbanken an Wall Street und dort in höheren Etagen arbeiten. Aber ein wirklich rastloser Mensch Mitte Vierzig braucht mehr. Und sei es einen der trostlosesten Baseballklubs Amerikas. Den hat sich Stuart L. Sternberg vor einer Weile zusammen mit ein paar New Yorker Geschäftsfreunden zugelegt. Für den Preis von etwa 80 Millionen Dollar. Dafür gab es nicht nur die schlechteste Mannschaft mit dem seltsamsten Namen - sie heißt Tampa Bay Devil Rays -, sondern obendrein eine renovierungsbedürftige Arena mit dem niedrigsten Zuschauerschnitt der Liga und eine ganze Stange Schulden, die der Vorbesitzer über neun Jahre angehäuft hatte.Hiermit verneige ich mich vor den Rechenkünsten und dem Risikoverhalten von Mr. Sternberg (Bild). Laut Forbes ist sein Team inzwischen 267 Millionen Dollar wert und produziert Überschüsse (vor Steuern und Abschreibung) von mehr als 20 Millionen Dollar im Jahr. Tampa Bay steht auch zu Beginn dieser Saison wieder ziemlich weit unten, aber immerhin: Sie halten nicht die Rote Laterne in der American League.
Wenn man wie Stuart Sternberg rechnet, betrachtet man eine derartige Investitiondurchaus als vielversprechende Geldanlage...."
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