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19. September 2006

Lendl-Tochter zu stark für deutsche Golfer

Die 15jährige Isabelle Lendl hat zwei Punkte zum 6:6-Remis der Amerikaner und Europäer im Junior Ryder Cup beigesteuert. Das zweitägige Turnier, das am Montag und Dienstag auf dem Platz des übernächsten Ryder-Cups in Wales ausgetragen wurde, erhielt durch die Tochter des ehemaligen Tennisprofis einen leichten Glamoureffekt, der normalerweise den Matches der Teenager fehlt. Pech für das starke deutsche Kontingent in der europäischen Mannschaft, die ebenso wie die amerikanische gleichwertig aus Mädchen und Jungen besteht: Am ersten Tag kassierten Sean Einhaus (GC St. Leon-Rot) und Saskia Hausladen (GC Am Reichswald) eine Niederlage gegen den Lendl-Flight. Am zweiten Tag war es Maximilian Kieffer (GC Hubbelrath), der mit einer belgischen Partnerin spielte und verlor.

Link: Der Bericht über das Turnier auf der Golfweek-Website
Blick zurück: Der Vorbericht in American Arena über Ivan Lendl und seine Töchter

16. September 2006

Lendl-Tochter stark im Golf

In einem weiteren Sinne war Ivan Lendl (rechts mit Tochter Marika) die letzten Jahre mein Nachbar in dieser ländlichen Welt in Connecticut, in der ich an den meisten Wochenenden meine Zeit verbringe, Golf spiele und für eine kleine öffentliche Bibliothek den Webmaster gebe. Ich wohne auf der einen Seite des Ortes und er lebte auf der anderen Seite. Wir hatten zwischendurch mal denselben Masseur.

Schon seit geraumer Zeit will er seine Riesenvilla verkaufen und ganz nach Florida ziehen, wo sein Nachwuchs bei David Leadbetter teuren Unterricht nimmt. Unsere Gegend ist nicht das Richtige für ihn, um sich um die sportlichen Ambitionen seiner insgesamt fünf Töchter zu kümmern, von denen vier Golf spielen. Nicht nur haben wir fünf Monate im Jahr viel zu schlechtes Wetter für Golf. Lendl war mit dem Projekt gescheitert, seinen eigenen Platz einzurichten. Die Planungsbehörden hatten etwas einzuwenden. Ich habe mich nie für die Details interessiert.

Immerhin kommt das Golf-Projekt auch so voran: Isabelle (links), mit 15 die zweitälteste Tochter des achtfachen Grand-Slam-Siegers, ist Fünfte in ihrer Altersgruppe in den USA und erhielt eine Einladung zum Junior Ryder Cup nach Wales, der am Sonntag beginnt. In beiden Mannschaften spielen sowohl Mädchen als auch Jungen. "Ich helfe ihr in der Vorbereitung. Ich bringe ihr mentale Stärke bei", verlautbarte der Vater in einer offiziellen Presserklärung. Mehr über seine Rolle kann man in dieser Geschichte in der Zeitung Die Welt lesen, die vor ein paar Wochen erschien.

26. Mai 2007

Lendl-Tochter Marika mit Chancen auf US-Open-Qualifikation

Die Golf-Karriere der Lendl-Töchter ist eine Fortsetzungsgeschichte, die weiterzuerzählen nach Art eines Wanderpokals durch die Landschaft mäandert. Die jüngste Folge hat man online bei ESPN aufgeschrieben. Die Mädchen sind noch immer am Ball. Vater Ivan ist noch immer irgendwie manisch bei der Sache. Wozu es gut ist? Auf jeden Fall fürs Konto der Leadbetter Academy in Bradenton in Florida. Den Rest muss man sehen. Isabelle (15) und Marika (17) stehen auf dem dritten beziehungsweise zehnten Platz des Rankings im Junior Golf des amerikanischen Verbandes. Marika (Foto - Quelle: PGA of America) hat die erste Qualifikationsstufe für die US Open der Frauen überstanden. Die nächste findet in einer Woche statt. Das Turnier steht für Ende Juni an. Übrigens eine Tochter - die Zwillingsschwester von Isabelle namens Caroline - ist ein wenig aus der Art geschlagen. Sie reitet Dressurpferde. Natürlich mit Ambitionen. Das ist bei dieser Familie einfach Teil der Erbmasse (via foremenblog).

27. Januar 2008

Unnötiges Chang-derassassa

Wenn jemand einen guten Grund nennen kann, weshalb der amerikanische Tennisspieler Michael Chang in die International Tennis Hall of Fame in Newport Rhode Island gehört, möge er sich melden. Aus diesem Artikel geht die Begründung jedenfalls nicht schlüssig hervor. Und nur weil einer mit 17 ein Grand-Slam-Turnier gewinnt und dabei einen Mann wie Ivan Lendl blamiert, muss man ihn doch nicht in einem Sportmusum verewigen. Das kommt davon, wenn eine Institution sich gezwungen sieht, jedes Jahr neue Namen aufzunehmen. Dann werden eben auch Leute geehrt, die man aus guten Gründen längst vergessen hat.

26. August 2007

Football wird durch Tennis erst schön

In dieser Woche beginnen die US Open da draußen auf der weitläufigen Tennisanlage hinter dem Shea Stadium und dem Flughafen La Guardia, der seine Flugzeuge zwei Wochen lang umlenkt, damit die Zuschauer das Spiel der stöhnenden Knüppler, die einen armen unschuldigen gelben Filzball verdreschen, auch akustisch in voller Dröhnung genießen können. Obwohl: Damit keine falschen Vorstellungen aufkommen: New Yorker Zuschauer sind nicht besonders respektvoll. Die machen selber gerne Krach, laufen durch die Ränge während auf dem Platz gespielt wird und gehen jedes Mal so richtig mit, wenn Spannung knistert. Das Interesse und die Zuneigung zu Tennis verbreitet sich über seltsame Wege. Man denke nur an diese Geschichte aus der Los Angeles Times, in der der erfolgreichste College-Football-Coach der letzten Jahre, begründet, weshalb er für seine Mannschaftssportart so viel Inspiration aus einem Buch gewinnt, das 1972 erschienen ist: The Inner Game of Tennis - ein Schwarte über die mentale Seite des Spiels, geschrieben von einem gewissen W. Timothy Gallwey. Pete Carroll, Head Coach von USC, ist vernarrt in die simplen vom Zen-Buddhismus inspirierten Weisheiten von Gallwey und hat dies endlich zugegeben. Es kann schon sein, dass man als Football-Philosoph mit solch alten Traktaten noch viel ausrichten kann. Im Tennis aber bestimmt nicht. Es wurde geschrieben, ehe die Navratilova und der Lendl, der Borg und der McEnroe, die Graf und der Federer ihre besten Jahre hatten. Spieler, die allesamt gezeigt haben, dass man beim Tennis auf unterschiedliche Weise die eigene Psyche aktiviert und dem Gegner aufzwingt und dass es nicht nur ein Patentrezept für den Erfolg gibt.