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21. Februar 2008
Der Dumminator lernt nur langsam dazu
Martin Kaymer hat gestern in der ersten Runde gegen einen Gegner verloren, der keine Ahnung hatte, welche Rolle die Etiquette beim Lochwettspiel hat und welche taktische Überlegungen eine Rolle spielen. Boo Weekley, der "Dumminator", der vieles nicht weiß, wusste diesmal nicht, dass man Putts schenkt, wenn der Ball nahe genug am Loch liegt. Was Martin Kaymer nicht ahnen konnte: Er verlor dabei gegen einen Gegner, der aus der Distanz von einem Meter schlecht puttet: "Das ist eine meiner Schwächen," sagte der Amerikaner vor ein paar Minuten in seiner Pressekonferenz nach dem Sieg über Sergio Garcia. Einen Tag zu spät für den Deutschen, der am 17. und entscheidenden Loch großzügig und in einer gentlemanhaften, sportlichen Geste seinen Hut vom Kopf gezogen und seinem Gegner zum Sieg gratuliert hatte. Er hätte ihn genauso gut den Ball spielen lassen können. Denn schiebt der Amerikaner den Ball am Loch vorbei, geht das Match auf die 18. Bahn und Kaymer hat dort eine erneute Chance, um doch noch auszugleichen und im Stechen zu gewinnen.
11. August 2007
Boo Weekley: Neues vom Dumminator
Irgendwann wird es auch der letzte Golfer merken, dass es gefährlich ist, mit dem Amerikaner Boo Weekley auf eine Runde zu gehen. Besonders nach der Panne von heute, als er dem Spanier Sergio Garcia das falsche Resultat für das 17. Loch auf der dritten Runde der PGA Championship auf der Scorekarte notierte (eine vier statt einer fünf). Die Golfregeln sind eisenhart: Der Spanier wurde bestraft und nicht etwa Weekley. Denn wer nach der Runde eine Scorekarte unterschreibt und auf diese Weise die 18 Wertungszahlen für die 18 Löcher anerkennt, ist für Fehler selbst verantwortlich. Garcia hätte es nicht nur nachprüfen, sondern auch rechtzeitig ändern müssen. Die Strafe? Disqualifikation. Was in diesem Fall zwar nicht so tragisch war, weil der Spanier längst aus dem Rennen um den Titel war. Aber die finanzielle Einbuße bleibt. Wer vom Turnier ausgeschlossen wird, erhält kein Preisgeld.Es gibt Leute, die finden Weekley, einen täppischen, nicht besonders kultivierten Spieler von der Redneck-Riviera in Florida sympathisch, weil er so ungeschliffen daher kommt und den Ball ähnlich ungebremst über den Platz bolzt wie der ebenso ungehobelte John Daly. Wenn das so weitergeht, wird sich das Meinungsbild bald ändern. Den letzten Klops leistete er sich im März, als er auf dem Grün regelwidrig die Fahne für einen Mitspieler bediente, ohne ihn zu fragen. Damals erhielt wenigstens er die Strafe von zwei Extra-Schlägen, tat aber so, als wäre er ein verkappter Samariter, dem ein moralisches Unrecht widerfuhr. Wir haben ihn damals Döskopp bezeichnet, was ja eher harmlos klingt. Nach dieser Nummer, sollte man ihn die zum Dumminator ausrufen. Wie sagte er nach der Panne, die Garcia mehr als 10 000 Dollar kostete? "Es ist mein Fehler, das falschen Resultat aufzuschreiben. Aber es ist sein Fehler, es nicht zu überprüfen." Der Mann kann eben nicht denken, sondern nur labern. Logik hat er nicht drauf. Wenn er kein falsches Resultat aufschreibt, gibt es gar nicht erst das Problem.
"Ich war noch nie gut in Mathematik", sagte er einen Tag vorher. "Ich weiß rein gar nichts über Geschichte. Ich verstehe nur etwas von Jagen und Angeln." Und dann kam die Krönung, die zeigt, dass der Mann nichts, aber auch gar nichts begreift: "Ich nehme an, dass man keinen Fehler macht, wenn man sich selbst treu bleibt." Vielleicht im Brackwasser von Florida. Aber sicher nicht auf der PGA Tour.
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18. März 2007
Jemand anderem die Stange halten? Nur mit Erlaubnis
Als erstes sah ich, wie der FOREMENblog.de ein Thema anriss, das in Golferkreisen ganz schön Aufsehen erregt hat: "Der Hillbilly kassierte zwei Strafschläge für zuviel Freundlichkeit." "Hillbilly" war wohl ironisch gemeint. Denn der betroffene Amerikaner Boo Weekley kommt aus der Nähe von Pensacola in Florida, wo es keine Hügel gibt. "Zuviel Freundlichkeit" wohl nicht. Denn so - oder so ähnlich - legten fast alle Kommentatoren den Zwischenfall aus, der sich am Samstag in der dritten Runde beim Bay Hill Invitational in Orlando ereignete. Fast jeder empfand Sympathien für einen Mann, der selbst bestraft worden war, weil er verhindern wollte, dass sein Gegenspieler eine Strafe erhält.
Die Sympathieerklärungen waren mehr als irreführend. Es hat nichts mit Freundlichkeit zu tun, wenn ein Golf-Professional die Regeln nicht kennt, sondern mit Unwissen. Man könnte auch sagen: mit Dummheit. Regel 17-2, eine Weiterführung von 17-1, ist ziemlich unmissverständlich: Du ziehst den Flaggenstock mit der Fahne nicht ohne Einwilligung des betreffenden Spielers aus dem Loch, wenn der puttet (oder auf dem Grün chippt, wie hier geschehen). Dass der Gegenspieler zwei Strafschläge kassieren würde, falls sein Ball die Stange touchiert, ist dessen Problem.
Dabei war die Affäre noch harmlos im Vergleich zu der Geschichte von vor zwei Wochen, als ein Spieler bestraft wurde, weil sein Caddie gegen eine Regel verstoßen hatte (siehe hier). Damals ging die Sache noch mal gut aus. Der Spieler gewann trotzdem das Turnier.
Die Sympathieerklärungen waren mehr als irreführend. Es hat nichts mit Freundlichkeit zu tun, wenn ein Golf-Professional die Regeln nicht kennt, sondern mit Unwissen. Man könnte auch sagen: mit Dummheit. Regel 17-2, eine Weiterführung von 17-1, ist ziemlich unmissverständlich: Du ziehst den Flaggenstock mit der Fahne nicht ohne Einwilligung des betreffenden Spielers aus dem Loch, wenn der puttet (oder auf dem Grün chippt, wie hier geschehen). Dass der Gegenspieler zwei Strafschläge kassieren würde, falls sein Ball die Stange touchiert, ist dessen Problem.
"Bedienen ohne ErmächtigungSicher, die Angelegenheit war kurios: Weekleys Gegenspieler kam durch dessen Hilfs-Aktion um die zwei obligatorischen Strafschläge herum. Er selbst jedoch musste sich am Ende einer ziemlich gute Runde zwei Strafschläge aufschreiben. Aber jetzt kommt der Kicker: "Ich wusste nicht, dass man dafür eine Strafe erhält", sagte Weekley. "Ich denke, man lernt jeden Tag etwas Neues." Der begünstigste Gegenspieler Tom Johnson regte sich noch mehr auf: Er habe in 27 Jahren Golf noch nie von so etwas gehört. Da kann man mal sehen: Da waren also zwei Dösköppe unterwegs, die am liebsten noch den Aufstand der Entrechteten starten und die uralten Regeln des Spiels über den Haufen werfen würden.
Wenn ein Gegner oder dessen Caddie im Lochspiel oder ein Mitbewerber oder dessen Caddie im Zählspiel den Flaggenstock ohne Ermächtigung oder ohne vorherige Kenntnis des Spielers während des Schlages oder solange, wie der Ball in Bewegung ist, bedienen, entfernen oder hochhalten, so zieht sich der Gegner oder Mitbewerber die anwendbare Strafe zu, falls diese Handlung die Bewegung des Balls beeinflussen könnte."
Dabei war die Affäre noch harmlos im Vergleich zu der Geschichte von vor zwei Wochen, als ein Spieler bestraft wurde, weil sein Caddie gegen eine Regel verstoßen hatte (siehe hier). Damals ging die Sache noch mal gut aus. Der Spieler gewann trotzdem das Turnier.
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