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22. März 2009

Der Klingelbeutel: Väter und Söhne

• Entweder hat die Firma kein Vertrauen in ihren Werbepartner oder sie hat zuviel Geld: Golfausrüster TaylorMade will allen Amateuren, die in den nächsten Tagen in den USA einen neuen Driver ihrer Marke kaufen, den Kaufpreis erstatten, falls Sergio Garcia das Masters in Augusta gewinnt. Die Maßnahme sorgt immerhin für ein Aufsehen. Also hat sie wenigstens einen Zweck erfüllt.

• Wenn Pelé etwas sagt, hören immer noch viele Leute zu. Auch wenn es nicht um Fußball geht, sondern um Drogen wie Kokain. Er hat die Namen Ronaldo und Robinho ins Gespräch gebracht. Sei eigener Sohn besitzt ähnliche Probleme (via The Big Lead).

• Der zweite Jordan-Sohn spielt auch Basketball. Und Vater Michael schaut lieber ihm zu, anstatt sich um dein Team in der NBA zu kümmern. Tränen lügen eben nicht.

• Mixed Martial Arts (oft auch Ultimate Fighting genannt) weiß, was die Leute sehen wollen: Blut und Blumenkohlohren und Männer mit ganz kurzen Extremitäten.

15. März 2009

Hundert Pfund Nerven

Kleine Bestandsaufnahme zwischendurch vom Golf in Doral, wo in den nächsten Stunden die letzte Runde abgewickelt wird:

Sergio Garcia steht schlechter im Zwischenklassement als Tiger Woods. Sollte Phil Mickelson gewinnen, wird er zum stärksten Rivalen um den ersten Platz auf der Weltrangliste.

Henrik Stenson spielt seit dem Unterhosenzwischenfall wie ein Mann mit hundert Pfund Nerven im Gepäck. Er ist fast ans Ende der Wertung gerutscht. Den letzten Platz schafft er allerdings nur, wenn er (so wie Aaron Baddeley) disqualifizert wird.

Martin Kaymer steht ungefähr dort, wo man ihn aufgrund seiner Weltranglistenplatzierung erwarten darf. Damit fährt er weitere Punkte ein und wird diesen Sommer alle vier Majors buchen können. Das erste ist das Masters in Augusta im kommenden Monat. Danach das US Open in Bethpage.

11. März 2009

Garcia kann Woods von Platz 1 verdrängen

Kaum zu glauben, aber wahr. Ausgerechnet Sergio Garcia kann an diesem Wochenende Tiger Woods vom ersten Platz der Weltrangliste verdrängen, falls der Amerikaner so schwach spielt wie vor zwei Wochen in Arizona. Warum man das nicht von dem Spanier erwarten durfte? Unter anderem deshalb, weil er bis heute trotz seines beachtlichen Talents noch kein Major-Turnier gewonnen hat. Im letzten Jahr ließ er sich bei der PGA Championship erneut von Padraig Harrington nass machen, nachdem er ihm 2007 kurz vor Schluss die British Open geschenkt hatte (genau genommen hatte er ihm ein Stechen geschenkt, dass er dann aber verlor). Bei der PGA Championship 1999 war bereit schon einmal Zweiter gewesen. Damals hinter Tiger Woods.

Wirklich erstaunlich ist nicht, dass jemand aus dem Verfolgerfeld den am Knie operierten Woods von der Spitze verdrängen könnte. Der hatte seit Juli nicht mehr gespielt und dadurch keine Ranglistenpunkte mehr erzielt. Die Überraschung besteht eher darin, dass ausgerechnet Sergio die besten Zahlen mitbringt und nicht etwa der besagte Padraig Harrington oder Vijay Singh, der in der letzten Saison die meiste Kohle gescheffelt hatte. Da Garcia nur selten das gelingt, was ihm der Rest der Welt zutraut, sollte man davon ausgehen, dass es so schnell nichts wird mit Platz eins.

Wenn übrigens jemand Martin Kaymer sucht: Der steht auf einem beachtlichen 23. Platz. Am Donnerstag und Freitag in den ersten beiden Runden der CA Championship in Doral am Rand von Miami geht er mit Phil Mickelson und Andres Romero über den Platz. Es ist ein erlesenes Feld. Nur 80 der Topspieler wurden eingeladen. Kaymers Ranglistenplatz garantiert ihm darüberhinaus in diesem Jahr auch wieder die Teilnahme am Masters in Augusta und an den US Open in Bethpage.

19. September 2008

Ryder-Cup 2008: Das Problem Nick Faldo

Nach einer superben Bilanz von acht Siegen in acht Foursome-Matches hat Sergio Garcia am Freitagmorgen in Louisville in Spiel Nummer neun einen halben Punkt geholt und wenig etwas später etwas extrem Merkwürdiges erlebt: Dass man auf einem Platz wie Valhalla auf eine Art und Weise beerdigt werden kann, die den Ruf ruiniert. Denn niemand anderer als sein eigener Team Captain hatte die Schaufel in der Hand. Symbolisch gesprochen. Nick Faldo beschied, dass der Spanier am Samstagmorgen trotz solcher Credentials besser mal eine Runde aussitzt. Es muss eine Reaktion auf die Four-Ball-Niederlage vom Nachmittag an der Seite Miguel Angel Jiménez gewesen sein. Aber es war eine wilde Idee. Erst recht, wenn man berücksichtigt, dass seine Mannschaft nach den ersten acht Begegnungen überraschend klar mit 2 1/2 zu 5 1/2 zurücklag.

Die erste Frage lautet: Woran liegt es?
Ganz sicher nicht nur an Garcia oder am stärksten Spieler im Team, Padraig Harrington, der trotz guter Puttleistungen nicht mehr zusammenkratzte als einen halben Punkt. Sondern vor allem am Gegner. Die zwei Gespanne Phil Mickelson und Anthony Kim sowie Justin Leonard und Hunter Mahan wirken perfekt aufeinander abgestimmt. Sie holten dreieinhalb Punkte .

Die zweite Frage ist schwieriger: Wie geht's weiter?
US-Captain Paul Azinger verzichtete für die Foursome-Begegnungen am Vormittag auf jedwedes Experiment. Das sagt schon viel. Faldo bastelt und setzt auf den Engländer Oliver Wilson anstatt auf seinen persönlichen Pick Paul Casey. Wilson hatte Martin Kaymer im Rennen um den zehnten Platz in der Qualifikation knapp geschlagen. Faldo vermied es, den Journalisten vor Ort seine Maßnahme zu erklären. Wozu auch gehört, Lee Westwood, den oftmaligen Partner von Sergio, ebenfalls auf die Bank zu setzen. Die Medienleute aus Großbritannien hätten ihn sicher gerne so auseinander genommen wie die Amerikaner vor vier Jahren Hal Sutton. Darauf wird man nun leider warten müssen.

Ein Hinweis für alle, die nicht Premiere schauen können: Es gibt Public Viewing und Streams.

11. August 2007

Boo Weekley: Neues vom Dumminator

Irgendwann wird es auch der letzte Golfer merken, dass es gefährlich ist, mit dem Amerikaner Boo Weekley auf eine Runde zu gehen. Besonders nach der Panne von heute, als er dem Spanier Sergio Garcia das falsche Resultat für das 17. Loch auf der dritten Runde der PGA Championship auf der Scorekarte notierte (eine vier statt einer fünf). Die Golfregeln sind eisenhart: Der Spanier wurde bestraft und nicht etwa Weekley. Denn wer nach der Runde eine Scorekarte unterschreibt und auf diese Weise die 18 Wertungszahlen für die 18 Löcher anerkennt, ist für Fehler selbst verantwortlich. Garcia hätte es nicht nur nachprüfen, sondern auch rechtzeitig ändern müssen. Die Strafe? Disqualifikation. Was in diesem Fall zwar nicht so tragisch war, weil der Spanier längst aus dem Rennen um den Titel war. Aber die finanzielle Einbuße bleibt. Wer vom Turnier ausgeschlossen wird, erhält kein Preisgeld.

Es gibt Leute, die finden Weekley, einen täppischen, nicht besonders kultivierten Spieler von der Redneck-Riviera in Florida sympathisch, weil er so ungeschliffen daher kommt und den Ball ähnlich ungebremst über den Platz bolzt wie der ebenso ungehobelte John Daly. Wenn das so weitergeht, wird sich das Meinungsbild bald ändern. Den letzten Klops leistete er sich im März, als er auf dem Grün regelwidrig die Fahne für einen Mitspieler bediente, ohne ihn zu fragen. Damals erhielt wenigstens er die Strafe von zwei Extra-Schlägen, tat aber so, als wäre er ein verkappter Samariter, dem ein moralisches Unrecht widerfuhr. Wir haben ihn damals Döskopp bezeichnet, was ja eher harmlos klingt. Nach dieser Nummer, sollte man ihn die zum Dumminator ausrufen. Wie sagte er nach der Panne, die Garcia mehr als 10 000 Dollar kostete? "Es ist mein Fehler, das falschen Resultat aufzuschreiben. Aber es ist sein Fehler, es nicht zu überprüfen." Der Mann kann eben nicht denken, sondern nur labern. Logik hat er nicht drauf. Wenn er kein falsches Resultat aufschreibt, gibt es gar nicht erst das Problem.

"Ich war noch nie gut in Mathematik", sagte er einen Tag vorher. "Ich weiß rein gar nichts über Geschichte. Ich verstehe nur etwas von Jagen und Angeln." Und dann kam die Krönung, die zeigt, dass der Mann nichts, aber auch gar nichts begreift: "Ich nehme an, dass man keinen Fehler macht, wenn man sich selbst treu bleibt." Vielleicht im Brackwasser von Florida. Aber sicher nicht auf der PGA Tour.

26. März 2007

Golf: Kaymer klettert langsam

Man kommt in der Order of Merit der Europeantour nicht besonders vom Fleck, wenn man nur hin und wieder den Cut schafft. Das muss man Martin Kaymer nicht erzählen, der am Sonntag mit einem geteilten 15. Platz in Madeira ein bisschen Geld verdiente, um auf den 181. Platz hochzurücken. Das Arbeitsziel bleibt: Ein Platz unter den ersten 125. Und das möglichst bald. Denn dann hat er die Teilnahme an den Turnieren der laufenden Saison sicher. Und falls er sich auch am Ende des Jahres so weit oben festkrallt, hat der Tourkarte fürs nächste Jahr. Für den erneuten Anstieg auf der Weltrangliste (nun auf 154 und damit fünf Zähler besser als Bernhard Langer) kann er sich allerdings nichts kaufen. Das ist allenfalls gut fürs Gemüt.

Schlecht fürs Gemüt ist, wenn man sieht, wie sich Sergio Garcia verhält und das hinterher im Interview abtut. Wie ein Politiker. Das Thema lautet: Spucken. Genauer: Spucken ins Loch, wo sich dann Fragen - wenn nicht in Sachen Hygiene - so doch des zum allgemein verbreiteten Ekel stellen. Garcia macht gerne in den grauen Bereich der Nicht-mehr-Etiquette-aber noch-nicht-strafbar-Region. Hier der YouTube-Beleg des jüngsten Falls (via deadspin):