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6. Oktober 2008

Texaner gut im Verplempern

Ladies and Gentlemen: Wir präsentieren die Houston Texans, eine Football-Mannschaft, die in der Lage ist, mit noch vier Minuten auf der Uhr einen Vorsprung von 27:10 zu verplempern. Dazu muss der Gegner nach Adam Riese mindestens drei Touchdowns erzielen. Und das hat er am Sonntag denn auch getan. Die Sieger des Matches: die Indianapolis Colts (Endresultat 31:27), die solche Geschenke beim besten Willen nicht verdient haben. In Houston wurden bestimmt Erinnerungen wach. Und zwar an die Houston Oilers (die heute als Tennessee Titans ihrem Geschäft nachgehen). Die haben im Januar 1993 in den Playoffs auf legendäre Weise eine 35:3-Führung vergeigt. Der damalige Erfolg der Buffalo Bills und die selbstsame Selbstaufgabe der Oilers gelten als das größte Comeback aller Zeiten in der NFL. Wenn die Texans noch ein bisschen üben, werden sie das bestimmt eines Tages noch überbieten.

25. September 2008

Der Klingelbeutel: Weihnachtsmänner im September

• Gestern hat Lance Armstrong in New York an der Seite von Bill Clinton und anschließend bei einer Pressekonferenz seine Absichten erläutert, noch einmal in den Sattel zu steigen. Man hätte eigentlich über Bono schreiben sollen, der bei der Gelegenheit mal wieder ein richtiges Fass aufgemacht hat, um das Land anzurempeln, in dem man locker mal 700 Milliarden Dollar auftreibt (10.000 Dollar pro Privathaushalt), um die Weihnachtsmänner von Wall Street zu beschenken, aber fast nichts für die Armen im Rest der Welt. Aber die Aufgabenstellung war eine andere: Es ging darum, über den Auftritt des Sportlers zu berichten.

• Die Entwicklung Richtung Internet im amerikanischen Livesport schreitet voran. USA Today beschäftigt sich mit der Entwicklung in Sachen Streams in der National Football League und der National Hockey League.

• Stephon Marbury tut so, als könne er nicht nur den Knicks noch viel Gutes tun, sondern dem ganzen Planeten. Von den 22 Millionen Dollar, die ihm für die kommende Saison laut Vertrag zustehen, wird er natürlich auch nichts abgeben. Selbst wenn er auf den Bank versauert. Er sollte mal mit Allen Iverson reden, den in der klaren, kühlen Höhenluft am Fuß der Rocky Mountains eine Vision erreicht hat, die nichts anderes sagt als: Basketballer sind ersetzlich. Selbst solche, die ohne jeden Selbstzweifel durchs Leben gehen.

9. September 2008

Auch Enten werfen Schatten

Manchmal sieht man erst nur einen langen Schatten und erst danach kommt die ganze Person in den Blick. So wie gestern im Fall von Lance Armstrong. Sein Schatten ist riesig und verfügt über die magische Kraft, ganze Heerscharen von Reportern an die Computer zu treiben. Aber von ihm selbst haben wir noch immer nichts gesehen oder auch nur gehört. Also warten wir auf eine Antwort auf die Frage, die auf das von VeloNews in die Welt gesetzte Gerücht zurückgeht: Kehrt er im kommenden Jahr mit 37 tatsächlich zurück ins Renngeschäft? Oder handelt es sich hier um eine Ente (auch Enten werfen Schatten)? Den Zwischenstand beschreibt dieser Bericht für die FAZ. Es folgt mehr, sobald es – wirklich – Neues gibt.

Nachtrag: Es gibt Neues. Das Comeback ist beschlossene Sache.