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24. Juli 2009

Weißwäscher mit Flecken auf der Weste

Nur ein Jahr nach dem Medaillenfestival in Peking hat die jamaikanische Leichtathletik jene Spuren der Leistungsmanipulationen offenbart, für die es schon immer Indizien gab, nur keine Beweise. Gleich fünf Dopingfälle hat das kanadische Labor identifiziert, das die Proben aus Kingston erhalten hatte, die bei den Meisterschaften von 50 Athleten genommen wurden. Die betroffenen Sportler wurden noch nicht benannt. Es soll sich um vier Männer und eine Frau handeln. Das gab ausgerechnet jener Mann öffentlich bekannt, der im vergangenen Jahr als Weißwäscher herumlief und jeden Verdacht ins Reich der Fabel verwies: Dr. Herb Elliott, ein Arzt. Die Öffentlichkeit hatte schon damals jeden Grund, diese frivole Haltung anzuzweifeln. Auch wegen solcher Geschichten. Wir sind auf die Namen der glorreichen Fünf gespannt.

4. September 2008

Dopingmittel aus der Apotheke

...und dann war da noch diese Sache mit Sprintern aus Jamaika und dem Kraftstoff, dessen Verwendung so viel besser erklären würde, weshalb sie so schnell sind, als jede andere Theorie.

25. August 2008

Alles in den Genen

Wir wissen noch nicht ganz genau, weshalb die weißen Amerikaner so schnell schwimmen. Aber dafür schält sich ganz langsam heraus, weshalb die schwarzen Jamaikaner so schnell laufen: "Man sagt, dass unsere Aggressivität, unsere Härte aus der Sklaverei kommt", meint der Arzt der Olympiamannschaft (der linke Herr im Bild). Und nicht zu vergessen: "Jamaika hatte mehr Sklavenaufstände als jedes andere Land in der Welt." Der Mann heißt Dr. Herb Elliott und ist Experte. Auch in Fragen des illegalen Leistungsmissbrauchs. Das ist der Tatsache geschuldet, dass er sich in Tateinheit um die Dopingtests seiner Athleten kümmert. Eine Praxis, die vermutlich angesichts der oben genannten historischen Erkenntnis nahe liegt: Warum sollte man noch mehr Geld für Personal und unabhängige Tester ausgeben, wo doch sowieso feststeht, weshalb die Insel genetisch und kulturell die Brust vorne hat?

Victor Conte, selbst ein Fachmann für die Verabreichung von hochwirksamen Stoffen, an denen sich eine ganze Reihe von erfolgreichen Athleten labten, nennt Herb Elliott zwar übrigens Jamaikas "Vertuscher" und sagt: "Ich glaube, er weiß ganz genau, dass seine Athleten Drogen genommen haben." Die Replik kam wie eine harte rechte Gerade: "Victor Conte ist ein Idiot. Er hat ein Laboratorium gegründet, um zu betrügen. Man hat ihn erwischt. Er musste ins Gefängnis, und nun beschuldigt er Leute, die seit 40 Jahren im Sport aktiv sind und sauber geblieben sind."

1. Juni 2007

Tod eines Cricket-Coaches: Ungeklärt, aber gut genug für ein Rührstück aus Bollywood

Am Ende wird von dem bedauernswerten und nachwievor ungeklärten Tod des prominenten Cricket-Coaches nichts übrig bleiben außer einem Film aus Indiens Kinoindustrie, die unter dem Spitznamen "Bollywood" zu einem Begriff geworden ist. Denn die jamaikanischen Behörden behaupten weiterhin, dass Bob Woolmer in der Nacht nach der Niederlage seiner pakistanischen Mannschaft beim World Cup in seinem Hotelzimmer ermordet wurde. Die Polizei kündigte sogar vor ein paar Tagen an, dass sie einen Täter vorweisen würde. Scotland Yard in London hat nach einer neuerlichen Obduktion verlauten lassen, dass der Mann an einem Herzversagen gestorben sei. Von behaupteten Strangulierungsmalen keine Spur. Der 58jährige war bewusstlos in seinem Zimmer in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston gefunden worden und wenig später gestorben.

Gleich darauf machten imgaginierte Mordverschwörungstheorien die Runde, weil die Sportart Cricket von einer Bestechungsseuche befallen ist und Woolmer angeblich einiges darüber wusste. Das sensationelle frühe Ausscheiden der Pakistanis, die zu den besten Teams der Welt gehören, warf aber auch die Frage auf: Wurde er von derangierten entäuschten Fans heimgesucht? Der Bollywood-Produzent, der den Stoff ins Kino bringen will, wird den Kriminalfall nicht verbindlich aufklären. Das wäre auch ein bisschen viel verlangt. Nicht mal der Name Woolmer wir auftauchen. Es wird eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Cricketsports. Wettbetrug soll auch vorkommen. Sönke Wortmann ist noch nicht als Regisseur im Gespräch. War auch nur so eine Idee.
Blick zurück: Der erste Bericht über den Fall in der Arena im März

24. März 2007

Mord im Auftrag eines Wettsyndikats?

Ein ehemaliger Captain der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft hat den Verdacht geäußert, dass ein internatonales Wettsyndikat hinter dem Mord an Trainer Bob Woolmer steht. Der Engländer, der die Pakistanis betreute, war am Sonntag in seinem Hotelzimmer in Kingston bewusstlos aufgefunden worden und wenig später im Krankenhaus gestorben. Todesursache: Erwürgen. Der Exspieler Rashid Latif hatte vor zwölf Jahren einen Bestechungsskandal aufgedeckt, der zu einer lebenslänglichen Sperre des wichtigsten Beteiligten und Geldstrafen für andere Mannnschaftsmitglieder führte. "Ich habe immer gesagt, dass Cricket nie wirklich von Korruption befreit wurde, trotz der Maßnahmen des International Cricket Council," wurde er von Reuters zitiert. Woolmers Team war überraschend in der Vorrunde des alle vier Jahre ausgetragenen World Cup durch eine Niederlage gegen das schwächer eingeschätze Team aus Irland ausgeschieden. Das Turnier ist das bedeutendste in der Sportart und findet zur Zeit in einer der abseits gelegenen Hochburgen des Spiels statt - in der Karibik, wo sich mehrere Inseln die Ausrichterrolle teilen. Titelverteidiger ist Australien, das den Cup 2003 in Südafrika und 1999 in Großbritannien gewann. Die meisten Cricketspieler leben auf dem indischen Subkontinent. "80 Prozent aller Einnahmen des Spiels weltweit werden in Indien erzielt", schrieb der scheidende UN-Untergeneralsekretär Shashi Tharoor am Freitag in der New York Times in einem Beitrag, in dem er sich darüber mokierte, dass die Amerikaner sich wohl deshalb nicht für Cricket interessieren, weil sie komplizierte Spiele einfach nicht begreifen und mit Baseball bereits eine verwässerte Version praktizieren.

Der Mordfall so nah vor der eigenen Haustür hat jedoch einige in den USA wachgemacht. Darunter auch die die Times, die heute einen erhellenden Bericht eines Reporters aus Kingston über die Verhältnisse im Cricket publizierte.

23. März 2007

Cricket-Coach erwürgt

Nur wenige Stunden später, nachdem wir unseren ersten Beitrag aus der Cricket-Szene gepostet haben, bekam das Thema einen ganz anderen Zuschnitt: Die Polizei in Kingston geht davon aus, dass der pakistanische Coach Bob Woolmer erwürgt worden ist. Und zwar soll mehr als ein Täter involviert gewesen sein. Woolmers Mannschaft hatte kurz zuvor gegen Außenseiter Irland verloren. Jetzt fehlt nur noch, dass der tote Ire ebenfalls von jemanden ums Leben gebracht wurde (via Can't Stop the Bleeding).

22. März 2007

Mysteriöse Todesserie im Cricket

Jetzt fehlt nur noch, dass der KGB seine Finger im Spiel hat: Nur drei Tage nach dem Trainer der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston starb der ehemalige Vorsitzende des irischen Cricket-Verbandes in einem Hotel in Ocho Rios im Norden der Insel. Die Iren hatten am Samstag die Pakistanis aus dem Turnier geworfen. Den Tod des Coaches, Bob Woolmer, hat die Polizei vorläufig als "verdächtig" eingestuft. Für das Ableben des Iren wurde offiziell noch keine Ursache genannt. Man vermutet Herzversagen (via Eurosport). Mehr über die Spekulationen rund um Woolmers Tod gibt es hier.