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7. Mai 2007

Toto-Tricks für Anfänger: Kaufe alles, zahle dick drauf


Churchill Downs
Originally uploaded by Daniel Light.

Es kostete am Samstag exakt 13.680 Dollar, um beim Kentucky Derby mit Wettscheinen über den Mindestbetrag von 2 Dollar jeden denkbaren Einlauf auf den Plätzen eins, zwei und drei zu tippen. Es waren 20 Pferde am Start. Der Rest ist pure Mathematik. Die Einlaufwette, in den USA Trifecta genannt, ist attraktiv (wegen der Quote) und schwierig zu gewinnen, wenn Außenseiter das Rennen machen. Gut, dachte sich der Mann aus Rochester im Bundesstaat New York, dann kaufe ich einfach Wettscheine für alle denkbaren Permutationen. Das Resultat nach dem Sieg von Street Sense? Der Tot0 zahlte nicht mehr 400 Dollar. Der Mann war um mehr als 13.000 Dollar ärmer. Hier die Auszahlungsbeträge für einen erfolgreichen 2-Dollar-Wettschein in den vergangenen Jahren, die zeigen, dass die Strategie nur selten aufgeht:
2006: 11.418,40 Dollar
2005: 133.134,80 Dollar
2004: 987,60 Dollar
2003: 664,00 Dollar
2002: 18.378,20 Dollar
2001: 12.238,40 Dollar
(via Democrat and Chronicle)
Blick zurück: Der Vorbericht zum Derby mit Schwerpunkt Barbaro


5. Mai 2007

Der Stammbaum-Club hat hohen Besuch

Ein Jahr nach dem überragenden Sieg von Barbaro beim Kentucky Derby findet heute in Louisville die Neuauflage statt. Und obwohl eine neue Generation von Dreijährigen am Start ist, wollen fast alle nur über Barbaro reden, der letzten Mai ein Rennen später in Baltimore mehrere komplizierte Beinbrüche erlitt und dann doch irgendwann trotz enormer und teurer Bemühungen in einer tiermedzinischen Klinik in Pennsylvania eingeschläfert werden musste (mehr über das Phänomen Barbaro in diesem Artikel in der FAZ aus dem Januar) Bis der vor kurzem geborene Bruder von Barbaro so weit ist und zeigen kann, ob in ihm das Potenzial eines guten Galoppers steckt, wird noch sehr viel Zeit vergehen. Die Nachricht von seinem Entstehen zeigt jedoch, dass sich die Barbaro-Besitzer einige Hoffnungen machen und auf jeden Fall jene Tierliebe weiter anstacheln werden, die in der Zucht von Vollblütern auf einen seltsamen biologischen Mythos reduziert wird: den Stammbaum. Da passt es ganz gut, dass sich Fernsehkameras heute bei der Live-Übertragung vermutlich auf eine Person konzentrieren werden, die in der Loge von Churchill Downs sitzt und die den Amerikanern im letzten Jahr mit Hilfe eines oscar-preisgekrönten Kinofilms (The Queen) wurde. Pferdefreundin Elizabeth II., Repräsentantin der alten, anderswo längst auf die Müllhalde der Geschichte geworfenen Prinzips, wonach Herkunft und Abstammung darüber entscheiden, welche Rolle jemand in der Gesellschaft spielt. Die gute Frau sieht übrigens inzwischen verdammt alt aus. Aber das wird die US-Regie nicht bremsen. Aus Ermangelung echten Adels herrscht in der ehemaligen Kolonie eine unausrottbare Faszination mit der Familie Windsor, die während der Zeit mit Diana ihre Blüten trieb.
Blick zurück: Barbaro - die Projektionsfläche