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30. August 2009

Ex-NBA-Profi heute Soldat der US-Armee im Iraq

"Was für eine Art von Soldat ist er?" – "Ein großgewachsener."
Zitat aus dem Bericht von Dan LeBatard für den Miami Herald, der versucht, die Beweggründe eines amerikanischen Basketballprofis auszuloten, der einst in der NBA spielte, dann in verschiedenen Teilen der Welt seinem Beruf nachging und jetzt als Freiwilliger in der amerikanischen Armee dient. Einsatzgebiet: Irak.

Tim James, schreibt LeBatard, nachdem er mit seiner Mutter, einem Vorgesetzten und ihm selbst gesprochen hat, "ist nicht Pat Tillman, obwohl er das nächstliegende Beispiel aus dem Sport ist, seitdem Tillman die Footballmannschaft der Arizona Cardinals verließ. James sehnt sich nicht nach einem Schusswechsel. Er will einfach nur helfen. Er befindet sich auf einem Luftwaffenstützpunkt in einem Gebiet, den sein Hauptmann als 'staubig, karg und abgelegen' beschreibt" (via The Big Lead).

Wer war Pat Tillman? Ein Mann, der zur Symbolfigur für die Propaganda des Pentagon wurde, das so lange es ging der Öffentlichkeit den schlichten Sachverhalt vorenthielt, dass er bei einem Gefecht von einem eigenen Kameraden erschossen wurde.

26. November 2006

Tote tragen keine Karos

Man fühlt sich an den Titel einer Steve-Martin-Komödie erinnert (Tote tragen keine Karos, Original: Dead Men Don't Wear Plaids), wenn man die Liste der Namen durchgeht, die die New York Times heute als die Top Ten bei den Replika-Trikots von NFL-Spielern publiziert hat. Denn auf Platz 7 rangiert Pat Tillman, früher Arizona Cardinals, dann US-Armee in Afghanistan, dann tot. Schwer zu deuten, was es heißt, dass Menschen jene Uniform tragen wollen, die er bewusst ausgezogen hatte, um Soldat zu werden. Eigentlich wäre es doch logischer, sie trügen eine nachgemachte Armeeuniform mit seinem Namensschild. Aber auf die Idee ist wohl noch kein Souvenirhändler gekommen.

1. REGGIE BUSH, New Orleans Saints
2. BRIAN URLACHER, Chicago Bears
3. PEYTON MANNING, Indianapolis Colts
4. LADAINIAN TOMLINSON, San Diego Chargers
5. BRETT FAVRE, Green Bay Packers
6. REX GROSSMAN, Chicago Bears
7. PAT TILLMAN
8. TERRELL OWENS, Dallas Cowboys
9. MATT LEINART, Arizona Cardinals
10. TROY POLAMALU, Pittsburgh Steelers
Blick zurück: Alles, was man über den sinnlosen Tod von Pat Tillman wissen möchte

24. Oktober 2006

Erinnerung an Pat Tillman

Man wird irgendwann müde, den Wahnsinn zu kommentieren, den die amerikanische Politik in anderen Ländern veranstaltet. Der Wahnsinn ist schließlich eine amerikanische Alltäglichkeit. Aber zu schweigen, ist auch keine Lösung. Nicht wenn es darum geht, den Tod des ehemaligen Football-Profis Pat Tillman einzuordnen. Tillman war ein bestens bezahlter Defensivspieler bei den Arizona Cardinals, als er nach den Angriffen am 11. September 2001 beschloss, zur Armee zu gehen und etwas für sein Land zu tun. Zusammen mit seinem Bruder Kevin wurde er bei einer Eliteeinheit aufgenommen - den Rangers.

Pat Tillman starb am 22. April 2004 im Kugelhagel seiner eigenen Kameraden in Afghanistan. Kevin verließ ein Jahr später die Armee und hat einen Essay geschrieben, der das ganze amerikanische Dilemma, die Volksverdummung von oben, den Glauben der Normalbürger an die Sonderrolle ihres Landes in der Welt und ihren Hang zum Kampf - egal wie menschenverachtend es dabei zugeht - auf eine ganz unmittelbare Weise illustriert. Mit Blick auf die Wahlen am 7. November, bei denen alle Sitze im Abgeordnetenhaus und ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben werden. Das Zwei-Kammer-Parlament hat in den letzten Jahren den republikanischen Präsidenten George W. Bush fast blind in seinen Anschlägen auf andere Länder und die Freiheitsrechte der amerikanischen Bürger unterstützt. Die kommenden Wahlen könnten diesen Zustand beenden.

Zurück zu Pat Tillman, dessen Bereitschaft, sich als Freiwilliger zu melden, und dessen Tod anfänglich auf perverse Weise von den Top-Leuten im Pentagon für ihre Propaganda-Zwecke ausgeschlachtet wurde. Dass er von einem Kameraden erschossen wurde, wurde erst einmal verschwiegen, dann verharmlost. Dass er gegen den Krieg im Irak war, wurde erst später bekannt. Die Zeitschrift Sports Illustrated hatte im September einen ausführlichen Artikel zum Thema Kurz zuvor hatte espn.com diesen investigativen Bericht publiziert