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8. Oktober 2008

Oden an die Freude

Er trägt ein ziemlich alt aussehendes Gesicht, dabei ist er noch immer ganz neu. Und zwar so neu, dass Greg Oden soeben sein allererstes Match für seinen Arbeitgeber bestritten hat. Ein Jahr, nachdem ihn die Portland TrailBlazers gedraftet hatten und nachdem er wegen einer Knieverletzung die Ausübung von jedwedem Sport einstellen musste, wirkte er im ersten Vorbereitungsspiel der anstehenden Saison auf den Reporter der Los Angeles Times "ziemlich stark". Tatsächlich wirkte letzten Winter die gesamte Mannschaft auch ohne ihn ziemlich stark (auf der Seite bis um Beitrag Was haben die TrailBlazers getankt? scrollen). Trainer McMillen war von seinen Spielern angetan. Ist Portland ein Playoff-Team?

P. S.: Greg Oden bloggt. Sporadisch.

2. Februar 2008

Ein weites Feld: Spiel-Trieb

Es war gestern abend schon sehr spät, als das letzte Viertel zwischen den Portland TrailBlazers und den New York Knicks lief. Aber wenigstens lief es (statt dieser ständigen Übertragungen mit dem schlechtesten Team der NBA, besser bekannt unter dem offiziellen Namen Miami Heat. Es lief, wenn auch ziemlich schlecht für die besagten TrailBlazers. Den ersten Teil der Übertragung hatte ich verpasst. Das war die Phase, als sich die Knicks, so sagte der Kommentator dankenswerterweise immer wieder, mit starkem Drang zum Brett ständig offensive Rebounds geangelt und auf diese Weise eine kleine, aber stabile Führung herausgearbeitet hatten.

Aber dann kam der Umschwung. Live. Portland holte kurz vor Schluss den Rückstand auf, zog gleich und erzwang eine Verlängerung und gewann mit 94:88. Nicht "all-star-artig", wie das eine Zeitung in Oregon hinterher nannte. Aber gut. Fast sachlich. Wo kämen wir denn auch hier hin, wenn wir einen Sieg über ein Team wie die Knicks, das neben den Heat zu den schlechtesten der Liga gehört, gleich in die Kategorie Extraklasse aufnehmen würden? Dann hätte man in Portland in dieser Saison viel zu feiern. Und zu staunen und zu erklären.

Hat man auch. Aber wirklich erklären kann das Phänomen TrailBlazers niemand. Weshalb es zu diesem Problem jetzt auch einen Blog-Beitrag auf nba.com gibt.

Und wo wir schon gerade bei den Hinweisen sind: Es gibt in Deutschland ein ambitioniertes Männermagazin, das man wirklich empfehlen kann. Es heißt FELDhommes, wird in Hamburg gemacht, und zwar ohne Unterstützung eines großen Verlages, und widmet sich in jeder Ausgabe ganz konsequent einem alles überragenden Begriff. Der wird von der Redaktion jedes Mal mit voller Absicht sehr weit und assoziativ ausgelegt. Im neuen Heft, das am Montag herauskommt, geht es um Spiel. Der Beitrag von dieser Stelle aus ist ein Porträt von und Interview mit Johnathan Wendel, dem besten Video/Computerspieler der Welt. Online ist diese schicke dicke Produkt nicht zu haben. Man muss dafür an den Kiosk. Ich habe die Themenliste gesehen. Ich sage: Das lohnt sich. Hier ein Auszug:

Das Spiel mit der Realität.
Fünf Jahre lang hat Joris Luyendijk im Nahen Osten mit Steinewerfern, Taxifahrern und Professoren, mit Opfern, Tätern und deren Familien gesprochen und Terror und Krieg aus nächster Nähe beobachtet
Vito Avantario (Text und Interview)

Der Meister des virtuellen Universums.
Johnathan Wendel ist schnell, durchtrainiert, zielsicher und geschäftstüchtig. Als Kind spielte der Profi Athlet Baseball, Football und Hockey, aber der Sport in dem er Weltspitze wurde ist: Video Gaming.
Jürgen Kalwa (Text) und Uli Holtz (Fotos)

Der will nur spielen
Es ist schon reichlich verwegen, wenn ein junger Deutscher zur Elite des britisch dominierten Billardsports aufschließen will. Aber aussichtslose Lagen sind Patrick Einsles Spezialgebiet – er spielt Snooke
Bertram Job (Text) und Thomas Rabsch (Fotos)

„Scheiße: Schiller.“
Uwe Bohm ist Schauspieler. Und das seit er 12 Jahre alt ist. Aber trotz unzähliger Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen vermag er das Metier nicht recht zu genießen.
Vito Avantario & Kai Flemming (Text und Interview)

Applaus für die Shitkeeper.
Beim Elefantenpolo treten zwei Mannschaften bestehend aus je vier Elefanten und ihren Reitern gegeneinander an.
Christian Litz (Text) und Marcus Vogel (Fotos)

Der Spielmacher.
Jan Rosenthal ist Stammspieler im Mittelfeld von Hannover 96, der Überraschungsmannschaft der Hinrunde. Der 21jährige Kapitän der U-21 sieht sich aber beileibe noch nicht als großen Macher: "Ich regiere nicht, ich bediene."
Oliver Wurm (Text und Interview) und Robrt Grischek (Fotos)

Zum Blättern gibt es noch mehr: fünf Modestrecken. Noch mal: FELDhommes heißt das Magazin.

13. September 2007

NBA: Fällt Oden die ganze Saison aus?

Was nützt der erste Pick bei der Draft, wenn der Mann, den man sich ausgeguckt hat, anschließend ein kaputtes Knie hat und voraussichtlich eine ganze Saison rehamäßig ausfällt? Nicht viel. Greg Oden heißt er. Und das Team, das sich mit ihm und durch ihn in die Playoffs bringen wollte, heißt Portland TrailBlazers. Über die ersten Schmerzen berichtete Oden noch selbst im Rahmen seines Blogs. Über die neueste Entwicklung wird man heute abend mehr erfahren. Ganz offiziell.

4. Juli 2007

Marbury hat die Zukunft gesehen. Die Vergangenheit soll ruhen


Es ist schwer zu sagen, wer sich eigentlich mehr über die Tauschaktion gefreut hat, die Zach Randolph von den Portland TrailBlazers nach New York gebracht hat: Knicks-Spielmacher Stephon Marbury oder Randolphs Nachbarn in dem kleinen Vorort von Portland, die seit drei Jahren dem lauten nächtlichen Treiben im Haus und Garten nebenan hilflos ausgeliefert waren. Dass Marbury glaubt, dass mit Randolph alles besser wird, kann man verstehen. Er ist der Mann, der offensichtlich gemerkt hat, dass die Clubs, die ihn unter Vertrag hatten, ohne ihn stets besser spielten als mit ihm. Jetzt freut er sich über jeden Strohhalm. Als Cousin des Waffennarren Sebastian Telfair (Boston Celtics) ist er nicht nur Kummer gewohnt, sondern findet es nachgerade unterstützenswert (das Zitat dazu findet man weiter unten im Text). Vielleicht hätte er auch Verständnis für die Art und Weise, wie seine Mitspieler ihre sexuellen Bedürfnisse befriedigen. Wozu Zach Randolph fähig scheint, zeigt diese Klageschrift in allen pikanten Details (die HTML-Version gibt es hier).

Wir wollen das nicht ausbreiten, zumal dies eine einseitige Darstellung ist. Aus der lässt sich nicht verbindlich ableiten, was zwischen den beteiligten Personen tatsächlich passiert ist. Aber man darf es sicher anreichern mit Archivmaterial wie diesem: eine Geschichte, in der es um Hundkämpfe geht und um Gewaltandrohungen. Zach Randolph, der seinem Mannschaftskollegen Ruben Patterson (kein Kind von Traurigkeit) 2003 ins Gesicht schlug, könnte tatsächlich der Typ sein, der zu Marbury passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ein Mann von 25, der schon in seiner Schulzeit mit einer ganzen Liste von Gesetzesverstößen aufgefallen ist und eine Entourage um sich geschart hat, die mutmaßlich auf seine Kosten leben und unter dem Namen Hoops Family die Züge einer Gang angenommen haben.

Die New Yorker Boulevard-Journalisten, die gewöhnlich ziemlich herbe zupacken, wenn ihnen etwas nicht in den Kram passt, wirkten eher zahm, als ihnen der Typ mit dem runden freundlichen Gesicht gegenüberstand. Der fand nämlich, es sei besser in die Zukunft zu schauen und nicht länger in der Vergangenheit herumzuwühlen. Und das würde man in New York, wo vor einer Weile der notorische Trainerwürger Latrell Sprewell relativ erfolgreich integriert werden konnte, denn auch gerne tun.

A propos Sprewell: sein Opfer, P. J. Carlesimo, wird wohl der neue erste Mann bei den Seattle SuperSonics, nachdem er zuletzt als zweiter Mann hinter Gregg Popovich beim Meisterteam San Antonio Spurs gearbeitet hatte.

Blick zurück: Zach Randolph war schon mal Thema hier. Der MTV-Mitschnitt ist leider von YouTube gelöscht worden