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14. August 2009

Olympia: Golf und Rugby eine Runde weiter

Die Zeitung, die als erste darüber berichtete, wie das IOC-Exekutivkomitee in Sachen neue Sportarten für Olympia 2016 tickt, hat jetzt die – erwarteten – Reaktionen zusammengestellt. Wer drin ist (Frauenboxen) oder Chancen hat, reinzukommen (Golf oder Rugby), ist begeistert. Selbst Tiger Woods will 2016 mitmachen. Die Leute, denen die Tür vor der Nase zugeschlagen wurden, haben Katerstimmung.

Noch ein bisschen breiter und vor allem gründlicher kann man sich zum Ablauf des Entscheidungsverfahrens bei Jens Weinreich einlesen. Ich zitiere:

"Nach einem jahrlangen Ringen der sieben Weltverbände, nach einer viele Millionen Dollar teuren PR-Kampagne, lag es also in der Macht von vierzehn IOC-Vorständlern, über die Zukunft ganzer Sportler-Generationen zu entscheiden. Hochinteressant dabei, dass Golf, oft als Sport der alten Männer verspottet, in den ersten beiden Wahlgängen nur eine Stimme erhielt. Rugby setzte sich schnell durch, eliminiert wurden dann in dieser Reihenfolge: Inlineskating, Squash, Baseball, Karate, Softball - bis Golf als zweiter Sieger übrig blieb."

9. August 2009

Golf oder Rugby: Wer wird olympisch?

Es gibt Spekulationen darüber, welche Sportarten als nächstes in die Liste der olympischen Disziplinen aufgenommen werden. Wir erinnern uns: Zunächst hatte das IOC Baseball und Softball gestrichen und dadurch wieder Platz geschaffen. Natürlich würden vor allem die Amerikaner am liebsten ihre beiden Ziehkinder wieder aufgenommen wissen. Aber es sieht statt dessen danach aus, dass das Vorauswahlkomitee, das am Donnerstag die Aspiranten auf zwei reduziert, sich für Golf und Rugby entscheiden wird. Als Golfspieler und Mensch mit einer beträchtlichen Zuneigung für das Geschäft der Profis fällt mir dazu nur ein: Etwas Alberneres als Golf bei Olympia kann ich mir nicht vorstellen. Die Sportart produziert weltberühmte, wohlhabende Repräsentanten, die regelmäßig auf den schwersten Plätzen der Welt spielen. Sie haben eine Weltrangliste, die als Qualifikationskriterium für die wichtigen Turniere fungiert. Ein Ryder Cup und einen Presidents Cup, in dem die besten in Mannschaftsformaten aufeinander treffen. Es gibt sogar ein Turnier mit jeweils zwei Abgesandten eines Landes. Und bei jeder Gelegenheit stehen Fernsehkameras bereit und Leute mit dicken Schecks. Was hat der Golfsport von einer Teilnahme bei Olympia außer dichtes Gedränge im Kalender? Nichts. Was hat Olympia von einer Teilnahme von Golfern? Nicht viel mehr. Wer von den Leuten, die sich nicht für Golf interessieren, wird sich vier Stunden lange Live-Übertragungen vom Geschehen anschauen? Kaum jemand. Golf ist mangels kämpferischer, spannender Aktion keine Fernsehsportart im eigentlichen Sinne, sondern nur etwas für Afficionados. Aber es ist zu befürchten, dass sich Golf durchsetzt. Erstens, um das amerikanische Olympia-Publikum und amerikanische Sponsoren bei der Stange zu halten. Und zweitens weil das Flair der Sportart die um die Zukunft der Spiele besorgten IOC-Mitglieder dazu verführen wird, sich für Golf zu entscheiden. Leider.

Zumal die Rugby-Initiative einen absurden Zuschnitt hat. Man würde bei den Olympischen mit Siebener-Teams antreten anstatt mit 15 Spielern pro Team (Rugby Union) oder mit 13 (Rugby League). Das soll angeblich besser für die Zuschauer sein. Wer kommt eigentlich immer auf solche Ideen? Warum sollte man jahrhundertealte Sportarten mit Millionen von Fans auf der ganzen Welt auf eine solche hohlstirnige Art und Weise um ihr Kernkonzept bringen? Kommt jetzt demnächst Ski alpin auf einem Brett? Fußball als Tipp-Kick-Version? Oder Mini-Golf?

14. Oktober 2007

Spiel mir das Lied vom Doof


Wer solche Freunde hat, braucht sich über seine Feinde keine Sorgen mehr zu machen: Kenny Rogers (nein nicht der Baseball-Pitcher, der im letzten Jahr bei der World Series unangenehm aufgefallen ist, sondern ein weißhaariger und weißbärtiger Sänger, der seit Jahr und Tag in den USA herumtingelt und dabei gutes Geld verdient) hat sich über YouTube noch rasch an die englischen Rugby-Fans herangewanzt. Er hatte gehört, dass die Anhänger der Mannschaft, die sich bis ins WM-Finale durchgekämpft hat, eines seiner alten Lieder singen. Nun steht er da - im Trikot aus Britannia - und zeigt noch mal, wie ER die Melodie intoniert. Mit einer leicht angerauhten, aber auch schmalzigen Stimme (man denkt unweigerlich an Rex Gildo ohne Bart) und dem Spruch am Schluss: "Wenn ihr verliert, dann enterbe ich euch und ihr hört nie wieder von mir." Das war vor dem Sieg über Frankreich ("those French bastards") (via With Leather). Heißt das, dass sich Kenny Rogers vor dem Finale noch mal zu Wort meldet? Steht zu befürchten. Das gesamte Werk, vor Jahren mitgeschnitten bei einem Live-Auftritt, kann man hier finden.

Was Rogers überhaupt nicht begriffen hat: Dass man seinen Text für das Spiel gegen Australien hübsch und neckisch weiterentwickelt hat. Aber so etwas kann man wohl nicht verlangen.

Sehr zu empfehlen dieser Tage zum Thema Rugby-WM: allesaussersport.

17. September 2006

Schwarzseher in Neusehland

Dieses kurze Video passt ganz gut zu einer neuen Meldung aus Neuseeland, wo die Farbe schwarz zum nationalen Idenfikationselement im Sport geworden ist. In dieser kurzen Szene erleichtert sich ein Mitglied der Rugby-Nationalmannschaft (Spitzname: "All Blacks") kurz vor einem Spiel auf dem Rasen, anstatt in die Kabine zu gehen. Die Kameras des Fernsehen haben es eingefangen. Solche Unfeinheiten haben die Mitglieder der Badminton-Nationalmannschaft nicht weiter gestört. Sie wollten sich "Black Cocks" nennen (die Hockeymannschaft heisst zum Beispiel "Black Sticks"). Aber inzwischen haben die Witze und Anspielungen überhand genommen, und so wird aus dem Projekt wohl nichts. Weshalb man am Ende der Welt so wenig auf Stil und Etiquette legt, ist schwer zu sagen. Ich habe das Land vor einer paar Jahren ausgiebig bereist und bin nie mit einem derartig rüden Humor konfrontiert gewesen. Die Menschen sind freundlich, die Weine und die Landschaft hervorragend.