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31. Dezember 2009

Schwimmen gegen den Strom

Was unser Comic-Held Carl über die Urban-Meyer-Saga in Florida zu sagen hat? Eigentlich hängt sein Herz an den New York Giants, aber manchmal, muss er sich einfach zum College-Football äußern. Ja, er muss einfach. Seine Kernaussage: "Don't never surrender. Don't never quit." Und schöne Grüße nach Cincinnati. "You hear me, Cincinnati? I hate your sports teams." Mehr zu Carls Heimat – adult swim – gibt es hier.
Blick zurück: Der erste Eintrag über Carl bei American Arena (mit Wikipiedia-Verweis)

9. Dezember 2009

Auf'm Bau

Die neue Videowelt, die sich langsam aber sicher online breit macht, führt bei klassischen Blättern und ihren Ablegern im Netz noch immer zu kuriosen Resultaten. Man nehme dieses Produkt des Guardian, der aus nicht näher erklärbaren Gründen eine Produktion übernommen hat, in der man die Baustelle des neuen Fußballstadions in Harrison außerhalb von New York bewundern kann. Nicht mal die Überschrift ergibt Sinn. Ein "erster Blick" auf die Arena ist es gar nicht. Den haben schon andere geliefert. Und fertig ausgebaut ist sie auch nicht.

Okay: Viele Leute bis hinauf zum Commissioner Don Garber von Major League Soccer stehen abwechselnd vor der Kamera und singen das Hohe Lied auf die neuen amerikanischen Arenen, die alle auf eine Größenordnung von knapp unter 30.000 Zuschauern ausgelegt sind, weil nichts die Begeisterung für eine Sportart stärker dämpft als Leere auf den Rängen. In den Stadien der NFL-Clubs (70.000 Plätze und mehr) wirken die US-Kicker denn auch jedes Mal auf verlorenem Posten. Noch schlimmer: Während der Football-Saison durften Spieler sich besoffen sehen an den Kreidestrichen der anderen Sportart. Für die Zuschauer war's ein Grauen.

Dass man im fernen England solche Stadienprojekte für nachrichtenwertig hält, muss denn aber doch überraschen. Es sei denn, man malt sich auf der Meta-Ebene die Konkurrenzsituation rund um die Bewerbung für die Austragung der WM 2018 aus, für die auch die USA ihren Hut in den Ring geworfen haben. Aber das wäre irgendwie noch kurioser. Denn weshalb sollten Blatters Buben die Veranstaltung nach dem Abstecher in Brasilien schon wieder nicht an eine Bastion in Europa geben, sondern an das Entwicklungsland Vereinigte Staaten?

Die Frage bleibt also unbeantwortet. Zumal man für das Video nicht auf Material aus dem Computer zurückgegriffen hat, das – wenn auch in Form einer Animation – zeigt, wie das lobgepriesene Ding am Ende tatsächlich aussieht. Deshalb hier das informative Video. Ist auch so etwas wie Propaganda. Aber wirkt irgendwie ehrlicher.

25. November 2009

Catch as catch can

FC Barcelona spielt am Wochenende nur 1:1 unentschieden bei Athletic Bilbao, gibt die Tabellenspitze an Real Madrid ab und verliert Leo Messi wegen einer Verletzung. Alles schlecht, oder? Aber nicht für alle Zuschauer. Die sahen einen der besten Anti-Flitzer-Einsätze aller Zeiten in der Kategorie "in Bekleidung". Wenn man auf diese Weise auch die Wettbetrüger einfangen könnte...

(via The Offside)

22. Oktober 2009

Programmhinweis: The Pope's World Cup


Zum Wochenende als Empfehlung ein kurzer Dokumentarfilm über Fußball im Vatikan und den sogenannten Clericus Cup. Zusammengestellt wurde er von einem amerikanischen Team mit Regisseur Nick Calori für den Kabelkanal Current TV, der sich zu einem reizvollen und experimentierfreudigen Sender für Fundsachen aller Art entwickelt hat. Gedreht mit zwei Kameras in drei Tagen.
Blick zurück: Fußball im Vatikan – die Kirche bleibt im Dorf

18. Oktober 2009

Neulich im Fußball-Universum...Folge 2

Vor ein paar Tagen begann diese neue Video-Serie mit einem Mashup der Interviewantworten, die Jens Weinreich von IOC-Mitgliedern und anderen Honoratioren aus dem Sport in Kopenhagen mit seiner Sony-Kamera eingesammelt hatte. Bis heute haben sich mehrere hundert Neugierige den kurzen Bilderbogen angeschaut, zu dessen Highlights die gezeichnete Olympia-Animation des Holländers Peter Baars gehört. F.K. Waechters berühmte Sorge ("Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein") hätte sich damit als unbegründet erwiesen.

Heute kommt Folge zwei auf den Markt. Diesmal geht es um eine Figur aus dem Fußball. Der Titel der Serie Neulich im Sport-Universum wurde denn passend dazu leicht abgewandelt. So nennt sich das Ganze nun Neulich im Fußball-Universum. Die Idee aber bleibt die gleiche: Figuren aufs Korn zu nehmen, die es aufgrund ihrer (Medien)Präsenz verdienen, in ein noch helleres Licht gerückt zu werden. Die heutige Folge beantwortet die Frage: "Was erwarten die Zuschauer eigentlich von Calli.TV?"

Weitere Fragen und Antworten von ähnlichem Calli-ber werden in der Zukunft regelmäßig angepackt. Wenn es geht, jedes Mal mit der Hilfe von kreativen Talenten, die sich mit ihren Animationsarbeiten im Netz tummeln. Wer übrigens Lust hat, in der Zukunft an solchen kurzen Filmchen mitzuwirken und Ideen hat, sollte unbedingt eine Email schicken. Das Universum ist zwar riesengroß. Die Welt, in der wir alle leben, dagegen ist ziemlich klein.

12. Oktober 2009

Neulich im Sport-Universum...Folge 1

Über 20 Honoratioren aus dem Sport hat Kollege Jens Weinreich neulich in Kopenhagen vor die kleine Kamera gelotst, um ihnen eine zentrale Frage zu stellen, die angesichts einer zunehmenden Zahl von Unregelmäßigkeiten im großen und kleinen Rahmen überall auf der Welt, immer dringlicher wird: Brauchen wir eine Anti-Korruptions-Agentur? Wie die Anti-Doping-Agentur WADA zeigt, wären die Sportverbände und das IOC komplett überfordert, sich im Kampf gegen den Sportbetrug mit pharmakologischen und medizinischen Mitteln auch nur ansatzweise zu behaupten. Doch die meisten Ober-Olympioniken sehen das alles nicht so dramatisch. Es gibt da eine Ethik-Kommission. Und die hat die Probleme angeblich alle im Griff. Wie die Honoratioren ticken, die die Mammutveranstaltung Olympische Spiele inszenieren und mit dem Geld von Fernsehsendern und global aufgestellten Firmen finanzieren, zeigen die Videos ganz gut.

Aber weil es etwas mühsam ist, sich durch jedes einzelne bei YouTube durchzuklicken, habe ich ein paar Highlights herausgefischt und in einem Mashup auf ihren Kern zugeschnitten. Hilfe gab es dabei von zwei sehr liebenswürdigen YouTube-Nutzern, die mir die Genehmigung gaben, ihre kreative Beschäftigung mit den olympischen Ringen einzubauen. Dabei handelt es sich um die Zeichnungen von Peter Baars (lookoutshirts.nl) aus den Niederlanden und die Puzzle-Aufnahmen von Pantazis C. Houlis (houlis.com) aus Australien. Die Welt ist klein.

Das Resultat ist Teil eins einer Serie, die in loser Folge unter dem Titel "Neulich im Sport-Universum" laufen soll. Stoff gibt's genug.

27. August 2009

Brot und Spiele (2000 Jahre nach Ben Hur)

Für den, der schon alles hat, aber noch nicht genug zu essen: Der Formel-1-Rennwagen aus Brot. Jalopnik weiß alles über die Zutaten.
Blick zurück: Mosleys Mann – des Bäckers Konkurrenz im Styroporformat

25. August 2009

Toni Sailer in Badgastein


Die Nachricht vom Tod von Toni Sailer bringt Erinnnerungen an einen der besten Skifahrer aller Zeiten. Er war der Roger Federer, Tiger Woods und Michael Jordan einer Epoche im Sport, die noch ganz unschuldig wirkte und keine Vermarktungsmaschine unter Dampf hielt. Mit nur 24 Jahren stieg er aus dem alpinen Renngeschehen aus, obwohl er vermutlich noch Jahre lang die Konkurrenten hinter sich gelassen hätte.

Als Schauspieler und Sänger hinterließ er nicht ganz so tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis. Aber das gilt für alle Sportler jener Zeit, die sich von ambitionierten Produzenten in die gleiche Richtung drängen ließen. Während Wikipedia rasch den Sailer-Eintrag modifizierte, hat man bei tonisailersports.com schon vor einiger Zeit vergessen, dass die Zeit weiter geht. Die Seite hätte eine Nachruf auf den "Blitz von Kitz" verdient. Über die schwere Krankheit, unter der er litt, wurde schon früh spekuliert. Sailer wurde 73 Jahre alt.

Das Video ist ein Ausschnitt aus einer amerikanischen Wochenschau aus dem Jahr 1958. Das Material hat den Urheberrechtsstatus "Public Domain".

Leseempfehlungen zu Toni Sailer aus dem Archiv von Sports Illustrated:
"He Wins Uphill Battles, Too" – eine Geschichte aus dem Jahr 1975, die seine erfolgreiche Arbeit als Trainer der österreichischen Nationalmannschaft beschreibt.

"Bad Day at Bad Gastein" – Eindrücke von der WM 1958 mit Beschreibungen der Skifans, die damals zu solchen Events anreisten
"The modern millionaires of the Ruhr and their wives, expensively and inelegantly dressed, sat all week long by the gross marble columns and under the immense chandeliers, their stately and stuffy presence a baroque contrast to the hearty, informal, booted ski crowd."

20. August 2009

T Times


Seit ein paar Tagen läuft dieses Video in der Blog-Sektion der New York Times. Es zeigt im Zeitraffer die Installation einer Bambus-Skulptur des amerikanischen Zwillingskünstler-Teams Doug and Mike Starn für die Titelseite der Jubiläumsausgabe des Times-Sonntagsmagazins namens T. Das Heft ist am letzten Wochenende erschienen. In eigener Sache ein Hinweis (auch weil's eine Premiere ist): Der Film besteht zur Hälfte aus Material, das ich vor ein paar Wochen beim Besuch der beiden in einer riesigen Fabrik in Beacon eine Stunde außerhalb von New York gedreht habe. Wenn die Redaktion jetzt auch noch den Namen richtig geschrieben hätte.... Aber sie machen halt Fehler (siehe hier).

Mehr zum Thema und zur Entstehungsgeschichte des Projekts.

6. August 2009

Ein seltenes Fußball-Fest auf der Osterinsel

Es gibt sehr wohl Bier auf Hawaii. Und es gibt Fußball auf der Osterinsel. Keinen richtig guten Fußball, aber immerhin. Das Eiland mit den berühmten figurativen Steinstatuen, die aussehen, als könnte man mit überlebensgroßes Tip-Kick spielen, liegt mehr als 3000 Kilometer vom Mutterland Chile entfernt und mehr als 2000 Kilometer von Pitcairn, der am nächsten gelegenen bewohnten Insel weit und breit. Man könnte auch sagen: Es ist einsam da unten im Pazifik. Jetzt kam im Rahmen der Copa Chile Besuch vom Festland - die Spieler vom Club Colo Colo aus Santiago flogen ein. Und jemand war so liebenswürdig, das Ganze etwas ausführlich auf Video festzuhalten (via Offside. reuters hat die Einzelheiten über die Vorbereitungen zum Match und den Spielverlauf).

21. Juli 2009

Blondinen bevorzugt

Vor ein paar Tagen wurde Erin Andrews das Opfer ihres Berufs. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Erin Andrews läuft in den USA unter sideline reporter. Und das bedeutet, dass man bei einem Baseballspiel einer ständig drohenden Gefahr ausgesetzt ist: dass man von einem herumirrenden Ball getroffen wird. Ein Baseball ist ein steinhartes Objekt aus Kork und Leder und hat schon so manchen Spieler schwer verletzt. Erin Andrews erlitt zum Glück nur eine Prellung am Kinn und wurde ins Krankenhaus gebracht. Inzwischen scheint die Sache verheilt. Es gab ein paar Meldungen auf den Seiten von amerikanischen Sportbloggern, die mit einer auffallenden Hingabe das Wohl und Wehe der blonden Fernsehfrau verfolgen. Das war's.

Am Wochenende wurde Erin Andrews Opfer ihres Ruhms. Einer Bekanntheit und Popularität, die sehr wenig mit ihrer Fähigkeit zu tun hat, vor laufender Kamera gerade Sätze zu formulieren, sondern mit ihrem Aussehen. Wie wichtig das ist, erkennt man schon an der gängigen Kategorisierung jener Arbeit, die Erin Andrews erledigt, wenn sie während der Liveberichterstattung von Spielen Trainer und Akteure interviewt. Man nennt die Leute (inzwischen sind es überwiegend Frauen): sidelinehotties. Niemand ist hotter als Erin Andrews.

Deshalb schlug auch die Aktion ihres Arbeitgebers ESPN große Wellen, nachdem ein durch eine kleine Öffnung in der Wand (womöglich auch durch das Guckloch in der Tür) eines Hotelzimmers geschossenes Video von ihr im Internet zu kursieren begann. An dem Video ist nur eines bemerkenswert: Erin Andrews trägt keine Kleidung und bedient damit – ungewollt und ohne es verhindern zu können – die erotischen Phantasien einer ganzen Generation von jungen Sportfans, die auf einer reichen Diät aus ESPN-Berichten und Blog-Beiträgen groß geworden sind. Das Video, obwohl von den meisten Seiten angesichts der möglichen rechtlichen Konsequenzen, sofort wieder getilgt, geistert auch noch weiter herum. Cache-Links helfen den unerbittlichen Suchern, die in den letzten beiden Tagen die nackte Erin Andrews zum Spitzenreiter der Such-Charts gemacht hatten.

Das heißt, die Prognose von letztem Jahr – "Es wird nicht mehr lange dauern, und Leute werden Sportübertragungen anschauen, um Erin Andrews zu sehen. Nicht wegen des Sports." – ist damit eingetroffen. Wer sich für die Hintergründe des Phänomens interessiert, sollte sich die alte Geschichte zu Gemüte führen. Sie selbst wurde damals mit den Worten zitiert: " I don’t look at myself as a sex object. I’ve never carried myself in that way." So unschuldig. So naiv. So lange her.

Dies ist ein anderes Video mit der Dame, in dem ein College-Trainer beim Interview versucht, ihr etwas sehr nahe zu treten.

1. Juli 2009

Keeping it uncool

Vielleicht hatten Torleute früher mal Angst vor dem Elfmeter. Obwohl: Das sollte man eher als Märchen abtun. Aber Angst vor der Ecke scheinen einige von ihnen doch immer wieder zu haben. Nicht nur auf dem Bolzplatz, wo man bekanntlich nach drei Ecken einen Elfer kassiert. Sondern so – wie dieser uncoole Keeper aus der J-League, der ... aber seht doch selbst.

18. Mai 2009

Tyson spricht


Wir hatten schon lange nichts mehr über Mike Tyson auf dieser Seite. Neulich kam ein Dokumentarfilm über ihn in die Kinos. Und dafür ging er selbst auf die Bimmeltour quer durch Amerika. Dazu gehörte dieser Auftritt in der Talk-Show von Jimmy Kimmel. Man redet über den Ohrabkau-Boxkampf mit Evander Holyfield und über die Gesichtstätowierung und über andere Geschichten. Mike wirkt phasenweise wie ein Philosoph (via Deadspin)

28. März 2009

Kampf um jeden Soundbite

March Madness hat ein erstes prominentes Opfer: den Trainer der University of Kentucky, der seinen Job verlor, nachdem die Mannschaft nicht nur die 65 Plätze im K.O.-Turnier um die NCAA-Mannschaft verpasste, sondern auch noch früh im Trostprogramm namens NIT ausschied. Billy Gillispie hatte keine Lust, mit den Fernsehjournalisten zu reden und lief ihnen davon. Solch ein Manöver sieht manchmal sehr bizarr aus. Zum Video selbst: Es wird mit einem Kommentar zweier anderer Fernsehvögel eingeleitet, die offensichtlich das Gefühl hatten, dass es ihre Kollegen ein wenig übertrieben hatten. Nun sollte man aber über Kentucky und seine Beziehung zum Basketball wissen: Es ist seit Jahrzehnten eine Hochburg des Sports. Dort hat man Ansprüche. Innerhalb des Bundesstaats hat Louisville der Konkurrenz so deutlich den Rang abgelaufen, dass der Sportdirektor nicht länger tatenlos bleiben konnte. Louisville ist hoher Favorit auf den Titel. Und drittens: Kentucky hat abgesehen von der Pferdezucht und dem Derby nicht viel zu bieten, worauf sich die übersteigerte Neugier der örtlichen Sportfans fixieren könnte. Enjoy.

(via Online Sports Guy)

Nachtrag: Inzwischen hat sich Gillispie in einer Pressekonferenz zu Wort gemeldet. Im Hintergrund brodelt ein anderes Thema: Stehen ihm die 6 Millionen Dollar für den Rest aus seinem Vertrag zu? Oder kann die Universität ihn dazu zwingen, auf einen Teil des Geldes zu verzichten?

Was hatte unser Ur-Kentuckyianer Kige Ramsey zu dem Vorgang zu sagen? Er war nicht überrascht. Und er hat schon drei Namen für die Nachfolge ins Gespräch gebracht.

10. März 2009

Die hilfreiche Hand des Balljungen

Heute ist Purim. Was in New York, wo mehrere Millionen Juden leben, als so hoher Feiertag eingestuft wird, dass die Straßenreinigung mit ihren Besenwagen Pause hat. Gut für alle. Wer sein Auto auf der Straße parkt, hat damit ebenfalls eine Last weniger zu tragen. Er muss nicht rechtzeitig den Wagen wegstellen (Geldbuße für den, der 's vergisst: 65 Dollar). Wer Purim feiert, lässt sich dabei von Jahrtausende altem jüdischen Brauchtum inspirieren und denkt übers Verkleiden nach. Wikipedia sagt: "Die jüdische Tradition interpretiert diese Eigenart dahingehend, dass selbst Gott sich zu Purim verkleidet." Falls ja, vielleicht hat er sich neulich in Israel zur Abwechslung mal als Balljunge verkleidet und so dazu beigetragen, den herauslaufenden Torhüter zu bestrafen. Kommentatorsprache? Hebräisch. Bildsprache? International.

7. Oktober 2008

LeBron an Fans in Ohio: "Gehe nirgendwohin"

LeBron James ist in Ohio aufgewachsen und spielt in Cleveland, der schwer angenagten Wirtschaftsmetropole am Lake Erie und größten Stadt im Bundesstaat. Bisweilen macht er die Fans nervös. Die würden zwar nie auf die Idee kommen, dass er demnächst nach China auswandert, weil dort zahlenmäßig betrachtet die meisten Fanartikel-Verbraucher der NBA wohnen. Aber dass er den Verlockungen von New York nicht standhalten kann und irgendwann zu den Knicks wechselt. James hat das jetzt auf seine Art dementiert, im besten Ebonics-Ghetto-Duktus: "I ain't goin' nowhere", sagte er bei einer Veranstaltung. Sein Auftritt hatte eine politische Dimension: Er will helfen, Wähler zu moblisieren und für change zu stimmen. Wir nehmen mal an, dass er damit nicht "Kleingeld" meint und auch nicht das Wortgeklingel von John McCain und der kessen Deern an seiner Seite. Er erwähnt zwar den Namen des Basketballers Barack Obama in seiner kurzen Ansprache nicht. Aber seine Einschätzung der beiden Kandidaten sollte klar sein. Sonst hätte er nicht 20.000 Dollar an die Adresse des Demokraten gespendet. Wahrlich kein Kleingeld.




4. Oktober 2008

Wenn's auf jedes Gramm ankommt


Was macht eine Frau, die beim Wiegen vor einem Kampf der Blutsportart Mixed Martial Arts ein paar hundert Gramm zuviel mitgebracht hat und mit einer Disqualifikation rechnen muss? Sie entledigt sich komplett ihrer Kleidung und stellt sich noch mal auf die Waage (im Video ab 2:20 Minuten). Mehr Informationen hat der Houston Chronicle Brawl-Blog.

30. September 2008

Bewusstseinsspaltung als Geschäftsmodell

In der Sprache der Washingtoner Politik heißt so etwas to play it both ways, wenn jemand versucht, die beiden Positionen in einem unüberbrückbaren Meinungsunterschied einzunehmen. Den passenden Ausdruck für die Werbeindustrie wird es sicher auch geben. Denn wenn eine Firma wie Sony Erickson einerseits Fußballfans in Werbespots lächerlich macht und andererseits einen Haufen Geld ausgibt, um bei der WM 2010 als Sponsor mitzumachen, fällt so etwas den Leuten natürlich auf. Peyton Manning, der in vielen Werbefilmen auftaucht, aber nie überzeugt, weil er eine furchtbare, gepresste Art des Redens pflegt, wird einem durch solche Auftritte nicht sympathischer (via The Big Lead)

23. September 2008

Das Tor, das keines war

Die UNO tagt in New York und ignoriert die Finanzkrise ganz nonchalant und ihre Besucher verstopfen die Straßen von Manhattan. Tony Blair, der Sidekick, ohne den George Bush nicht den Mumm gehabt hätte, den Irak-Krieg anzuzetteln, sitzt bei Jon Stewart am Tisch und tut so als sei alles nur halb so schlimm. Dabei geht in Großritannien dieser Tage auch ganz gut die nervöse Post ab. Mit einem Schotten in 10 Downing Street, der demnächst den Hut nehmen wird und mit Blair den Kreis der Ruheständler verstärken.

Ach ja, und in der Premier League geht es auch nicht mit rechten Dingen zu. Der Trikotsponsor von Manchester United, der amerikanische Versicherungskonzern AIG, schwankt gefährlich und brauchte US-Steuersubventionen (die man sich in Washington gewöhnlich bei den Chinesen borgt) zum Überleben. West Ham verlor seinen Gönner XL. Überhaupt sinken die Einnahmen von Trikotsponsoren in der Liga, schreibt die International Herald Tribune. Alles schwächelt irgendwie. Aber das kann man noch toppen. Indem man Tore gibt, die gar nicht gefallen sind. Hier der jüngste Fall aus dem Match vom Samstag zwischen Reading und Watford, in den der jüngste approbierte Schiedsrichter im englischen Profi-Fußballbetrieb verwickelt war. Das Ganze fand zwar eine Stufe unter der Premier League statt, in der sogenannten Football League Championship, aber die Aufregung ist dennoch groß (via The Big Lead).

16. September 2008

McCains Worte zum Sport


Kandidat John McCain hat seine Sitzung bei ESPN hinter sich. Man redet über Boxen, über Ultimate Fighting und über die Rolle des Kongresses im Kampf gegen Doping. Soundbites für die Massen im Sinne der Gleichbehandlung. Barack Obama hatten wir schon neulich (via Awful Announcing)