30. November 2008
Dem Aktionär ist nichts zu schwer
Ein Hinweis auf einen Text, in dem es sehr viel um Aktien geht, aber noch mehr um Mark Cuban. Der Eigentümer der Dallas Mavericks bestreitet, auch nur irgendetwas Widerrechtliches getan zu haben (ein Vorwurf, der ihm von der Aufsichtsbehörde des US-Aktienhandels gemacht wird). Das Verfahren schwebt. Und wird wohl noch eine Weile weiterschweben.
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Früher begann der Tag mit einer Schusswunde, heute endet er damit
Nachtrag: Genau genommen handelt es doch um einen Schuß zum Tagesbeginn (Sorry, Mr. Wondratschek für die Konfusion). Die Szene spielte sich nämlich kurz nach Mitternacht ab. Was danach passierte, ist bester Lesestoff. Die New York Post hat das ganze Klavier gespielt und folgende Partitur rekonstruiert: Der Club hat den Zwischenfall nicht den Behörden gemeldet (verstößt gegen die Waffengesetze). Das Krankenhaus hat die Behandlung der Wunde nicht den Behörden gemeldet (verstößt gegen die Waffengesetze). Die Pistole vom Kaliber 40 wurde von der Polizei bei Burress in der Küche gefunden. Der Spieler und seine Freunde haben vor dem Gang ins Krankenhaus eine kleine Geschichte erfunden und dafür gesorgt, dass er sich unter falschem Namen registriert. Er wurde trotzdem vom Personal erkannt.
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Super-Bowl-Werbespots: Schwer zu verkaufen
Ein weiterer Indikator dafür, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise in den USA das Sportgeschäft ramponiert: NBC müht sich seit September vergeblich, der Werbewirtschaft Buchungen für die Übertragung vom nächsten Super Bowl zu verkaufen. Die meisten Verträge sind zwar unter Dach und Fach, aber die restlichen teuren Slots gähnen die Verantwortlichen beim Sender jeden Tag aufs Neue an. Da viele Firmen radikal mit dem Rotstift arbeiten, schrumpfen die Marketing- und Sponsorenbudgets querbeet. Der professionelle Sport, der seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich den Mythos einer idealen Werbefläche kultiviert hat, ist davon in vielen Bereichen betroffen. Nachdem General Motors sogar Tiger Woods ein Jahr vor Ablauf aus seinem Vertrag entließ, kam die Nachricht aus dem Frauengolf, dass man im nächsten Jahr gleich drei Turniere streichen wird. Don Dahlmann hatte freundlicherweise in einem Kommentar auf die besonderen Aspekte der turmhohen NASCAR-Probleme hingewiesen. Eine umfangreiche Geschichte zu dem Thema wurde heute von der FAS gebracht (nicht online). Die Probleme der Veranstalter der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver klingen in diesem Radiobeitrag im Deutschlandfunk an.
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29. November 2008
Ein Nachschlagewerk für besondere Fälle: Dickipedia
27. November 2008
UFL: Jetzt geht's los?
Diese Leute scheinen übrigens am heißesten auf all die Informationen zu sein, die da kommen werden. Was besonders interessant sein dürfte: Wie diese Liga in einem wirtschaftlichen derart schlechten Klima das Umfeld aus Sponsoren beackern will, ohne das keine Organisation im kommerziellen Sport auskommt.
Fünf gerade sein lassen
Amerikanische Medien haben brav aus Guatemala vermeldet, was auf den ersten Blick wie ein Aprilscherz ausssieht: Pierre de Coubertins guter alter Moderner Fünfkampf wird verstümmelt. Laufen und Schießen soll in einen Wettbewerb zusammengelegt werden. Gebastelt wird seit Jahr und Tag an dieser esoterischen Disziplin, weil sie als das arme Waisenkind der versponserten und durchkommerzialisierten IOC-Welt nicht die Mindestanforderungen der Postmoderne erfüllt. Zuschauer vor Ort haben Schwierigkeiten, das Geschehen zu verfolgen. Und fürs Fernsehen sind die Wettkämpfe völlig uninteressant. Sie lassen sich aufgrund ihres Punktesystems nicht spannend darstellen. Von der fehlenden Starpower der Teilnehmer gar nicht zu reden. Wenn die Umbauarbeiten nichts fruchten, gibt es noch die eine odere andere Möglichkeit, das Ganze attraktiver zu gestalten: Reiten mit Schwertern und Duelle wie einst bei Ivanhoe. Oder Schwimmen und Schießen kombinieren (mit Wasserpistolen).
Bei der Namensgebung hält man sich in Sachen Umbau erstmal noch zurück. Zumindest einige haben andiskutiert, ob ein modifizierter Wettbewerb nicht anders heißen sollte (im englischen Sprachgebrauch wird die Disziplin Modern Pentathlon genannt). Konsequent wäre es. Wie wär's mit Modern Tetrathlon? Oder Modern Tri+Biathlon (kurz: Tribi)?
Bei der Namensgebung hält man sich in Sachen Umbau erstmal noch zurück. Zumindest einige haben andiskutiert, ob ein modifizierter Wettbewerb nicht anders heißen sollte (im englischen Sprachgebrauch wird die Disziplin Modern Pentathlon genannt). Konsequent wäre es. Wie wär's mit Modern Tetrathlon? Oder Modern Tri+Biathlon (kurz: Tribi)?
25. November 2008
Klinsmann singt
Diesen Klinsmann sollte man sich vielleicht zur Abwechslung mal reinziehen. Nicht wegen der Musik oder der Frisur, aber wegen des Namens. Klinsmann Coleiro aus Malta. Nichts für die Champions League, aber dafür umso mehr darum bemüht, sich für den Songwettbewerb der Eurovision 2009 in Moskau zu qualifizieren.
Wenn sich Dieter Bohlen um den Jungen kümmern würde, müsste er eigentlich auch in Deutschland eine Chance haben. Musikalisch haben sie ungefähr den gleichen Geschmack.
Wenn sich Dieter Bohlen um den Jungen kümmern würde, müsste er eigentlich auch in Deutschland eine Chance haben. Musikalisch haben sie ungefähr den gleichen Geschmack.
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24. November 2008
Tiger sucht neuen Tank
Ein Zeichen der Zeit oder so etwas wie eine Wasserstandsmeldung in Sachen Sponsoren und Sport: General Motors und Tiger Woods haben sich gütlich voneinander getrennt. Der beste Golfer der Welt, der einst für die altväterliche Marke Buick angeworben worden war, die aber im Laufe der Jahre um keinen Deut umpositioniert wurde, war vermutlich ohnehin nie der ideale Imagepartner. So einen Mann will man doch nicht mit einer Kutsche mit wabbelweichen Stoßdämpfern und randhohem Teppichboden sehen. Der gehört doch eher zu Aston Martin, Maserati oder Lamborghini – also zu solchen Schlitten, die er mal früher bei seinen Abstechern nach Deutschland auf der Autobahn ausprobiert hat. Dass er einen neuen Vertrag bekommt, darf man annehmen. Vielleicht werden andere Firmen ein bisschen vorsichtig sein beim Bieten (General Motors droht der Bankrott). Ich denke mal, die deutschen Firmen werden sich alle bemühen, aber vielleicht dann doch lieber den Japanern den Vortritt lassen. Wenn ich raten darf, wer das Rennen macht? Lexus (gehört Toyota). Die haben ganz tiefe Taschen und könnten eine Figur auf der Kühlerhaube wie Woods gut gebrauchen.
Buick-Werbespots mit Tiger Woods, wo nicht immer alles gleich mit dem erste Take geklappt hat:
Buick-Werbespots mit Tiger Woods, wo nicht immer alles gleich mit dem erste Take geklappt hat:
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22. November 2008
Rosen in Dosen
Ein bisschen Feedback aus besonderem Anlass: Der Text vom vergangenen Wochenende mit dem Titel Wenn Vasen wackeln hat etwas weitere Kreise gezogen, als das gewöhnlich mit American Arena-Beiträgen passiert. Das lag sicher nicht nur am hochbrisanten Hintergrund dieser Betrachtung, dem Disput zwischen dem Deutschen Fußballbund und dem Journalisten Jens Weinreich, der mittlerweile ein ganz erhebliches Medienecho ausgelöst hat. Sondern vermutlich an einem besonderen Umstand. Der Text lief auch bei Carta, dem neuen Mehr-Autoren-Blog, der sich stark auf Medienstoffe eingeschossen hat und ein anderes Publikum anspricht. Dort entdeckten ihn die Netzeitung, der Medieninformationsdienst Turi2 und Sportjournalist Erik Eggers, der podcastet und hier (zweiter Audio-Beitrag auf der Seite) zu hören ist. Direkte Links und Leseempfehlungen gab es auch – darunter vom Direkten Freistoß, dem Ground-Zero-Blog in Sachen Zwanziger vs. Weinreich, vom Wesen der Dinge, vom Cleveland-Cavaliers-Blog und vom Onezblog.
Die Kernaussage war: Deutsche Blogs führen in diesen Tagen rund um den aktuellen Fall den etablierten Medien vor, dass sie eine ganz wesentliche Rolle im neuen Medienalltag spielen können. Damit verbunden war die Klage darüber, dass viele klassische Journalisten noch immer nicht kapieren wollen, was die Medienentwicklung – ob mit oder ohne sie – produziert. Nur am Rande erwähnte ich den New Yorker Professor Jay Rosen und seine Arbeit. Umso schöner, dass SpOn ein paar Tage später ein Interview mit Rosen parat hat.
Was er sagt, sollte sich irgendwann in ganz Deutschland herumsprechen. Zum Faktor Online-Medien: "Wir leben in einer neuen Ära von Konkurrenz und Innovation. Es gibt eine Vielzahl neuer Wettbewerber, wir können aber auch mehr ausprobieren. Jeder kann heute mit den Werkzeugen der Medienproduktion umgehen, das macht diese neue Phase für die Presse so spannend."
Und was wird aus den Journalisten, die noch immer daran glauben, dass ihnen ein Big Daddy-Verleger den Arbeitsplatz bereitstellt und die teuren Gerätschaften, damit sie loslegen können? "Sie werden viele Dinge ändern müssen, vor allem ihre Einstellung zur Technologie. Früher mussten Journalisten bloß die Schreibmaschine bedienen, um alles Weitere hat sich eine andere Abteilung gekümmert... Zudem müssen sie lernen, von Lesern gelieferte Informationen zu nutzen, um ihre Berichterstattung und ihre Recherche zu optimieren.... Schließlich müssen Journalisten bereit sein, sich selbst neu zu erfinden. Die guten alten Zeiten sind vorbei, in denen man in einer stabilen Organisation eine Position ausfüllen konnte – das gibt es in der heutigen Medienwelt nicht mehr." Danke, Herr Professor. Besser kann man es nicht sagen.
Die Kernaussage war: Deutsche Blogs führen in diesen Tagen rund um den aktuellen Fall den etablierten Medien vor, dass sie eine ganz wesentliche Rolle im neuen Medienalltag spielen können. Damit verbunden war die Klage darüber, dass viele klassische Journalisten noch immer nicht kapieren wollen, was die Medienentwicklung – ob mit oder ohne sie – produziert. Nur am Rande erwähnte ich den New Yorker Professor Jay Rosen und seine Arbeit. Umso schöner, dass SpOn ein paar Tage später ein Interview mit Rosen parat hat.
Was er sagt, sollte sich irgendwann in ganz Deutschland herumsprechen. Zum Faktor Online-Medien: "Wir leben in einer neuen Ära von Konkurrenz und Innovation. Es gibt eine Vielzahl neuer Wettbewerber, wir können aber auch mehr ausprobieren. Jeder kann heute mit den Werkzeugen der Medienproduktion umgehen, das macht diese neue Phase für die Presse so spannend."
Und was wird aus den Journalisten, die noch immer daran glauben, dass ihnen ein Big Daddy-Verleger den Arbeitsplatz bereitstellt und die teuren Gerätschaften, damit sie loslegen können? "Sie werden viele Dinge ändern müssen, vor allem ihre Einstellung zur Technologie. Früher mussten Journalisten bloß die Schreibmaschine bedienen, um alles Weitere hat sich eine andere Abteilung gekümmert... Zudem müssen sie lernen, von Lesern gelieferte Informationen zu nutzen, um ihre Berichterstattung und ihre Recherche zu optimieren.... Schließlich müssen Journalisten bereit sein, sich selbst neu zu erfinden. Die guten alten Zeiten sind vorbei, in denen man in einer stabilen Organisation eine Position ausfüllen konnte – das gibt es in der heutigen Medienwelt nicht mehr." Danke, Herr Professor. Besser kann man es nicht sagen.
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Landon Donovan – das American-Arena-Interview (mit einem US-Blogger)
Joshua Mayers schreibt den besten amerikanischen Fußball-Blog The Beautiful Game. Wir wollten wissen, was er von Landon Donovan und seinem Umzug zu Bayern München hält.
American Arena: Als Landon zum zweiten Mal aus Leverkusen in die USA zurückgekehrt ist, wurde er von vielen verspottet. Sie sahen in seiner Haltung einen Mangel an Durchhaltewillen. Er sagte in einem Interview: "Ich wollte mich nicht elend fühlen. Ich bin 23. Ich muss das nicht haben." Stimmt meine Einschätzung, was die Reaktion der Fans angeht? Und hat sich sein Image gewandelt?
Joshua Mayers: Ich denke, dass die Art und Weise wie Landon nach seinem Versagen in der Bundesliga dargestellt wurde, gerechtfertigt war. Es ist klar, dass er mental nicht ganz auf der Höhe war, um mit Widrigkeiten fertig zu werden. Er hatte die Kritik verdient. Seine Reaktion war die eines Teenagers. Da war es berechtigt, ihn entsprechend zu behandeln, bis er das Gegenteil beweist. Allerdings glaube ich wirklich, dass er reifer geworden ist und diesmal mit den Herausforderungen umgehen kann. Er ist Spielführer der amerikanischen Nationalmannschaft geworden und ein Botschafter für Major League Soccer. Ich glaube, diesmal passt alles viel organischer zusammen. Und seine Leistung wird das zeigen.
American Arena: Was du vermutlich nicht weißt: Landon spricht überraschend gut Deutsch. Das habe ich bei einem Interview mit ihm im Juni festgestellt, und es hat meine Einschätzung seiner Person auf einen Schlag verändert. Er spricht sehr gut Spanisch. Welchen Eindruck von ihm gewinnst du aus seinen englischen Interviews?
Joshua Mayers: Landon ist ein sehr ehrlicher Mensch. Ich lese aus seinen Interviews heraus, dass er unverfälscht und glaubwürdig ist. Das Zitat aus der ersten Frage spiegelt die Ehrlichkeit wider. Er sagt, was ihm durch den Kopf geht. Vermutlich in jeder Sprache.
American Arena: Wie beurteilst du ihn als Fußballspieler, sein technisches Können, seinen Blick fürs Spielgeschehen?
Joshua Mayers: Ich habe ihn als Spieler immer sehr verehrt. Manchmal schient es schwierig zu sein, die beste Position für ihn zu finden. Und er kämpft darum, einen großen Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Davon mal abgesehen wird er immer der Star in seiner Mannschaft sein, egal ob in der Liga oder in der Nationalmannschaft. Er musste immer alles machen. Ich glaube sein Leistungsvermögen wird sich deutlicher in einer Mannschaft mit überragenden Talenten und geringeren Erwartungen zeigen. Im Zusammenspiel mit Leuten wie Toni und Klose wird Donovan nach meinem Gefühl zu einem besseren Spieler.
American Arena: Wird man ihn in der MLS vermissen?
Joshua Mayers: Ich denke, man wird ihn der MLS ein bisschen vermissen. Wahre amerikanische Fußballfans allerdings wollen, dass sich die besten US-Spieler in Europa weiterentwickeln. Wir wissen, er ist ein großartiger Spieler und wollen erleben, dass er auf einem höheren Niveau Erfolg hat. Es ist zwar traurig, ein Toptalent gehen zu sehen, die meisten werden jedoch erkennen, dass dies besser für den amerikanischen Fußball ist.
American Arena: Millionen von jungen Amerikanern spielen Fußball, aber die besten Talente legen eine Einstellung an den Tag, die von dem im Rest der Welt abweicht. Was für ein Typus spielt in den USA eigentlich Fußball (und nicht Basketball oder Football)? Der intelligentere Typ? Jemand, der weniger streit- und rauflustig ist?
Joshua Mayers: Ich bin nicht sicher, ob ich eine genaue Einschätzung darüber abgeben kann, welche Jugendlichen sich für Fußball entscheiden. Ich denke, die Attraktivität der Sportart besteht darin, dass jeder mitmachen kann. Wenn ich raten soll, würde ich sagen: die Sportart zieht generell eher kleinere und aggressivere Kinder an.
Nachtrag: Das Fußball-Establishment stuft Donovans Erfolgsaussichten eher niedrig ein und sagt das auch klar und deutlich – bei ESPN. Hier der Schnipsel:
Jürgen Klinsmann sieht das anders und erklärt es ganz locker auf Englisch:
Beide Links bei The Beautiful Game gefunden.
American Arena: Als Landon zum zweiten Mal aus Leverkusen in die USA zurückgekehrt ist, wurde er von vielen verspottet. Sie sahen in seiner Haltung einen Mangel an Durchhaltewillen. Er sagte in einem Interview: "Ich wollte mich nicht elend fühlen. Ich bin 23. Ich muss das nicht haben." Stimmt meine Einschätzung, was die Reaktion der Fans angeht? Und hat sich sein Image gewandelt?
Joshua Mayers: Ich denke, dass die Art und Weise wie Landon nach seinem Versagen in der Bundesliga dargestellt wurde, gerechtfertigt war. Es ist klar, dass er mental nicht ganz auf der Höhe war, um mit Widrigkeiten fertig zu werden. Er hatte die Kritik verdient. Seine Reaktion war die eines Teenagers. Da war es berechtigt, ihn entsprechend zu behandeln, bis er das Gegenteil beweist. Allerdings glaube ich wirklich, dass er reifer geworden ist und diesmal mit den Herausforderungen umgehen kann. Er ist Spielführer der amerikanischen Nationalmannschaft geworden und ein Botschafter für Major League Soccer. Ich glaube, diesmal passt alles viel organischer zusammen. Und seine Leistung wird das zeigen.
American Arena: Was du vermutlich nicht weißt: Landon spricht überraschend gut Deutsch. Das habe ich bei einem Interview mit ihm im Juni festgestellt, und es hat meine Einschätzung seiner Person auf einen Schlag verändert. Er spricht sehr gut Spanisch. Welchen Eindruck von ihm gewinnst du aus seinen englischen Interviews?
Joshua Mayers: Landon ist ein sehr ehrlicher Mensch. Ich lese aus seinen Interviews heraus, dass er unverfälscht und glaubwürdig ist. Das Zitat aus der ersten Frage spiegelt die Ehrlichkeit wider. Er sagt, was ihm durch den Kopf geht. Vermutlich in jeder Sprache.
American Arena: Wie beurteilst du ihn als Fußballspieler, sein technisches Können, seinen Blick fürs Spielgeschehen?
Joshua Mayers: Ich habe ihn als Spieler immer sehr verehrt. Manchmal schient es schwierig zu sein, die beste Position für ihn zu finden. Und er kämpft darum, einen großen Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Davon mal abgesehen wird er immer der Star in seiner Mannschaft sein, egal ob in der Liga oder in der Nationalmannschaft. Er musste immer alles machen. Ich glaube sein Leistungsvermögen wird sich deutlicher in einer Mannschaft mit überragenden Talenten und geringeren Erwartungen zeigen. Im Zusammenspiel mit Leuten wie Toni und Klose wird Donovan nach meinem Gefühl zu einem besseren Spieler.
American Arena: Wird man ihn in der MLS vermissen?
Joshua Mayers: Ich denke, man wird ihn der MLS ein bisschen vermissen. Wahre amerikanische Fußballfans allerdings wollen, dass sich die besten US-Spieler in Europa weiterentwickeln. Wir wissen, er ist ein großartiger Spieler und wollen erleben, dass er auf einem höheren Niveau Erfolg hat. Es ist zwar traurig, ein Toptalent gehen zu sehen, die meisten werden jedoch erkennen, dass dies besser für den amerikanischen Fußball ist.
American Arena: Millionen von jungen Amerikanern spielen Fußball, aber die besten Talente legen eine Einstellung an den Tag, die von dem im Rest der Welt abweicht. Was für ein Typus spielt in den USA eigentlich Fußball (und nicht Basketball oder Football)? Der intelligentere Typ? Jemand, der weniger streit- und rauflustig ist?
Joshua Mayers: Ich bin nicht sicher, ob ich eine genaue Einschätzung darüber abgeben kann, welche Jugendlichen sich für Fußball entscheiden. Ich denke, die Attraktivität der Sportart besteht darin, dass jeder mitmachen kann. Wenn ich raten soll, würde ich sagen: die Sportart zieht generell eher kleinere und aggressivere Kinder an.
Nachtrag: Das Fußball-Establishment stuft Donovans Erfolgsaussichten eher niedrig ein und sagt das auch klar und deutlich – bei ESPN. Hier der Schnipsel:
Jürgen Klinsmann sieht das anders und erklärt es ganz locker auf Englisch:
Beide Links bei The Beautiful Game gefunden.
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