Das Aus gegen die Denver Nuggets von gestern erlaubt Dirk Nowitzki, sich ganz auf einen offensichtlich extrem schwierigen Teil seines Lebens zu konzentrieren. Ich habe vor einer Weile das Wackelvideo auf Bild.de gesehen, wo der nicht genannte Reporter sanft und vorlagenmäßig dem Maveritzki die Chance gibt, sich doch mal zu äußern und etwas Klärendes zu sagen. Aber da kam nichts, außer einem zarten Hauch von zugekorkten Emotionen. Also bleibt den Medien die Kärrner-Arbeit (nein, nicht die Kerner-Arbeit...). Und deshalb hier die neueste Enthüllung. Die über Ms. Taylor und den NFL-Profi Tony Banks.
Ich gebe ja zu, man weiß gar nicht, wie man als Journalist damit umgehen soll, falls dann wirklich mal jemand vor der Kamera oder dem Mikrofon die Schleusen öffnet. Vor einer Stunde auf dem Golfplatz beim LPGA-Turnier in Clifton/New Jersey habe ich vorfristig ein Interview mit einer Profisportlerin beendet, weil sie den Tränen nahe war. Und es ging nicht um Diebstahl, Betrug, Vertrauensbruch und bohrende Fragen. Sie hatte schlecht gespielt und sich geärgert. Und jeder Versuch, sie davon abzubringen, sich allzu selbstkritisch selbst zu kasteien, war vergeblich. Ich musste an Tom Hanks in dem Film A League of Their Own denken, der seiner Frauenbasenballmannschaft zubrüllte: "There is no crying in baseball."
Das Turnier von den Toren von New York steht ganz im Zeichen von Michelle Wie, die sich in diesem Jahr über die Q School für die Tour qualifizierte. Ihre Pressekonferenz gestern war ein Beispiel, wie krass Sportler manchmal zumachen. Da wiederholte sie ständig, dass sie nicht über die Vergangenheit reden wollte, in der, wie wir alle wissen viel ziemlich unrund gelaufen ist. Gleichzeitig behauptete sie, dass sie davon gelernt habe. Die Worthülsen türmten sich und ließen einem mit einem leeren Gefühl zurück. Besonders wenn man erlebt, wie eine Frau wie Lorena Ochoa, die Nummer eins in der Welt, mit Fragen umgeht. Eine andere Güteklasse von Sportler – nicht nur auf dem Platz.
Noch eine Notiz über eine Ausnahmepersönlichkeit des Golfs: Die einstige Nummer eins Annika Sörenstam, die ihre Schläger in den Schrank gestellt hat, ist schwanger. So wie Cristal Taylor. Nur die Umstände scheinen befriedigender.
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14. Mai 2009
22. November 2008
Ein letzter Gruß
14. Mai 2008
Timing und Takt
Duplizitäten gibt es, das glaubt man gar nicht: An jenem Tag, an dem die Nachricht die Runde macht, dass Annika Sörenstam am Ende der Saison vom aktiven Golfsport zurücktritt, werden Rücktrittsgedanken des amtierenden Präsidenten bekannt. Nein. Nicht von seinem Posten als Kriegsmaschinist mit der tropfenden (Erd)ölkanne in der Hand. Sondern als Golfspieler. Das soll angeblich schon 2003 passiert sein, als er den Eindruck gewann, dass jemand wie er nicht einfach auf dem grünen Rasen herumballern kann, wenn im Irak amerikanische Soldaten sterben. Wie taktvoll. Wir erinnern uns nämlich noch an diese Szene:
(aus dem Michael-Moore-Film Fahrenheit 9/11)
(aus dem Michael-Moore-Film Fahrenheit 9/11)
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19. April 2007
Golf: Auszeit für Annika - ihre Academy nimmt den Betrieb auf
Die Wirbelsäule eines Golfers wird auf eine Weise strapaziert, die selbst dann nicht gesund sein kann, wenn der Schwung sehr gut aussieht. Die beste Golferin der Welt, Annika Sörenstam, muss jetzt den Preis dafür bezahlen. Ärzte haben festgestellt, dass eine ihrer Bandscheiben eingerissen und vorgefallen ist. Die Schwedin muss pausieren und will dieses Jahr nur noch bei den Majors antreten. Die Verletzung hat vielleicht sogar etwas Gutes. Die Schwedin hat soeben die erste Annika Academy im Ginn Reunion Resort am Stadtrand von Orlando eröffnet. Damit dringt sie in die Fronde von Leuten wie David Leadbetter und Butch Harmon vor, den ich in der nächsten Woche in Las Vegas besuchen werde. Die Ausbildungseinrichtung wird sicher sehr viel Sympathien bei Frauen finden, die sich immer stärker für das Spiel begeistern, aber oft nicht mit den konventionellen Trainingsansätzen zufrieden sind. Das Team wird von Sörenstams Golflehrer Henri Reis sowie von ihrem deutschen Golffitness-Guru Kai Fusser (Foto, mit der ehemaligen British-Open-Siegerin Karen Stupples) geleitet, der seit Jahren in Orlando lebt und die Grundlage dafür gelegt hat, dass die 36jährige heute zu den Weitenjägern auf der LPGA Tour gehört.Über Fusser habe ich übrigens für die Schweizer Golfzeitschrift DRIVE vor einer Weile ein ausführliches Porträt geschrieben. Hier ein paar Auszüge:
Dass ein Diplomingenieur für Seeverkehr aus dem Binnenland Rheinland-Pfalz der Trendsetter für die weltbesten Golferinnen werden konnte, gehört zu den typischen Geschichten aus Amerika. Hier können sich Männer mit Ideen, Ambitionen und den richtigen Kontakten innerhalb weniger Jahre eine Nische erkämpfen und erfolgreich ausbauen. So ist denn Fussers Lebensweg auch weniger einer Kombination aus Zufällen als das Resultat einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Das begann mit sieben Jahren, als er seinen ersten Expander geschenkt bekam und von da an mit Lust und Leidenschaft benutzte. Und es ging weiter über sein Engagement als Wasserskifahrer und in seinen Kontakten mit furchtlosen Wakeboard-Surfern, an denen er vor ein paar Jahren zum ersten Mal seine Theorien über die positiven Auswirkungen von einem spezifischen Kraftraining ausprobierte.....
....Die Ingredienzien von Fussers Intervention in den Trainingsablauf sind bemerkenswert und schlicht zugleich. So trainieren seine Klienten durchschnittlich nicht mehr als vorher. Was sie mehr an Zeit mit Hanteln und Medizinbällen aufwenden, gewinnen sie bei der Arbeit auf der Driving Range. Der Grund: Je größer die Elastizität und Stabilität der Muskulatur - desto weniger muss ein Spieler an seinem Schwung herumdoktern. Wichtig ist allerdings die Bereitschaft zu konsequenter und konzentrierter Fron: "Ich denke, dass viele Spielerinnen beim Workout zu zart behandelt werden", meint Fusser. "Sie sind Athleten. Sie sollten auch so wie Athleten trainieren."
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