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7. Juli 2010

Die LeBron-Vertragsshow geht auf Sendung

LeBron James wird am Donnerstagabend bei ESPN live seine Entscheidung darüber bekanntgeben, bei welchem NBA-Club er einen Vertrag abschließen wird. Welches Schweinderl er gerne hätte? Die Gerüchte machen den Eindruck vom Inneren eines anderen Tieres – einer geschlachteten Gans (oder was die Auguren im alten Rom für ihre Vorhersagen genommen haben). Falls Dwayne Wade bleibt und Chris Bosh auf seine Seite zieht (danach sieht es zur Zeit aus), hat James zwar theoretisch auch die Möglichkeit, nach Florida umzuziehen. Aber das wäre ein Riesenschritt weg aus Ohio. Mit Stoudamire zu den New York Knicks und der Entscheidung von Dirk Nowitzki in Dallas zu bleiben, sind weitere Puzzlestücke vom Tisch. Wen holen die Mavericks, um endlich eine Grade A-Mannschaft zusammenzubauen? Die Ortszeitung spekuliert, dass Jermaine O'Neal in Frage kommt, sollte es Brendan Hawywood woanders hinziehen. Gleichzeitig wird der Dirkster mit seiner Einschätzung zitiert, wonach ein Center im heutigen Spiel nicht mehr besonders wichtig ist. Bewegliche Allrounder seien entscheidender. Konkrete Namen allerdings nennt er nicht. Was dafür spricht, dass die Besten von denen – also Wade, Bosh und LeBron – für die Mavericks unerreichbar sind. Nowitzki mag ja finden, dass Dallas eine attraktive Stadt ist. Aber das klingt aus dem Mund von jemandem, der außer Würzburg sonst noch nirgendwo anders gelebt hat, nicht besonders überzeugend. Immerhin darf man Chefmanager Donnie Nelson zutrauen, dass er im Hintergrund und leise zu antichambrieren versteht und ein paar Möglichkeiten entdeckt, die andere gar nicht sehen. Abwarten, also.

3. Juli 2010

Big D bleibt in Big D

ESPN meldet soeben, dass Dirk Nowitzki in Dallas bleiben wird. Der Unterschied zum alten Vertrag: Eine No-Trade-Klausel, die außer ihm nur ein Mann in der Liga hat – Kobe Bryant. Wenn man sonst nichts braucht im Leben.

2. Juli 2010

Dirks Taktik: Hinhalten

Dirk Nowitzki spielt seit Tagen ein Spiel, das er noch nie gespielt hat: showboating. Während ihm sein Club die Karten komplett auf den Tisch gelegt und das tarifvertragliche Maximalgehalt für ein Vier-Jahres-Vertrag über 96 Millionen Dollar geboten hat, entschied er sich erneut dafür, dem Club-Manager Donnie Nelson nicht in die Augen zu schauen. Ursprünglich hatte er die Rückkehr aus Würzburg nach Dallas zum Verhandlungsgespräch für Donnerstag angekündigt. Nach dem Zwischenstopp in New York gab er Freitag als neuen Termin durch. Auch der wurde inzwischen verschoben. Nun soll es am Samstag klappen. Hat Dirk Nowitzki womöglich Wind von einer Rochade, die ihn zu den Miami Heat bringen könnte, die heute in Cleveland offiziell um LeBrons Hand angehalten haben (während Dwayne Wade nach einem Abstecher in Chicago bei den New York Knicks vorbeigeschaut hat).

Die Entwicklung wird übrigens von amerikanischen Sportsendern auf intensivste Art gecovert. Geredet wird viel. Nichts Genaues weiß keiner.

1. Juli 2010

Dirk auf dem Weg nach Dallas

INDIANAPOLIS, UNITED STATES - SEPTEMBER 06:  WM 2002, Indianapolis; Dirk NOWITZKI/GER mit seinem Foerderer Holger GESCHWINDNER  (Photo by Andreas Rentz/Bongarts/Getty Images)
Während LeBron James in Cleveland Hof hält und am ersten Tag der mit dem 1. Juli angebrochenen Verhandlungsphase die Vertreter der New Jersey Nets und der New York Knicks empfing, wurde Dirk Nowitzki in New York gesichtet. Die NBA-Stars scheinen auf eine kuriose Weise mit uns und unseren Erwartungen Karussell zu fahren. Für James geht es morgen weiter. Die Delegationen der Los Angeles Clippers und Miami Heat sind als Nächstes an der Reihe.

Währenddessen sitzt Donnie Nelson in Dallas auf heißen Kohlen. Denn außer einem Sack Geld kann er seinem besten Spieler nicht viel bieten. Der scheint sich gut mit Jason Kidd zu verstehen und hat wohl seinen Point Guard zuhause aufgesucht. Worüber werden die beiden alt gewordenen Herren reden? Darüber, wie man aus den Mavericks eine richtig starke Mannschaft machen kann? Oder wie man mit einem Empfangskomitee von tausend Fans am Flughafen umgeht, das sich gar nicht vorstellen kann, dass Dirk Nowitzki bei einem anderen Club anheuert. Oder vielleicht doch, weshalb man dem Basketballspieler schon mal den größtmöglichen Respekt zollt.

Die amerikanischen Medien spekulieren bei Nowitzki immer auf eine schön-altmodische Weise. Sie glauben, dass er auf Kidd hört und dass er sich von Donnie Nelson das Ohr abquatschen lässt. Niemand käme auch nur auf die Idee, sich auf die Fersen von Holger Geschwindner zu machen und den zu fragen. Dabei wird der schon lange wissen, wo sein Schützling das Ende seiner Karriere ausklingen lassen soll. Er hat ihm schließlich jahrelang all das beigebracht, mit dem Nowitzki zu einem der besten fünf oder sechs aktuellen NBA-Profis wurde.

Und Geschwindner ist nie ganz weit weg. Am Mittwoch rief er aus Deutschland Donnie Nelson an, der auf dem Weg nach Deutschland und bereits am Ticketschalter am Flughafen war, um Nowitzki in Würzburg aufzusuchen. Er sagte dem Mavericks-Manager, dass die beiden bereits auf dem Weg nach Dallas seien. Er könne sich den Trip sparen. Man sehe sich am Donnerstag.

Donnerstag war heute. Die beiden landeten in New York und verschoben die Weiterreise um einen Tag. Nun also soll, wie man hört, das Meeting am Freitag stattfinden.

Am Donnerstag haben übrigens einige Leute Nägel mit Köpfen gemacht: Phil Jackson hängt noch ein Jahr als Trainer bei den Los Angeles Lakers dran. Und Byron Scott wird der neue Coach der Cleveland Cavaliers. Scott war der Hauptfaktor für die guten Jahre der New Jersey Nets und den Aufschwung der New Orleans Hornets. Er übernahm den Posten im Wissen, dass LeBron James womöglich woanders unterschreibt. Anders als Tom Izzo, der den Sprung vom lockeren Job als College-Trainer in Michigan State nicht ohne eine Zusicherung von James aufgeben wollte, griff der zuletzt arbeitslose Scott beherzt zu. Warum auch nicht? Er ist ein NBA-Lifer.

30. Juni 2010

Der Klingelbeutel: Alle reden über LeBron. Nur Jon Stewart redet über Fußball

Die Uhr tickt langsam auf Mitternacht zu. Was in dieser Nacht Millionen von Leuten in den Bann schlägt. So wie an Silvester. Die NBA öffnet nämlich mit dem 1. Juli offiziell die Schleusen, damit sich endlich alle Clubs um die bereit stehenden Free Agents prügeln können. Der Preis ist heiß. Die meisten wollen wissen, was LeBron James machen wird. Bleibt er in Cleveland? Geht er in eine andere Stadt? Aber auch aus deutscher Sicht produziert die Sache ein bisschen Spannung. Wenn er wirklich wollte, hätte Dirk Nowitzki hervorragende Chancen, endlich einen Schlussstrich unter die zwölf enttäuschenden Jahre in Dallas zu ziehen und sich einem besseren Team anzuschließen. Eines mit LeBron James zum Beispiel. Oder auch eins mit Dwayne Wade. Hinweis: Zu dieser Gemengelage gibt es in der Donnerstagausgabe der FAZ einen ausführlichen Bericht (Nachtrag: steht jetzt auch online zur Verfügung). Hier ein Foto der beiden zusammen nach einem Spiel gegeneinander. Hier eines im Zweikampf unterm Korb.

• Jon Stewart hat heute seine gesamte Daily Show dem Fußball und der WM gewidmet. Im Studio waren Landon Donovan und Bob Bradley, die beide ein gewisses Leuchten abstrahlen. Was irgendwie komisch ist für Leute, die im Achtelfinale ohne vernünftige spielerische Ideen aus dem Wettbewerb gekegelt wurden. Stewart war im Studium Mitglied der College-Mannschaft und versteht sich als Botschafter der Sportart in den USA, wo nach dem Aus der eigenen Mannschaft das Interesse abgeflacht ist. So jemand fragt nicht wirklich kritisch nach und gibt der aufkeimenden Begeisterung für Fußball keinen Dämpfer.

Immerhin fand die Mannschaft mit dem Ghana-Spiel am Samstag zuhause einen überraschend großen Zuschauerzuspruch. Das Match erzielte nach Recherchen der Los Angeles Times eine Rekordeinschaltquote. 4,5 Millionen der insgesamt 19,4 Millionen amerikanischen Fernsehzuschauer sahen die Begegnung auf dem spanischen Kanal Univision. Der hatte den Vorzug, dass dort nicht ein gewisser John Harkes als Co-Kommentator im Einsatz war. Der Ex-Nationalspieler ist die einzige US-Stimme unter den vielen kompetenten Engländern an den Mikrofonen für ESPN und ABC und ein Seifenblasen-Produzent ersten Ranges.

5. Januar 2010

Nowitzki Statitzki

Mavericks vs. Blazers
Wenn man denn schon unbedingt muss und nicht anders kann und die Bedeutung eines Basketballspielers von den Leistungswerten aus der Statistik ableiten will, dann ist diese Betrachtung der NBA-Karriere von Dirk Nowitzki auf BallinEurope.com gar nicht so schlecht. Sie bemüht sich um Ausgewogenheit und zeigt, dass mit Pau Gasol bereits ein aussichtsreicher Kandidat für den Titel "bester Europäer aller Zeiten in der NBA" bereit steht. Noch allerdings geht dieses Premium-Siegel an den Deutschen.

Die vielen Referenzwerte, die da übrigens zu Rate gezogen werden - darunter der überbewertete Index von Herrn Hollinger, genannt Player Efficiency Rating (PER) – zeigen im Grunde nur eines: Genauso wie bei der klassischen Bewertung eines Spielers aus dem Bauch heraus sehr viele Kriterien zusammenkommen, die zusammen ein Bild ergeben, kann man auch mit Statistiken jeden Vorbehalt und jede Sympathie abstützen. Es kommt immer darauf an, was man wichtig findet. Interessanteste Beobachtung vom Geschehen in dieser Saison: Wenn Nowitzki für die Dallas Mavericks auf dem Platz steht, sorgt das Team für Vorsprung und Punktepuffer. Wenn er auf der Bank sitzt, laufen die Ersatzspieler dem Gegner jedes Mal nur hinterher. Die Mavericks brauchen offensichtlich stärkere Reserven, sonst fehlt ihnen in den Playoffs das gewisse Etwas.

21. Dezember 2009

Zahnschmerzen

Es ist eigentlich ein merkwürdiges Testat für die Qualitäten des besten europäischen Basketballspielers, wenn seine Mannschaft an einem Tagen gegen die Cleveland Cavaliers gewinnt, an dem er pausieren muss. Aber das hatten wir schon. Einer der Gründe für solche kuriosen Resultate ist: Top-Teams wie die Cavaliers sind keine Roboter-Versammlungen. Sie haben in einer langen Saison wie der in der NBA einfach hin und wieder ihre schlechten Momente. Ein anderer allerdings ist, dass die Mannschaften gegen die Dallas Mavericks seit Jahr und Tag vor allem einen taktischen Ansatz pflegen: Dirk Nowitzki lahm legen. Wenn der nicht da kurzfristig nicht auf dem Platz steht, dann wissen die Gegner nicht gleich, wie sie sich auf eine solche Situation einstellen sollen.

Nowitzki fehlte aufgrund eines Zusammenpralls im Spiel gegen die Houston Rockets, bei demer auf dem Weg zum Korb seinem unmittelbaren Gegenspieler Carl Landry den Ellenbogen ins Gesicht gehämmert hatte. Mit dem Ergebnis: Landry brachen fünf Zähne ab. Zwei davon steckten anschließend in Nowitzkis Arm. Sie wurden noch in der Halle herausoperiert und die Wunde mit drei Stichen genäht. "Ich habe zu werfen versucht. aber es tut einfach zu weh", sagte die Nummer 42 41 nach dem Zwischenfall. Wie lange er aussetzen wird, steht noch nicht fest.

17. November 2009

Nowitzki trifft

Dirk Nowitzki mit dem Ball in der Hand Sekunden vor dem Ende. Wenn er das noch häufiger hinbekommt, rechtzeitig zum Brummen der Schlusssirene, wird er auch die letzten Skeptiker davon überzeugen, die immer behaupten, er habe nicht den Willen und die Nerven zum Titel. Die Zwischenbilanz der Mavericks nach elf Spielen: acht Siege. Die Richtung stimmt. Auch ohne Josh Howard, der noch immer an den Folgen einer Knöcheloperation leidet (via TheBigLead).

4. November 2009

Extrablatt, Extrablatt: Kaman und Nowitzki waren zusammen essen

ESPN-Reporter Marc Stein, der in den Anfangsjahren von Dirk Nowitzki in der NBA als Reporter der Dallas Morning News im Einsatz war, muss eine besondere Schwäche für den Deutschen haben. Anders kann man nicht erklären, weshalb er seinem amerikanischen Publikum heute eine ausführliche Betrachtung über ein rein deutsches Thema servierte. Auslöser: Dirk Nowitzki war am Wochenende in Los Angeles zusammen mit Chris Kaman essen. Wir erinnern uns: Kaman von der Clippers ist der Mann, der rechtzeitig zur Olympia-Qualifikation im vergangenen Jahr ohne irgendein Kriterium des zuständigen Gesetzes zu erfüllen, die deutsche Staatsangehörigkeit geschenkt bekam. Ein Center, der anschließend für Deutschland in Peking spielte und danach deutlich machte, dass er womöglich nie wieder in Bauermanns Mannschaft auflaufen werde.

Da der normale ESPN-Leser diese Sachverhalte nicht kennen kann, muss Stein ziemlich weit ausholen und sich in Andeutungen ergehen, auf welche Weise die Antipoden Kaman und Deutschland vor London 2012 doch noch irgendwie auf einen Spielberichtsbogen gelangen könnten. Denn sonst stände ja die Idee für die schöne Geschichte nur einem dünnen Bein und würde in sich zusammenfallen. Falls der Reporter über diesen Teil der Zukunft etwas wissen sollte: Geschrieben hat er es jedenfalls nicht. Der ganze lange Artikel dient eigentlich nur als kaugummiartige Einleitung zu einem kurzen spekulativen Gedanken am Schluss: Da sich Kaman und Nowitzki so gut privat verstehen, wären sie doch sicher auch daran interessiert, mal in der NBA zusammen in einer Mannschaft zu spielen. Und was hat Stein darüber von Nowitzki in Erfahrung bringen können?

"Darüber reden wir kaum", sagte der Mavericks-Mann, der einen Beißer und Rackerer vom Typ Kamen in Dallas hervorragend gebrauchen könnte. "Darüber haben wir keine Kontrolle."

Na, supi. So etwas hatten wir uns bereits gedacht (Hat Tip an Björn Hesse).

28. Oktober 2009

Mavericks noch schlapp und müde?

Für die Dallas Mavericks begann die neue Saison so ähnlich wie die letzte. Man lässt sich offensichtlich mal wieder Zeit, ehe man die Maschine auf volle Betriebstemperatur hochheizt. So konnten die Washington Wizards im ersten Spiel von Gilbert Arenas seit urlangen Zeiten einen lockeren Sieg verbuchen. Das Resultat: 102:91. Einzelheiten findet man im Spielbericht von Associated Press.

Zur zwölften Saison von Dirk Nowitzki in der NBA und den Umbauarbeiten in Dallas habe ich einen Vorbericht für die FAZ geschrieben, der am Dienstag online gestellt wurde. Den Text über seine Attitüde und Befindlichkeit als Mensch und Sportler, der in der FAS erschienen ist, kann man sich nur über das Archiv der Zeitung berogen.

6. Oktober 2009

Dirks neuer Mentor

Unser Mann in Dallas hat einen weiteren Mentor, der ihm die Rolle des Power Forward in der NBA erklären möchte. Der weise ältere Herr ist Kevin McHale, der in den achtziger Jahren zusammen mit Larry Bird und den Boston Celtics den Los Angeles Lakers mehr als nur das Wasser gereicht hat. Als Manager und Trainer der Minnesota Timberwolves war er zuletzt allerdings stark eingespannt und verspürte in der Zeit natürlich keine Lust, einem Spieler der Konkurrenz ein paar Lektionen mit auf den Weg zu geben. Aber nach einer sehr langen und sehr schwachen Bilanz im Amte wurde er nach der letzten Saison der Verantwortung enthoben und kann nun als free lancer gute Tipps und kluge Hinweise verteilen. Und seien sie so banal wie: Wenn die Verteidiger kleiner sind, rückt man als Power Forward näher an den Korb und macht Druck. Wenn sie größer sind, hält man sich weiter weg und gestaltet aus der Distanz. Der Einfädler für solche Informationseinheiten ist Dallas-Mavericks-Trainer Rick Carlisle, der einst in Boston gespielt hat und Nowitzki am liebsten mit Larry Bird vergleichen würde. Außer dass Larry Legend am Ende nicht nur ins Finale kam, sondern auch noch den Killerinstinkt hatte, die Meisterschaft zu gewinnen. Wer möchte so etwas Dirk Nowitzki beibringen? Freiwillige vor.

29. September 2009

Dirk wird älter und jetzt auch noch das....

Zitat des Tages: "Meine Spermien werden langsamer. Ich muss also schlussendlich jemandem trauen."
Dirk Nowitzki laut DallasBasketball.com

Und weil es irgendwie zum Thema passt (Stichwort Dallas und andere Sexkapaden) und zeigt, dass Leute eben nicht wirklich allen und jedem trauen sollten – hier noch ein Link zum Video des Tages auf Deadspin. Wie man so schön auf Englisch sagt: NSFW.

3. September 2009

Der Klingelbeutel: Da kommt nichts nach

Im Leben von Dirk Nowitzki werden seit heute die Karten wieder neu gemischt. Die ehemalige Freundin, die vor kurzem zu einer langen Haftstrafe verurteilt wurde, ist nicht schwanger. Er muss kein Kind im Sololauf aufziehen.
Blick zurück: Fünf Jahre Strafe für Crystal Taylor wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen

• In der Auseinandersetzung zwischen der Firma JAKO und Blogger Trainer Baade hat es eine neue Entwicklung gegeben. Nachdem das Unternehmen tagelang ohne jeden öffentlichen Kommentar dabei zuschaute, wie ein Sturm negativer Public Relations in der deutschen Medienlandschaft aufbrauste und den Namen des Sportausrüsters in Verruf brachte, meldete sich Firmengründer und Chef Rudi Sprügel heute mit einer Stellungnahme. Die Kernaussage lautet, dass Sprügel sich dafür einsetzen will, "dass Baade aus dieser Auseinandersetzung 'keine finanziellen Nachteile erwachsen'". Eine Zusage, die so klingt, als verzichte man auf die Abmahngebühren und anderen Forderungen, die in einer zweiten Runde ins Gigantische gewachsen waren.

Der Trainer hat sich zu dem neuesten Stand der Dinge noch nicht geäußert. Bis kurz vor der Verlautbarung von JAKO schienen sich die Verhandlungen zwischen den beiden Seiten um eine Formalie der Verhaltenskultur zu drehen. Danach sollte Baade um seines lieben Friedens willen einen Text in seinen Blog stellen, der dem Unternehmen gute Führung bescheinigt.

Wer in dem enormen Aufkommen an Reaktionen zu dem Fall den Überblick behalten will, sei an allesaussersport verwiesen, wo der Stein ins Rollen kam, als Blog-Betreiber dogfood die Sachlage und die Pressionen auf Baade en detail schilderte. Das wäre schon jetzt aus meiner Sicht der Blogbeitrag des Jahres, wenn es eine solche Abstimmung noch mal geben sollte. Ebenso hilfreich ist die Arbeit von probek, der die aktualisierte Liste der Blogbeiträge und Zeitungsveröffentlichungen pflegt. Zu den Alpha-Medien, die das Thema aufgegriffen haben, gehören die Süddeutsche Zeitung, die taz, das Handelsblatt und SpOn.

Noch eine Anmerkung zur Medienkompetenz von JAKO-Meister Sprügel und der Süddeutschen Zeitung: Beide scheinen zu glauben, dass es sich beim Blogger um einen Fußballtrainer handelt. Und nicht um die Kunstfigur eines Autors, der die besten Fußball-Glossen in ganz Deutschland schreibt. Vielleicht liegt das auch daran, das seine Webseite gestern zwischendurch aufgrund exorbitanten Leserinteresses nicht zu erreichen war. Inzwischen kann man ihn wieder im Original lesen (minus den gelöschten JAKO-Beitrag). Viele von denen, die nicht durchkamen, trugen sich offensichtlich als Follower seiner Tweats bei Twitter ein. Diese Zahl wuchs um ein paar hundert. Die alle warten geduldig auf ein Wort. Darunter befinden sich übrigens nicht nur neue Fans, sondern auch neugierige Anwalts- und PR-Kanzleien.

24. August 2009

Fünf Jahre Gefängnis für Nowitzkis Ex

Die ehemalige Lebensgefährtin von Dirk Nowitzki ist heute in St. Charles im Bundesstaat Missouri zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Und alles nur, weil Cristal A. Taylor, inzwischen 38, seit Jahren gegen die Auflagen einer zu Bewährung ausgesetzten Haftstrafe verstoßen hatte, mit der sie aufgrund einer alten Geschichte zu tun hatte. Wann sie wieder herauskommt, ist noch nicht ganz klar. Ein Teil der neuen Strafe wird ihr angerechnet. Gute Führung hinter Gittern würde ihre eine weitere Ermäßigung bringen. In den Meldungen von der Urteilsverkündung wird erneut nicht verbindlich gesagt, ob Taylor tatsächlich schwanger ist, sondern nur spekuliert. Was Nowitzki und den möglichen Nachwuchs angeht, so hat sein Anwalt bereits für den Fall des Falles das alleinige Sorgerecht beantragt. Dass sich die Mama um den Säugling kümmern wird, ist aufgrund des heutigen Urteils schlichtweg ausgeschlossen.
Blick zurück: Nowitzki redet über seine privaten Probleme
Blick zurück: Kein bisschen Mitleid – Nowitzki kurioser Mangel an Interesse für die Frau, die er fast geheiratet hätte

15. August 2009

Dirk sagt "Nein, danke"

Dirk Nowitzki wird bei der Europameisterschaft nicht für die deutsche Nationalmannschaft spielen. Das hat er am Freitag offiziell bekannt gegeben. Die Interessen seines Arbeitgebers gehen vor. Mark Cuban hat in diesem Sommer neue Leute verpflichtet und braucht einen ausgeruhten Starspieler. Nicht einen ausgepumpten wie im vergangenen olympischen Jahr. Die Hoffnung, dass sie auf Chris Kaman zurückgreifen können, wollen die Verantwortlichen des Basketballbundes noch nicht aufgeben. Ob der sich aber noch daran erinnert, wie man ihm vor einem Jahr im Supersondereilverfahren den deutschen Pass zukommen liess?

23. Juni 2009

Gerne noch "ein paar kleine Dirks"

Dirk Nowitzki hat sich erstmals ein wenig genauer zu seinen privaten Schwierigkeiten eingelassen. In Deutschland. Sein amerikanischer Anwalt war auch dabei. Zitat: "Er könne sich nur vorwerfen, dass 'ich wohl ein bisschen naiv war'. Dass etwas nicht stimmte, hatte der auf ungewöhnliche Art Gehörnte nämlich erst gemerkt, als er einen Ehevertrag aufsetzen wollte, und die Rechtsanwälte die Identität seiner Geliebten etwas genauer checkten. 'Und dann kam alles raus.' Und dann wollte er sie aus dem Haus haben."

Mehr zum Thema verbreitet dpa: "Cristal Taylor sei eine 'sehr interessante Frau' gewesen. 'Witzig, überhaupt nicht langweilig. Und jeder, der sie getroffen hat, hat gemerkt, wie intelligent sie ist.' Es werde für eine Frau nun schwieriger sein, sein Herz zu gewinnen. Auf jeden Fall aber wolle er eine Familie haben und 'mal ein paar kleine Dirks rumrennen' sehen."

Nicht zu empfehlen: die riesenlange Geschichte auf SpOn, vollgestopft mit Klischees über den Sport in Amerika, das Leben von reichen Leuten, ein paar nichtssagenden Recherchergebnissen von Gesprächen mit Randfiguren (einem Privatdetektiv in Beaumont/Texas und einem NBA-Angestellten in New York) und geschrieben im Stil einer Bild-am-Sonntag-Sottise. Die Autorin hat übrigens Nowitzki sogar in Würzburg getroffen und dabei kein bisschen davon herausgefunden, was sein Verhalten in der Angelegenheit erklärt.

Die Antwort auf die hier gestellte Frage hat er diesen Berichten zufolge bislang noch nicht gegeben.

14. Juni 2009

Kein bisschen Mitleid


Ein Mann, ein Ball, ein Ziel, ein Video mit Symbolkraft: Dirk Nowitzki trainiert und trainiert und trainiert....

Ziemlich alleine ist auch die kleine Frau, die die Polizei in seinem Haus festgenommen hat. Sie sitzt in Untersuchungshaft, weil ihr das Geld für die Kaution fehlt. Wenn man etwas länger nachdenkt, stößt man zumindest auf einige ungelöste Fragen: Nachwievor gibt es keine Nachrichten, wonach Dirk Nowitzki von der Dame auf gesetzwidrige Weise geschädigt wurde. Warum hilft aber ein Mensch mit viel Geld nicht einer Frau, mit der er mal ziemlich eng zusammen war (und die Zeitungsberichten zufolge ein Kind von ihm erwartet), wenn die ihm offensichtlich de jure noch nie zu nahe getreten ist? Warum empfindet der Fahnenträger auf einmal so wenig Zuneigung zur Mutter seines ungeborenen Kindes, dass er sie im Knast schmoren lässt? Glaubt er, dass die Haftanstalten in Texas so etwas sind wie Pflegeheime, in denen die Menschen bestens versorgt werden? Oder ist da doch etwas vorgefallen, was ihn zutiefst verletzt hat, woraufhin er – anders als im Steuerhinterziehungsfall Geschwindner (musste ebenfalls in U-Haft, und zwar weil die Finanzbehörden mit Erfolg beim zuständigen Richter wegen Verdunkelungsgefahr antchambrierten) – jede Form von Solidarität sausen ließ?

Wie so oft werden solche Fragen gar nicht erst aufgeworfen, wenn in den Medien die Güterabwägung vorgenommen wird. Denn zunächst gilt mal die Unschuldsvermutung auch gegenüber einem Menschen, der selbst gar nicht in die Mühlen der Justiz geraten ist. "Nicht berichten" und "Nicht nachhaken" kann man auf unterschiedliche Weise. Die bislang geschickteste Methode in diesem Zusammenhang kann man dieser Geschichte in der Würzburger Mainpost finden. Da werden den Lesern all jene süffisanten Informationen geliefert, nach denen sie gieren, aber gleichzeitig mit einer saftigen Medienschelte drapiert. Honi soit qui mal y pense. "Scheinbar seriöse Blätter der Republik" hätten im Privatleben des Sohnes der Stadt herumgestochert, heißt es da ohne einen Anflug von Ironie und ohne einen Hinweis darauf, dass der besagte Sohn der Stadt der Öffentlichkeit eine Antwort schuldet. Zumindest auf die eingangs aufgeworfene Frage: Warum, Herr Nowitzki, lassen sie die mutmaßliche Mutter ihres Kindes in einer Zelle in Texas sitzen, während Sie in den Indischen Ozean in die Ferien fliegen? Die Antwort des Vaters reicht nicht.

11. Juni 2009

Wie einst im Juni 2006

Dies ist die erste ziemlich gründliche Betrachtung über die laufende NBA-Finalserie, die mit einem Hinweis auf den Ausgang des Vorgängermodells anno 2006 zwischen den Dallas Mavericks und den Miami Heat arbeitet. Und was ist das Resultat der Betrachtung? Orlando Magic wird Meister. Wir erinnern uns: Damals sahen Dirk Nowitzki und seine Mannschaft nach zwei Begegnungen wie der sichere Sieger aus. Alles kippte im dritten Match in Miami, das Dallas knapp verlor. Die Mavericks fanden anschließend keine Mittel mehr, um die alte Überlegenheit zu rekonstituieren und gingen mit 2:4 unter. Paul Peszko vom Bleacher Report hat noch eine andere Beobachtung angestellt. Kobe Bryant setzt seine Nebenleute nicht gezielt genug ein. Was die wiederum verunsichert und verwirrt. Heute abend nach dem vierten Spiel werden wir alle ein wenig schlauer sein.

Nachtrag: Orlando verliert zum zweiten Mal in dieser Serie nach Verlängerung, nachdem die Mannschaft zum zweiten Mal hervorragende Chancen besaß, das Spiel im Rahmen der regulären Spielzeit zu gewinnen. Da kommt eine besondere Form von fehlendem Können zum Tragen. Ein Problem der Magic: Center Dwight Howard ist ein grottenschlechter Freiwurfschütze, steht aber ganz oft an der Linie, weil er oft gefoult wird. Der Zwischenstand von 1:3 wirkt wie ein Nagel im Sarg. Wie soll diese Mannschaft drei Begegnungen in Folge für sich entscheiden? Und das müsste sie nun hinbekommen. Ja, ganz knapp daneben ist auch vorbei.

Fazit: Die Serie läuft nicht so ab wie im Jahr 2006. Orlando ist nicht so stark besetzt wie es damals Miami war.

22. Mai 2009

Letztes Flackern

Dirk Nowitzki ist am Donnerstag – dem deutschen Vatertag – in die Nachtmaschine nach Deutschland gestiegen und dürfte heute am Ziel angekommen sein. Damit dürfte die Geschichte rund um Cristal Taylor endgültig in den Hintergrund gerückt sein. Das letzte Aufflackern konnten wir Anfang der Woche erleben, als die Dame aus dem Gefängnis in Texas den Dallas Morning News ein Telefoninterview gab, in dem sie die Gerüchte bestätigte: sie seien verlobt, sie sei schwanger, er habe ihr einen teuren Ring geschenkt, er habe einen Teil ihrer Vergangenheit gekannt und er habe sich seit ihrer Verhaftung nicht gemeldet. Nowitzkis Anwalt hat gestern die Vermutung geäußert, dass das mit der Schwangerschaft nicht stimmt. Mit anderen Worten: womöglich geht es bei dem Thema nur um moralischen öffentlichen Druck auf den Basketballer, der sich konsequent geweigert hat, auch nur einen Satz zur Aufklärung der Angelegenheit beizutragen.

Ich habe übrigens für das Gesellschafts-Ressort der FAS in der vergangenen Woche einen ausführlichen Text über NBA-Spieler, ihr Verhältnis zu Frauen und die ihre Rolle als Erzeuger zahlloser unehelicher Kinder (mit unterschiedlichen Frauen) und als Opfer einer in den USA verbreiteten extremen Golddigger-Mentalität geschrieben. Den findet man hier.

19. Mai 2009

Wer vor der Glaskugel sitzt, darf ruhig mit Stein schmeißen

Alle dürfen in die Glaskugel schauen, um vor allen anderen, insbesondere vor Mark Cuban, die sportliche Zukunft der Dallas Mavericks zu erspähen. Dabei herauskommt nichts. Es sei denn, man bewertet den Hypothesen-Vorrat von Sportjournalisten als relevant. Und damit schalten wir zu Glaskugel von Marc Stein von ESPN, der in den ersten Jahren der Nowitzki-Ära die Mavericks als Reporter der Dallas Morning News begleitete und noch immer ein Herz für den Club hat. Er glaubt, dass Cuban Kidd und Bass halten will, unter anderem auch weil sie angeblich die besten Freunde von Dirk Nowitzki in der Mannschaft sind. Wieviel Geld ist Kidd aber wert? Mehr als Nowitzki wie zur Zeit? Das kann doch wohl niemand ernsthaft behaupten (außer dem Agenten von Kidd)? Und wir reden in diesem Zusammenhang nicht nur darüber, was Cuban eventuell noch zu zahlen bereit wäre, sondern was er bei einem Trade als Gegenwert von einem anderen Club bekommen würde.