Jetzt wird auch im College-Fußball der Frauen ordentlich zugelangt. ESPN hat Ausschnitte aus einem Spiel zwischen der Universität Brigham Young in Provo/Utah (Kürzel: BYU) und New Mexico zusammengeschnitten. Höhepunkt: eine extrem giftige Person im roten New-Mexico-Trikot reißt eine von der Attacke total überraschte Gegnerin derart massiv am langen Zopf zu Boden, dass man fürchten muss, ihr würde dabei der Nacken gebrochen. BYU gewann das Match mit 1:0 und erreichte damit das Finale des Conference-Turniers (via The Big Lead)
Viele der Berichte zu dem üblen, mit vielen hintertückischen Fouls gespickten Auftritt der Lobos sind übrigens ähnlich bedenklich: Da ist meistens von catfight die Rede, einem Begriff mit dem man in den USA die Auseinandersetzung zwischen Frauen charakterisiert. Garniert mit Aussagen wie dieser: "Das unterstützt, was viele Sportfans seit ganz, ganz langer Zeit sagen: weibliche Athleten sind eindeutig härter als die Männer. Egal in welcher Sportart, du kannst genauso mit einem Schlagabtausch in einem Spiel der Frauen rechnen wie in einem der Männer."
Mal abgesehen davon, dass die Tatsache, dass Frauen sich womöglich auf dem Fußballplatz genauso in die Haare geraten wie die Männer – es bedeutet nicht, dass sie sich härter und womöglich brutaler und unfairer verhalten. Das Problem ist eher die Klischeevorstellung von einem Rollenbild, das man Frauen zugemessen hat. Danach haben die sich selbst auf dem Sportplatz gefälligst nett und zuvorkommend zu verhalten. Es gibt allerdings Phänome im Frauensport, die man von den Männern nicht kennt. Das beste Beispiel: Jene bizarre Abstrafungsaktion gegenüber der Torfrau der US-Nationalmannschaft bei der letzten WM in China. Immerhin: die Torfrau – Hope Solo – spielt wieder. Der Coach, den sie laut und vernehmlich attackiert hatte, verlor seinen Job.
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6. November 2009
19. Dezember 2006
Der Enforcer: Ruhe in Frieden
Der wachsende Einfluss der Europäer auf den Stil, die Technik und das Tempo des Eishockeyspiels in Nordamerika hat dafür gesorgt, dass erstens die Regeln strenger ausgelegt werden und zweitens die reinen Schlägertypen allmählich aussterben. In kanadischen Eishockey-Kreisen werden sie gerne als Enforcer verharmlost, weil ihre Anwesenheit angeblich dafür sorgt, dass die technisch besseren Spieler vor den Grobheiten der ungehobelten Figuren geschützt werden. Tatsächlich waren sie Überbleibsel aus einer Ära der Gewaltverherrlichung, die im Boxsport der dreißiger bis siebziger Jahre ihre Blütezeit erlebte. Und so galt es lange als hochgradig unterhaltsam, zwei Spieler (wenn nicht mehr) dabei zuzuschauen, wie sie sich mit bloßen Fäusten gegenseitig wüste Kopfschläge zufügen. Der Höphepunkt der Absurdität schlechthin war, wenn die beiden Torleute, die sich im Spiel nie in die Haare geraten konnten, aufeinander zufuhren, um sich ebenfalls gegenseitig eine Abreibung zu verpassen. So etwas kommt heute so gut wie nie mehr vor. Mehr in der New York Times, die heute die passende Hintergrundgeschichte im Blatt hat.
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