Jetzt wird auch im College-Fußball der Frauen ordentlich zugelangt. ESPN hat Ausschnitte aus einem Spiel zwischen der Universität Brigham Young in Provo/Utah (Kürzel: BYU) und New Mexico zusammengeschnitten. Höhepunkt: eine extrem giftige Person im roten New-Mexico-Trikot reißt eine von der Attacke total überraschte Gegnerin derart massiv am langen Zopf zu Boden, dass man fürchten muss, ihr würde dabei der Nacken gebrochen. BYU gewann das Match mit 1:0 und erreichte damit das Finale des Conference-Turniers (via The Big Lead)
Viele der Berichte zu dem üblen, mit vielen hintertückischen Fouls gespickten Auftritt der Lobos sind übrigens ähnlich bedenklich: Da ist meistens von catfight die Rede, einem Begriff mit dem man in den USA die Auseinandersetzung zwischen Frauen charakterisiert. Garniert mit Aussagen wie dieser: "Das unterstützt, was viele Sportfans seit ganz, ganz langer Zeit sagen: weibliche Athleten sind eindeutig härter als die Männer. Egal in welcher Sportart, du kannst genauso mit einem Schlagabtausch in einem Spiel der Frauen rechnen wie in einem der Männer."
Mal abgesehen davon, dass die Tatsache, dass Frauen sich womöglich auf dem Fußballplatz genauso in die Haare geraten wie die Männer – es bedeutet nicht, dass sie sich härter und womöglich brutaler und unfairer verhalten. Das Problem ist eher die Klischeevorstellung von einem Rollenbild, das man Frauen zugemessen hat. Danach haben die sich selbst auf dem Sportplatz gefälligst nett und zuvorkommend zu verhalten. Es gibt allerdings Phänome im Frauensport, die man von den Männern nicht kennt. Das beste Beispiel: Jene bizarre Abstrafungsaktion gegenüber der Torfrau der US-Nationalmannschaft bei der letzten WM in China. Immerhin: die Torfrau – Hope Solo – spielt wieder. Der Coach, den sie laut und vernehmlich attackiert hatte, verlor seinen Job.
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6. November 2009
25. August 2009
Mit Windeln wedeln
Seit Tagen braut sich aus dem verletzten Stolz einer Nation und dem Unverständnis vieler Leute, die sich nur hin und wieder mit Sport beschäftigen, eine seltsame Aufwallung der Gefühle zusammen. Als sei eine junge 800-Meter-Läuferin mit einer tiefen Stimme, Barthaaren im Gesicht und einem maskulinen Körper tatsächlich eine Symbolfigur für eine verfehlte Auslegung der Regeln im Sport. Einmal mehr werden ausgerechnet die Kontrollmaßnahmen als übermächtige Eingriffe in die Privatsphäre diffamiert. Ohne dass auch nur jemand fragt: Was ist mit der Chancengleichheit? Warum nimmt niemand Partei für die anderen Teilnehmer des Endlaufs, die um den Lohn ihrer Arbeit gebracht wurden?
Man kann ja noch den Vater verstehen, der ihre Windeln gewechselt hat und der einem Bericht auf bild.de zufolge eine Geburtsurkunde vorweisen kann, auf der ihr Geschlecht mit "weiblich" angegeben wurde. Aber das Echo auf den Vorgang beim Deutschen Ärzteblatt ist schon bizarr. Die Untersuchung einer Sportlerin auf ihr Geschlecht leiste "einer Diskriminierung von Sportlern Vorschub", schrieb ein nicht genannter Autor, nachdem er sich ein paar Zeilen zuvor auf die Vorstellung eingetaktet hatte, die biologisch fundierte Einkreisung der Frage, ob jemand männlich oder weiblich sei, wäre "für den Sport unerheblich".
Mit der gleichen Begründung könnte man natürlich auch sagen: Dopingkontrollen diskriminieren. Auch sie haben etwas Entwürdigendes, wenn die Sportler vor den Augen des Kontrolleurs ihren Urin lassen müssen. Man könnte dann gleich noch weiter gehen und sagen: Auch Qualifikationsnormen diskriminieren. Gewichtsklassen und das Wiegen vorm Kampf diskriminieren. Auch die unterschiedlich guten Trainingsbedingungen diskriminieren. Warum baut die IAAF nicht in allen Ländern hervorragende Stadien und Anlagen, um den Wettbewerb zu entzerren? Auf diese Weise kommt man ziemlich schnell auf die schiefe Ebene hin zum Absurden.
Es gibt angesichts des aktuellen Fallbeispiels aber auch Beschwerden entlang einer feministischen Gedankenkette. So las ich bei Jens Weinreich den Kommentar der Kollegin Barbara Klimke von der Berliner Zeitung, deren Anmerkungen in dem Satz endeten: "Männer aber mussten sich nie in Frage stellen lassen." Das war ein Anwurf aus dem Gedankenkreis der alten Fairness-Debatte, die entstand, als Frauen sich gegen erhebliche Widerstände ihren Platz im gesellschaftlichen Alltag erkämpfen mussten.
Das Argument hätte sicher mehr Gewicht, wenn Frauen im Sport so wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch an den Wettbewerben der Männer teilnehmen würden. Aber solange sie – anders als bei den Ärzten und Anwälten, Lehrern und Journalisten – eine eigene Leistungskategorie für sich in Anspruch nehmen wollen, klingt das nicht gut. Sie wollen schlechteren Sport abliefern dürfen und wollen dafür mit eigenen Medaillen und Geldprämien gefeiert werden, aber Kriterien für diesen Sonderstatus nicht akzeptieren. Nach dieser Lesart wäre es also in Ordnung, wenn in Zukunft Männer an den Frauenwettbewerben teilnehmen und eine Aufklärung über ihr Geschlecht mit dem Hinweis verweigern, das verletze ihre Würde. Auch das wäre absurd.
Das Thema wäre nur halb so interessant, wenn sich nicht eine Denkart im Sport verselbständigt hätte, die aus der Zeit vor der Professionalisierung stammt. Damals konnte man noch auf den Gleichheitsgrundsatz pochen. Aber heute – im Zeitalter einer kompletten Kommerzialisierung – sollte man mit solchen Forderungen etwas vorsichtiger hantieren. Es ist eine simple Tatsache, dass Frauensport (abgesehen von den Einzelsportarten Tennis und Golf) alleine wirtschaftlich gar nicht überleben könnten. Sie werden von den Männern subventioniert, wie man bei der WBNA im Basketball unschwer nachvollziehen kann. Die erste Frauenfußball-Liga in den USA ging vor ein paar Jahren pleite, nachdem sie 50 Millionen Dollar Anfangskapital durch den Schornstein gejagt hatte. Dabei wurden die Spielerinnen keineswegs exorbitant bezahlt. Das Problem waren die fehlenden Zuschauer und die fehlenden Fernseheinnahmen und die fehlenden Sponsoren. Warum fehlten die? Weil sie sich nicht im gleichen Maße für Sport auf einem schlechteren Leistungsniveau interessieren wie für die Top-Kategorie.
Der Fall Semenya taugt deshalb eigentlich nur zu einem – zu einer redlichen Selbstbefragung: Ist man für den subentionierten Frauensport mit Leistungen zweiter Klasse, um auf diese Weise möglichst vielen Frauen eine Chance zu geben, sich zu exponieren? Oder ist man für den ehrlichen Sport, bei dem Frauen gegen die Männer antreten und dann auch nicht mehr befürchten müssen, dass man sich für ihren Chromosomensatz interessiert?
Wer für die erste Variante ist, sollte nicht über den Umgang mit Frau Semanya jammern, sondern lieber lesen, was die BBC heute berichtet: Es gab schon vor der WM Hinweise auf extreme Testosteron-Werte bei der Guten, die womöglich einen anderen Schluss nahelegen: einen stinknormalen Fall von Doping. Nicht zu unterschlagen: Der verantwortliche Trainer für die süddafrikanischen Frauenleichtathletik ist ein gewisser Dr. Ekkart Arbeit, der in der DDR für jene Form der Leistungsförderung verantwortlich war, deren Opfer noch heute unter den Folgen leiden.
Wer die zweite Variante will, muss sich übrigens nicht grämen. Es gibt eine Reihe von Sportarten, in denen Frauen den Männern Paroli bieten können.
Man kann ja noch den Vater verstehen, der ihre Windeln gewechselt hat und der einem Bericht auf bild.de zufolge eine Geburtsurkunde vorweisen kann, auf der ihr Geschlecht mit "weiblich" angegeben wurde. Aber das Echo auf den Vorgang beim Deutschen Ärzteblatt ist schon bizarr. Die Untersuchung einer Sportlerin auf ihr Geschlecht leiste "einer Diskriminierung von Sportlern Vorschub", schrieb ein nicht genannter Autor, nachdem er sich ein paar Zeilen zuvor auf die Vorstellung eingetaktet hatte, die biologisch fundierte Einkreisung der Frage, ob jemand männlich oder weiblich sei, wäre "für den Sport unerheblich".
Mit der gleichen Begründung könnte man natürlich auch sagen: Dopingkontrollen diskriminieren. Auch sie haben etwas Entwürdigendes, wenn die Sportler vor den Augen des Kontrolleurs ihren Urin lassen müssen. Man könnte dann gleich noch weiter gehen und sagen: Auch Qualifikationsnormen diskriminieren. Gewichtsklassen und das Wiegen vorm Kampf diskriminieren. Auch die unterschiedlich guten Trainingsbedingungen diskriminieren. Warum baut die IAAF nicht in allen Ländern hervorragende Stadien und Anlagen, um den Wettbewerb zu entzerren? Auf diese Weise kommt man ziemlich schnell auf die schiefe Ebene hin zum Absurden.
Es gibt angesichts des aktuellen Fallbeispiels aber auch Beschwerden entlang einer feministischen Gedankenkette. So las ich bei Jens Weinreich den Kommentar der Kollegin Barbara Klimke von der Berliner Zeitung, deren Anmerkungen in dem Satz endeten: "Männer aber mussten sich nie in Frage stellen lassen." Das war ein Anwurf aus dem Gedankenkreis der alten Fairness-Debatte, die entstand, als Frauen sich gegen erhebliche Widerstände ihren Platz im gesellschaftlichen Alltag erkämpfen mussten.
Das Argument hätte sicher mehr Gewicht, wenn Frauen im Sport so wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen auch an den Wettbewerben der Männer teilnehmen würden. Aber solange sie – anders als bei den Ärzten und Anwälten, Lehrern und Journalisten – eine eigene Leistungskategorie für sich in Anspruch nehmen wollen, klingt das nicht gut. Sie wollen schlechteren Sport abliefern dürfen und wollen dafür mit eigenen Medaillen und Geldprämien gefeiert werden, aber Kriterien für diesen Sonderstatus nicht akzeptieren. Nach dieser Lesart wäre es also in Ordnung, wenn in Zukunft Männer an den Frauenwettbewerben teilnehmen und eine Aufklärung über ihr Geschlecht mit dem Hinweis verweigern, das verletze ihre Würde. Auch das wäre absurd.
Das Thema wäre nur halb so interessant, wenn sich nicht eine Denkart im Sport verselbständigt hätte, die aus der Zeit vor der Professionalisierung stammt. Damals konnte man noch auf den Gleichheitsgrundsatz pochen. Aber heute – im Zeitalter einer kompletten Kommerzialisierung – sollte man mit solchen Forderungen etwas vorsichtiger hantieren. Es ist eine simple Tatsache, dass Frauensport (abgesehen von den Einzelsportarten Tennis und Golf) alleine wirtschaftlich gar nicht überleben könnten. Sie werden von den Männern subventioniert, wie man bei der WBNA im Basketball unschwer nachvollziehen kann. Die erste Frauenfußball-Liga in den USA ging vor ein paar Jahren pleite, nachdem sie 50 Millionen Dollar Anfangskapital durch den Schornstein gejagt hatte. Dabei wurden die Spielerinnen keineswegs exorbitant bezahlt. Das Problem waren die fehlenden Zuschauer und die fehlenden Fernseheinnahmen und die fehlenden Sponsoren. Warum fehlten die? Weil sie sich nicht im gleichen Maße für Sport auf einem schlechteren Leistungsniveau interessieren wie für die Top-Kategorie.
Der Fall Semenya taugt deshalb eigentlich nur zu einem – zu einer redlichen Selbstbefragung: Ist man für den subentionierten Frauensport mit Leistungen zweiter Klasse, um auf diese Weise möglichst vielen Frauen eine Chance zu geben, sich zu exponieren? Oder ist man für den ehrlichen Sport, bei dem Frauen gegen die Männer antreten und dann auch nicht mehr befürchten müssen, dass man sich für ihren Chromosomensatz interessiert?
Wer für die erste Variante ist, sollte nicht über den Umgang mit Frau Semanya jammern, sondern lieber lesen, was die BBC heute berichtet: Es gab schon vor der WM Hinweise auf extreme Testosteron-Werte bei der Guten, die womöglich einen anderen Schluss nahelegen: einen stinknormalen Fall von Doping. Nicht zu unterschlagen: Der verantwortliche Trainer für die süddafrikanischen Frauenleichtathletik ist ein gewisser Dr. Ekkart Arbeit, der in der DDR für jene Form der Leistungsförderung verantwortlich war, deren Opfer noch heute unter den Folgen leiden.
Wer die zweite Variante will, muss sich übrigens nicht grämen. Es gibt eine Reihe von Sportarten, in denen Frauen den Männern Paroli bieten können.
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22. Mai 2009
Letztes Flackern
Dirk Nowitzki ist am Donnerstag – dem deutschen Vatertag – in die Nachtmaschine nach Deutschland gestiegen und dürfte heute am Ziel angekommen sein. Damit dürfte die Geschichte rund um Cristal Taylor endgültig in den Hintergrund gerückt sein. Das letzte Aufflackern konnten wir Anfang der Woche erleben, als die Dame aus dem Gefängnis in Texas den Dallas Morning News ein Telefoninterview gab, in dem sie die Gerüchte bestätigte: sie seien verlobt, sie sei schwanger, er habe ihr einen teuren Ring geschenkt, er habe einen Teil ihrer Vergangenheit gekannt und er habe sich seit ihrer Verhaftung nicht gemeldet. Nowitzkis Anwalt hat gestern die Vermutung geäußert, dass das mit der Schwangerschaft nicht stimmt. Mit anderen Worten: womöglich geht es bei dem Thema nur um moralischen öffentlichen Druck auf den Basketballer, der sich konsequent geweigert hat, auch nur einen Satz zur Aufklärung der Angelegenheit beizutragen.
Ich habe übrigens für das Gesellschafts-Ressort der FAS in der vergangenen Woche einen ausführlichen Text über NBA-Spieler, ihr Verhältnis zu Frauen und die ihre Rolle als Erzeuger zahlloser unehelicher Kinder (mit unterschiedlichen Frauen) und als Opfer einer in den USA verbreiteten extremen Golddigger-Mentalität geschrieben. Den findet man hier.
Ich habe übrigens für das Gesellschafts-Ressort der FAS in der vergangenen Woche einen ausführlichen Text über NBA-Spieler, ihr Verhältnis zu Frauen und die ihre Rolle als Erzeuger zahlloser unehelicher Kinder (mit unterschiedlichen Frauen) und als Opfer einer in den USA verbreiteten extremen Golddigger-Mentalität geschrieben. Den findet man hier.
5. April 2009
Frauen im Sport: Eine andere Facette
Man wird von Frauen im Sport häufiger verblüfft als von den Männern. Die meisten Männer surfen Stromlinie, reden viel angelerntes Blech, wenn sie etwas gefragt werden, und wirken, sobald sie enormen Erfolg haben, als seien sie unansprechbar. Es sei denn, man redet mit ihnen über jenen Kram, den sie tagein tagaus inhalieren. Technik. Taktik. Training. Matchfacetten. Machofacetten.Frauen sind anders. Keine Ahnung warum. Vielleicht liegt es nur daran, dass sie froh sind, wenn sie von den Medien überhaupt beachtet werden. Vielleicht haben sie einen anderen Sinn für Selbstdarstellung und Kommunikation. Vielleicht haben einige einfach einen unprogrammierten Blick auf Sport, weil sie wissen, dass sie schon bald in ihrem Leben etwas anderes machen werden. Was Ernsthaftes. Was Vernünftiges.
Also bürsten manche vorher einfach gegen den Strich. Wie eine gewisse Courtney Paris (Bild oben rechts auf dem SI-Cover), über die heute bei National Public Radio in der Weekend Edition die erstaunliche Nachricht vermeldet wurde: Sie habe angeboten, der Universität Oklahoma das gesamte Stipendium (vier Jahre, mehr als 60.000 Dollar) zurückzuzahlen, wenn die Mannschaft nicht NCAA-Meister wird. Sie meinte das ernst und nicht als Jux. Paris ist Tochter eines ehemaligen Football-Profis, der mit den San Francisco 49ers dreimal den Super Bowl gewann, kennt also den Sport auch aus einer anderen Warte. Oklahoma hat übrigens zwei Töchter von Bubba Paris in der Mannschaft. Die andere ist die Zwillingsschwester Ashley, die allerdings nicht ganz so talentiert und nicht ganz so couragiert auftritt. An beiden fällt noch etwas anderes auf: Sie haben nicht den Akzent so vieler schwarzer Amerikaner, sie klingen weiß, was unter vielen dunkelhäutigen US-Bürgern als Defätismus empfunden wird.
Einen Beitrag später hatte der Sender eine weitere Frau im Programm, die aus der Reihe tanzt: eine Mathematiklehrerin aus England, die sich innerhalb von vier Jahren von ihrem gegenwärtigen Trainingsstand und Können (geht gegen null) in die Nationalmannschaft der Briten im Modernen Fünfkampf bei den Olympischen Spielen 2012 in London vorarbeiten will. Wenn man das hört, denkt man unweigerlich: Ein besseres Statement zu der Frage – was soll diese Disziplin bei Olympia? – hat es noch nie gegeben. Wenn jemand in vier Jahren so gut reitet, fechtet, schießt, schwimmt und läuft, dass man ihn zu einem Event auf Weltniveau schickt, scheinen die Voraussetzungen nicht besonders hoch zu sein.
Aber das ist nicht die ungewöhnlichste Geschichte, die zuletzt aus dem Frauensport an die Öffentlichkeit drang. Der Preis geht an Elene Delle Donne, die obwohl während der Schulzeit alle Weichen gestellt waren und ein Stipendium der University of Connecticut zurückgab – im College-Basketball der Frauen seit Jahren tops – einfach ausgebrannt alles aufgab. Und das obwohl dank der WNBA und einiger Ligen in Europa die Sportart relativ lukrativ geworden ist. Sie machte nicht etwa eine Pause. Sie dachte gar nicht noch einmal nach. Nein, sie drehte sich auf der Hacke um und verzichtete. Sie spielt heute Volleyball. Und das sicher nicht, weil die Beach-Volleyballerinnen mehr Geld verdienen. Sie musste einfach von dem Zug abspringen, dessen Fahrt sie nicht mehr kontrollieren konnte und etwas Neues probieren. Hut ab vor so viel Konsequenz.
Teil zwei.
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28. März 2009
Nicht ganz ohne?
Wir sollten davon ausgehen, dass die Diskussionen um die Tennisspielerin Sarah Gronert erst angefangen haben. Erstens, weil sie noch sehr weit unten in der Weltrangliste steht. Und zweitens, weil sie noch nicht so stark von internationalen Medien wahrgenommen wurde. Obwohl: Das scheint sich in diesen Tagen gerade zu ändern. Da war neulich diese Geschichte in der New Yorker Boulevardzeitung Daily News, in der solche Wörter die Überschrift bestimmten: "embroiled" (verwickelt), "controversy" (Kontroverse) und "German" (Deutsch) – wie aus einem Rezept aus dem Kochbuch des schlechten und anrüchigen Geschmacks. Dabei hat die WTA, die den Profitennissport der Frauen organisiert, ganz offensichtlich bereits die Frage beantworten können und sinngemäß gesagt, dass Gronert in die einst von Nina Hagen benannte Kategorie gehört: "unbeschreiblich weiblich". Übrigens so und so und so sehen Frauen im Tennis aus, bei denen niemand auf die Idee käme, den Chromosomensatz in Frage zu stellen.
18. März 2009
Frauen-Liga startet auf Sparflamme
In den USA beginnt in diesen Tagen die Wiederbeatmung des Ligafußballs der Frauen. Das alte Projekt – genannt WUSA – hatte ruckizucki ganz viel Geld verbrannt und wurde eingestellt. Das Geld reichte immerhin für ein paar Sommeraufenthalte von mehreren deutschen Spielerinnen wie Doris Fitschen und Birgit Prinz. Die neue Version auf Sparflamme – Women's Professional Soccer – kommt ohne solche hochkarätigen Gastarbeiterinnen aus. Die Ausländerinen kommen diesmal hauptsächlich aus Brasilien. Die Frau, die uns hier vor einer Weile beschäftigte, nämlich die amerikanische Nationaltorhüterin Hope Solo, spielt in St. Louis. Einer der Investoren ist der NBA-Profi Steve Nash (Phoenix Suns), der privat am liebsten dem Fußball hinterherläuft.
Übrigens: die Amerikaner haben noch größere Pläne. Sie haben sich offiziell für die Ausrichtung der WM 2018 oder alternativ 2022 beworben. Dass es bereits 2018 klappen wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Erstens weil 2014 Brasilien Ausrichter sein wird, was von der Zeitzonen-Dimension her (und damit fürs Fernsehen relevant) in der gleichen Achse liegt wie die Vereinigten Staaten. Außerdem ist England Kandidat und damit auf jeden Fall der Favorit für alle Romantiker. 2022 wiederum sieht die Sache schon viel besser aus.
Übrigens: die Amerikaner haben noch größere Pläne. Sie haben sich offiziell für die Ausrichtung der WM 2018 oder alternativ 2022 beworben. Dass es bereits 2018 klappen wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Erstens weil 2014 Brasilien Ausrichter sein wird, was von der Zeitzonen-Dimension her (und damit fürs Fernsehen relevant) in der gleichen Achse liegt wie die Vereinigten Staaten. Außerdem ist England Kandidat und damit auf jeden Fall der Favorit für alle Romantiker. 2022 wiederum sieht die Sache schon viel besser aus.
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12. November 2008
Wenn der Archetyp mal muss
In der Evolutionsgeschichte des Sportfans gibt es eine neue Stufe zu vermelden: Nach dem Hooligan nun der Archetyp des betrunkenen weiblichen Zuschauers, den man nirgendwo so authentisch erlebt wie in den Kavernen des Stadions. Beleg? Dieses Video von einem College-Football-Match, das User waneils 1 bei YouTube abgeliefert hat. Die entscheidende Stelle: 1:13 Min und bitte genau hinsehen – eine wichtige Rolle wird von einer Tür gespielt (via Deadspin).
5. September 2008
Armstrongs Wanne macht sie alle nass
Unter den Tauben muss der Eineiige wohl König sein. Oder wie sagte Lance Armstrong neulich einer Reporterin des Magazins Men's Journal, als das Thema auf sein Sexualleben kam? Damals als er nach seiner Operation und der Chemotherapie professionell mit dem Rad unterwegs war, da kämpfte er zwar mit Müdigkeit, wenig Testosteron und einer abgeschwächten Libido. "Aber wissen Sie, ich habe nie Beschwerden bekommen." Seltsamerweise wird das Thema in dem vorab bei der Huffington Post aufgegriffenen Auszug überhaupt nicht im Kontext seiner Hodenkrebs-Vorgeschichte betrachtet. Der Mann wurde 1996 operiert und machte damals keinen Versuch, irgendein Detail zu verschweigen.Hingegen, wenn heute das Gespräch auf seine berühmten (Ex-)Freundinnen kommt, hält er sich lieber zurück. Dabei wollen die Medien doch eigentlich gar nichts anderes wissen, als: Wie war es mit Tory Burch, wie mit Sheryl Crow, wie mit Kate Hudson? Und gab es wirklich keine Beschwerden? Alles, was wir erfahren, ist ein Spruch über seine Badewanne: "Mädchen mögen die Wanne." Vielleicht ist das sein Geheimnis? Oder nur die Erklärung für diese Geschichte über den enormen Wasserverbrauch in seiner Villa in Austin/Texas?
Manche Sportler arbeiten übrigens weit weniger subtil am Objekt: Michael Phelps zum Beispiel scheint das Grapschen zu mögen.
30. August 2008
Mit eins Komma zwei Frauen pro Tag ins Bett
Produkt: Buch.Zielgruppe: weibliche Sportfans, die noch immer nicht genau begreifen, wie Sportler in den USA ticken und was man von ihnen erwarten darf.
Erkenntnisse: Athleten sind aggressiv und ehrgeizig. Weshalb erwarten wir von denen eigentlich, dass sie nach dem Spiel den Schalter umlegen und sich wie honorige Staatsbürger verhalten? "Profis haben viel Geld, sind berühmt und haben Egos in Überlebensgröße. Warum sollten sie nicht mit 1,2 Frauen am Tag ins Bett gehen, wenn sie dazu die Gelegenheit haben?"
Gute Frage (wenn auch irgendwie zu spät gestellt für Michael Vick oder Mike Tyson und ein paar andere US-Profis, die aufgrund ihrer Haltung gegenüber den Regeln der Zivilgesellschaft im Gefängnis landeten). Wirklich gute Frage vor allem an die Adresse jener Frauen, die sich mit Sportlern einlassen und dann später vergeblich auf die gut dotierten Alimentezahlungen warten, weil die Jungs pleite sind.
Übrigens spielt die Dezimalzahl 1,2 (eins Komma zwei) auf einen Wert an, der sich ergibt, wenn man die Behauptung des überragenden NBA-Centers Wilt Chamberlain herunterbricht. Der will es mit 20.000 Frauen getrieben haben.
Das Buch hat den Titel: Gameface: The Kick-Ass Guide for Women Who Love Pro Sports. Die Autoren sind Erica Boeke and Chris De Benedetti. Es ist nicht ihre Schuld, dass Leute, die ihr Buch bei Amazon kaufen, sich ganz offensichtlich auch für dieses Thema interessieren.
2. August 2008
Anatomie eines Nummerngirls: Die Erin-Andrews-Geschichte
Das amerikanische Fernsehen ist eine Heimstatt vieler kleiner, unterdrückter Wünsche. Das sorgt für phantastische Resultate wie den Sitcom-Klassiker Seinfeld, aber auch für ganz viel Schrott. Wovon man sich in Deutschland leicht übezeugen kann. Es wird ja noch immer auf Teufel komm raus in den USA Material angekauft und ausgestrahlt. Im amerikanischen Sportfernsehen, das wie in der Steinzeit des Mediums noch immer fast alles live sendet, dealt man natürlich auch in Wünschen. Die hatten aber aufgrund des Themas meistens nur sehr beschränkt mit den großen Geschmacksverstärkern des Konserven-Fernsehens zu tun: mit Erotik und Gewalt (und mit Humor, dem dritten Gleis des gescripteten Film- und TV-Geschäfts). Die Spannung von Sport, das Ungewisse, die Athletik schien Faszination genug.Das heißt nicht, dass es immer so weiter geht. Erotik, zum Beispiel, lässt sich schließlich trotzdem ganz gut hineinzwängen in das Paket, hauptsächlich, in dem man eine junge, gut aussehende Frau nach der anderen in eine Rolle hineinhievt, für die es auf Deutsch noch gar kein richtiges Wort gibt. Man nennt sie sideline reporter. Die Männer, die sich in dieser Nische des Berichterstattungswesen einen Namen machen konnten – wie ein gewisser Jim Grey – sahen in dem Job noch eine regelrechte Aufgabe: einen Dialog aus Soundbites zu produzieren, den ein Hauch von kritischem, hinterfragenden Denken umweht. Solche Leute kommen jedoch oft eher misanthropisch rüber. Zumal die Sender bekanntlich die teuren Rechte an den Sportveranstaltungen nicht kaufen, um die Zuschauer mit allzuvielen Zwischentönen und dem Konzept einer neutralen journalistischen Darstellungsweise zu verwirren. Cheerleader machen sich da viel besser.
Und so erleben wir schon eine Weile das Phänomen der sidelinehotties, personifiziert durch Erin Andrews, eine Blondine mit langen wallenden Haaren und einer angenehmen Stimme, die sich bei ESPN innerhalb weniger Jahre aus den Katakomben des College-Sports hochgearbeitet hat. Sie ist die Speerspitze der Bewegung. Vorzeigestück und vorläufige Nummer eins in der eye-candy-Abteilung des US-Sportfernsehens.
Anfänglich hatten nur die Sportblogger und ihre Kundschaft ihre Augen auf die Frau geworfen und 2007 fast schon eine Hysterie ausgelöst, die an jene Zeit erinnert, als sich pubertierende Jungs noch in der Unterwäsche-Abteilung des Otto-Katalogs die Anregungen für ihre feuchten Träume holen mussten. Die Erin-Andrews-Anatomie in Bildern: hier und hier und hier die schlüpfrige Reaktion von Zuschauern per Plakat bei einem Match: "Erin Andrews loves the hardwood". Ein Basketballtrainer in Tennesse konnte irgendwann nicht mehr seine Hände bei sich behalten und produzierte diesen Auftritt, der bei YouTube die Runde machte. Prognose: Es wird nicht mehr lange dauern, und Leute werden Sportübertragungen anschauen, um Erin Andrews zu sehen. Nicht wegen des Sports.
Auf dem Weg zu diesem Ziel ereignete sich letzte Woche eine Begebenheit, die hauptsächlich die Blogger und ihre Kundschaft in Aufregung versetzte. Ein gestandener Sportjournalist namens Mike Nadel hatte beschrieben, was er in der Umkleidekabine der Chicago Cubs gesehen hatte: Erin Andrews bei der Arbeit, in einem attraktiven Sommerkleid mit Ausschnitt und hohem Saum, hochhackigen Schuhen und mit einer offenherzigen Kontaktfreudigkeit im Umgang mit Spielern, die ältere glatzköpfige Reporter nicht hinbekommen. Nadel kann man nur dafür bewundern, dass er sich das Thema nicht entgehen ließ, nachdem Cubs-Manager Lou Pinella einen Spruch für die Ewigkeit abgelassen hatte, als er Andrews sah: “Hey, hey, hey! Look at this! Are you doing a baseball game today or a modeling assignment?” Denn das Erscheinungsbild der Fernsehfrau inmitten von Sportreportern in ihren verwaschenen T-Shirts und Polohemden, in Shorts, wie sie Kinder anziehen ist, kein Testament für guten Geschmack und Stil. Anders gesagt: Es fällt nicht schwer, sich von der am schlechtesten angezogenen Berufsgruppe in der Welt amerikanischer Bürojobs (den Sportschreibern) auffällig abzusetzen. Da kann man es wohl auf den ersten Sitz nicht einer Frau ankreiden, die fürs Fernsehen arbeitet und die Wert aufs Erscheinungsbild legt, dass sie sich geschmackvoller und ausgewählter anzieht als die dickbäuchigen Kerle aus dem Printbereich. Weshalb sollte sie Klamotten tragen, in denen sie aussieht wie ein Hobo auf der Durchreise?
Wie Nadel angezogen war, wissen wir nicht. Dazu hat er nichts erwähnt. Aber darum sollte es am Ende auch wohl gar nicht gehen. Weshalb sich sein E-Mail-Interview mit Deadspin, in dem seinen Blickwinkel ziemlich gut darlegt, auch mit anderen Dingen beschäftigt. Darunter auch mit solchen, die in seinem Text nicht angeklungen waren: zum Beispiel den Nummerngirl-Charakter einer Frau, die nichts Bemerkenswertes leistet, um Zuschauern das Spiel wirklich näher zu bringen, aber so tut, als habe sie eine journalistische Mission. "Maybe we are supposed to totally dismiss the journalism aspect of it and look at it strictly as entertainment - as if she were the card girl at a boxing match. Maybe that's what Disney/ESPN wants. That's a sad commentary in its own right."
Und dann fügte er noch etwas Bemerkenswertes hinzu: Dass Figuren wie Erin Andrews und ihre Haltung zum Beruf vermutlich anderen Frauen in der Branche das Leben schwerer machen, weil sie die Standards verschieben. Vor allem wenn Aussehen und Flirtfähigkeit bei der Besetzung der Stellen von sideline reporters die eigentliche Frage überschatten: Was leisten sie denn? Nun, sie leisten ihren Teil, um ihren Bekanntheitsgrad als TV-Personality zu steigern. Erin Andrews hat inzwischen reagiert. Was hat sie zu sagen?
Über die Spieler, die sie als attraktives Sexobjekt betrachten: “If anything, I think these guys look at me like a little sister or one of the guys. … I don’t look at myself as a sex object. I’ve never carried myself in that way." Über ihren Wert als Reporter: “I’m no dummy. I’m conscious that every day I have to prove myself. Being a woman, I thought at some point we were all past this. I’m not going to change. I can’t change. ESPN puts me on the best games not because of the way I look, but because they trust me."
Nein, sie ist nicht blöd. Aber sie redet am Thema vorbei. Tatsächlich weiß
sie ganz genau, dass ihr Aussehen der entscheidende Faktor für ihren Erfolg ist. Sonst hätte sie nicht in der Vergangenheit diesen Satz zu Protokoll gegeben: "I know there’s only a certain time frame you have. I’m just waiting until the next big thing walks in. I’m sure she will, and she’ll be younger and hotter and everybody will freak out. And I’ll be like, “Wait a second, I thought I was a goddess!”Hier eine Frau, die zeigt, wohin die Reise geht, wenn die Fernsehsender vor allem Leute auf Sportler ansetzen, die in Fuck-Me-Klamotten ihren Job versehen: Ines Sainz aus Mexiko (Sender: Azteca) beim Super Bowl.
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8. Juli 2008
Aus dem Wald zurück
Es ist noch nicht ganz klar, wo Alex Rodriguez überall in den Wald hinein gerufen hat. Aber dem Echo nach zu urteilen, dass wir derzeit vernehmen, muss es oft und viel gewesen sein. Der beste Baseballspieler diesseits des Mississippi klettert zwar weiterhin in der ewigen Home-Run-Statistik zielstrebig in Richtung Spitze und zog letzte Woche mit Mickey Mantle gleich, einem der ganz Großen des Spiels. Aber der Erfolg bleibt nicht ohne Folgen. Nicht ausgeschlossen, dass das Gedröhne sogar seine Leistungen beeinflusst. Aber der Reihe nach: Als erstes kam die Klatschgeschichte, wonach er ein Verhältnis zu niemand anderem als der Sängerin Madonna haben soll, was die Dame (verheiratet, Mutter von zwei Kindern) ein paar Tage später dementierte. Dann kam die Nachricht von der von seiner Frau Cynthia eingereichten Scheidung, zu der die Öffentlichkeit mittlerweile sogar Akteneinsicht nehmen kann. Und heute legte noch eine Stripperin aus Boston nach, die ihn einst nach und vor Red-Sox-Spielen nächtelang beim Entspannen half und das Gefühl hat, sie habe ihrer Mannschaft damals, im Jahr 2004, einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Denn die Red Sox gewannen das American League Championat gegen Rodriguez und die Yankees erst nach einem furiosen Comeback.Für A-Rod wird das größte Problem darin bestehen, sein Vermögen zusammenzuhalten. Die angedichteten und die tatsächlichen Verhältnisse werden eher seinen Ruhm mehren. Trophäen kommen schließlich in unterschiedlichen Ausführungen daher.
Blick zurück: Michael Jordan und das Thema "teure Scheidung"
Blick zurück: A-Rod, der unbeliebte Star
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21. April 2008
Ehrenrunde
Der Nachdreher zu Danica Patrick in der FAZ druckt bereits und wird morgen in der Zeitung stehen. Online geht natürlich schneller. Dazu übrigens ein guter, weiterführender Kommentar von Anno Hecker über die Situation in der Formel 1, wo die Mosley-Mafia Frauen wohl gerne bei Sexspielen ans Steuer lässt, nicht jedoch auf der Piste.
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6. Dezember 2007
Wird Solo wieder Nummer eins?
Beim Blog The Offside ist man so optimistisch zu glauben, dass die Akte Hope Solo geschlossen werden kann. Und alles nur, weil der amerikanische Fußballverband eine Pressemitteilung herausgab, wonach sie zusammen mit ihrer Konkurrentin Briana Scurry zum ersten Trainingslager der neuen Trainerin Pia Sundhage eingeladen wurden. Vielleicht ist die Übungsleiterin nicht nachtragend. Zumal sie ihren Job dem Aufstand verdankt, der rund um die fatale Entscheidung ihres Vorgängers bei der WM in China entstand, die Stammtorhüterin Solo ohne Grund gegen Brasilien auf die Bank zu setzen. Dessen Vertrag wurde nämlich nicht erneuert. Aber die anderen Spielerinnen, die anschließend die Hasskampagne gegen die klageführende Torfrau betrieben, sind immer noch da. Und werden wohl auch bis zu den Olympischen Spielen in Peking nicht ausgemustert.
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US-Nationalmannschaft
22. Oktober 2007
Hopes Solo hat sich gelohnt: US-Coach darf packen
Blick zurück: Gewalt nach Art des Hauses
16. Oktober 2007
Gewalt nach Art des Hauses: Psychoterror gegen Hope Solo
Die eine bemerkenswerte und zugleich befremdliche Episode von der Frauen-Fußball-WM ist hier schon mal angeklungen. Die psychische Gewalt, mit der die amerikanische Mannschaft damals zurückschlug, nachdem Torfrau Hope Solo öffentlich den Trainer kritisiert hatte (weil er sie ohne Grund ersetzt hatte und das Spiel gegen Brasilien jämmerlich in die Hosen ging) lässt sich jedoch erst allmählich zusammenpuzzeln. Solo wurde nicht nur von der Teilnahme am Spiel um den dritten Platz ausgeschlossen. Sie durfte nicht mit dem Team zusammen essen, nicht mit ihm trainieren, durfte nicht mit ihnen zusammen ihre Medaille für den dritten Platz entgegennehmen und musste alleine von China nach Hause zurückfliegen. Jetzt saß sie zwar offiziell als Ersatz in einem Freundschaftsspiel gegen Mexiko auf der Bank, aber gleich nach dem Schlusspfiff marschierte sie alleine davon, nachdem während des gesamten Spiels nur eine Mannschaftskollegin mit ihr gesprochen hatte.
Die Reaktion, die vermutlich von den älteren Spielerinnen wie Kristine Lilly vorangetrieben wurde, um eine Fascho-Stimmung zu rechtfertigen, die über alles hinausgeht, was denkende Menschen in den USA akzeptieren, hat zu unglaublich intelligenten und kritischen Kommentaren in jenen Sportblogs geführt, die das Thema pflegen. Am deutlichsten war dieser bei der New York Times: Die "Kleinkrämerei und Brutalität gegenüber einem Mannschaftskollegen" sei etwas, was man im Jahr 2007 nicht mehr für möglich gehalten habe. "Das wirft den Frauensport im wahrsten Sinne des Wortes zurück und gibt all denen Munition, die Frauen nicht beim Softball oder Basketball oder Golf oder Eishockey oder Lacrosse zuschauen, weil Frauen 'einfach keine richtigen Sportler sind'."
Der Verband hat sich bisher um die Frage gedrückt, ob der eigentliche Übeltäter in diesem Theaterstück, der völlig überforderte Trainer Greg Ryan, den auslaufenden Vertrag verlängert bekommt. Vermutlich warten die noch ab, ob sich die Sache vor alleine einrenkt. Vielleicht sollte Hope Solo mal lieber einen Anwalt konsultieren, anstatt sich dauernd zu entschuldigen. Wofür sie seit einem Vierteljahr gespielt hatte, erfährt man aus diesem Video (Vorsicht, da rollen Tränen):
Die Reaktion, die vermutlich von den älteren Spielerinnen wie Kristine Lilly vorangetrieben wurde, um eine Fascho-Stimmung zu rechtfertigen, die über alles hinausgeht, was denkende Menschen in den USA akzeptieren, hat zu unglaublich intelligenten und kritischen Kommentaren in jenen Sportblogs geführt, die das Thema pflegen. Am deutlichsten war dieser bei der New York Times: Die "Kleinkrämerei und Brutalität gegenüber einem Mannschaftskollegen" sei etwas, was man im Jahr 2007 nicht mehr für möglich gehalten habe. "Das wirft den Frauensport im wahrsten Sinne des Wortes zurück und gibt all denen Munition, die Frauen nicht beim Softball oder Basketball oder Golf oder Eishockey oder Lacrosse zuschauen, weil Frauen 'einfach keine richtigen Sportler sind'."
Der Verband hat sich bisher um die Frage gedrückt, ob der eigentliche Übeltäter in diesem Theaterstück, der völlig überforderte Trainer Greg Ryan, den auslaufenden Vertrag verlängert bekommt. Vermutlich warten die noch ab, ob sich die Sache vor alleine einrenkt. Vielleicht sollte Hope Solo mal lieber einen Anwalt konsultieren, anstatt sich dauernd zu entschuldigen. Wofür sie seit einem Vierteljahr gespielt hatte, erfährt man aus diesem Video (Vorsicht, da rollen Tränen):
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28. September 2007
Marta macht's
Das ist der Schnipsel, den sich nolookpass gestern beim Mitbloggen erhofft hatte:
"Marta spuckt ihrer Gegenspielerin, deren Namen ich nach Bitten ihrer Familie lieber nicht nenne, fußballerisch ins Gesicht, legt den Ball am Strafraumrand per Hacke rechts an ihr vorbei, sprintet links vorbei, noch ein Haken, Schuss - 4:0."Die Szene ab 1:05 Minuten im Video. Davor aber auch noch sehenswert: eine tänzerische Einlage (0:48) von Marta. Fortsetzung folgt...am Sonntag im Finale gegen Deutschland.
8. September 2007
Monster-Ball
Die Züchtung von 220 Kilogramm schweren Footballspielern gehört zu den Absurditäten einer Sportleidenschaft, die vor nichts halt macht. Man kann das noch steigern: in Form von 220 Kilo schweren Mädchen, die man als Offensive Lineman in der High-School-Mannschaft einsetzt und deren Gesicht so überquillt, dass man sich sich fragt: Das soll gesund sein? Holley Mangold, Schwester des NFL-Profis Nick Mangold (New York Jets), findet das alles ganz normal. Und der Fernsehsender NBC scheint das Gefühl zu haben, dass es bei diesem Monster um ein Emanzipationsthema geht. Und um die Frage, ob das Kind demnächst im College mitspielen wird (denn offensichtlich scheint sie ganz gut in der Lage, ihre Gegner herum zu schubsen). Oder vielleicht sogar eines Tages in der NFL. Die Rechtslage im
Universitätssport ist klar: Wenn sie die Leistung bringt, hat sie das Recht mitzumachen. Der bislang berühmteste Streitfall führte zu einem Zivilgerichtsverfahren, bei dem die Universität Duke 2 Millionen Dollar verlor und an eine gewisse Heather Sue Mercer bezahlen musste, die als Kicker offensichtlich die Qualitäten hatte, um spielen zu können, aber vom Trainer nicht eingesetzt wurde. Ein Fall von Diskriminierung, sagte der Richter. Die erste Spielerin, die in einem Collegespiel der Division I punktete, war Ashley Martin 2001 für Jacksonville State. Sie (Bild links) spielte in der Hauptsache hervorragend Fußball und gehörte zu den Besten des Frauen-Teams.
7. April 2007
Auf total verlorenem Posten
Man fragt sich, weshalb gehen zwei so unterschiedlich starke Mannschaften aufs Eis und spielen ernsthaft um Punkte gegeneinander? Kanadas Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft war gegen Deutschland so überlegen, dass die Statistiker bei der WM in Winnipeg kaum noch nachkamen. 70 mal ballerten sie den Puck Richtung deutsches Tor. Die Gäste kamen nur fünfmal zum Schuss. Endergebnis: 8:0 für die Gastgeber, die beim Kampf um den Titel jetzt auf Finnland und die USA treffen.
5. April 2007
Frau Fellner war immer dabei
Wer sich für das deutsche Fraueneishockey interessiert, sollte zur Abwechslung vielleicht mal eine kanadische Zeitung lesen. Nun, nicht irgendeine, sondern die beste des Landes, den Globe & Mail in Toronto. Der hat heute ein ausführliches und informatives Porträt der 33jährigen Christina Fellner im Blatt und auf der Webseite, die bereits die erste WM in Ottawa mitgemacht hatte. Zur Zeit läuft die Neuauflage in Winnipeg. Die Deutschen hatten einen schlechten Start. Sie verloren ihr erstes Spiel gegen die Schweiz mit 0:1 am Mittwoch.
4. April 2007
Frauen-Eishockey: Packung für die Schweiz
Was haben die USA, China, Kasachstan, Kanada, Deutschland, die Schweiz, Schweden, Finnland und Russland zur Zeit gemeinsam? Sie haben Delegationen nach Winnipeg geschickt, um herauszufinden, wer hinter den USA und Kanada Platz drei bis neun der Eishockey-WM der Frauen belegt. Kein Wunder, dass sich außerhalb von Kanada niemand dafür interessiert. Schon das Format - neun Teilnehmer in drei Vorrundengruppen - ist kurios. Konnte man das nicht auf acht reduzieren? Oder auf sechzehn aufstocken? Die Schweizer bekamen jedenfalls im ersten Match am Dienstag gegen die Gastgeberinnen eine Packung - 0:9. Trotzdem glaubt die eisgenössische Torfrau Florence Schelling, dass es heute abend gegen die Deutschen besser läuft. Wir werden sehen.
Übrigens: Zum ersten Mal in der Geschichte der NHL konnten sich die beiden Vorjahresfinalisten im Kampf um den Stanley-Cup nicht für die Playoffs qualifizieren. Edmonton und Carolina haben fertig. Flasche leer.
Übrigens: Zum ersten Mal in der Geschichte der NHL konnten sich die beiden Vorjahresfinalisten im Kampf um den Stanley-Cup nicht für die Playoffs qualifizieren. Edmonton und Carolina haben fertig. Flasche leer.
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