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14. November 2009

Radschlag für Torleute beim Elfer

Es gibt durchaus Möglichkeiten für Torhüter, die Elfmeterschützen aus dem Konzept zu bringen. Zum Beispiel so: In dem man auf der Torlinie ein paar Räder schlägt. Diese Szenen aus dem Spiel zwischen Hartford und Stony Brook – ein College-Meisterschaftsmatch – zeigen es. Obwohl: Vor lauter Footballstrichen und Buchstaben auf dem Platz kann man den Kern den Handlung nur schwer verfolgen. Hübsch: Die Reaktion des gegnerischen Spielers, der dem radschlagenden Tormann aus Hartford einen Elfer ins Netz pflanzt: Er äfft ihn nach. Das Team des durchgeknallten Goalies gewann übrigens am Ende nicht.

(via SportsByBrooks)

11. November 2009

Der Klingelbeutel: Triangle Offense mit Shaq und Agent Zero?

Shaquille O'Neal & Oscar De La Hoya Tape TV Show "Shaq Vs."
Neu-Clevelander Shaquille O'Neal, dessen gekittete Ehe wohl endgültig auseinandergeht, und die Verlobte von Gilbert Arenas haben angeblich einen anregenden E-Mail-Verkehr. Wie die Protokolle der Kommunikation zwischen den beiden (Textprobe: "as long as u taste me and make me cum LOL") an die Öffentlichkeit geraten sind, ist noch nicht klar. Oder ob sie überhaupt echt sind. Wir erinnern uns: Das letzte Opfer einer größeren gefälschten Kampagne in der NBA war der Franzose Tony Parker von den San Antonio Spurs. Auch hier wurden Textmessages als Pseudo-Belege für die behauptete Affäre vorgelegt. Die Schwierigkeiten in seiner Beziehung hatte Agent Zero einst in seinem Blog öffentlich gemacht (via Huffington Post, die seit neuestem auch eine Sportseite betreibt).

• Die Oakland Raiders sind im Begriff, den amtierenden Trainer Tom Cable herauszukomplimentieren, nachdem der in eine hässliche Szene verwickelt war, nach der ein Assistenzcoach einen gebrochenen Unterkiefer hatte. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Anklageerhebung, nachdem sie die Ermittlungen aufgenommen hatte. Bei Al Davis, dessen Team mit den Lions und den Rams um die Wette um die Laterne in der NFL spielt, gehört das Kappen von Vertragsverpflichtungen zum Alltag. Zur Auffrischung des Gedächtnisses: ein Link zu einem Beitrag für die FAZ über das Geschehen in Oakland in der vergangenen Saison.

• Gefühlte 150 Jahre nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs wurde in Mississippi den Anhängern der Universitäts-Footballmannschaft von Ole Miss in Oxford das Abspielen eines Instrumentals untersagt (“From Dixie With Love”), weil Zuschauer während der Darbietung den Schlachtruf anstimmen: "The south will rise again". Das erste ist harmlos, das zweite sowohl geschmacklos als auch verräterisch. So ähnlich wie die alte Südstaaten-Flagge, die sich die Konföderierten gaben, als sie 1861 die Abspaltung vom Norden betrieben. Die wird zwar heute gerne eher als Symbol für eine rebellische Haltung und einen unabhängigen Geist angesehen, wird aber von den Nachfahren der Sklaven, die damals befreit wurden, als kompletter Affront empfunden. Also ungefähr das, was Nicht-Deutsche erleben, wenn sie heutzutage die erste Strophe vom Lied der Deutschen hören. Die wurde durch die Assoziation mit den militärischen Überfällen der Nazi-Wehrmacht auf halb Europa komplett desavouiert. Und das obwohl Textautor August Heinrich Hoffmann von Fallersleben mit seinem "Deutschland, Deutschland über alles" einen ganz anderen Gedanken verband.

6. November 2009

Frauenfußball: Hart im Geben

Jetzt wird auch im College-Fußball der Frauen ordentlich zugelangt. ESPN hat Ausschnitte aus einem Spiel zwischen der Universität Brigham Young in Provo/Utah (Kürzel: BYU) und New Mexico zusammengeschnitten. Höhepunkt: eine extrem giftige Person im roten New-Mexico-Trikot reißt eine von der Attacke total überraschte Gegnerin derart massiv am langen Zopf zu Boden, dass man fürchten muss, ihr würde dabei der Nacken gebrochen. BYU gewann das Match mit 1:0 und erreichte damit das Finale des Conference-Turniers (via The Big Lead)

Viele der Berichte zu dem üblen, mit vielen hintertückischen Fouls gespickten Auftritt der Lobos sind übrigens ähnlich bedenklich: Da ist meistens von catfight die Rede, einem Begriff mit dem man in den USA die Auseinandersetzung zwischen Frauen charakterisiert. Garniert mit Aussagen wie dieser: "Das unterstützt, was viele Sportfans seit ganz, ganz langer Zeit sagen: weibliche Athleten sind eindeutig härter als die Männer. Egal in welcher Sportart, du kannst genauso mit einem Schlagabtausch in einem Spiel der Frauen rechnen wie in einem der Männer."

Mal abgesehen davon, dass die Tatsache, dass Frauen sich womöglich auf dem Fußballplatz genauso in die Haare geraten wie die Männer – es bedeutet nicht, dass sie sich härter und womöglich brutaler und unfairer verhalten. Das Problem ist eher die Klischeevorstellung von einem Rollenbild, das man Frauen zugemessen hat. Danach haben die sich selbst auf dem Sportplatz gefälligst nett und zuvorkommend zu verhalten. Es gibt allerdings Phänome im Frauensport, die man von den Männern nicht kennt. Das beste Beispiel: Jene bizarre Abstrafungsaktion gegenüber der Torfrau der US-Nationalmannschaft bei der letzten WM in China. Immerhin: die Torfrau – Hope Solo – spielt wieder. Der Coach, den sie laut und vernehmlich attackiert hatte, verlor seinen Job.

15. Juli 2009

Der Klingelbeutel: Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Die Hochzeitsfeierlichkeiten sollten zwei Millionen Dollar kosten und im Mandarin Oriental, einem der schicksten New Yorker Hotels, stattfinden (Geheimtipp für New-York-Besucher: von der Lobby aus hat man einen feudalen Blick auf den Central Park, und zwar kostenlos, man muss dafür ja nicht gleich ein Zimmer buchen). Aber kurz vorher sagte NBA-Profi Richard Jefferson die Sache ab. Immerhin erhielt die Braut bereits einen Tag vorher die schlechte Nachricht. Viele Gäste erfuhren es erst, als sie an Ort und Stelle eintrafen. Jefferson war kurz zuvor von den Milwaukee Bucks zu den San Antonio Spurs abgegeben worden. Die Verlobte hatte einst das Tanzbein für den alten Club des Bräutigams geschwungen, die New Jersey Nets.
NACHTRAG ein Tag danach: Richard Jefferson hat im Radio Details zu seiner Entscheidung mitgeteilt. Die Kosten? Wohl nur ein Viertel des genannten Betrags. Die Mitteilung an die Braut und Gäste? Mehrere Tage vor dem Termin. Per Email. Der Grund? Noch immer nicht ganz klar. Aber es handelte sich um eine langjährige Beziehung, in der beide Seiten immer mal wieder fremd gingen und beiden wohl immer wieder von Trennung gesprochen haben. Wie sagt man da gewöhnlich? Alles nicht so schlimm.

• Der Commissioner der National Hockey League verdient ganz gut. Zuletzt sogar noch mehr: 7,1 Millionen Dollar in der Saison 2007/2008 meldet das Sport Business Journal (via The Big Lead).

• An den Universitäten wird an der Schraube gedreht. Sportbereiche machen zu, weil das Geld fehlt. Stipendien werden gestrichen. Das Orchester, das den Katzenjammer vortragen wird, stimmt zur Zeit die Instrumente. Wir erleben den Anfang vom Ende einer mehr als hundert Jahre alten stolzen und zugleich naiven Sportkultur. Wie immer werden die Opfer nicht nach fairen Maßstäben gebracht. Die hochbezahlten College-Trainer müssen nicht um ihre Pfründe fürchten.

16. Mai 2008

O. J. Mayo: Jetzt kommt das große Kleckern

Der finanzielle Ertrag für einen Stipendiaten an der University of California liegt in einem hohen fünfstelligen Bereich: 35.810 Dollar kostet die Studiengebühr pro Jahr und für ein Zimmer plus Essen in der Mensa muss man 10.858 Dollar draufschlagen. Das ist für einen jungen Menschen, der sich ernsthaft um einen Studienabschluss bemüht, eine exorbitante Summe Geld. Erst recht, wenn man es mit vier multipliziert. Vier Jahre - solange studiert man in den USA bis zum Basisabschluss, dem sogenannten bachelor degree.

Aus der Sicht von einem jungen Menschen wie O. J. Mayo bedeutet die Ersparnis gar nichts. Der würde als begabter Basketballspieler lieber gleich nach dem Abschluss der High School seinen Namen in den Draft-Hut werfen und darauf hoffen, dass es ihm so ergeht wie den NBA-Profis Kobe Bryant, Kevin Garnett, LeBron James und so manchem anderen. Das sind Spieler, die ohne den Umweg über das College direkt in die beste Basketball-Liga der Welt eingestiegen sind. Dass die drei Genannten derzeit die Aushängeschilder der NBA sind, macht die Sache noch dubioser. Die Sache? Die Entscheidung von Commissioner David Stern, dass man im Alter von 18 Jahren noch nicht alt genug ist, um von einem seiner 30 Teams angeheuert werden zu können.

Ob die Restriktion sportlich begründet ist oder nicht oder ob sie nicht sogar rechtswidrig ist, soll an dieser Stelle nicht das Thema sein. Sondern vielmehr, welche Auswirkungen sie auf den Collegesport hat, der auf den einen Seite einem puristischen Amateurgedanken von anno dunnemals nachhängt und auf der anderen Seite ein riesiger Entertainmentbetrieb geworden ist - mit enormen Fernsehlizenzen und Zuschauerzahlen. Studentensport, ja. Aber in seinem angeblichen Edelmut und seiner angeblichen Reinheit so sehr verklärt, dass sich das Volk locker darüber hinwegsetzt, dass das Leistungsniveau dessen, was sie da sehen, deutlich unter dem der Profis liegt.

Die erste Auswirkung der NBA-Politik geht so: Spieler wie O. J. Mayo oder Greg Oden sind gezwungen, wenigstens ein Jahr an einem College zu verbringen und sich in das Leben dort einzufügen, obwohl sie nichts anderes im Sinn haben, als endlich mit den big guns um die Wette zu ballen. Abgesehen von dem Stipendium dürfen sie keine Geld- oder Sachgeschenke annehmen, die irgendetwas mit Sport zu tun haben. Keine Agenten treffen. Mit keinem Club über irgendeine Vorabsprache verhandeln. Sie sind die modernen Galeerensklaven eines Systems, das ihnen nur eine Chance ließe: ein Jahr aussetzen oder nach Europa gehen und dort spielen. Das jedoch kommt aus Vermarktungsgründen nur für die wenigstens in Frage. Sie wollen sich schließlich exponieren. Wie gesagt: Collegesport genießt eine enorme Beachtung.

Natürlich kann man den meisten selbstbewussten 18jährigen nicht einfach sagen, wo's lang geht. Regeln hin oder her. Und so wagten wir schon vor einem Jahr, als jene Geschichte über Mayo bekannt wurde, eine Prognose: "O. J. Mayo, das vielgepriesene Basketballtalent, das soeben seine High-School-Karriere beendete, und sein guter Freund, der den Kontakt zu Tim Floyd und USC in Los Angeles strickte, könnten gemeinsam noch in einen tiefen Topf Tinte geraten.") Heute stehen wir am Rand des Tintentopfes und weisen auf den neuesten Stand hin (besonders in den Kommentaren wird eine ganze Menge Müll hochgespielt, von dem niemand weiß, ob er stimmt),

Für Mayo bleibt die Sachlage ziemlich schlicht. Ihn kann die Aufsicht von der NCAA nicht belangen, auch wenn er gegen die Regeln verstoßen haben sollte. Denn er wird sicher in der ersten Draft-Runde von einem notleidenden NBA-Club verpflichtet. Ganz anders sieht es mit der Universität aus. Und wo wir schon dabei sind: Das ganze System gehört in Frage gestellt. David Stern, der als einer der Hauptschuldigen zu betrachten ist, sieht sich allerdings nicht in der Verantwortung. Er hat bereits eine neue Idee: Das Mindestalter auf 20 hochzuschrauben.

1. Dezember 2007

College-Sport: Neue Besen


Für all die Leser von Harry-Potter-Büchern da draußen, die inzwischen ihre Hochschulreife erworben haben und sich fragen, was sie mit ihrer vielen Freizeit anfangen sollen: Wirklich gute Colleges im Nordosten der USA - wie Middlebury in Vermont oder Vassar im Staat New York - mit wirklich klugen Jugendlichen zeigen, was man in solchen Momenten tun kann: Man spielt Muggle Quidditch. Sollte es Menschen geben, die weder die Druckwerke noch die Filme gesehen haben (die gibt es wirklich) - hier eine kleine Einführung und ein Artikel, der die Studenten porträtiert. (via With Leather).

8. September 2007

Monster-Ball

Die Züchtung von 220 Kilogramm schweren Footballspielern gehört zu den Absurditäten einer Sportleidenschaft, die vor nichts halt macht. Man kann das noch steigern: in Form von 220 Kilo schweren Mädchen, die man als Offensive Lineman in der High-School-Mannschaft einsetzt und deren Gesicht so überquillt, dass man sich sich fragt: Das soll gesund sein? Holley Mangold, Schwester des NFL-Profis Nick Mangold (New York Jets), findet das alles ganz normal. Und der Fernsehsender NBC scheint das Gefühl zu haben, dass es bei diesem Monster um ein Emanzipationsthema geht. Und um die Frage, ob das Kind demnächst im College mitspielen wird (denn offensichtlich scheint sie ganz gut in der Lage, ihre Gegner herum zu schubsen). Oder vielleicht sogar eines Tages in der NFL. Die Rechtslage im Universitätssport ist klar: Wenn sie die Leistung bringt, hat sie das Recht mitzumachen. Der bislang berühmteste Streitfall führte zu einem Zivilgerichtsverfahren, bei dem die Universität Duke 2 Millionen Dollar verlor und an eine gewisse Heather Sue Mercer bezahlen musste, die als Kicker offensichtlich die Qualitäten hatte, um spielen zu können, aber vom Trainer nicht eingesetzt wurde. Ein Fall von Diskriminierung, sagte der Richter. Die erste Spielerin, die in einem Collegespiel der Division I punktete, war Ashley Martin 2001 für Jacksonville State. Sie (Bild links) spielte in der Hauptsache hervorragend Fußball und gehörte zu den Besten des Frauen-Teams.

5. April 2007

Wo die Zampano-Kultur ihre Blüten treibt

Wenn man die Zahlen nebeneinander legt, gehen einem plötzlich die Augen auf: College-Coaches in der obersten Kategorie der beiden populärsten Mannschaftssportarten Football und Basketball (genannt Division I oder auch I-A) verdienen im Schnitt etwa soviel wie die Trainer in den Profiligen NFL und NBA. Die Absurdität würde jedem Betriebswirtschaftstudenten im ersten Semester auffallen: Nicht nur verdienen die Übungsleiter an den Hochschulen inzwischen fünf bis zehnmal soviel wie die Präsidenten der Universitäten. Die Rechtfertigung für ihre extrem gute Entlohnung - dass sie mit ihren Teams Geld einspielen - hinkt. Der Blog Sports Economist nannte jetzt die Eckdaten, als er zu diesem Thema Andrew Zimbalist zitierte, einer der führenden Akademiker im Bereich Sport und Geld. "Das durchschnittliche I-A Football Team produziert im Jahr etwa 15 Millionen Dollar Umsatz; das durchschnittliche NFL erzielt etwa 160 Millionen Dollar. Wie kann ein College-Coach soviel Mehrwert erzeugen wie ein NFL-Coach?"

Die Antwort ergibt sich von selbst. Er tut es nicht. Sein Gehalt verdient er auf dem Rücken der Studenten, die allenfalls ein Stipendium bekommen (und mit der Hoffnung gefüttert werden, dass sie eines Tages bei den Profis einen gut dotierten Vertrag erhalten).

Spontan würde man denken: Es muss doch einen Weg geben, diesen Wahnsinn zu beenden und die Gehälter der Trainer zurückzufahren (das Geld könnten die Universitäten bestimmt an anderer Stelle gut gebrauchen). Aber dieser Weg wird wohl nicht von oben - von der NCAA - kommen, die den
Collegesport in den USA organisiert. Das käme einem Eingriff in solche Gebiete des bürgerlichen Rechts wie Vertragsfreiheit gleich und würde von jedem Gericht abgeschmettert.

Ein paar Stimmen sagen: Bezahlt den Studenten ein Honorar (und nehmt das Geld aus dem existierenden Topf). Das sorgt für mehr Balance. Aber an den Gedanken will niemand heran: Collegesport gilt als letzte Bastion des Amateurgedankens. Etwas, was das IOC jahrelang ebenso pflegte, bis man irgendwann die Illusion nicht mehr aufrecht erhalten konnte und Wege fand, sich dem Profiwesen zu öffnen.

Die Gehälter für College-Coaches fallen übrigens genauso extrem aus dem Rahmen wie die Entlohnung von Vorstandsvorsitzenden in großen und mittelgroßen amerikanischen Unternehmen. Die sind in den letzten 20 Jahren exorbitant gestiegen, während die Durchschnittsentlohnung von Angestellten kaum mit der Inflationsrate Schritt hält. Die Mechanismen sind ähnlich. Chef-Trainer und Unternehmenschefs profitieren von dieser Zampano-Kultur, die so tut, als wäre vor allem die Personality und die Leistungsfähigkeit an der Spitze der Pyramide für das Resultat zuständig. Wenn das so wäre, müssten Chefs Geld mitbringen, wenn Firmen Verluste machen oder sinkende Aktienkurse verbuchen. Aber das ist nicht der Fall. Solche Fehleistungen werden wegrationalisiert. Dafür werden dann gerne die Ameisen weiter unten im Haufen angeschwärzt. Selten genug, dass Chefs ihrer Posten enthoben werden. An den Colleges ist das ähnlich.

Nun gut, könnte man sagen, so funktioniert Kulturdarwinismus, und mit den Achseln zucken. Wenn man aber gleichzeitig sieht, wie Arbeiter und Angestelle darin sabotiert werden, sich ganz legal in Gewerkschaften zu organisieren (prominente Stichwörter sind hier Wal-Mart und neuerdings auch Starbucks), dann erkennt man, wie schwer es ist für Gegenkräfte, sich zu formieren und den Zampanos etwas wirksam entgegen zu stellen.

An den Universitäten gäbe es durchaus Potenzial für eine Rebellion - wenn schon nicht seitens der Studenten (die oft aus armen Verhältnissen mit schlechten Schulen kommen), dann seitens der Professoren in den anderen Fächern, deren Entlohnung sicher nicht annähernd so gut ist wie die der Trainer. Ein anderer Weg ist auch denkbar: die Absc
haffung von Sportstipendien., um diese Monstermannschaften auf die Beine zu stellen. Das haben die Universitäten, die Amerikas Collegesport erfunden haben - die Ivy-League-Hochschulen Harvard, Yale, Princeton, Dartmouth, Columbia - schon vor einer ganzen Weile getan. Die waren eben klüger als der Rest.

Nachtrag: Wenn sich an dem System nichts ändert, wird es demnächst noch mehr solcher Fälle geben wie in Toledo/Ohio, wo College-Footballspieler aus der Wetterszene ansgesprochen wurden. Für ein paar Geschenke sollten sie dafür sorgen, dass ihre Mannschaft verliert. Korruption wächst dort am besten, wo die Belohnung, relativ gesehen, am größten ist. Spieler, die kein Geld verdienen und stattdessen trotz Stipendium sogar noch draufzahlen müssen, sind sicher sehr leicht zu bestechen.
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