Posts mit dem Label Chauncey Billups werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Chauncey Billups werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

4. November 2008

Mythos wandert weiter

Es gibt sicher ganz viele gute Gründe, wieso diese Woche in der NBA diese schräge Tauschaktion zustande kam. Die Gründe auf Seiten der Denver Nuggets wollen einem noch am ehesten einleuchten. Das Team hat auf diese Weise endgültig zugegeben, dass das Experiment Allen Iverson gescheitert ist, und sich statt dessen mit Chauncey Billups einen mannschaftsdienlichen Spielmacher geholt. Was Iverson in Detroit ausrichten soll, bleibt einem schleierhaft. Scorer hat das Team genug. Sollen die in den nächsten Wochen auf dem Platz herumstehen und zuschauen wie der Neue seinen Wirbel entfacht? Ist das der Weg zum Titel?

So viel steht fest: Der Mythos Iverson ist einfach nicht totzukriegen. Es sei denn, man lebt in Philadelphia und mit den 76ers, wo man ohne die answer schon im Frühjahr eine wichtige Frage beantworten konnte. Man erreichte im April zum ersten Mal seit 2005 wieder die Playoffs. (beim Aus in der ersten Runde gegen Detroit in sechs Spielen sah die Mannschaft relativ stark aus). Es geht also nach oben. Die Mannschaft wurde im Sommer noch mit Elton Brand aufgepolstert und wirkt nun wie ein sehr respektabler Outfit für die Eastern Conference.

7. Juli 2007

NBA: Billups bleibt in Detroit

Chauncey Billups bleibt in Detroit. Der Rest ist schnell erzählt: 60,5 Millionen Dollar Gehalt, fünf Jahre Dienstzeit und einen Arbeitsplatz in einer Mannschaft auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit. Mit anderen Worten: Money talks. Sportliche Ambitionen werden vertagt. Auch diese Spieler halten Pohl: Jeremy Stackhouse (Dallas Mavericks, 18 Millionen Dollar, drei Jahre) und Andres Nocioni (Chicago Bulls, 38 Millionen Dollar, sechs Jahre).

30. Juni 2007

NBA: Das Feilschen und Pokern beginnt

Der alljährliche Draft-Abend in der NBA ist ein konsumierbares Fernsehereignis, bei dem - in der ersten Runde - der Herr Commissioner persönlich alle paar Minuten aus einem Raum hinter der Kulisse durch ein Tor und an ein Mikrophon tritt und die Entscheidung des Clubs verkündet. Er liest vom Blatt ab und schaut mindestens dreimal genau hin: Wenn er sagen muss, um welchen Pick es sich handelt, wenn er den Namen des Clubs nennt und wenn er den Namen des Spielers verlautbart. Das ist spätestens ab Pick Nummer 10 nicht mehr sonderlich spannend, besitzt aber eine formaltheatralische Konsequenz. Und wir alle sind Zeugen.

Ab heute nacht läuft das komplette Gegenstück ab. 130 Spieler (also etwa ein Viertel von allen) werden in diesem Augenblick auf einen Schlag und offiziell vertragsfrei und können mit jedem Club verhandeln, der ihnen ein Angebot macht. Das läuft ohne Commissioner, ohne Bühne und ohne Kameras ab. Man muss sich das mehr so vorstellen wie in einem Bienenstock. Viel Gesumme, viel Flügelschlag, aber alles im Dunkeln. Und jeder hofft, dass am Ende Honig dabei herauskommt.

Mal abgesehen davon, dass sich zu diesem Zeitpunkt keine Spekulation darüber lohnt, wie das Geschiebe und Geschacher ausgehen wird - soviel steht fest: Der Effekt der Free-Agent-Transaktionen ist größer als der der Verpflichtung von hoch eingeschätzten Nachwuchsspielern. Mit anderen Worten: Die Draft-Show ist im Prinzip mehr Augenauswischerei als alles andere. Eine Art von Theater, das den publizistischen und kommerziellen Stellenwert einer Sportinstitution wie der NBA dokumentiert und darin mit dem All-Star-Weekend zu vergleichen wäre. Der größte Unterschied: Die All-Star-Veranstaltungen wandern durchs Land. Die Draft hat einen festen Standort: New York. Madison Square Garden. Mit dem lauten New Yorker Publikum, das sich gelegentlich unmissverständlich zu Wort meldet (diesmal als der Trade mit Portland bekannt wurde, der Zach Randolph zu den Knicks bringt und Steve Francis an die Westküste expediert).

Wer einen Überblick über die Free-Agent-Situation gewinnen möchte, dem sei dieser Artikel in der New York Times empfohlen, in dem die vertragslosen Gesellen etwas abschätzig als pawns (die Bauern im Schachspiel) charakterisiert werden. Die Analogie ist schief. Bauern haben wirklich kein Mitspracherecht bei der Wahl ihrer Einsatzzone. Und die wenigsten schaffen es bis zur Grundlinie und zu einer Umwandlung in einen Offizier. Free Agents haben Wahlmöglichkeiten (längere Verträge/kürzere Verträge, Meisterschaftsaspiranten/Aufbauprojekte). Und vor allem können sie sich ihre Agenten und Berater vorher aussuchen. Das heißt: Sie stehen nicht einfach nur so dumm da.

Aber es ist schon klar, was Times-Mann Howard Beck sagen will: Am Ende sind die meisten Spieler einfach nur Gestaltungsmasse in den Plänen irgendwelcher Manager und Trainer. Und da sich die nicht in ihre Karten schauen lassen, entwickeln die Profis (und die Öffentlichkeit) das Gefühl, dass da immer mehr an geheimnisvollen Machenschaften im Spiel ist, als tatsächlich der Fall sein dürfte.

Über den interessantesten Freien haben wir neulich schon gesprochen. Chauncey Billups kann ganze Kaskaden an neuen Trades auslösen - je nachdem, wo er landet. (Dallas wäre gut beraten, ihn zu holen). Rashard Lewis von den Seattle SuperSonics braucht man das nicht zuzutrauen. Landet er bei den Lakers (als Friedensangebot an Kobe Bryant, weil sie Kevin Garnett nicht bekommen) oder bei den Miami Heat, wo man nachrüsten muss, um im Osten mithalten zu können, dürfte das keine großen Wellen schlagen.

25. Juni 2007

NBA: Nimm doch Billups

Der erste Dominostein, der Bewegung in die NBA-Landschaft bringen kann, liegt auf dem Tisch: Chauncey Billups von den Detroit Pistons hat verbindlich erklärt, dass er alle Möglichkeiten austesten will, die ihm der Status eines Free Agents bietet. Wer ihn haben will, muss den Pistons keine(n) Spieler im Austausch geben, sondern bereit sein, viel Geld auszugeben. Man muss nicht lange überlegen, wer für solche Offerten in Frage kommt: die Kellerkinder, die sich viel Salary-Cap-Manövriermasse geschaffen haben, und die Dallas Mavericks. Mit Billups an Bord entstünde in Dallas Gestaltungsspielraum für gute Tauschgeschäfte, bei denen man solche Figuren wie Jason Terry und Erick Dampier (und deren viel zu hoch dotierten Verträge) los werden könnte. Zusammen mit einem Draftplatz wäre das bereits ein attraktives Paket für die Minnesota Timberwolves, die zusehen werden, dass sie für Kevin Garnett einen respektablen Gegenwert bekommen (vielleicht über einen Dreieckstausch mit den Boston Celtics). Billups ist 30 Jahre alt, war vor seiner Zeit in Detroit viel unterwegs (Celtics, Denver, Orlando und Minnesota), war der MVP der Finalserie 2004, als die Pistons den Titel gewannen. Die ersten Meldungen klingen so, als ob er am liebsten in Michigan bleiben würde. Aber weshalb das für ihn sportlichen Sinn machen soll, wird nicht gesagt. Detroit befindet sich auf dem absteigenden Ast.