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2. Oktober 2009

Evert und Norman: Sie tanzten nur zwei Sommer

Greg Norman hatte letzten Sommer zwei ziemlich große Auftritte. Die teure Hochzeit auf den Bahamas mit Chris Evert, der einstigen Grande Dame des amerikanischen Tennis, war der erste. Sein glorreiches Spiel bei den British Open, bei denen er drei Tage lang ganz überraschend an der Spitze lag, war der zweite. Evert war damals nie weit von ihm entfernt und schien ihn anzuhimmeln, wie das sonst nur Teenager tun. Das alles muss dem einstmals besten Golfer der Welt sehr gut getan haben. Vor allem nach der schwierigen und teuren Scheidung von seiner ersten Frau, die ihm 100 Millionen Dollar kostete. Ein Jahr später, und die Nachrichten aus der Norman-Evert-Welt klingen so, als wäre die Ehe der beiden ein Missverständnis gewesen. Heute wurde offiziell bekannt gegeben, dass sie sich voneinander trennen. Von Scheidung will noch keiner reden, vermutlich weil die Anwälte noch keinen Kassensturz gemacht haben. Anders als bei der letzten Eheauflösung dürfte die Sache für Norman nicht ganz so teuer werden. Auch in Amerika wird normalerweise nur der Zugewinn geteilt. Der ist nach so kurzer Zeit nicht besonders hoch. Und Chris Evert verdient seit Jahren ihr eigenes Geld mit einer Tennis-Akademie und anderen Verpflichtungen. Wenn sie am Ende zwei Millionen Dollar bekommt, wäre das schon viel.

Warum Greg Norman mit der Nachricht nicht warten konnte, bis der Presidents Cup stattgefunden hat? Wer weiß? Vielleicht wird ihm jemand bei dem Turnier kommende Woche auf dem Harding Park Golf Course in San Francisco zwischen dem Team USA und den sogenannten Internationals (Spieler von den Kontinenten Südamerika, Afrika, Asien und Ozeanien) eine entsprechende Frage stellen. Vielleicht werden die Golfreporter sie lieber rücksichtsvoll drumherumschleichen, um dem weißen Shark nicht die Laune zu verderben.

Die Aufstellungen:
USA - Tiger Woods, Phil Mickelson, Steve Stricker, Kenny Perry, Zach Johnson, Stewart Cink, Sean O'Hair, Jim Furyk, Anthony Kim, Justin Leonard, Lucas Glover, Hunter Mahan, Captain: Fred Couples

INTERNATIONALS – Geoff Ogilvy (Australien), Vijay Singh (Fidschi), Camilo Villegas (Kolumbien), Retief Goosen (Südafrika), Ernie Els (Südafrika), Angel Cabrera (Argentinien), Mike Weir (Kanada), Robert Allenby (Australien), Y. E. Yang (Südkorea), Tim Clark (Südafrika), Ryo Ishikawa (Japan), Adam Scott (Australien). Captain: Greg Norman.

Blick zurück: Eine Betrachtung der Golfkarriere von Greg Norman und ein Interview

11. Juli 2008

Ehe, ehe ich das Ende sehe

Auf den ersten Blick muss man dem Blogger von The Big Lead rechtgeben. Wohlhabende Athleten machen einen Fehler, wenn sie heiraten. Vor allem, wenn sie die Erfahrung anderer Leute außer acht lassen. Von wegen, "bis dass der Tod euch scheidet". Erstaunlich oft erledigt diese schmutzige Arbeit ein Richter. Und der teilt bei der Gelegenheit meistens den Zugewinn sehr brüderlich. Hier nun die Fortsetzung der Greg-Norman-Saga, der neulich auf den Bahamas die Tennis-Diva Chris Evert ehelichte, aber vorher mal eben 100 Millionen Dollar seines Vermögens abtreten musste. Das tat er nicht freiwillig. Weshalb noch immer ein paar Petitessen anhängig sind.

Was der besagte Blogger aber nicht weiter erörtert, sollte zumindest an dieser Stelle erwähnt werden. In zahlreichen Bundesstaaten in den USA kennt man das Rechtsgut der Common Law Marriage. Das bedeutet, dass dort vor dem Gesetz auch solche Beziehungen vermögenstechnisch wie Ehen betrachtet werden, die von keinem staatlich approbierten Friedensrichter beglaubigt wurden. Voraussetzung für die Aufteilung des Zugewinns ist in solchen Fällen einzig der Nachweis dafür, dass man zusammengelebt hat. Mit anderen Worten: Selbst das ungeregelte Konkubinat kann einen Mann mit Geld unter Umständen hinterher noch sehr viel kosten. Es gibt Alternativen – Zölibat, Prostituierte, Telefonsex – aber die werden für die meisten nicht in Frage kommen. Die meisten hoffen schließlich, irgendwann den Verlust so locker zu verkraften wie Michael Jordan. Dass es ihnen so ergehen könnte wie Evander Holyfield, ahnt niemand.

23. November 2007

Wenn ein paar hundert Millionen den Blick aufs Wesentliche versperren

Manchmal scheint es, als als seien in den USA immer nur schwarze Sportler in die Schwierigkeiten des Lebens verwickelt: in Mord, sexuelle Nötigung, Tierquälerei, Meineid, Scheckbetrug, Doping, Scheidungsfälle. Das scheint nur so. Wahrscheinlich haben die weißen Sportler einfach nur die besseren PR-Berater. Es sei denn, sie heißen Greg Norman und sind extrem sauer. Norman war einst der beste Golfer der Welt und vor Tiger Woods auch der größte Absahner. Sein Vermögen belief sich irgendwann nach Schätzung der New York Post auf 500 Millionen Dollar. Der Australier (Spitzname: White Shark), war einer der ersten, der den Marktwert eines eingeführten Sportlernamens weltweit in außerordentlich profitable Projekte umsetzte: die Golfbekleidungslinie, der Golfplatzbau und zuletzt auch noch das Weingeschäft. Dabei muss ihm irgendwann die Eingebung gekommen sein, dass das alles mit einer anderen Frau an seiner Seite viel hübscher laufen würde. Und so wurde aus der außerehelichen Geschichte mit der einstigen Weltklassetennisspielerin Chris Evert ein riesiger Störfall. Frau Norman sah sich genötigt, im Rahmen der Scheidung soviel an finanzieller Entschädigung zu erbitten, bis ihr fast die Hälfte überschrieben wurde. Das Societyspiel in Südflorida muss ergötzlich gewesen sein. Denn die Anwälte von Laura (Mädchenname: Andrassy) hatten keine Bange, Chris Evert in den Zeugenstand zu bitten, um die schmutzige Wäsche etwas genauer zu inspizieren. Nachdem die Scheidung offiziell im September bereits verkündet wurde, laufen jetzt noch ein paar Scharmützel.

Wenn nicht alles täuscht, stellt die Norman-Scheidung die bisherigen Rekordwerte (Neil Diamond und Michael Jordan) für Promi-Zwist in den Schatten.
Blick zurück: Sergio Garcia als Schwiegersohn