Posts mit dem Label Detroit Tigers werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Detroit Tigers werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

22. Oktober 2006

Tigers und Cardinals nach zwei Spielen exequo

Die Detroit Tigers haben Spiel zwei der World Series gewonnen. Und so geht das Duell zwischen den beiden Managern (und persönlichen Freunden) Jim Leyland und Tony La Russa weiter. Das Match, an dem Detroits Pitcher Kenny Rogers den größten Anteil hatte, hätte sein Kollege Todd Jones im letzten Inning beinahe noch versemmelt. Die Cardinals holten zum 1:3 auf und brachten drei Leute auf die Bases, ehe Catcher Molina einen Groundball produzierte, der der Tigers-Verteidigung den letzten Out bescherte. Montag ist Reisetag. Dienstag geht es in St. Louis weiter. Mehr über die beiden Manager in der Montagausgabe der FAZ (Print).

Randbemerkung: Major League Baseball und die mächtige Spielergewerkschaft haben einen Arbeitskampf um den neuen Tarifvertrag vermieden und sich geeinigt. Details wie etwa zu Fragen der Dopingbekämpfung sind noch nicht bekannt.

15. Oktober 2006

Tigers kommen weiter: Polizei rechnet mit Krawallen

Sarkastische Stimmen wundern sich, dass es nach dem Sieg der Detroit Tigers am Samstag in der American League Championship Series NICHT zu Krawallen und Chaos auf den Straßen der Stadt kam. Denn immer häufiger wird in den USA und Kanada, wo man keine Hooligans hat, nach den Erfolgen der eigenen Mannschaft eine aggressive Euphorie frei. Wer sagt, dass es nicht noch passiert? Detroit hat sich mit dem 4:0-Durchmarsch über die Oakland A's für die World Series qualifiziert. Denn erst wenn die Mannschaft auch dort gewinnt (gegen die New York Mets oder die St. Louis Cardinals) gibt es wirklich etwas zu Feiern. Die Cardinals haben nach dem 5:0-Sieg vom Samstag die besseren Karten.

12. Oktober 2006

Oakland von den Tigers abserviert

Hier stand in den letzten Tagen schon einiges über die Detroit Tigers und ihre phänomenale Pitcher-Kollektion. Die Burschen werfen Bälle, die mit Höchstgeschwindigkeiten von über 170 Stundenkilometern gemessen werden. Das sind rund 15 km/h über dem, was man in Major League Baseball erwarten kann (oder um es mit einer anderen Sportart zu vergleichen: was sehr gute Tennisspielerinnen mit einem mit Luft gefüllten Ball beim Aufschlag aus ihrem Racket herauszaubern). Das ist aber nur ein Teil der Geschichte. Gestern abend in Oakland konnte man sehen, wie die Offensive tickt: ganz cool, ganz zuverlässig. Man bringt die Spieler auf die Bases und räumt wenigstens einmal pro Match richtig ab. In der Endbrechnung lagen die Tigers mit 8:5 vorne und führen nun in der American League Championship Series mit 2:0. Gleichzeitig fiel das erste Match der National League Championship Series in New York zwischen den Mets und den St. Louis Cardinals dem Regen zum Opfer. Tom Glavine war bereit. Mehr über Glavine demnächst (das habe ich schon mal angekündigt, wird aber auch passieren.)

7. Oktober 2006

Abfuhr für die Yankees

Zweimal eine regelrechte Abfuhr in Folge. So was tut weh. Nun sehen die New York Yankees wie die überbezahlten Waisenknaben des amerikanischen Baseball aus. Und die Detroit Tigers gelten plötzlich als respektable Titelanwärter. Amerika ein Herbstmärchen. Nach den Red Sox (2004) und den White Sox (2005), die mit ihren World-Series-Erfolgen Jahrzehnte voller Enttäuschungen und unerklärlicher Leistungseinbrüche abhaken konnten, nun also die Tigers - auch so ein Club, dessen Glanzzeiten lange zurück liegen. Sie haben viermal die World Series gewonnen. Das letzte Mal 1984 gegen die San Diego Padres, die in der National League in der Serie gegen die St. Louis Cardinals mit 1:2 hinten liegen. Für die Tigers geht es am Dienstag gegen die Oakland A's in der American League Championship Series darum herauszufinden, wie gut sie wirklich sind. Die Yankees waren kein richtiger Test. 8:3 lautete der Sieg am Samstag im vierten Match, das die Serie mit 3:1 für Detroit entschied. Hier die Tabelle, die zeigt, welches Team wieviel Geld an seine Spieler bezahlt.

Gehaltsummen in Major League Baseball 2006 in Dollar

1. NY Yankees 198,662,180
2. Boston Red Sox 120,100,524
3. LA Angels 103,625,333
4. Chicago Sox 102,875,667
5. NY Mets 100,901,085
6. LA Dodgers 99,176,950
7. Chicago Cubs 94,841,166
8. Atlanta Braves 92,461,852
9. Houston Astros 92,101,503
10. San Francisco Giants 90,862,064
11. Seattle Mariners 87,924,500
12. Philadelphia Phillies 87,148,333
13. St. Louis Cardinals 86,912,217
14. Detroit Tigers 82,302,069
15. Baltimore Orioles 72,585,712
16. Toronto Blue Jays 71,915,000
17. San Diego Padres 68,897,179
18. Texas Rangers 65,129,570
19. Minnesota Twins 63,810,048
20. Washington Nationals 63,267,500
21. Oakland A's 62,322,054
22. Cincinnati Reds 59,162,015
23. Arizona Diamondbacks 58,884,226
24. Cleveland Indians 56,795,867
25. Milwaukee Brewers 50,540,000
26. Kansas City Royals 47,294,000
27. Pittsburgh Pirates 46,867,750
28. Colorado Rockies 40,791,000
29. Tampa Bay Devil Rays 35,417,967
30. Florida Marlins 14,344,500

New York Yankees stehen vor dem Aus

Es ist nicht ganz leicht zu beschreiben, wie Kenny Rogers am Freitagabend in Detroit den New York Yankees ganz langsam, aber beharrlich die Nadelstreifen aus den Trikots gezogen hat. Denn sein Vokabular an Curve Balls wirkt erst in der Zeitlupenwiederholung im Fernsehen und mit Hilfe einer neuen, vom Computer aufbereiteten optischen Hilfe so richtig genial. Dem 41jährigen Pitcher lief jahrelang der Ruf hinterher, dass er gegen die Yankees vor allem mental einknickt. Er habe zu viel Respekt vor einer beeindruckenden Garde an Battern wie Derek Jeter, Jason Giambi, Alex Rodriguez (wenn er mal in Form ist), der Japaner Matsui etc., hieß es. Der Bann ist gebrochen. Und so gewannen die Detroit Tigers das dritte Spiel gegen die Yankees mit 6:0 und gingen in der auf maximal fünf Begegnungen ausgelegten American League Division Series mit 2:1 in Führung. Sie können bereits heute im vierten Vergleich den Sack zumachen. Ihre Chancen stehen blendend. Auch statistisch gesehen. Die Mannschaften, die in den Bestof-Five-Playoff-Serien mit 2:1 in Führung gehen, kommen in drei von vier Fällen eine Runde weiter.

Für Nicht-Baseball-Kenner: Rogers pitcht im Rahmen einer Vier-Pitcher-Rotation. Das heißt: Sollten die Yankees doch noch die Series gewinnen, werden wir ihn in diesem Jahr nicht mehr sehen. Kommen die Tigers weiter, dürfte er gegen die bereits qualifizierten Oakland A's zweimal zum Einsatz kommen. Denn die American League Championchip Series (ALCS) ist ein Best-of-Seven-Programm.

Übrigens: Vor einem Jahr gab es nur Schlechtes über Rogers zu schreiben. Hier ein Ausschnitt aus meinem Bericht aus Anlass des All-Star-Spiels in der FAZ vom 15. Juli 2005:

Es gehört nur sehr wenig Kraft dazu, einem Mann vom Fernsehen die Kamera von der Schulter zu reißen und sie mit Füßen zu treten. Was man vor allem braucht, ist schlechte Laune und das Gefühl, dass man sich als hochbezahlter Profisportler stets sehr viel mehr herausnehmen darf als jeder andere Sterbliche. Das muss auch der amerikanische Baseballspieler Kenny Rogers vor ein paar Wochen gedacht haben, als er kurz entschlossen vor einem Spiel gleich zwei Kameraleute attackierte, von denen sich einer anschließend in die Notfallaufnahme des örtlichen Krankenhauses begeben musste.

Rogers, der vierzigjährige Linkshänder, ist wie ein kleiner Vulkan. Nur zehn Tage vor dieser Attacke hatte er aus lauter Wut mit seiner rechten Hand auf einen Plastikeimer gehauen, als er vom Trainer der Texas Rangers ausgewechselt wurde, und sich dabei einen Knochen gebrochen. Aber er ist auch ein Feigling. Als er zum All-Star-Spiel in Detroit eintraf und von einer riesigen Menge von Journalisten umringt wurde, die ihn zu dem Zwischenfall befragen wollten, wich er einer Antwort aus. Gleichzeitig schien er jedoch seine Rolle zu genießen. Denn eigentlich ist Rogers für zwanzig Spiele gesperrt und muss eine Buße von 50 000 Dollar bezahlen.

Aber da ihn die Kollegen in die All-Star-Mannschaft der American League gewählt hatten, er die Strafe angefochten hatte und die Entscheidung über seine Berufung aussteht, ließen ihn die Baseball-Oberen mitspielen. Sein kurzer Auftritt auf dem Spielfeld im Match gegen die National League hätte seine Mannschaft beinahe die Partie gekostet, weil er Andrew Jones einen Home Run gestattete. Aber er verdarb niemandem die Stimmung. Der Klassiker in der Mitte der Baseball-Saison (die American League gewann 7:5 gegen die National League), zu dem jedes Jahr die besten Profis zusammenkommen, ist nun mal eine sportlich und sportpolitisch bedeutungslose Veranstaltung.

5. Oktober 2006

Tigers gleichen gegen Yankees aus

Die Aura der New York Yankees besitzt eine erstaunliche Wirkung. Jeff Damon kam als zotteliger World- Series-Gewinner aus Boston und sah sich gezwungen, sich die Haare schneiden zu lassen und den Bart abzurasieren. Alex Rodriguez kam aus Seattle über die Texas Rangers mit einem Riesengarantiegehalt, aber ohne einen Titel in der Tasche, und spielt seitdem nur noch in der Gewichtsklasse unter dem Niveau, das ihm, den schnieken Narziss, immer zugestanden wurde. Damon liefert. Zum Beispiel heute mit einem Drei-Run-Home-Run, mit dem die Yankees die Zuschauer im eigene Stadion in der Bronx begeisterte. Die Detroit Tigers schienen davon weniger beeindruckt als die Galerie und kitzelten in mühsamer Kleinarbeit in den mittleren Innings einen Run nach dem anderen aus den New Yorker Pitchern. Resultat: 4:3 für Detroit. Die Serie steht 1:1 und sieht zum ersten Mal wie ein richtiges Duell aus. Der Beitrag von Rodriguez war symptomatisch: Er war viermal am Schlag und produzierte drei Strikeouts.

3. Oktober 2006

Baseball: Tiger ohne Zähne

Was haben die Detroit Tigers bloß verbrochen, dass sie nach Jahren der Irrelevanz mit einer halbwegs tauglichen Gruppe von Spielern nach New York fliegen müssen? Zu den Yankees, die in den letzten Monaten wieder zu der erwarteten Form gefunden haben? Nichts haben sie verbrochen. Was können die Spieler dafür, dass die Autoindustrie und die Stadt drumherum den Bach runtergeht? Und dass sie deshalb wie die armen Vettern durch die Welt reisen? Und was kann Jim Leyland, der hoch angesehene und erfahrene Manager der Tigers machen?

Nicht dass man von ihm keine Wunder erwarten dürfte. Mit den Pittsburgh Pirates gewann er von 1990 bis 1992 drei Jahre hintereinander die National League East (mit einem jungen Barry Bonds), die damals nur aus zwei Gruppen bestand. Mit den Florida Marlins gewann er 1997 die World Series (gegen die Cleveland Indians). Vor einem Jahr wurde der 61jährige von Detroit verpflichtet und führte das Team postwendend in die Playoffs. Etwas, was die Mannschaft fast 20 Jahre lang nicht geschafft hatte. Nach der 4:8-Niederlage im ersten Match der American-League-Playoffs gegen die Yankees hat man das Gefühl, dass Leyland den New Yorkern nicht viel entgegenzusetzen hat. Es ist eine kurze Best-of-Five-Serie, die am Mittwoch in New York weiter geht und am Freitag nach Detroit umzieht. Der Sieger spielt entweder gegen die Oakland A's oder die Minnesota Twins. Oakland gewann die erste Begegnung mit 3:2.