Die Ambitionen von David Beckham, sich über den Winter in Mailand für die englische WM-Mannschaft zu empfehlen, produzieren immer wieder ein paar widrige Nachrichten. In der vergangenen Saison gab es das Tauziehen über seine Rückkehr zu Los Angeles Galaxy. Das wurde beigelegt. Nun musste er sich von einer Italienerin fürs Fernsehen das Gemächt begrapschen lassen. Warum? Weil sich aufgrund der Emporio-Armani-Unterwäsche-Anzeigen und eines (mutmaßlich getürkten) Nacktfotos, das online kursiert, das Gerücht hält, Becks habe schwer zu tragen. Die Dame brüllte vor laufender Kamera: Das sei alles nicht halb so wild. Der Fußballer war über solch eine Attacke entsetzt und stürmte davon.
• Nichts Genaues weiß man nicht, aber das kann sich noch ändern: Nachdem die NBA als erste US-Liga die Vermarktugsmöglichkeiten in anderen Erdteilen entdeckte und die NFL nach einer Reihe von gescheiterten Experimenten den Pflichtspiel-Abstecher nach London installierte und die NHL ihre Fühler nach Europa ausstreckte und nun vor Beginn der Saison zwei Teams schickt, sucht Major League Baseball noch immer nach einer eigenen Lösung für ein Schaufenster zur Welt. Was schwierig ist angesichts der Großwetterlage. Mittelamerika und Venezuela sowie Japan im fernen Asien sind die einzigen Länder, in denen man wirklich Widerhall erzielen kann. Nun wurde eine alljährliche Begegnung zwischen dem amerikanischen World-Series-Sieger und dem japanichen Meister ins Gespräch gebracht. Da man die "Welt" bereits in den USA intern als Namensgeber gepachtet hat, dürfte es vor allem an der passenden Bezeichnung hapern. Unter "global" oder "Universum" dürfte es nicht abgehen.
• Der Stanley Cup ist viel unterwegs. Denn jedes Mannschaftsmitglied des Siegerteams kann den riesigen Pott einen Tag bei sich zuhause vorzeigen. Egal, in welchem Land zuhause ist. Manchmal wird das Ding aber auch falsch verladen und landet dann am falschen Ort. So wie jetzt, als der Transport von Newark nach Vancouver gehen sollte. Ausgeladen wurde der Cup in Toronto. Was irgendwie verständlich ist. Denn dort ist die Hall of Fame. Und die ist sein zuhause (via The Big Lead).
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21. Januar 2010
4. November 2009
New York Yankees gewinnen
Die New York Yankees haben das sechste Match der World Series mit 7:3 gewonnen. Pedro Martinez war als Pitcher für die Philadelphia Phillies kein ernthafter Gegner. Hideki Matsui mit einem Home Run und insgesamt sechs RBIs war der Mann der Stunde. Die Yankees gewinnen zum 27. Mal die World Series. Alex Rodriguez zum ersten Mal. Über ihn wird noch zu reden sein.
Nachtrag: Die Nachrede ist soeben bei faz.net erschienen: Gestelzter Stolz des geläuterten Stars
Nachtrag: Die Nachrede ist soeben bei faz.net erschienen: Gestelzter Stolz des geläuterten Stars
2. November 2009
A-Rod in der World Series: Wie befreit
Wenn jetzt noch jemand erklären könnte, weshalb Alex Rodriguez in diesem Jahr zum ersten Mal so spielt, wie man das von ihm erwarten durfte und wie er bezahlt wird, wäre das sehr schön. Welche Knöpfe sind bei dem Mann aufgegangen, seit er sich von seiner Ehefrau und dann von Madonna trennte, seit er sich aus den Armen seines Agenten Scott Boras befreite und sich am Knie operieren ließ? Seit er öffentlich zugab, dass er Doping à la DomRep betrieb? Und seit er mit Kate Hudson liiert ist? Ganz viele. Der Mann wird einem plötzlich fast sympathisch. Und die Yankees des Jahres 2009, gesteuert von Skipper Joe Girardi, dessen verspanntes Gesicht im Dugout immer so aussieht, als ob ihm gleich das Gebiss rausflutscht, weil er er die zugekorkte mentale Energie nicht länger in sich halten kann, werden einem auch sympathisch. Sagte ich schon, dass die Yankees gestern dank A-Rod mit 3:1 in der World Series gegen die Philadelphia Phillies in Führung liegen? Damit dürfte das meiste gesagt sein.
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23. Oktober 2008
Vorbild für viele
Der Mann hinter einer der ikonografischen Ilustrationen aus dem amerikanischen Sport, die im Laufe der viele Nachahmer gefunden hat: Er heißt Jerry Dior und sein Entwurf ist das blau-weiß-rote Logo von Major League Baseball. Das Wall Street Journal hat ihn getroffen – rechtzeitig zum Beginn der World Series, die am Mittwoch in Tampa Bay mit einem 3:2-Sieg der Philadelphia Phillies über die Rays begann. Obwohl man in Florida extrem gut auf die Kosten achtet und sich zum Beispiel 30 Millionen Dollar im Jahr aus dem Top der Luxussteuer abholt, sieht die wirtschaftlche Prognose für den Club nicht gut aus. Auch dazu in einem anderen Artikel sehr viel mehr im Journal.
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10. Oktober 2008
Zu früh gefreut
Ein Möbelhaus in Chicago hat vorher den Werbefilm gedreht, den man hinterher nicht mehr rechtzeitig fertigbekommen würde: den Film mit den strahlenden Gesichtern von ehemaligen Chicago-Cubs-Spielern, die sich über den World-Series-Erfolg der Mannschaft freuen. Das wäre wirklich was gewesen. Die Cubs haben schließlich seit hundert Jahren nicht mehr gewonnen und sind nach dem Ende der Durststrecke in Boston so etwas wie das arme Waisenkind von Major League Baseball. Die Hoffnungen der Alten und der Jungen platzten in der ersten Runde der Playoffs gegen die Los Angeles Dodgers.
Andere Hoffnungen platzen in diesen Tagen ebenfalls. Zum Beispiel jene von Team-Besitzer Sam Zell, der bis vor kurzem den Eindruck hatte, dass er den Club für über eine Milliarde Dollar verkaufen kann. Das war der Preis, den Mark Cuban geboten hatte. Die Finanzkrise, die soeben an der Wall Street alle in Dollar und Cent ermittelten Wertmaßstäbe pulverisiert, wird auch auf den Marktwert von Teams durchschlagen. Vor allem dann, wenn jemand gezwungen ist, wie vor ein paar Minuten auf dem Börsensender CNBC geunkt wurde, den gesamten Club oder Anteile daran zu verkaufen, weil er dringend Geld braucht. So etwas drückt die Preise. Ob der Kollege dabei an die Probleme der Moores-Familie gedacht hat?
Mark Cuban war mit den Dallas Mavericks am Donnerstag zu einem Vorbereitungsspiel gegen die Chicago Bulls in Chicago und wurde natürlich vor allem wegen der Cubs von den Reportern gelöchert.
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29. Oktober 2007
Red Sox gewinnen World Series - A-Rod macht von sich reden
So kurz und bündig wie die Boston Red Sox die World Series gewonnen haben, gibt es dann hier ebenso kurz und bündig das Resultat des letzten Spiels: 4:3 für die Red Sox, die erneut den Colorado Rockies in den vielen kleinen Dingen der hohen Baseballkunst überlegen waren.
Die Nachricht des Abends kommt aus New York: Die Wege von Alex Rodriguez und den New York Yankees trennen sich. A-Rod wollte nicht zu den alten Konditionen mit ein paar Millionen Aufschlag verlängern. Die Yankees sahen keinen Sinn darin, einen völlig neuen Deal auf die Beine zu stellen. Denn auf diese Weise hätten sie den enormen finanziellen Nachlass verloren, denen ihnen die Texas Rangers gewähren. Die Rangers hatten Rodriguez ursprünglich den 250-Millionen-Dollar-Wahnsinnskontrakt eingeräumt, dann aber nach einem Club gesucht, der ihnen die Last abnimmt. Es fanden sich nur George Steinbrenners Club und auch nur unter der Vorausetzung, dass die Rangers weiterhin knapp ein Drittel des Gehalts bezahlen. Welcher Club nun einsteigt, ist schwer zu sagen. Die Boston Red Sox haben die Mittel, aber theoretisch auch einen hervorragenden Third Baseman (Mike Lowell), der zum Most Valuable Player der World Series ernannt wurde. Allerdings ist der mit dem heutigen Tag Free Agent geworden. Das Tauziehen möge beginnen.
Die Nachricht des Abends kommt aus New York: Die Wege von Alex Rodriguez und den New York Yankees trennen sich. A-Rod wollte nicht zu den alten Konditionen mit ein paar Millionen Aufschlag verlängern. Die Yankees sahen keinen Sinn darin, einen völlig neuen Deal auf die Beine zu stellen. Denn auf diese Weise hätten sie den enormen finanziellen Nachlass verloren, denen ihnen die Texas Rangers gewähren. Die Rangers hatten Rodriguez ursprünglich den 250-Millionen-Dollar-Wahnsinnskontrakt eingeräumt, dann aber nach einem Club gesucht, der ihnen die Last abnimmt. Es fanden sich nur George Steinbrenners Club und auch nur unter der Vorausetzung, dass die Rangers weiterhin knapp ein Drittel des Gehalts bezahlen. Welcher Club nun einsteigt, ist schwer zu sagen. Die Boston Red Sox haben die Mittel, aber theoretisch auch einen hervorragenden Third Baseman (Mike Lowell), der zum Most Valuable Player der World Series ernannt wurde. Allerdings ist der mit dem heutigen Tag Free Agent geworden. Das Tauziehen möge beginnen.
16. Oktober 2007
Zerplatzte Ballons
Man kann einen erfolgreichen Nena-Song durchaus dazu verwenden, das Leid der Anhänger der Chicago Cubs zu illustrieren. Das Lied leidet darunter überhaupt nicht. An der traurigen Geschichte der Cubs - seit 99 Jahren kein Erfolg mehr in der World Series - wird es nichts ändern. Das Lied war in der deutschen Fassung ein Erfolg in den USA, mit einem englischen Text - 99 Red Balloons - in Großbritannien.
via With Leather und Home Run Derby.
via With Leather und Home Run Derby.
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30. Oktober 2006
St. Louis feiert die World Series des Grauens
Rund 500 000 Menschen haben am Sonntag in St. Louis den Gewinn der World Series gefeiert. Die einheimischen Cardinals hatten letzte Woche die höher eingeschätzten Detroit Tigers mit 4:1 klar besiegt. Sie hatten die besseren Pitcher und sie hatten nicht so viele folgenschwere Fehler begangen. Die Stadt hatte sich zuletzt an den Erfolgen des örtlichen Football-Teams berauscht, der St. Louis Rams, die aber nicht so sehr in Missouri verwurzelt sind. Die Rams waren wenige Jahre zuvor mit Hilfe einer neuen Arena aus Los Angeles - genauer gesagt aus Anaheim - weggelockt worden.
Ergänzung: Vor wenigen Minuten kam die aktuelle Liste der gefährlichsten amerikanischen Städte heraus. Was soll man sagen? St. Louis ist auf Platz 271 und damit die gefährlichste. Detroit steht auf Platz 270 und ist die glanzvolle Nummer zwei. Die World Series des Grauens. New York - einst das Abziehbild des Schreckens genannt Gotham - wird langsam, aber sicher zum Friedensbezirk. Die Metropolis rangiert auf 145 und damit vor vielen kleineren Städten, von denen man gewöhnlich überhaupt nichts hört.
Zweite Ergänzung: St. Louis führt offensichtlich eine weitere Liste an: die der Städte mit den meisten Fällen an Gonorrhoe, auf die Einwohnerzahl umgerechnet. Und - wie nicht anders zu erwarten - Detroit folgt auf dem Fuße. So etwas kann einfach nicht gesund sein: Gewalt und Geschlechtskrankheiten und Bier (Budweiser kommt hierher) und Baseball...
Ergänzung: Vor wenigen Minuten kam die aktuelle Liste der gefährlichsten amerikanischen Städte heraus. Was soll man sagen? St. Louis ist auf Platz 271 und damit die gefährlichste. Detroit steht auf Platz 270 und ist die glanzvolle Nummer zwei. Die World Series des Grauens. New York - einst das Abziehbild des Schreckens genannt Gotham - wird langsam, aber sicher zum Friedensbezirk. Die Metropolis rangiert auf 145 und damit vor vielen kleineren Städten, von denen man gewöhnlich überhaupt nichts hört.
Zweite Ergänzung: St. Louis führt offensichtlich eine weitere Liste an: die der Städte mit den meisten Fällen an Gonorrhoe, auf die Einwohnerzahl umgerechnet. Und - wie nicht anders zu erwarten - Detroit folgt auf dem Fuße. So etwas kann einfach nicht gesund sein: Gewalt und Geschlechtskrankheiten und Bier (Budweiser kommt hierher) und Baseball...
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27. Oktober 2006
Cardinals fast uneinholbar in Führung
Die World Series im Baseball ist hier letztlich ziemlich kurz gekommen. Das liegt auch an der Serie selbst, die nach dem gestrigen - im Grunde nicht zu fassenden - Erfolg der St. Louis Cardinals einen klaren Favoriten auf den Titel hat: die besagten Cardinals, die mit 3:1 Siegen nur noch einmal gewinnen müssen. Die Detroit Tiger haben schlechte Karten: Sie müssen alle ausstehenden Begegnungen der Best-of-Seven-Serie für sich entscheiden. Und danach sieht es nicht mehr aus. Die Pitcher der Cardinals sind einfach zu hartnäckig und arbeiten sich selbst aus schwierigen Situationen heraus. Jim Leyland schien gestern zwar richtig zu spekulieren, als er die Reihenfolge seiner Batter umstellte, denn die Mannschaft ging in Führung. Aber St. Louis popelte sich einen Run nach dem anderen zusammen und ging im achten Inning in Führung. Heute geht es weiter. Vielleicht war's das dann schon.
22. Oktober 2006
Tigers und Cardinals nach zwei Spielen exequo
Die Detroit Tigers haben Spiel zwei der World Series gewonnen. Und so geht das Duell zwischen den beiden Managern (und persönlichen Freunden) Jim Leyland und Tony La Russa weiter. Das Match, an dem Detroits Pitcher Kenny Rogers den größten Anteil hatte, hätte sein Kollege Todd Jones im letzten Inning beinahe noch versemmelt. Die Cardinals holten zum 1:3 auf und brachten drei Leute auf die Bases, ehe Catcher Molina einen Groundball produzierte, der der Tigers-Verteidigung den letzten Out bescherte. Montag ist Reisetag. Dienstag geht es in St. Louis weiter. Mehr über die beiden Manager in der Montagausgabe der FAZ (Print).
Randbemerkung: Major League Baseball und die mächtige Spielergewerkschaft haben einen Arbeitskampf um den neuen Tarifvertrag vermieden und sich geeinigt. Details wie etwa zu Fragen der Dopingbekämpfung sind noch nicht bekannt.
Randbemerkung: Major League Baseball und die mächtige Spielergewerkschaft haben einen Arbeitskampf um den neuen Tarifvertrag vermieden und sich geeinigt. Details wie etwa zu Fragen der Dopingbekämpfung sind noch nicht bekannt.
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20. Oktober 2006
Samstag geht's los: St. Louis gegen Detroit
An einem Abend, an dem die New York Mets so gut wie nichts gegen Pitcher Jeff Suppan ausrichten konnten, war es nicht weiter verwunderlich, dass sie am Ende mit langen Gesichtern in die Umkleidekabine trabten. Während dessen entkorkten die St. Louis Cardinals auf der anderen Seite der Katakomben des Shea Stadiums jede Menge Champagnerflaschen. Sie hatten das siebte und entscheidende Spiel der National League Championship Series mit 3:1 gewonnen und dürfen deshalb am Samstag gegen die Detroit Tigers in der World Series antreten. Für St. Louis ist das bereits die zweite Chance innerhalb der letzten zwei Jahre. 2004 hatten sie klar mit 0:4 Niederlagen gegen die Boston Red Sox verloren.Die zentrale Figur ist Manager Tony La Russa, ein studierter Jurist, der seit 1996 in Missouri unter Vertrag steht, nachdem er vorher eine erfolgreiche Zeit in Oakland verbracht hatte (ein World-Series-Erfolg im Jahr 1989 gegen die San Francisco Giants). La Russa gilt als Exponent der Theorie, wonach man im Baseball hauptsächlich mit statistischem Material arbeiten sollte, um Mannschaften zusammenzustellen und Spieler im Verlauf von Begegnungen ein- oder auszuwechseln.
Unter ihm wurde Mark McGwire zu einem anabol aufgepumpten Home-Run-König. Als die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln ruchbar wurde, tat La Russa alles, die Dopingvorwürfe zu verharmlosen.
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2. Oktober 2006
Baseball-Playoffs: Sympathien für wen?
Sentimentalität. Das ist die wichtigste Zutat für einen Baseball-Fan, der sich irgendwann im Leben für einen Club entscheidet und ihm verbunden bleibt. Die sentimentalsten Fans auf dem Baseball-Planeten wurden in den letzten Jahren ziemlich gut abgefunden. Erst gewannen die Red Sox aus Boston die World Series. Dann die White Sox aus Chicago. Und das, obwohl sie achtzig Jahre lang einen Weg gefunden hatten, sich noch jedes Mal rechtzeitig selbst aus dem Spiel zu nehmen. Die halbe Welt dachte, diese Mannschaften sind verflucht. Dabei waren sie meistens nur verflucht schlecht. Aber - siehe oben - wenn man sentimental an einer Institution hängt, kommt man auf die dollsten Gedanken, um irgendwie das rein Faktische, das Unangenehme, das Sinnlose, in eine irrationale Huldigung umzuwandeln. Sagte jemand Heiligenverehrung, Katholische Kirche?
Ich bin nicht sentimental genug, um mich für einen bestimmten Baseball-Club zu interessieren, in dem ganze Generationen von Entscheidungsträgern das Geld aus dem Fenster werfen und im Gegenzug dafür nichts Bemerkenswertes auf die Beine stellen. Nicht in einer dermaßen detailliert analysierten Sportart, in der fast alle verborgene kreative Attraktivität ausgetreten wird wie ein Feuer, vor dem man Angst hat, es könnte sich zu eine Flächenbrand ausweiten. Ich bewundere die Leute von Sabernomics und Michael Lewis, der das Buch Moneyball (Untertitel: "The Art of Winning an Unfair Game") geschrieben hat, weil sie gezeigt haben, worauf es ankommt, um in der Maschine namens Major League Baseball Erfolg zu haben: auf eine kaltschnäuzige, radikal rationale Bewertung des vorhandenen Datenmaterials. Gut für alle, die das umsetzen können. Schlecht für uns. Wir dachten Baseball sei ein Spiel. Es ist wohl etwas anderes.
Ich bin nicht zynisch genug, um mich NICHT an manchen lauen Sommerabenden und nicht ganz so lauen Herbstabend in ein Stadion zu wünschen, in dem sich tausende von Menschen versammeln, die dem Ereignis einen gewisse Stimmung verleihen. Denn sie sind sentimental und hoffnungsfroh und enttäuschbar. Und sie sind es, die sich hinterher noch einmal kurz umdrehen und hinunter in die Stadionschüssel schauen und warten, bis das Licht ausgeht. Man kann sich in sie hineinversetzen und durch sie einen Zugang zu der Frage finden: Für welches Team entwickelt man Sympathien? Aber ich bin da nie sehr weit gekommen. Am stärksten haben mich in den neunziger Jahren die Atlanta Braves begeistert, was wohl auch daran lag, dass ich mich mit ihnen und ihrem damaligen Pitcher Tom Glavine auseinandergesetzt hatte (für eine umfangreiche Geschichte in der Zeitschrift Sports). In dem Jahr, in dem die Boston Red Sox endlich die Yankees weggefegt haben, haben ich denen die Daumen gedrückt. Das lag vor allem daran, dass ich ein paar Jahre vorher bei der Arbeit an einem Bericht über Michael Jordan in den Minor Leagues in Birmingham/Alabama Manager Terry Francona kennengelernt hatte. Francona hatte damals so cool gewirkt angesichts des Affentheaters rund um Jordan.
Die Red Sox haben es nicht in die Playoffs geschafft, die White Sox auch nicht. Die Chicago Cubs, die jetzt eigentlich an der Reihe wären, kamen nie in Frage. So erwärmen sich jetzt einige an den Mets, weil sie auf eine Wiederholung der Subway Series gegen die Yankees hoffen, was man eigentlich niemanden wünschen darf. Niemand außerhalb der Stadt wird sich für so etwas interessieren. Nicht mal die Sentimentallissimos.
Ich bin nicht sentimental genug, um mich für einen bestimmten Baseball-Club zu interessieren, in dem ganze Generationen von Entscheidungsträgern das Geld aus dem Fenster werfen und im Gegenzug dafür nichts Bemerkenswertes auf die Beine stellen. Nicht in einer dermaßen detailliert analysierten Sportart, in der fast alle verborgene kreative Attraktivität ausgetreten wird wie ein Feuer, vor dem man Angst hat, es könnte sich zu eine Flächenbrand ausweiten. Ich bewundere die Leute von Sabernomics und Michael Lewis, der das Buch Moneyball (Untertitel: "The Art of Winning an Unfair Game") geschrieben hat, weil sie gezeigt haben, worauf es ankommt, um in der Maschine namens Major League Baseball Erfolg zu haben: auf eine kaltschnäuzige, radikal rationale Bewertung des vorhandenen Datenmaterials. Gut für alle, die das umsetzen können. Schlecht für uns. Wir dachten Baseball sei ein Spiel. Es ist wohl etwas anderes.
Ich bin nicht zynisch genug, um mich NICHT an manchen lauen Sommerabenden und nicht ganz so lauen Herbstabend in ein Stadion zu wünschen, in dem sich tausende von Menschen versammeln, die dem Ereignis einen gewisse Stimmung verleihen. Denn sie sind sentimental und hoffnungsfroh und enttäuschbar. Und sie sind es, die sich hinterher noch einmal kurz umdrehen und hinunter in die Stadionschüssel schauen und warten, bis das Licht ausgeht. Man kann sich in sie hineinversetzen und durch sie einen Zugang zu der Frage finden: Für welches Team entwickelt man Sympathien? Aber ich bin da nie sehr weit gekommen. Am stärksten haben mich in den neunziger Jahren die Atlanta Braves begeistert, was wohl auch daran lag, dass ich mich mit ihnen und ihrem damaligen Pitcher Tom Glavine auseinandergesetzt hatte (für eine umfangreiche Geschichte in der Zeitschrift Sports). In dem Jahr, in dem die Boston Red Sox endlich die Yankees weggefegt haben, haben ich denen die Daumen gedrückt. Das lag vor allem daran, dass ich ein paar Jahre vorher bei der Arbeit an einem Bericht über Michael Jordan in den Minor Leagues in Birmingham/Alabama Manager Terry Francona kennengelernt hatte. Francona hatte damals so cool gewirkt angesichts des Affentheaters rund um Jordan.
Die Red Sox haben es nicht in die Playoffs geschafft, die White Sox auch nicht. Die Chicago Cubs, die jetzt eigentlich an der Reihe wären, kamen nie in Frage. So erwärmen sich jetzt einige an den Mets, weil sie auf eine Wiederholung der Subway Series gegen die Yankees hoffen, was man eigentlich niemanden wünschen darf. Niemand außerhalb der Stadt wird sich für so etwas interessieren. Nicht mal die Sentimentallissimos.
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