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1. Juli 2010

Dirk auf dem Weg nach Dallas

INDIANAPOLIS, UNITED STATES - SEPTEMBER 06:  WM 2002, Indianapolis; Dirk NOWITZKI/GER mit seinem Foerderer Holger GESCHWINDNER  (Photo by Andreas Rentz/Bongarts/Getty Images)
Während LeBron James in Cleveland Hof hält und am ersten Tag der mit dem 1. Juli angebrochenen Verhandlungsphase die Vertreter der New Jersey Nets und der New York Knicks empfing, wurde Dirk Nowitzki in New York gesichtet. Die NBA-Stars scheinen auf eine kuriose Weise mit uns und unseren Erwartungen Karussell zu fahren. Für James geht es morgen weiter. Die Delegationen der Los Angeles Clippers und Miami Heat sind als Nächstes an der Reihe.

Währenddessen sitzt Donnie Nelson in Dallas auf heißen Kohlen. Denn außer einem Sack Geld kann er seinem besten Spieler nicht viel bieten. Der scheint sich gut mit Jason Kidd zu verstehen und hat wohl seinen Point Guard zuhause aufgesucht. Worüber werden die beiden alt gewordenen Herren reden? Darüber, wie man aus den Mavericks eine richtig starke Mannschaft machen kann? Oder wie man mit einem Empfangskomitee von tausend Fans am Flughafen umgeht, das sich gar nicht vorstellen kann, dass Dirk Nowitzki bei einem anderen Club anheuert. Oder vielleicht doch, weshalb man dem Basketballspieler schon mal den größtmöglichen Respekt zollt.

Die amerikanischen Medien spekulieren bei Nowitzki immer auf eine schön-altmodische Weise. Sie glauben, dass er auf Kidd hört und dass er sich von Donnie Nelson das Ohr abquatschen lässt. Niemand käme auch nur auf die Idee, sich auf die Fersen von Holger Geschwindner zu machen und den zu fragen. Dabei wird der schon lange wissen, wo sein Schützling das Ende seiner Karriere ausklingen lassen soll. Er hat ihm schließlich jahrelang all das beigebracht, mit dem Nowitzki zu einem der besten fünf oder sechs aktuellen NBA-Profis wurde.

Und Geschwindner ist nie ganz weit weg. Am Mittwoch rief er aus Deutschland Donnie Nelson an, der auf dem Weg nach Deutschland und bereits am Ticketschalter am Flughafen war, um Nowitzki in Würzburg aufzusuchen. Er sagte dem Mavericks-Manager, dass die beiden bereits auf dem Weg nach Dallas seien. Er könne sich den Trip sparen. Man sehe sich am Donnerstag.

Donnerstag war heute. Die beiden landeten in New York und verschoben die Weiterreise um einen Tag. Nun also soll, wie man hört, das Meeting am Freitag stattfinden.

Am Donnerstag haben übrigens einige Leute Nägel mit Köpfen gemacht: Phil Jackson hängt noch ein Jahr als Trainer bei den Los Angeles Lakers dran. Und Byron Scott wird der neue Coach der Cleveland Cavaliers. Scott war der Hauptfaktor für die guten Jahre der New Jersey Nets und den Aufschwung der New Orleans Hornets. Er übernahm den Posten im Wissen, dass LeBron James womöglich woanders unterschreibt. Anders als Tom Izzo, der den Sprung vom lockeren Job als College-Trainer in Michigan State nicht ohne eine Zusicherung von James aufgeben wollte, griff der zuletzt arbeitslose Scott beherzt zu. Warum auch nicht? Er ist ein NBA-Lifer.

17. Oktober 2006

Nowitzki wartet auf seinen Einsatz

Der erste Auftritt der Dallas Mavericks im amerikanischen Fernsehen heute abend wird zu einer halbseidenen Sache. Dirk Nowitzki hat die ersten drei Vorbereitungsspiele auf Wunsch von Trainer Avery Johnson ausgesessen und wird das wohl auch heute im Match gegen die Houston Rockets tun. Niemand in Dallas macht sich Sorgen. Der Würzburger trainiert fleißig, aber wird nach dem anstrengenden Sommer mit der Basketball-WM in Japan geschont. Er rechnet selbst erst für Donnerstag mit einem Einsatz, sagte er dem Fort Worth Star-Telegram - in einer Begegnung gegen die Milwaukee Bucks (via MavsMoneyBall).

Mit einer Woche Verspätung hat die Dallas Morning News das Geschwindner-Urteil aufgegriffen. Reporter Eddie Sefko ging lieber nicht auf die Details ein, sondern beschäftigte sich in einem Gespräch mit Dirk Nowitzki nur mit der Frage, ob sein persönlicher Trainer angesichts der zur Bewährung ausgesetzten Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe Deutschland verlassen und nach Texas reisen darf. Dirkules weiß es auch nicht.

Bild: Link zur Dirk-Nowitzki-Seite auf nba.com

10. Oktober 2006

Geschwindners Millionenspiel bleibt verworren

Die ganze Sache mit dem Geld und Nowitzkis Freund und Entdecker Holger Geschwindner bleibt mysteriös. So berichteten mehrere (auch dpa), dass sich die Steuerschulden nach Angaben des Richters in Hof auf 3 Millionen Euro belaufen habe. Gleichzeitig erklärte die Online-Ausgabe des Bayrischen Rundfunks in München, die offensichtlich einen Korrespondenten vor Ort hatte:
"Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Geschwindner für seine Tätigkeit als Trainer und Manager mindestens 1,25 Millionen Euro erhalten habe. Die tatsächliche Höhe sei jedoch unklar. Damit wäre der Angeklagte nicht nur einkommenssteuer-, sondern auch umsatz- und gewerbesteuerpflichtig gewesen."
Gut. Aber wie werden aus Einkünften von 1,25 Millionen Euro Steuerschulden von 3 Millionen? Sind jetzt die Abgaben inklusive Soli-Zulage so hoch, dass man mehr ans Finanzamt abgeben muss, als man einnimmt? Und kann man keine Betriebskosten mehr absetzen?

So fragt man sich, ob auch die anderen Informationen stimmen. So soll Geschwindner bis 2005 einen auf neun Jahre ausgelegten Vertrag mit Dirk Nowitzki gehabt haben, der ihm 20 Prozent von dessen Einnahmen gerantierte. Ein schöner Lohn. Der Vertrag wurde vor einem Jahr erneuert. Über dessen Konditionen wurde nicht berichtet. Außerdem soll Geschwindner dem Finanzamt inklusive Zinsen 5 Millionen Euro geschuldet und bezahlt haben. Wo das viele Geld bloß herumgelegen hat? Ich tippe mal: nicht im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland.

Geschwindner, der sich selbst gerne als vertrödelten Mathematiker darstellt, habe
vorsätzlich gehandelt, sagte Zech laut BR Online. "Jeder weiß, dass er Einkommenssteuer zu zahlen hat." Besonders Leute, die derartige Summen verdienen.

Blick zurück: Die Meldung über Urteil gegen Geschwindner

9. Oktober 2006

Geschwindner: Ein Jahr auf Bewährung

Das deutsche Finanzamt hat den Streit mit Holger Geschwindner gewonnen. Der Nowitzki-Entdecker gab am Montag vor Gericht zu, Steuern auf Einnahmen hinterzogen zu haben, die ihm durch seine Arbeit mit einem der wohlhabendsten deutschen Sportler entstanden waren. Das Geständnis reichte nicht, um aufzuklären, wie hoch die fraglichen Summen gewesen sind. Nachwievor geistern unterschiedliche Beträge in der Öffentlichkeit herum. Aber es genügte für eine einjährige Gefängnisstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Geschwindner hatte vor einem Jahr in der Sache eine Zeit lang in Untersuchungshaft verbracht.

Laut Bild-Online hatte die Staatsanwaltschaft sogar 22 Monate Haft auf Bewährung gefordert, während die Verteidigung auf eine Verwarnung und 18 000 Euro Geldstrafe plädierte. Das interessanteste Detail der Meldung: Geschwindner hat die Steuerschulden beglichen.