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15. Januar 2010
Agent Zero geht mindestens sechs Monate ins Gefängnis
Gilbert Arenas wird ins Gefängnis gehen müssen. Das ist die Konsequenz eines Schuldgeständnisses, das er am Freitag vor Gericht in Washington abgelegt hat. Zum Strafmaß wird noch spekuliert. Aber unter sechs Monaten Freiheitszentzug gibt's für diese Verstöße gegen das Waffengesetz nichts. Das ist die Unterkante. Täter in schwereren Fällen erhalten bis zu fünf Jahren. Die nächste Frage: Werden sich die Wizards auf den Rahmentarifvertrag berufen und den mit insgesamt 111 Millionen Dollar bestens dotierten Vertrag aufkündigen? Ein Experte in einem Online-Chat der Washington Post wusste zu diesem Thema zumindest so viel: "Obwohl der Text auf Arenas Handlungsweise anwendbar scheint, hat noch keine Mannschaft die Klausel 16 [des Vertrags] erfolgreich umsetzen können. Zwei kleine Beispiele: Die Warriores habe das mit Latrell Srrewell versucht, nachdem er seinen Trainer gewürgt hatte. Ein Schiedsgericht entschied, dass das Verhalten war schrecklich sei, aber nicht notwendigerweise schwer genug, um seinen Vertrag aufzulösen. Das andere Beispiel war Vin Baker und die Celtics. Die Celtics haben ihm am Ende zu einem Buyout überredet, bei dem er ungefähr die Hälfte des Geldes erhielt, das ihm andernfalls im Rahmen seines Vertrages zustand. "
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5. Oktober 2009
Der Klingbeutel: Recht so
Für Oakland-Raiders-Coach Tom Cable sieht es nicht gut aus. Die Attacke gegen seinen Assistenten könnte zu seiner Verhaftung führen.
• Der Besuch einer New Yorker Zeitung im Gefängnis bei Plaxico Burress (einst der Held der New York Giants)
• Die Polizei hat einen Verdächtigen in der Video-Affäre um Erin Andrews festgenommen. Die Ermittlungsergebnisse wurden von Deadspin publiziert. Sie zeigen, wie detailliert sich die Behörden mit solchen Dingen wie kleinen Gucklöchern in Hoteltüren beschäftigen.
• Ein kanadischer Eishockey-Blog nimmt Toronto Maple Leafs Trainer Ron Wilson hops. Seine zu Papier gebrachten Motivationssprüche entlarven einen hochsimplen Arbeitsansatz. Jeder Sportfan käme auf solche Ideen.
• Der Besuch einer New Yorker Zeitung im Gefängnis bei Plaxico Burress (einst der Held der New York Giants)
• Die Polizei hat einen Verdächtigen in der Video-Affäre um Erin Andrews festgenommen. Die Ermittlungsergebnisse wurden von Deadspin publiziert. Sie zeigen, wie detailliert sich die Behörden mit solchen Dingen wie kleinen Gucklöchern in Hoteltüren beschäftigen.
• Ein kanadischer Eishockey-Blog nimmt Toronto Maple Leafs Trainer Ron Wilson hops. Seine zu Papier gebrachten Motivationssprüche entlarven einen hochsimplen Arbeitsansatz. Jeder Sportfan käme auf solche Ideen.
26. September 2009
Das Gesicht eines Super-Bowl-Gewinners
Das Gesicht einer Super-Bowl-Gewinners ein paar Monate später. Dies ist das offizielle Gefängnisfoto von Plaxico Burress, einst als Wide Receiver bei den New York Giants unter Vertrag, dann eines Nachts Ende des letzten Jahres mit einer geladenen Schusswaffe in einem Nachtclub in Manhattan unterwegs. Die Pistole entlädt sich und verletzt Burress im Oberschenkel. Er braucht ärztliche Hilfe, und so kommen ihm die Polizei und die Staatsanwaltschaft auf die Spur. Waffenbesitz mag in anderen Teilen Amerikas eine Selbstverständlichkeit sein. In der Stadt New York kann so etwas bereits eine Strafe nach sich ziehen. Besonders, wenn man die Öffentlichkeit gefährdet. Um eine höhere Strafe als die zwei Jahre zu vermeiden, gab der Football-Profi die Tat zu. Auch sein ehemaliges Team und die Liga schlugen kräftig zu. Die Strafe könnte bei guter Führung aufg 20 Monate reduziert werden. Die Haftzeit wird er in einem Gefängnis in Beacon verbringen, etwa 70 Kilometer außerhalb von New York. In Einzelhaft, weil er als prominenter Gefangener sonst mit Provokationen von anderen Insassen rechnen muss (via Deadspin und Smoking Gun).Blick zurück: Nachladen – das Echo auf den Fall Burress
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24. August 2009
Fünf Jahre Gefängnis für Nowitzkis Ex
Die ehemalige Lebensgefährtin von Dirk Nowitzki ist heute in St. Charles im Bundesstaat Missouri zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Und alles nur, weil Cristal A. Taylor, inzwischen 38, seit Jahren gegen die Auflagen einer zu Bewährung ausgesetzten Haftstrafe verstoßen hatte, mit der sie aufgrund einer alten Geschichte zu tun hatte. Wann sie wieder herauskommt, ist noch nicht ganz klar. Ein Teil der neuen Strafe wird ihr angerechnet. Gute Führung hinter Gittern würde ihre eine weitere Ermäßigung bringen. In den Meldungen von der Urteilsverkündung wird erneut nicht verbindlich gesagt, ob Taylor tatsächlich schwanger ist, sondern nur spekuliert. Was Nowitzki und den möglichen Nachwuchs angeht, so hat sein Anwalt bereits für den Fall des Falles das alleinige Sorgerecht beantragt. Dass sich die Mama um den Säugling kümmern wird, ist aufgrund des heutigen Urteils schlichtweg ausgeschlossen.
Blick zurück: Nowitzki redet über seine privaten Probleme
Blick zurück: Kein bisschen Mitleid – Nowitzki kurioser Mangel an Interesse für die Frau, die er fast geheiratet hätte
Blick zurück: Nowitzki redet über seine privaten Probleme
Blick zurück: Kein bisschen Mitleid – Nowitzki kurioser Mangel an Interesse für die Frau, die er fast geheiratet hätte
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16. August 2009
Vicks erstes Fernsehinterview
Michael Vick hat heute abend in der amerikanischen Magazinsendung 60 Minutes sein erstes Fernsehinterview gegeben. Das Timing für den Auftritt und die Auswahl der Sendung war sicher kein Zufall. Denn nachdem er vor ein paar Tagen einen Vertrag bei den Philadelphia Eagles unterschrieb, interessierte sich die Sportwelt dafür, wie er denn einer wie er nach zwei Jahren Gefängnis seine Läuterung dokumentiert. Er hat geweint, sagt er, hat erkannt, dass er Schuld auf sich geladen hatte, sagt er. Aber den Hassgefühlen vieler Amerikaner kann er trotz alle dem nicht entgehen. Der Medienblog Gawker verweist auf die Kommentare auf der CBS-Seite, auf der das Interview gepostet wurde und auf Twitter, wo viele Leute ihr krudes Gefühl artikulieren, dass Vick noch nicht genug bestraft worden ist.
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23. Juli 2009
Wer die Qual hatte, hat die Wahl
Michael Vick soll nach Informationen von zwei ESPN-Reportern in der nächsten Woche die Chance erhalten, jenen 31 Clubs der National Football League seine Dienste anzubieten, die ihn noch nicht unter Vertrag hatten. Die Atlanta Falcons hatten sich angesichts der strafrechtlichen Probleme des Quarterbacks von ihm, so schnell es ging, distanziert, aber erst im Juni vertraglich getrennt. Bis dahin hatte das Team den im Mai aus dem Gefängnis entlassenen Football-Profi überall herumgereicht. Aber kein Club wollte ihn haben, beziehungsweise für ihn im Rahmen eines Tausches irgendeinen Spieler abgeben. Das hatte womöglich damit zu tun, dass die NFL-Spitze den wegen Tierquälerei verurteilten Vick auf unbestimmte Zeit gesperrt hatte. Eine solche Sanktion kann eine Liga jedoch nicht ewig aufrecht erhalten, wenn sie nicht Gefahr laufen will, wegen Diskriminierung verklagt zu werden. So soll der 29-jährige in dieser Saison noch einen Nachschlag von vier Spielen Sperre erhalten. Und dann wird ein Strich unter die Angelegenheit gezogen.In seiner besten Zeit war Vick der höchstbezahlte Spieler in der NFL. Die beiden Strafprozesse (bundesrechtlich sowie in Virginia auf der Basis des dort geltenden bundestaatlichen Rechts) haben sein Vermögen auf Fingerhutgröße reduziert.
Blick zurück: Vick zahlt Millionen an Atlanta, um aus seinem Vertrag herauszukommen
Blick zurück: Die Villa, die keiner haben will
Blick zurück: 23 Monate Freiheitsentzug und ein Schrieb an den Richter
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14. Juni 2009
Kein bisschen Mitleid
Ein Mann, ein Ball, ein Ziel, ein Video mit Symbolkraft: Dirk Nowitzki trainiert und trainiert und trainiert....
Ziemlich alleine ist auch die kleine Frau, die die Polizei in seinem Haus festgenommen hat. Sie sitzt in Untersuchungshaft, weil ihr das Geld für die Kaution fehlt. Wenn man etwas länger nachdenkt, stößt man zumindest auf einige ungelöste Fragen: Nachwievor gibt es keine Nachrichten, wonach Dirk Nowitzki von der Dame auf gesetzwidrige Weise geschädigt wurde. Warum hilft aber ein Mensch mit viel Geld nicht einer Frau, mit der er mal ziemlich eng zusammen war (und die Zeitungsberichten zufolge ein Kind von ihm erwartet), wenn die ihm offensichtlich de jure noch nie zu nahe getreten ist? Warum empfindet der Fahnenträger auf einmal so wenig Zuneigung zur Mutter seines ungeborenen Kindes, dass er sie im Knast schmoren lässt? Glaubt er, dass die Haftanstalten in Texas so etwas sind wie Pflegeheime, in denen die Menschen bestens versorgt werden? Oder ist da doch etwas vorgefallen, was ihn zutiefst verletzt hat, woraufhin er – anders als im Steuerhinterziehungsfall Geschwindner (musste ebenfalls in U-Haft, und zwar weil die Finanzbehörden mit Erfolg beim zuständigen Richter wegen Verdunkelungsgefahr antchambrierten) – jede Form von Solidarität sausen ließ?
Wie so oft werden solche Fragen gar nicht erst aufgeworfen, wenn in den Medien die Güterabwägung vorgenommen wird. Denn zunächst gilt mal die Unschuldsvermutung auch gegenüber einem Menschen, der selbst gar nicht in die Mühlen der Justiz geraten ist. "Nicht berichten" und "Nicht nachhaken" kann man auf unterschiedliche Weise. Die bislang geschickteste Methode in diesem Zusammenhang kann man dieser Geschichte in der Würzburger Mainpost finden. Da werden den Lesern all jene süffisanten Informationen geliefert, nach denen sie gieren, aber gleichzeitig mit einer saftigen Medienschelte drapiert. Honi soit qui mal y pense. "Scheinbar seriöse Blätter der Republik" hätten im Privatleben des Sohnes der Stadt herumgestochert, heißt es da ohne einen Anflug von Ironie und ohne einen Hinweis darauf, dass der besagte Sohn der Stadt der Öffentlichkeit eine Antwort schuldet. Zumindest auf die eingangs aufgeworfene Frage: Warum, Herr Nowitzki, lassen sie die mutmaßliche Mutter ihres Kindes in einer Zelle in Texas sitzen, während Sie in den Indischen Ozean in die Ferien fliegen? Die Antwort des Vaters reicht nicht.
1. April 2009
Tour d'horizon: Vom Boxweltmeister zum Sportswriter (über den Umweg Lolita)
Aus aktuellem Anlass ein Video über Jack Johnson, den ersten schwarzen Boxweltmeister im Schwergewicht (1908 bis 1915). Er saß ein Jahr im Gefängnis, weil er mit einer weißen Frau sexuelle Beziehungen hatte. Mit seiner eigenen Frau. Er wurde mit einem Jahr Gefängnis bestraft. Senator John McCain, der im November die Wahl um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten gegen Barack Obama verloren hatte, kam auf die Idee, dass Johnson begnadigt werden soll, und will eine entsprechende Beschlussvorlage im Kongress einbringen. Das Projekt kommt ziemlich spät. Johnson starb 1946 im Alter von 68 Jahren.
Johnson war übrigens der erste Mensch, der wegen des Gesetzes (Mann Act, benannt nach dem Politiker, der es eingebracht hatte) verurteilt wurde. Die Erläuterungen zu diesem Gesetz auf der deutschen Wikipedia-Seite sind etwas knapp geraten (auch wenn die den interessanten Hinweis auf Chuck Berry und seine Verurteilung in den sechziger Jahren enthält). Ich empfehle zum besseren Verständnis der Thematik den englischsprachigen Eintrag. Er beschreibt die Erfahrungen von noch mehr, auch weißen Figuren wie Charlie Chaplin. Und er beschäftigt sich mit der Vermutung, dass Vladimir Nabokovs Roman Lolita möglicherweise auf einem echten Fall basiert, in dem ebenfalls der Mann Act eine Rolle spielte. Weltliteratur und das amerikanische Recht – was für eine Kombi...
An dieser Stelle möchte ich gerne abschweifen, weil mich die Recherchen zu Nabokov auf etwas gebracht haben, was mich ehrlich gesagt mehr fasziniert als ein weiterer klassischer Fall von Rassismus in den USA. Ich bin nämlich zu der Webseite des ehemaligen ZEIT-Redakteurs Dieter E. Zimmer gelangt, der sich intensiv mit dem Schriftsteller und noch akribischer mit Lolita beschäftigt hat. So bemüht er sich seit einigen Jahren darum, die fiktiven amerikanischen Orte in dem Roman (und davon gibt es sehr, sehr viele, weil die Figuren in der Geschichte enorm viel herumreisen) mit US-Echtorten abzugleichen. Das Angenehme an seiner Arbeit (und am Internet): Heute konnte ich zum ersten Mal sehen, dass auch Schauplätze darunter sind, die ich sehr gut kenne: das Interlaken Inn in Lakeville und die sehr ländlichen Litchfield Hills, in denen ich mich gewöhnlich am Wochenende aufhalte, um dem nervigen Dauergeräusch namens New York zu entkommen.
Die Gegend hat es nicht in viele Romane von Rang geschafft. Ich erinnere mich daran, wie Richard Ford den Landstrich im Sportreporter (Originaltitel: The Sportswriter) abgewatscht hat. Er verspottete unsere Gegend als "indecisive Judas country" und nur etwas für "second-rate editors and agents of textbook writers". Und so schickte er seine Hauptfigur, Richard Bascombe, bei seiner Haussuche aus Connecticut wieder weg und nach New Jersey. In einen Ort namens Haddam, der fiktiv ist, aber wohl die Universitätsstadt Princeton zum Vorbild hat.
Eine Kritikerin sah übrigens Grund, in ihrer Besprechung von Richard Fords drittem Buch seiner Bascombe-Trilogie (The Lay of the Land), Nabokov und Ford zueinander in Beziehung zu bringen. Ford und sein "dirty realism" schneiden nicht gut ab:
"Nabokov’s Humbert can drag Lolita up and down highways, into the beds of random hotel rooms, and his villainy is endlessly transfixing. Bascombe, on the other hand, is more like the windbag neighbor you dread running into at the curb while picking up your newspaper. Extending his own metaphor: Ford should’ve cracked the whip harder."
Ende der Tour d'horizon? Fast. Nur noch schnell zu Richard Ford, dessen Arbeit ich sehr schätze. Sein Großvater war Profiboxer. Und auch er hat in seiner Jugend geboxt. Als Journalist arbeitete er für das Magazin Inside Sports und widmete sich dem Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten, als das Magazin zumachte und er nicht von Sports Illustrated angeworben wurde. Er fungierte später als Autor der Einleitung des Bildbands The Fight.
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31. März 2009
Der Klingelbeutel: Plaxico muss rein, Vick kommt raus
Mr. Plaxico Burress hat eine Frist bekommen, in der er die frische Luft da draußen in New Jersey noch ein bisschen genießen kann. Der Wide Receiver der New York Giants, der sich neulich mit einer illegal herumtransportierten Schusswaffe in einer Kneipe ins eigene Fleisch schoß, muss mit Gefängnis rechnen. Alles sieht nach einem Geständnis und einer Vereinbarung mir der Staatsanwaltschaft aus (plea bargaining). Einen Prozess will der Footballprofi wohl nicht riskieren.
• Mr. Michael Vick wird demnächst (im Mai) das Gefängnis verlassen können, weil er seine Strafe wegen Tierqäulerei abgesessen hat. Heute lief die Meldung über eine Einigung zwischen ihm und seinem alten Team, den Atlanta Falcons, über den Ticker. Der Club erhält Geld von ihm. Viel Geld: 6,5 Millionen Dollar. Auf diese Weise kommt der Quarterback aus seinem alten Vertrag heraus und kann seine Dienste anderen Mannschaften in der NFL anbieten. Für diese Dienste rechnet er mit einem Salär von 10 Millionen Dollar pro Jahr. Davon müsste er allerdings einen erheblichen Teil bei seinen Schuldnern abliefern. Er hatte vor einer Weile privat Konkurs angemeldet, weil er zahlungsunfähig wurde.
• Es gab den Pferdeflüsterer in Buchform und dann mit Robert Redford im Kino (nicht zu vergessen mit einer gewissen Scarlett Johansson, deren riesiger Schmollmund quasi über allem schwebte). Dann kam der Dog Whisperer, der Hundebesitzern hilft und auf einem Kabelkanal tief hinten im Sendergestrüpp einen Köter nach dem anderen an die Kandarre nimmt. Die nächste Flüstertüte ist ein ehemaliger Anwalt ohne brauchbare sportliche Erfahrung, dem einige NBA-Profis trauen, wenn sie ihr Spiel verbessern wollen. Ihn nennt man den Hoops Whisperer. Seine Methoden sind noch unkonventioneller als die des Nowitzki-Mentors Holger Geschwindner. Und das will was heißen. Ausgegraben hat ihn das Wall Street Journal. Zu seinen Kunden gehören: Carmelo Anthony (Denver Nuggets), Jason Richardson (Phoenix Suns) und Gilbert Arenas (Washington Wizards), um den es zuletzt etwas sehr still geworden ist. Idan Ravin heißt der Zauberer.
• Im Internet sind noch Stellen frei. Auch für Sportschreiber, die bei den Printerzeugnissen keine Zukunft mehr sehen. AOL Fanhouse hat gerade sechs Leute angestellt.
• Mr. Michael Vick wird demnächst (im Mai) das Gefängnis verlassen können, weil er seine Strafe wegen Tierqäulerei abgesessen hat. Heute lief die Meldung über eine Einigung zwischen ihm und seinem alten Team, den Atlanta Falcons, über den Ticker. Der Club erhält Geld von ihm. Viel Geld: 6,5 Millionen Dollar. Auf diese Weise kommt der Quarterback aus seinem alten Vertrag heraus und kann seine Dienste anderen Mannschaften in der NFL anbieten. Für diese Dienste rechnet er mit einem Salär von 10 Millionen Dollar pro Jahr. Davon müsste er allerdings einen erheblichen Teil bei seinen Schuldnern abliefern. Er hatte vor einer Weile privat Konkurs angemeldet, weil er zahlungsunfähig wurde.
• Es gab den Pferdeflüsterer in Buchform und dann mit Robert Redford im Kino (nicht zu vergessen mit einer gewissen Scarlett Johansson, deren riesiger Schmollmund quasi über allem schwebte). Dann kam der Dog Whisperer, der Hundebesitzern hilft und auf einem Kabelkanal tief hinten im Sendergestrüpp einen Köter nach dem anderen an die Kandarre nimmt. Die nächste Flüstertüte ist ein ehemaliger Anwalt ohne brauchbare sportliche Erfahrung, dem einige NBA-Profis trauen, wenn sie ihr Spiel verbessern wollen. Ihn nennt man den Hoops Whisperer. Seine Methoden sind noch unkonventioneller als die des Nowitzki-Mentors Holger Geschwindner. Und das will was heißen. Ausgegraben hat ihn das Wall Street Journal. Zu seinen Kunden gehören: Carmelo Anthony (Denver Nuggets), Jason Richardson (Phoenix Suns) und Gilbert Arenas (Washington Wizards), um den es zuletzt etwas sehr still geworden ist. Idan Ravin heißt der Zauberer.
• Im Internet sind noch Stellen frei. Auch für Sportschreiber, die bei den Printerzeugnissen keine Zukunft mehr sehen. AOL Fanhouse hat gerade sechs Leute angestellt.
22. Juli 2008
Baseball-Agent sitzt als Menschenschmuggler im Knast
Hier wäre ein weiteres Zeichen dafür, dass die starre Anti-Castro-Denke in den USA einer ausgewogeneren Haltung zumindest gegenüber den eigenen Staatsbürgern Platz macht: Ein Sportagent, der kubanische Baseballspieler in die USA geschmuggelt hat, sitzt seit vergangenen Jahr eine fünfjährige Gefängnisstrafe ab. Zur Zeit versucht er, ein Revisionsverfahren zu bekommen. Dabei wäre womöglich ein Gnadengesuch beim amtierenen Präsidenten sehr viel vielversprechender. Oder das denlen zumindest ein paar Leute. Wie Sportbeetrügerin Marion Jones, die noich bis September ihre Strafe wegen Meinweids absitzt. Immerhin regt sich dagegen – man möchte fast sagen erstaunlicher Weise – massiver Widerstand von kompetenter Seite. Der neue Chef des amerikanischen Leichtathletikverbands hat einen deftigen Protestbrief ans Weiße Haus gerichtet, den man bei Jens Weinreich in Auszügen lesen kann.
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2. Januar 2008
Gatlin muss weiter aussitzen
Der amerikanische Sprinter Justin Gatlin wollte eigentlich noch in diesem Jahr wieder seine Spikes anziehen und in Peking seine Goldmedaille von Athen über 100 Meter verteidigen. Daraus wird nichts. Das von ihm angerufene Schiedsgericht reduzierte zwar seine ursprüngliche Sperre von acht auf vier Jahre. Aber das bedeutet, dass er erst 2010 wieder einsteigen kann. Dann ist er 27 Jahre alt. Und bis dahin muss er sich irgendwie finanziell über Wasser halten. Wie teuer es werden kann, wenn man in die Aufklärung von Dopingfällen verwickelt wird und angehalten wird, die Wahrheit zu sagen, muss gerade Gatlins ehemaliger Trainer Trevor Graham feststellen. Der wartet noch immer auf seinen Prozess wegen uneidlicher Falschaussage - ein Kollateralfall der BALCO-Ermittlungen. Aber Grund für die letzte Verzögerung waren seine wirtschaftlichen Verhältnisse. Graham muss auf einen Pflichtverteidiger zurückgreifen, der sich erst noch in den Fall einarbeiten muss.
Mehr zum Entwicklungsstand in Sachen Gatlin, Graham, Marion Jones (wir warten auf das Strafmaß) und einen Namen, den wir bislang noch gar nicht auf dem Radarschirm hatten, findet man bei faz.net. Überschrift: "Ich bin meiner Chance beraubt worden". Der Text wird morgen in der Printausgabe erscheinen.
Blick zurück: Die Akte Marion Jones
Blick zurück: Justin Gatlin probierte es mit Football - vergeblich
Blick zurück: Trevor Graham angeklagt
Mehr zum Entwicklungsstand in Sachen Gatlin, Graham, Marion Jones (wir warten auf das Strafmaß) und einen Namen, den wir bislang noch gar nicht auf dem Radarschirm hatten, findet man bei faz.net. Überschrift: "Ich bin meiner Chance beraubt worden". Der Text wird morgen in der Printausgabe erscheinen.
Blick zurück: Die Akte Marion Jones
Blick zurück: Justin Gatlin probierte es mit Football - vergeblich
Blick zurück: Trevor Graham angeklagt
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14. Dezember 2007
Vick bat um Milde

Ehe Michael Vick am letzten Montag zu 23 Monaten Freiheitsentzug verurteilt wurde, schrieb er einen handschriftlichen Brief an den Richter und warb um Milde, Rücksicht und Verständnis. Und eine ganze Reihe von Prominenten tat es ihm gleich: George Foreman, Hank Aaron, Warrick Dunn, der Bürgermeister von Atlanta. Weil wir in den USA sind, gibt es diese Briefe mittlerweile auch online als pdf-Dateien. Zum Beispiel hier. Mehr zum Thema hat die Zeitung Daily Press aufgefahren (via You Been Blinded).
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9. Dezember 2007
Der Klingelbeutel: Urteil für Vick
• MONTAG IST großer Michael-Vick-Tag. Dann erfährt der ehemalige Quarterback der Atlanta Falcons, der schon seit ein paar Wochen aus freien Stücken im Gefängnis sitzt, wie lang die Strafe ausfallen wird, die er sich mit seinen Hundekämpfen eingehandelt hat. Das Maximum liegt bei fünf Jahren.
• VOR EINER GANZEN WEILE erlitt ein Projekt Schiffbruch, das auf dem Papier zumindest nach Gold und Diamanten roch: Es hieß mvp und hatte als Protagonisten die Herren Michael Jordan, Wayne Gretzky und John Elway. Es sollte auf den Wogen des ersten Internetbooms segeln, bis sich zeigte, dass die enormen finanziellen Erwartungen der Vermarktungsplattform dreier Sportlegenden außer Spesen und vielen Kosten nichts produziert. Die Stars verbrannten 65 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche. Man fühlt sich unweigerlich daran erinnert, wenn man liest, wie sich Basketballer LeBron James im zarten Alter von 22 auf eine Rolle als primus inter pares bei der Vermarktung anderer Sportler zutraut. Sein Laden - genannt LRMR - dürfte zwar im Moment sehr viel Rückenwind haben, weil seine Position als erfolgreiche Werbefigur unangetastet ist. Aber das viele Geld, das er und seine engen Berater in die Hand nehmen, um langsamm aber sicher ein kleines Imperium aufzubauen, bringt vorläufig überhaupt keine Zinsen, falls es überhaupt je dazu kommt. Viel mehr über die Rolle, die James im amerikanischen Sportkommerz spielen will, findet man in einer umfangreichen und ausführlich recherchierten Geschichte des US-Wirtschaftsmagazins Fortune (via nba-blog).
• DAVID BECKHAM will bekanntlich dem Fußball in den USA aus seinem Stadium eines Schwellenlandes heraushelfen und ganz nach oben führen. Und zwar ganz persönlich. Wenn er so weiter macht, wird er in etwa 3000 Jahren jedem Aspiranten im direkten Gegenüber eine kleine Unterrichtseinheit vermittelt haben. So eine wie im Fall der Kinder des Rappers Snoop Dog. Diese soll allerdings im Fernsehen laufen. Sie muss besonders beeindruckend ausgefallen sein. Was aus der Sache mit Angelina Jolies Sohn geworden ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Im Moment ist der allerdings in New Orleans schwer beschäftigt und hat das Projekt vielleicht schon wieder vergessen.
• VOR EINER GANZEN WEILE erlitt ein Projekt Schiffbruch, das auf dem Papier zumindest nach Gold und Diamanten roch: Es hieß mvp und hatte als Protagonisten die Herren Michael Jordan, Wayne Gretzky und John Elway. Es sollte auf den Wogen des ersten Internetbooms segeln, bis sich zeigte, dass die enormen finanziellen Erwartungen der Vermarktungsplattform dreier Sportlegenden außer Spesen und vielen Kosten nichts produziert. Die Stars verbrannten 65 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche. Man fühlt sich unweigerlich daran erinnert, wenn man liest, wie sich Basketballer LeBron James im zarten Alter von 22 auf eine Rolle als primus inter pares bei der Vermarktung anderer Sportler zutraut. Sein Laden - genannt LRMR - dürfte zwar im Moment sehr viel Rückenwind haben, weil seine Position als erfolgreiche Werbefigur unangetastet ist. Aber das viele Geld, das er und seine engen Berater in die Hand nehmen, um langsamm aber sicher ein kleines Imperium aufzubauen, bringt vorläufig überhaupt keine Zinsen, falls es überhaupt je dazu kommt. Viel mehr über die Rolle, die James im amerikanischen Sportkommerz spielen will, findet man in einer umfangreichen und ausführlich recherchierten Geschichte des US-Wirtschaftsmagazins Fortune (via nba-blog).• DAVID BECKHAM will bekanntlich dem Fußball in den USA aus seinem Stadium eines Schwellenlandes heraushelfen und ganz nach oben führen. Und zwar ganz persönlich. Wenn er so weiter macht, wird er in etwa 3000 Jahren jedem Aspiranten im direkten Gegenüber eine kleine Unterrichtseinheit vermittelt haben. So eine wie im Fall der Kinder des Rappers Snoop Dog. Diese soll allerdings im Fernsehen laufen. Sie muss besonders beeindruckend ausgefallen sein. Was aus der Sache mit Angelina Jolies Sohn geworden ist, bleibt weiterhin ein Rätsel. Im Moment ist der allerdings in New Orleans schwer beschäftigt und hat das Projekt vielleicht schon wieder vergessen.
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30. November 2007
Der Klingelbeutel: NFL auf Dänisch
Zwei Mitangeklagte von Michael Vick im Tierquäler-Prozess wissen jetzt, was gefängnistechnisch auf sie zukommt. Der eine bekam 18 Monate, der andere 21. Und das obwohl sie als erste im Verfahren gestanden hatten und der Staatsanwaltschaft helfen wollten, den Quarterback als Hauptübeltäter zu fingern. Vick kann deshalb damit rechnen, dass seine Strafe noch höher ausfällt. Er marschierte bereits vor ein paar Tagen freiwillig in eine Strafanstalt und erhält als Belohnung noch ein getrenntes Verfahren des Staates Virginia an den Hals. Dass der einstige NFL-Star so etwas nicht hat kommen sehen und eine andere Freizeitbeschäftigung finden konnte, bleibt das große Mysterium.
Ein US-Blogger hatte den Mut, die dänische Version der gestrigen Übertragung vom NFL-Top-Spiel Dallas gegen Green Bay anzuschauen und sie zu beschreiben. So verwegen und so bedürftig waren manche, um das Spiel anzuschauen, das in den Vereinigten Staaten unter Ausschluss eines großen Teils der Öffentlichkeit stattfand.
Wenn NASCAR-Manager nach einer Erklärung dafür suchen sollten, wieso der enorme Publikumszuwachs der letzten Jahre abrupt zum Stoppen gekommen ist, sollten sie mal die Motorhaube öffnen und diesen Umstand reparieren: Seit fünf Jahren gewinnt ein Mann die Wahl zum populärsten Fahrer, der nicht die Spur einer Chance auf den Nextel Cup (demnächst Sprint Cup) hat. Was da passiert, nennen wir auf gut Englisch: disconnect. Wie funktioniert das? Dale Earnhardt jr. ist zwar in der Lage, einen Tross von Fans für sich einzunehmen - charmant und gut mit Werbeverträgen ausgestattet, wie er nun mal ist - aber die schalten nicht ein, solange er nicht vorne mitfährt. Die New York Times, die nur selten die Rennserie ausführlich unter die Lupe nimmt, vermerkte vor ein paar Tagen dieses überraschende Resultat: Das letzte Rennen aus Homestead außerhalb von hatte einen jämmerlichen 79. Platz in der Wochentabelle der Einschaltquoten produziert. Für die gesamte Saison meldete Bloomberg News dieses Resultat: Alle außer sieben Rennen von insgesamt 36 haben in der abgelaufenen Saison Zuschauereinbußen hinnehmen müssen. Natürlich könnte sich das ändern, falls Earnhardt in der nächsten Saison mal wirklich vorne mitjagt, und die Basis dafür ist mit seinem Teamwechsel auch gelegt. Aber die Konkurrenz pennt nicht und fährt vermutlich einfach besser Windschatten.
Blick zurück: Welche Themen die NASCAR-Welt in Fahrt bringen
Ein US-Blogger hatte den Mut, die dänische Version der gestrigen Übertragung vom NFL-Top-Spiel Dallas gegen Green Bay anzuschauen und sie zu beschreiben. So verwegen und so bedürftig waren manche, um das Spiel anzuschauen, das in den Vereinigten Staaten unter Ausschluss eines großen Teils der Öffentlichkeit stattfand.
Wenn NASCAR-Manager nach einer Erklärung dafür suchen sollten, wieso der enorme Publikumszuwachs der letzten Jahre abrupt zum Stoppen gekommen ist, sollten sie mal die Motorhaube öffnen und diesen Umstand reparieren: Seit fünf Jahren gewinnt ein Mann die Wahl zum populärsten Fahrer, der nicht die Spur einer Chance auf den Nextel Cup (demnächst Sprint Cup) hat. Was da passiert, nennen wir auf gut Englisch: disconnect. Wie funktioniert das? Dale Earnhardt jr. ist zwar in der Lage, einen Tross von Fans für sich einzunehmen - charmant und gut mit Werbeverträgen ausgestattet, wie er nun mal ist - aber die schalten nicht ein, solange er nicht vorne mitfährt. Die New York Times, die nur selten die Rennserie ausführlich unter die Lupe nimmt, vermerkte vor ein paar Tagen dieses überraschende Resultat: Das letzte Rennen aus Homestead außerhalb von hatte einen jämmerlichen 79. Platz in der Wochentabelle der Einschaltquoten produziert. Für die gesamte Saison meldete Bloomberg News dieses Resultat: Alle außer sieben Rennen von insgesamt 36 haben in der abgelaufenen Saison Zuschauereinbußen hinnehmen müssen. Natürlich könnte sich das ändern, falls Earnhardt in der nächsten Saison mal wirklich vorne mitjagt, und die Basis dafür ist mit seinem Teamwechsel auch gelegt. Aber die Konkurrenz pennt nicht und fährt vermutlich einfach besser Windschatten.
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10. November 2007
Zum Tod von Norman Mailer
Worüber denkt die Welt wohl heute lauter nach? Dass eine Assistentin von Linda Stein gestanden hat, dass sie ihre Arbeitgeberin im Affekt erschlagen hat? Dass Norman Mailer gestorben ist? Dass der Mann, der mal Chef der New Yorker Polizei war und beinahe der erste Chef der nach dem 11. September begründeten amerikanischen Mega-Sicherheitsbehörde mit dem komischen Namen Homeland Security geworden wäre, vermutlich ins Gefängnis muss? Oder über den Autoren-Streik in der Film- und Fernsehbranche, der das Land demnächst noch stärker bewegen wird, wenn man sich an den Wiederholungen leid gesehen hat und es aus der Produktionspipeline für die Kinos nur noch tröpfelt? Oder doch über die fallenden Aktienkurse, die eine gewisse Nervösität offenbaren, die man in den USA so gerne wegwischen würde?Das ist kein Samstag nach dem Geschmack eines Sportbloggers, der sich gerne auf die anstehenden Ereignisse aus der NFL und der NBA einlassen möchte. Obwohl man beim Nachdenken über Mailer und seine gigantische Schreibleistung natürlich unweigerlich bei seinen Texten über das Boxen landet. Oder zumindest - für Eilige - bei einem Interview wie diesem, das vor ein paar Jahren entstand und mit einem kleinen Foto dekoriert wurde, das Mailer beim Sparring zeigt. Mailer hat nie wieder ein besseres Buch geschrieben als Die Nackten und die Toten (obwohl er viele geschrieben hat). Er war als Reporter und Essayist einfach stärker, klarer, massiver und sprach da eine so deutliche Sprache. Was sich unter anderem in seiner Einschätzung vom Boxen widerspiegelt:

"Es ist einer gegen einen. Boxen hat deshalb viel mit Schach und Football zu tun. Über einem Schachspiel zwischen zwei guten Spielern hängt die Erniedrigung des Verlierens. Diese Erniedrigung ist beim Boxen sogar noch größer...Es ist fast wie ein ganz bestimmter Mut des Blutes, der sehr tief sitzt. Das fasziniert uns am Boxen. Es ist die Seite am Boxen, die von Leuten nicht verstanden wird, die sagen: 'Ich hasse Boxen. Es ist so brutal.' Es ist das Ausmaß an Intelligenz und Disziplin und Zurückhaltung, das dabei mitspielt. Deshalb betrachte ich Boxen als gesellschaftliches Gut und nicht als gesellschaftliche Krankheit."Blick zurück: Ein Mord, der einem nahe geht
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4. Oktober 2007
Got steroids?
Lügen haben manchmal ziemlich lange Beine. Und führen dann doch noch ins Gefängnis. Wie lange Marion Jones für ihr spätes Doping-Geständnis sitzen muss, wird sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. Am Freitag wird sie dem Vernehmen nach erst einmal offiziell vor einem Gericht in White Plains eingestehen, dass sie über die Einnahme von THG gelogen hat. Und dass sie auch in dem Scheckbetrügerprozess gegen ihren Ex-Lebensgefährten, ihren Ex-Agenten und ihren Ex-Trainer die Unwahrheit gesagt hat. Und dann wird irgendwann ein Richter entscheiden, wie hoch die Strafe ausfallen wird. Und das IOC wird ihr die olympischen Medaillen aberkennen. Und wir werden endlich den Mythos einer Athletin begraben, über den die Firma Nike zu den Spielen von Sydney den Spruch geklebt hatte: "Glaube = Realität". Wer da was gelaubt hat, wissen wir jetzt verbindlich. Denn wir kennen nun die ganze verlogene Realität.Wie sie aussieht, hatten wir schon vorher geahnt und nannten sie deshalb hier:
"die hinreichend belastete Sprinterin Marion Jones" und zitierten hier vor einem Jahr den Sprinter Ato Bolton, der gesagt hatte: Es sei doch „jedem mit Verstand“ klar gewesen, daß Jones „im Grunde ihre ganze Laufbahn gedopt war“.
Nachtrag vom Freitag: Es kam wie von den Zeitungen prophezeit. Marion Jones traf in White Plains im Gerichtsgebäude ein, wo Fotografen und Fernsehkameras auf sie warteten. Der Rest wird sich in den nächsten Tagen entwickeln. Erstaunlich wie gering das Interesse in den Sportpublikationen in den USA an der Entwicklung ist. Während die großen Tageszeitungen das Thema ausführlich abgehandelt haben, betrachten es die Online-News-Portale offensichtlich eher als Petitesse. Kein Wunder, bei den vielen Kriminalfällen, in die Sportler in wachsendem Maße verwickelt sind. Dazu kommt: Leichtathletik ist tatsächlich eine Randsportart. Eine Extrem-Randsportart. Meinen Bericht in der FAZ vom Samstag gibt es online, wenn auch ohne die Nennung des Autorennamens.
Nachtrag vom Samstag: Ein weiterer Beitrag - für die Samstagausgabe des Züricher Tages-Anzeiger - wurde ebenfalls hochgeschaltet.
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20. April 2007
Kalifornien an Knastverwaltung: Nimm doch Phillips
Die Entwicklung der Talentkultur vieler Sportarten verläuft vermutlich so ähnlich wie die Züchtung von Kampfhähnen. Hahnenkämpfe sind zwar in den USA verboten. Aber das ist kein Problem. Wir haben ja Menschen, die den Platz einnehmen können. Auf dem Weg zum Oberhahn nehmen die einen oder anderen jungen Leute leider nicht immer den geradesten Weg, sondern kommen auf die krumme Tour. So darf Lawrence Phillips damit rechnen, demnächst für 20 Jahre ins Gefängnis zu gehen, weil er zu blöd war, aus Kalifornien wegzuziehen, wo man Straftäter nach dem dritten schweren Gesetzesverstoß summarisch wegschließt. Und zwar ganz egal, wie lang die Strafe für die dritte Geschichte auch war ("Three Strikes-Gesetz", eine Metapher, ja wirklich, aus einer amerikanischen Sportart: Baseball) Was man über Phillips wissen sollte, ist seine Karriererutschbahn. Gefeiert im College mit Nebraska bei
zwei Meisterschaften den Jahren 1995 und 1996 sah der Running Back bei den Profis in schneller Reihenfolge folgende Teams: Die St. Louis Rams, Miami Dolphins und San Francisco 49ers in der NFL und dann noch eine ganze Reihe von Clubs, die jenseits der Grenze Canadian Football spielen.Noch schlechter war seine Laufbahn im Umgang mit Frauen. Die bekamen seine Wut immer gleich körperlich zu spüren. Das Ding, das ihn endgültig hinter Gittern bringen dürfte, war ein cholerischer Anfall, als er mit seinem Auto auf einem Spielfeld in Los Angeles nach einem verlorenen Footballmatch unter Amateuren versuchte, ein paar Leute umzufahren und zu verletzen. Das alles wird im Knast nicht gehen. Das Autofahren, das mit den brutalen Attacken gegen Frauen. Aber vielleicht wird er sich dafür einen guten Platz in der Hierarchie der Gefängnisinsassen erarbeiten. Dort versteht man die Sprache der Gewalt.
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16. März 2007
Bears-Verteidiger Tank Johnson ins Gefängnis
Hinterher tat der Anwalt so, als würde ein prominenter Sportler in den USA gewöhnlich härter bestraft als irgendein armer Schlucker, der in die Mühlen der Justiz geraten ist und sich keinen vernünftigen Rechtsbeistand leisten kann. Das war natürlich Unsinn: Tank Johnson hatte die Bewährungsauflagen ignoriert, die ihn ein Jahr vorher vor dem Gefängnis bewahrt hatten. So konnte der Verteidiger der Chicago Bears diesmal wirklich nicht damit rechnen, dass der Richter Verständnis zeigt. Zumal es sich um das gleiche Delikt handelte: illegaler Besitz von Waffen (nicht von einer, sondern von sechsen). Sein berühmter Mitspieler Brian Urlacher hatte vergeblich ausgesagt und erklärt: "Ich denke nicht, dass er ein Krimineller ist. Ich denke, er ist guter Kerl." Genauso wie sein Trainer Lovie Smith, der ein ähnlich tolles Bild von ihm zeichnete. Was einem leicht fällt, wenn man ignoriert, dass erst vor ein paar Monaten ein Leibwächter von Johnson erschossen wurde. Der Football-Profi hatte zwar keine unmittelbare Schuld an dem Zwischenfall, aber er stand nicht weit weg, als es passierte. Ein guter Kerl?
Richter John Moran sah das anders und verhängte eine Strafe von 120 Tagen Gefängnis. Polizisten nahmen den Sportler anschließend in Gewahrsam. Der sah "sichtlich überrascht" aus, wie die Chicago Sun-Times meldete. Bei guter Führung muss er nur die Hälfte absitzen. Wenn er sich hinter Gittern fit hält, ist rechtzeitig zur nächsten Saison wieder im Einsatz und hat keinerlei finanzielle Einbußen. Abgesehen von den Kosten für Anwalt und Verfahren und einer zusätzlichen Geldstrafe von 2500 Dollar. Johnson verdient eine halbe Million Dollar im Jahr und konnte aufgrund einer Ausnahmeregelung im Februar mit seiner Mannschaft am Super Bowl in Miami teilnehmen. Die Bears verloren das Spiel gegen die Indianapolis Colts.
Blick zurück: Footballspieler mit Schwierigkeiten - der Fall Cincinnati
Blick zurück: Ein Collegefootballspieler in Miami erschossen
Blick zurück: Waffennarren in der NBA - der Commissioner warnt
Blick zurück: Silvesternacht in Denver - Broncos-Profi stirbt im Kugelhagel
Richter John Moran sah das anders und verhängte eine Strafe von 120 Tagen Gefängnis. Polizisten nahmen den Sportler anschließend in Gewahrsam. Der sah "sichtlich überrascht" aus, wie die Chicago Sun-Times meldete. Bei guter Führung muss er nur die Hälfte absitzen. Wenn er sich hinter Gittern fit hält, ist rechtzeitig zur nächsten Saison wieder im Einsatz und hat keinerlei finanzielle Einbußen. Abgesehen von den Kosten für Anwalt und Verfahren und einer zusätzlichen Geldstrafe von 2500 Dollar. Johnson verdient eine halbe Million Dollar im Jahr und konnte aufgrund einer Ausnahmeregelung im Februar mit seiner Mannschaft am Super Bowl in Miami teilnehmen. Die Bears verloren das Spiel gegen die Indianapolis Colts.
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29. Dezember 2006
Eine bunter Teller mit Gossip aller Art
An einem Tag, an dem Michael Jordan seine Scheidung bekannt gibt und Mike Tyson mal wieder eingebuchtet wird, muss man nicht gleich Trübsal blasen. Der eine ist ein hinreichend bekannter Seitenspringer, der zum Dunken nicht unbedingt ein Korb und ein Netz braucht, und wollte eigentlich schon vor ein paar Jahren die Gattin Juanita und ihre große Gaggenau-Küche hinter sich lassen. Der andere ist einfach unverbesserlich. Er war schon zweimal im Knast (in Indiana und in Maryland) und wird jetzt die Gefängniswelt in seinem dritten Bundesstaat inspizieren: in Arizona. Und zwar wahrscheinlich für länger. Denn die Kokaingeschichte dürfte hohe Strafen mit sich bringen. Aber wir schweifen ab.
Freuen wir uns also lieber daran, dass ein relativ bekanntes Unterwäsche-Model namens Niki Taylor in zweiter Ehe einen NASCAR-Fahrer abbekommen und diese Woche geehelicht hat. Sie kann Tapetenwechsel gut gebrauchen. Die Begrüßungmusik auf ihrer Webseite stammt komplett aus dem Baukasten des Apple-Programms namens Soundtrack (die Samples Secret Agent Guitar 05 und Classic Rock Standup Piano 07 waren leicht herauszuhören). Dabei lebt sie in einem Vorort von Nashville und könnte dort auf jede Menge kreative Komponisten zurückgreifen. Ihr neuer Gatte ist übrigens Burney Lamar, der im letzten Jahr in der Busch-Serie ordentlich gepunktet hat und sich Chancen ausrechnet, demnächst in die Oberliga - in den Nextel-Cup - aufzusteigen. Aber wir schweifen ab.
Denn wir freuen wir uns natürlich auch darüber, dass Martina Hingis heute in Australien zugab, dem Herrn Radek Stepanek die Ehe versprochen zu haben. Die ehemalige Nummer eins im Frauentennis hatte bisher wenig Fortüne in der Wahl ihrer Partner (Sergio Garcia gehörte dazu sowie ein Staatsanwalt in Miami, den sie in ihrem Stalker-Prozess kennengelernt hatte). Mit dem Tennisspielen hingegen klappt es wieder viel besser. Stepanek ist kein sportliches Leichtgewicht. Momentan steht er auf Platz 19 der Weltrangliste.
Freuen wir uns also lieber daran, dass ein relativ bekanntes Unterwäsche-Model namens Niki Taylor in zweiter Ehe einen NASCAR-Fahrer abbekommen und diese Woche geehelicht hat. Sie kann Tapetenwechsel gut gebrauchen. Die Begrüßungmusik auf ihrer Webseite stammt komplett aus dem Baukasten des Apple-Programms namens Soundtrack (die Samples Secret Agent Guitar 05 und Classic Rock Standup Piano 07 waren leicht herauszuhören). Dabei lebt sie in einem Vorort von Nashville und könnte dort auf jede Menge kreative Komponisten zurückgreifen. Ihr neuer Gatte ist übrigens Burney Lamar, der im letzten Jahr in der Busch-Serie ordentlich gepunktet hat und sich Chancen ausrechnet, demnächst in die Oberliga - in den Nextel-Cup - aufzusteigen. Aber wir schweifen ab.
Denn wir freuen wir uns natürlich auch darüber, dass Martina Hingis heute in Australien zugab, dem Herrn Radek Stepanek die Ehe versprochen zu haben. Die ehemalige Nummer eins im Frauentennis hatte bisher wenig Fortüne in der Wahl ihrer Partner (Sergio Garcia gehörte dazu sowie ein Staatsanwalt in Miami, den sie in ihrem Stalker-Prozess kennengelernt hatte). Mit dem Tennisspielen hingegen klappt es wieder viel besser. Stepanek ist kein sportliches Leichtgewicht. Momentan steht er auf Platz 19 der Weltrangliste.
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10. Oktober 2006
Geschwindners Millionenspiel bleibt verworren
Die ganze Sache mit dem Geld und Nowitzkis Freund und Entdecker Holger Geschwindner bleibt mysteriös. So berichteten mehrere (auch dpa), dass sich die Steuerschulden nach Angaben des Richters in Hof auf 3 Millionen Euro belaufen habe. Gleichzeitig erklärte die Online-Ausgabe des Bayrischen Rundfunks in München, die offensichtlich einen Korrespondenten vor Ort hatte:
So fragt man sich, ob auch die anderen Informationen stimmen. So soll Geschwindner bis 2005 einen auf neun Jahre ausgelegten Vertrag mit Dirk Nowitzki gehabt haben, der ihm 20 Prozent von dessen Einnahmen gerantierte. Ein schöner Lohn. Der Vertrag wurde vor einem Jahr erneuert. Über dessen Konditionen wurde nicht berichtet. Außerdem soll Geschwindner dem Finanzamt inklusive Zinsen 5 Millionen Euro geschuldet und bezahlt haben. Wo das viele Geld bloß herumgelegen hat? Ich tippe mal: nicht im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland.
Geschwindner, der sich selbst gerne als vertrödelten Mathematiker darstellt, habe
vorsätzlich gehandelt, sagte Zech laut BR Online. "Jeder weiß, dass er Einkommenssteuer zu zahlen hat." Besonders Leute, die derartige Summen verdienen.
Blick zurück: Die Meldung über Urteil gegen Geschwindner
"Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Geschwindner für seine Tätigkeit als Trainer und Manager mindestens 1,25 Millionen Euro erhalten habe. Die tatsächliche Höhe sei jedoch unklar. Damit wäre der Angeklagte nicht nur einkommenssteuer-, sondern auch umsatz- und gewerbesteuerpflichtig gewesen."Gut. Aber wie werden aus Einkünften von 1,25 Millionen Euro Steuerschulden von 3 Millionen? Sind jetzt die Abgaben inklusive Soli-Zulage so hoch, dass man mehr ans Finanzamt abgeben muss, als man einnimmt? Und kann man keine Betriebskosten mehr absetzen?
So fragt man sich, ob auch die anderen Informationen stimmen. So soll Geschwindner bis 2005 einen auf neun Jahre ausgelegten Vertrag mit Dirk Nowitzki gehabt haben, der ihm 20 Prozent von dessen Einnahmen gerantierte. Ein schöner Lohn. Der Vertrag wurde vor einem Jahr erneuert. Über dessen Konditionen wurde nicht berichtet. Außerdem soll Geschwindner dem Finanzamt inklusive Zinsen 5 Millionen Euro geschuldet und bezahlt haben. Wo das viele Geld bloß herumgelegen hat? Ich tippe mal: nicht im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland.
Geschwindner, der sich selbst gerne als vertrödelten Mathematiker darstellt, habe
vorsätzlich gehandelt, sagte Zech laut BR Online. "Jeder weiß, dass er Einkommenssteuer zu zahlen hat." Besonders Leute, die derartige Summen verdienen.
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