Die Geräusche werden unüberhörbar. Demnach wird Danica Patricks nächstes Auto wohl ein NASCAR-Schlitten sein. Jahrelang gab es zwischen den Open-Wheeler und den Stock-Car-Leuten nur wenig Durchlauf. Was erstaunlich ist, denn die Rennstrecken für beide sind ähnlich. Einer der Hauptgründe: Die amerikanischen Talente, die sich Chancen ausrechneten, zog es meistens gleich zu NASCAR und den dort existierenden regionalen Rennserien. Dort gab es Möglichkeiten, sich einzugewöhnen und nach oben zu arbeiten. Während dessen kam der Nachwuchs für die CART und Indycar-Autos zunehmend aus allen Teilen der Welt – aus Kanada, Brasilien, Frankreich, sogar aus Deutschland. Nachteil: Fahrer aus fremden Ländern hätten es lange Zeit extrem schwer gehabt, im Redneck-Milieu einer sternenbannerfixierten Mischpoke auch nur akzeptiert zu werden. Die Verhältnisse haben sich inzwischen ein bisschen geändert. NASCAR braucht mehr denn je Gesichter, die man verkaufen kann. Die Identitätsfindung über die Logos und die Produkte der Sponsoren reicht nicht mehr.
Der erfolgreichste Wechsler überhaupt ist Tony Stewart. Inzwischen hat sich offensichtlich nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch der ehemalige IndyCar- und Formel-1-Mann Juan Pablo Montoya aus Kolumbien etabliert. Ebenso deutlich ist das Interesse an anderen Autoherstellern gestiegen. Kein Wunder. General Motors (hatte einst mit Chevrolet und Pontiac zwei Marken im Rennen) und Chrysler (mit der Marke Dodge) werden sich auf die Dauer sehr beschränken müssen. Das Geld ist einfach nicht mehr vorhanden. Warum nicht Danica Patrick? Die Frau hat sich längst zu einer Werbefigur ersten Ranges hochgetunt. Die muss man niemanden mehr erklären. Ob sie in dem Gedröhne mithalten kann, ist eine andere Frage.
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28. Juni 2009
25. Juni 2007
Montoya gewinnt sein erstes Rennen von Bedeutung
Wir haben zu vermelden: Juan Pablo Montoya, Kolumbiens Antwort auf Dale Earnhardt sr., hat am Sonntag sein erstes Rennen um den Nextel-Cup gewonnen. Es wurde in Sonoma/Kalifornien auf einer Strecke ausgetragen, die gewisse Ähnlichkeiten mit einer Formel-1-Piste besitzt. Das war jedoch nicht der entscheidende Faktor. NASCAR-Fahrer, die sonst meistens auf Ovals fahren, haben durchaus mehr drauf, als nur links herum brettern. Montoya gewann mit seinem Dodge, weil er die skeptischen Sprit-Kalkulationen seiner Crew nicht eintrafen. Er hatte am Ende mehr Sprit im Tank als gedacht und musst nicht mehr an die Boxen beziehungsweise kam im Ziel an, während einigen Rivalen um die Spitze der Saft ausging. Die Leistung von Montoya, war trotzdem bemerkenswert, weil er kein konservatives Rennen fuhr, sondern kontiniuerlich attackierte und sich dabei durchaus auch mal verbremste. NASCAR-Teams benutzen drei verschiedene Chassis im Laufe einer Saison - neben dem für die Mehr-Kurven-Strecke sind es eins für die kleinen Ovale und eins für die High-Speed-Pisten. Mit anderen Worten: Der Sieg bedeutet erstmal noch gar nichts in der Karriere der Nummer 42. Einmal ist keinmal.
18. Juni 2007
Gedrucktes Allerlei
In eigener Sache nachgereicht:
Die FAZ hatte zum Auftakt der US Open in der letzten Woche mein Interview mit dem australischen Vorjahressieger Geoff Ogilvy gedruckt. Der Text wurde online gestellt. Auch wenn er diesmal nicht vorne mitmischen konnte: Der Australier gehört zu den Sportlern, die was zu sagen haben. In dem Interview kamen leider einige Dinge zu kurz. Darunter Ogilvys große private Leidenschaft. Er spielt Hard-Rock-Gitarre - unterwegs im Hotel eingestöpselt in den Laptop und mit Kopfhörern. Und er ist der Vorzeigegolfer für Sportausrüster Puma, deren Zusammenarbeit mit der schwedischen Firma J. Lindeberg leider zu Ende geht. Die Schuhkollektion war hervorragend.
Des weiteren: Am heutigen Montag erscheint die Print-Ausgabe mit einem Bericht über Juan Pablo Montoya. Ob faz.net mitzieht, lässt sich in diesem Augenblick nicht sagen.
Nachlesen kann man hingegen einen Artikel über das finanzielle Ausmaß der Floyd-Landis-Verteidigung im Doping-Verfahren von Malibu. Der war Teil eines umfangreichen Doping-Dossiers im Züricher Tages-Anzeiger am letzten Freitag.
Die FAZ hatte zum Auftakt der US Open in der letzten Woche mein Interview mit dem australischen Vorjahressieger Geoff Ogilvy gedruckt. Der Text wurde online gestellt. Auch wenn er diesmal nicht vorne mitmischen konnte: Der Australier gehört zu den Sportlern, die was zu sagen haben. In dem Interview kamen leider einige Dinge zu kurz. Darunter Ogilvys große private Leidenschaft. Er spielt Hard-Rock-Gitarre - unterwegs im Hotel eingestöpselt in den Laptop und mit Kopfhörern. Und er ist der Vorzeigegolfer für Sportausrüster Puma, deren Zusammenarbeit mit der schwedischen Firma J. Lindeberg leider zu Ende geht. Die Schuhkollektion war hervorragend.
Des weiteren: Am heutigen Montag erscheint die Print-Ausgabe mit einem Bericht über Juan Pablo Montoya. Ob faz.net mitzieht, lässt sich in diesem Augenblick nicht sagen.
Nachlesen kann man hingegen einen Artikel über das finanzielle Ausmaß der Floyd-Landis-Verteidigung im Doping-Verfahren von Malibu. Der war Teil eines umfangreichen Doping-Dossiers im Züricher Tages-Anzeiger am letzten Freitag.
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4. März 2007
Montoya zeigt sein wahres Gesicht: "hässliches, dreckiges Fahren"
Juan Pablo Montoya hat in Amerika eine neue PR-Taktik aufgeschnappt: Man entschuldigt sich, wenn man gewinnt. Das wirkt einfühlsam und nett, kostet nichts und ändert nichts am Resultat. Das Resultat ist nämlich alles, was zählt. Und sei es nur in der zweitklassigen Busch-Series und auf einer Strecke in Mexico City, die mehr einem Rundstreckenrennen der Formel 1 ähnelt als dem klassischen Nudeltopf-Gebrause der NASCAR-Welt. Der Kolumbianer konnte so nach zwei mittelmäßigen Fahrten im Wettbewerb um den erstklassigen Nextel-Cup in Daytona und Fontana zum ersten Mal all die Erwartungen erfüllen, die ihn seit seinem Wechsel zurück in die USA nicht nur bei Chip Ganassi begleiten. Wie sein Teamgefährte Scott Pruett auf die Entschuldigung reagieren wird, der von Montoya acht Runden vor Schluss in einer Rechtskurve von hinten aus dem Weg gerempelt wurde, kann man sich ausmalen. Verständnisvoll und konziliant klang er nicht, als er nach dem Rennen erklärte: "Von allen Leuten ausgerechnet deinen Mannschaftskollegen aus dem Rennen zu werfen - das war niederträchtiges, hässliches, dreckiges Fahren."
Es gibt in den NASCAR-Serien keine Schönheitspreise. Geschubst wird selbst bei 300 km/h, was oft eine Reihe von Autos ins Schleudern bringt und zu riesigen Blechlawinen führt. Rüde Fahrer riskieren nicht nur die Rache ihrer Gegner, sondern müssen mit dem Risiko leben, dass man sie beim Windschattenfahren in der Schlange nach Strich und Faden auszumanövrieren versucht. Auf den Ovals im dichten Pulk kommt es allerdings nicht nur auf Risikobereitschaft an. Man muss auch kungeln und koalieren können. Das nächste Rennen, das wirklich zählt, nächsten Sonntag in Las Vegas, wird Montoya einmal mehr seine beschränkten Mittel aufzeigen.
Es gibt in den NASCAR-Serien keine Schönheitspreise. Geschubst wird selbst bei 300 km/h, was oft eine Reihe von Autos ins Schleudern bringt und zu riesigen Blechlawinen führt. Rüde Fahrer riskieren nicht nur die Rache ihrer Gegner, sondern müssen mit dem Risiko leben, dass man sie beim Windschattenfahren in der Schlange nach Strich und Faden auszumanövrieren versucht. Auf den Ovals im dichten Pulk kommt es allerdings nicht nur auf Risikobereitschaft an. Man muss auch kungeln und koalieren können. Das nächste Rennen, das wirklich zählt, nächsten Sonntag in Las Vegas, wird Montoya einmal mehr seine beschränkten Mittel aufzeigen.
21. November 2006
Montoya in den USA: Feuer unterm Hintern
Beim ersten Auftritt von Ex-Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya in der obersten NASCAR-Kategorie ging es heißer her, als es ihm lieb sein konnte. In der 252. von 267 Runden bei den Miami 400 in Homestead außerhalb von Miami, dem allerletzten Rennen der Saison, bei dem Jimmie Johnson den Nextel-Cup gewann, touchierte der Dodge des Kolumbianers erst die Mauer und rutschte dann wie ein Fackel über die Piste. A warm welcome nennen die Amerikaner so etwas.
18. Oktober 2006
Montoya in der Fahrschule. Bald wird's ernst
Rennen um Rennen rückt Juan Pablo Montoya an die neue Aufgabe heran, die da lautet: sich in der Welt der amerikanischen Stock Cars seinen Namen wiederzuholen, den er in der Formel 1 aufs Spiel gesetzt und verloren hatte. Am Dienstag und Mittwoch trainierte er in Homestead außerhalb von Miami, wo am 19. November das Finale um den diesjährigen Nextel-Cup stattfindet. Am 28. Oktober soll der Kolumbianer in der Kategorie darunter an den Start gehen: bei einem Rennen der Busch Series in Memphis. Da trifft er bereits auf einen ganzen Schwarm von Konkurrenten der ersten Kategorie, die sich mit den etwas schwächer motorisierten Wagen die Zeit vertreiben.
So etwas hören die Harcore-NASCAR-Fans natürlich gerne. Die haben es nicht gerne, wenn man ihre automobilen Dinosaurier-Kisten und die Anforderungen an die Fahrer verspottet.
Blick zurück: Montoya-Bericht in der FAZ und Video vom Training
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