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9. Dezember 2009

Jetzt offiziell: Danica zieht um

Danica Patrick will das Ganze.... hüstel, hüstel... langsam angehen lassen. Den Wechsel in die NASCAR-Rennwelt. Die laufenden IndyCar-Verpflichtungen lassen nichts anderes zu als einen Einstieg in die Nationwide-Serie. Einen Termin für einen ersten Start gibt es noch nicht. Wieviele Rennen sie bestreiten wird, steht auch noch nicht fest. Dafür aber gibt es ein Auto und – noch viel wichtiger – eine Nummer. Einen Chevrolet mit der Ziffer 7 und dem Sponsoren-Logo von GoDaddy.com, einem Domain-Händler, der seit einiger Zeit ihr Werbepartner ist. Demnächst mehr in diesem Theater.
Blick zurück: Publikumsschwund bei NASCAR
Blick zurück: Danicas erster und bisher einziger Rennsieg

27. November 2009

NASCAR laufen die Zuschauer davon

Nascar
Es sieht weiterhin eher trübe aus in der NASCAR-Welt. Vor allem bei den Fernsehübertragungen, wo der Abschwung in den Einschaltquoten querbeet durch alle Sender, die Rennen live übertragen (Fox, TNT, ABC) anhält. Es sind keine dramatischen Zuschauerverluste, aber sie sind deutlich genug, um den Verdacht zu nähren, dass diese uramerikanische Automobilserie den Zenit überschritten hat. Jahrzehntelang standen alle Zeichen auf Wachstum. Das galt für die Zahl der Schauplätze, das Fassungsvermögen der Rennstrecken, die geographische Ausdehnung aus dem Süden in alle Himmelsrichtungen und für die Einnahmen aus den Sponsorentöpfen. Es schien so, als hätten sie in Daytona im Hauptquartier des Familienunternehmens das von einem Otto-Motor betriebene Perpetuum mobile gefunden. Tatsächlich hatten sie nichts anderes gefunden als das Patentrezept, um einem vorwiegend weißen Publikum eine Sportart zu offerieren, in dem die Protagonisten anders als im Basketball und Football nicht schwarz sind.

Aber solches Wachstum sorgt für Sättigung. Besonders wenn der populärste Fahrer – Dale Earnhardt jr. – nicht gewinnt und wenn die Autos einen technologischen und stilistischen Standard repräsentieren, der irgendwo zwischen den siebziger und den achtziger Jahren stehen geblieben ist. Alle auflackierte Farbenpracht der Fahrzeuge mit ihren Firmenlogos und alle noch so große Bereitschaft der Fahrer und ihrer Teams, sich Fans und Medien gegenüber stets freundlich und zuvorkommend zu verhalten, reicht irgendwann nichts mehr aus, zusätzliches Interesse anzustacheln. Und natürlich hilft es NASCAR nicht, wenn die amerikanische Autoindustrie so aussieht, als ob sie die Fabriken zumachen muss, weil sie keine ansprechenden Fahrzeuge entwickelt. Gute Metakommunikation ist das nicht.

Die ersten Anzeichen für die Baisse kamen mit den exorbitanten Benzinpreisen des Jahres 2008, als es viele Zuschauer zuhause hielt, weil sie sich die Trips zu den Rennstrecken nicht mehr leisten konnten. Was die eigentliche Ironie der Geschichte ist, dass ausgerechnet die Mineralölfirmen und die Spekulanten hinter ihnen als Steigbügelhalter eines Trends arbeiteten, die ihren eigenen Interessen zuwider läuft. Aber das sehen wir in diesem Wirtschaftssystem häufiger, dass die Profiteure nie wissen, wann sie auf die Bremse treten müssten, um nicht selbst zu Schaden zu kommen (Stichwort: die an Wall Street hochgekochte jüngste Finanzkrise). Das Minus beim Live-Publikum hätte den Abfall der Einschaltquoten der Fernsehsender aufhalten können. Fans, die zuhause bleiben, würden ja normalerweise die Glotze einschalten, um auf dem Laufenden zu bleiben. Das mag so sein. Wenn ja, dann haben sich andere Publikumsgruppen abgewendet. Vermutlich also jene Peripherie- und Schönwetter-Zuschauer, die sich nicht wirklich für eine Sportart interessieren, sondern nur für den Unterhaltungswert, den sie abwirft.

Die werden vielleicht für kurze Zeit wiederkommen, wenn Danica Patrick am Steuer eines NASCAR-Autos sitzt. Denn sie wird jene vordergründig interessante Medienaufmerksamkeit auslösen, die sich kurzfristig in eye balls auswirken wird. Aber wenn die Frau genausowenig an Erfolg auf die Beine stellt wie in der Vergangenheit, normalisiert sich das schon bald wieder.

28. Juni 2009

NASCAR wartet schon auf Danica Patrick

Die Geräusche werden unüberhörbar. Demnach wird Danica Patricks nächstes Auto wohl ein NASCAR-Schlitten sein. Jahrelang gab es zwischen den Open-Wheeler und den Stock-Car-Leuten nur wenig Durchlauf. Was erstaunlich ist, denn die Rennstrecken für beide sind ähnlich. Einer der Hauptgründe: Die amerikanischen Talente, die sich Chancen ausrechneten, zog es meistens gleich zu NASCAR und den dort existierenden regionalen Rennserien. Dort gab es Möglichkeiten, sich einzugewöhnen und nach oben zu arbeiten. Während dessen kam der Nachwuchs für die CART und Indycar-Autos zunehmend aus allen Teilen der Welt – aus Kanada, Brasilien, Frankreich, sogar aus Deutschland. Nachteil: Fahrer aus fremden Ländern hätten es lange Zeit extrem schwer gehabt, im Redneck-Milieu einer sternenbannerfixierten Mischpoke auch nur akzeptiert zu werden. Die Verhältnisse haben sich inzwischen ein bisschen geändert. NASCAR braucht mehr denn je Gesichter, die man verkaufen kann. Die Identitätsfindung über die Logos und die Produkte der Sponsoren reicht nicht mehr.

Der erfolgreichste Wechsler überhaupt ist Tony Stewart. Inzwischen hat sich offensichtlich nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch der ehemalige IndyCar- und Formel-1-Mann Juan Pablo Montoya aus Kolumbien etabliert. Ebenso deutlich ist das Interesse an anderen Autoherstellern gestiegen. Kein Wunder. General Motors (hatte einst mit Chevrolet und Pontiac zwei Marken im Rennen) und Chrysler (mit der Marke Dodge) werden sich auf die Dauer sehr beschränken müssen. Das Geld ist einfach nicht mehr vorhanden. Warum nicht Danica Patrick? Die Frau hat sich längst zu einer Werbefigur ersten Ranges hochgetunt. Die muss man niemanden mehr erklären. Ob sie in dem Gedröhne mithalten kann, ist eine andere Frage.

2. Juni 2009

Männer auf hohen Hacken

Irgendjemand, auf den sie hört, sollte Danica Patrick mal sagen, dass nicht jeder Werbespot mit jeder Firma und für jedes Produkt lustig ist, nur weil
1) sie mitmacht
2) das Thema über irgendein merkwürdiges Frauending abgewickelt wird
3) dass sie endlich mal wieder ein Rennen gewinnen sollte.

P.S.: Die Musik ist gut und würde besser zur Geltung kommen, wenn in dem Spot nicht so viel gequasselt würde.

23. Mai 2009

Wieder drei Frauen im Indy-Feld

Zur Einstimmung auf die Indy 500 am Sonntag und als Echo auf die spekulativen Nachrichten, dass Danica Patrick womöglich in die Formel 1 wechselt: ESPN hat die Vita der kleinen Person mit den großen Ambitionen im Video zusammengefasst. Erstmals sind auch Videoaufnahmen von ihren Kart-Rennen zu sehen, die entstanden, als sie noch etwas kleiner war. Zwei weitere Frauen sind im Rennen: Sarah Fischer, die ihr eigenes Team finanziert. Und Milka Duno, die offensichtlich schnell genug war, um mal wieder die Qualifikation zu überstehen.

Gegen Helio Castroneves wurden in der letzten Woche die letzten Anschuldigungen wegen Steuerhinterziehung von der Staatsanwaltschaft zurückgezogen. Er ist inzwischen schon zweimal wieder gefahren. Er wurde in Long Beach Siebter und in Kansas Zweiter. Der Brasilianer hatte schon zweimal in Indianapolis gewoinnen.

Die New York Times hat neben Patrick und Castroneves, über die alle reden, zur Fahndung als interessante Fahrer ausgeschrieben: den Sohn von Bobby Rahal, den Australier Will Power (was für ein großartiger Name) und den Kanadier Paul Tracy.

20. Juli 2008

Frauen am Steuer: Fehde-Handtuch in den Boxen

...und wir hatten gedacht, dass die Frauen in der IndyCar-Welt Autos fahren, um ihren Frust und ihren Ehrgeiz auf der Piste aneinander auszulassen. Nun stellt sich heraus, dass jemand wie Danica Patrick am liebsten mit ihren Konkurrentinnen in den Boxen verbal zur Sache geht. Problem: Videokameras und Mikrofone, die solche Auseinandersetzungen – eine Frau wirft der anderen ein Handtuch ins Gesicht – im Detail einfangen. Und dann gibt es natürlich auch noch YouTube...

"You like show, you like show, you like show, go, go out here...", sagt die Brasilianerin Milka Duno und zeigt der kleinen Patrick unmissverständlich den Weg aus der Box.

(via Deadspin und FanIQ. Mehr zur der Geschichte gibt es hier)
Blick zurück: Milka in Indianapolis
Blick zurück: Wie sich Danica Patrick einen Namen macht

21. April 2008

Ehrenrunde

Der Nachdreher zu Danica Patrick in der FAZ druckt bereits und wird morgen in der Zeitung stehen. Online geht natürlich schneller. Dazu übrigens ein guter, weiterführender Kommentar von Anno Hecker über die Situation in der Formel 1, wo die Mosley-Mafia Frauen wohl gerne bei Sexspielen ans Steuer lässt, nicht jedoch auf der Piste.

20. April 2008

Danica ganz vorne

Von dieser Frau war hier schon ein paar Mal die Rede. Unter anderem im Rahmen eines Hinweises auf das letzte Indy 500, das eine kleine Invasion von weiblichen Fahrern verzeichnete. Die gingen alle leer aus. Aber Räder müssen rollen bis zum Sieg. Und der kam heute: Danica Patrick gewinnt als erste Frau ein Automobilrennen in einer amerikanischen Serie von Belang und löst also ein, worauf die Vermarkter und Sponsoren im Hintergrund schon immer gehofft hatten. Das Rennen in Japan heute morgen war ihr 50. in der Indy Racing League. "Ich habe immer gewusst, dass ich gewinnen kann." Hier das Interview auf ESPN nach der Siegerehrung.

Das letzte, was wir von der ziemlich klein und leicht geratenen Rennfahrerin gehört hatten, war die Nachricht von einer Spezialbehandlung der Rennaufsicht, um den Wettbewerb im Vergleich zu den korpulenteren Kerlen auszutarieren. Ihre Reaktion war eher beschämend: Es gäbe auch im Football keinen Versuch, das Gewicht der Spieler aneinander anzupassen und im Basketball gebe es extrem lange Menschen, denen auch niemand deswegen einen Vorwurf macht. So sprach sie, wohl vergessend, dass es im Automobilsport jede Menge Regeln gibt, die nichts anderes erreichen sollen, als die Bedingungen zu nivellieren, unten denen die Leute auf die Piste gehen. Sonst gewinnt nämlich meistens der mit der dicksten Antriebsaggregat. Und nicht unbedingt der beste Pilot. Wie groß ist das Mädchen? 1,57 Meter. Und wie schwer? 47 Kilogramm.
Blick zurück: Danica Patrick und Michelle Wie im Vergleich
Blick zurück: Frau am Steuer im Musik-Video von Jay-Z

5. Juni 2007

Amanda entblättert

"Und ich sach noch: Nimm das Buch nich mit ins Becken. Es wird nass. Aber da war es schon zu spät." Von dort über die Swimsuit-Ausgabe von Sports Illustrated in den Playboy ist zwar ein langer, aber irgendwie auch logischer Weg. Die amerikanische Schwimmerin Amanda Beard hat schon vor langer Zeit begriffen, dass sie einfach zu gut aussieht, um diesen Umstand nicht zu Geld zu machen. "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nass", geht nicht. Man muss hin und wieder blank ziehen. Was den Playboy betrifft, gibt es erst mal nur ein Titelbild - bei Sports Illustrated - und ein paar erste nervöse Reaktionen in der amerikanischen Blogosphäre. Niemand scheint dabei bisher aufgefallen zu sein, dass auch die Autorennfahrerin Danica Patrick im gleichen Heft auftaucht. In der Interview-Rubrik 20 Fragen an... Vielleicht weil sich keiner für die Antworten interessiert und nur dafür, was die Frau unter der Asbest-Unterwäsche zu bieten hat.
Nachtrag: Die Schwimm-Karriere von Amanda kann bei Wikipedia nacharbeiten. Zu ihrem Hang zu Automobilfahrern gibt es dort ebenfalls Hinweise. Wer ihre Webseite sucht, landet unweigerlich auf einer Promoseite von Getränkehersteller Red Bull.

26. Mai 2007

Sarah, Danica, Milka - es geht um Milch, nicht um Schokolade

Sonntag in Indianapolis auf dem Programm: ein ellenlanges Autorennen, bei dem jede Menge Äthanol verheizt wird und niemand richtig weiß, um was es geht. Sicher. Der Sieger muss am Ende immer eine Flasche Milch köpfen. Und das ist bekanntlich gesund. Aber der Rest ist reine Selbstbefriedigung. Man kann sich das auch einreden, dass ein Fahrer, der noch nie die Indy 500 gewonnen hat, in der Geschichte des Automobilrennsports als Versager gilt. Man kann sich auch einreden, dass es eine besondere Leistung ist, was Robby Gordon schon häufiger getan hat: morgens in Indianapolis fahren, dann ins Flugzeug und anschließend irgendwo im NASCAR-Land noch ein Rennen anhängen. Und man kann auch so tun, als ob das irgendeine Aussagekraft besitzt: dass diesmal drei Frauen im Feld der 33 Teilnehmer an den Start gehen. Denn das gab es bekanntlich auch noch nicht. Aber das zeigt nur, dass man immer wieder neu auf die jeweiligen aktuell PR-gesteuerten Themen hereinfällt (wozu ich mich schuldig bekenne). Die drei Frauen heißen: Sarah Fischer (zum sechsten Mal dabei, bestes Resultat: 21. Platz, Startplatz: 21), Danica Patrick (dritte Teilnahme, zehrt noch immer davon, dass sie beim ersten Start vor zwei Jahren mal kurzfristig in Führung lag, Startplatz: 8) und Milka Duno aus Venezuela, die mit 35 Jahren sehr viel älter ist als die beiden anderen Frauen, aber in Südamerika bereits die flotten Pontiac-Werbespots dreht. Sie fuhr in der Qualifikation einen Wagen zu Schrott, steht aber auf dem 29. Startplatz. Duno ist keineswegs die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt. Sie ist vor allem deshalb interessant, weil von der Benzinmarke Citgo gesponsert wird, die dem venezolanischen Staat gehört, und weil dieser Staat mitsamt seinem Präsidenten Hugo Chavez von der politischen Elite Amerikas dämonisiert wird. Milkas Nachname sprechen die Amerikaner aber aus einem anderen Grunde immer falsch aus: ihre allgemeine Ignoranz gegenüber den Ausspracheregeln von Vokalen in anderen Sprachen lässt einfach nicht zu, dass sie auch nur probieren, es richtig zu machen.

Es gibt übrigens sehr sachkundige Beobachter der 500 Meilen von Indianapolis, die nicht daran glauben wollen, dass es irgendwann mit dieser Art von Rennen zu Ende geht, bei dem alle einen Motorenlieferanten haben (Honda) und einen Chassis-Hersteller (Dallara). Hier sind die Gedanken eines Kommentators auf foxsports.com, die zeigen, was alles verbessert werden kann/müsste.

Nachtrag: Frauen im Motorsport haben einfach kein Glück. Bei manchen kommt dann aber auch noch Pech dazu. Man denke nur an Fatemah Angela Harkness, die es fertig gebracht hat, einer Bank in Texas eine Millionen Dollar abzuschwatzen, um ihr eigenes NASCAR-Team auf die Beine zu stellen. Die Sache ging nicht mit rechten Dingen zu. Jetzt muss die 31jährige Frau, die mal als Stripperin angefangen hatte, für 40 Monate ins Gefängnis. Den Schuldspruch kassierte sie bereits, aber weil sie dann ins Ausland floh und erst vor wenigen Wochen in Dubai von amerikanischen Strafverfolgern festgenommen wurde, kam die Angelegenheit jetzt wieder hoch und wurde mit der Verkündung des Strafmaßes abgeschlossen (via deadspin)

17. Oktober 2006

Mr. Big Pimpin' in Monaco

Der New Yorker Rapper Jay-Z hat gleich zwei Rennfahrer aus Amerika nach Moncao mitgenommen, um sein neuestes Video zu drehen: Danica Patrick (Indy Racing League) und Dale Earnhardt jr. (NASCAR Nextel-Cup). Der Song Show Me What You Got ist der Anreißer für sein Album Kingdom Come, das im November herauskommen wird. Das erste seit drei Jahren. Die Autos: ein schwarzer Ferrari F430 und ein silberner Pagani Zonda (in dem ein 12-Zylinder-Mercedes-Motor sitzt) zeugen von Geschmack. Und davon, dass Mr. Big Pimpin' kein bisschen Aufwand scheut, um seinen Fans etwas zu bieten, wovon sie nur träumen können.

Jay-Z lässt überall den Rubel rollen. Zusammen mit der Sportfirma Reebok hat er eine Schuhkollektion mit dem Namen S. Carter bzw Sean Carter herausgegeben. Außerdem ist er Mitbesitzer der NBA-Basketballmannschaft New Jersey Nets. Der Club versucht seitdem in Brooklyn ein Wohngebiet zu kaufen und abzureißen, um dort eine neue Halle mitsamt Shopping-Zentrum hinzupflanzen. Die Anwohner sind entsetzt. Das Leben von Jay-Z können sie sich nämlich nicht leisten. Brooklyn ist in vielen Teilen die Zuflucht für die Mittelklasse, der Manhattan zu teuer geworden ist.
Blick zurück: Danica Patrick bei ihrem ersten Auftritt in der Arena

13. September 2006

Die Frage nach der Wie und dem was

Bei richtig gutem klaren Alpenlicht betrachtet hat Michelle Wie am letzten Freitag in den Walliser Bergen den hauchdünnen Rest an legitimem Interesse verspielt, der sich um ihre Bemühung rankt, bei Männerturnieren mitzuhalten. Sicher. Man muss ihre Leistungen vernünftig einordnen. So war selbst Tiger Woods mit 16 noch nicht gut genug, um den Cut bei regulären PGA-Tour-Events zu schaffen. Aber die Frage sollte nun nicht länger lauten: Kann Sie mithalten? Denn die Antwort ist eindeutig: Nein, sie kann es nicht. Sie sollte lauten: Warum klinken wir uns nicht einfach aus und ignorieren sie geflissentlich, bis sie mit Mitte 20 so gut geworden ist, dass man ihre Performance tatsächlich bewerten kann? Ich für meinen Teil habe nicht vor, noch viele Zeilen zu verschwenden, um das Potenzial einer Golferin auf das Wie oder Was abzuklopfen, wenn die Ergebnisse eine klare Sprache sprechen.

Interessanterweise haben wir im Automobilrennsport in den USA ein ähnliches Phänomen. Da fährt eine gewisse Danica Patrick in dieser nicht besonders aufregenden Indy Racing League und schafft es immer mal wieder auf einen vorderen Startplatz und einen halbwegs akzeptablen Rang bei der Endabrechnung. Aber im Grunde reitet sie auf der gleichen Welle: Sie ist die einzige Frau unter den Pistenjockeys, die es mit den Männer aufnimmt. Aufgrund dessen gerät viel zu viel über die 24jährige trotz ihrer durchschnittlichen sportlichen Leistungen in die Schlagzeilen. Etwa heute, als ihr sie zum ersten Mal von Journalisten vor ihrem neuen Auto im neuen Team abgelichtet wurde. Oder neulich, als sie laut darüber spekulierte in die NASCAR-Serie zu wechseln. Das wäre vermutlich ihr rascher Untergang geworden. Bei den Open-Wheelerin hat sie in jedem Rennen einen Startplatz sicher. Bei den Stock Cars muss man sich Woche um Woche in der Qualifikation durchsetzen. Dann zeigt sich, was frau kann.